Lehrveranstaltungs-Verbund: Auf den Spuren transkultureller Erinnerungsräume - Erinnerungskultur im transnationalen Vergleich (mit Exkursion)

Umgesetztes Projekt

Ziele

Das Lehrveranstaltungskonzept basiert auf einem LV-Verbund zweier Lehrveranstaltungen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung. Dies bedeutet, zwei Lehrveranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und thematischen Überschneidungen, zusammenzulegen und ein Thema aus unterschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Somit können Synergieeffekte genutzt werden (zB. in unserem Fall gemeinsame Exkursionen und eine Publikation, sowie themenübergreifende Bachelorarbeitsthemen). Das übergeordnete Ziel dieses Lehrveranstaltungs-Verbundes ist das Erlangen von transkulturellem Verständnis in Hinblick auf Mehrheiten und Minderheiten in der eigenen Gesellschaft.

 

Ausgangslage der inhaltlichen Schwerpunktsetzung des LV-Verbundes sind Studien die belegen, dass der Wissenstand der Österreicher/innen in Hinblick auf die Ereignisse des Nationalsozialismus und Holocaust niedrig ist. Letzten Frühling erschienen die Ergebnisse der „Holocaust knowledge and awareness study“ (im Auftrag gegeben von der Claims Conference) und lösten ein großes Medienecho aus. Diesen zufolge ist insbesondere das Wissen über österreichische Konzentrationslager kaum vorhanden und in den Einstellungen der Österreicher/innen lebt der Opfermythos weiter. Aus Erfahrungen vergangener Lehrveranstaltungen wissen wir, dass die Studierenden, die potentiell in verschiedenen pädagogischen Feldern arbeiten werden, teilweise wenig Wissen über die NS-Vergangenheit aus der Schule mitbringen. Damit sind sie überfordert, wenn sie auf antisemitische oder ähnliche Äußerungen von Jugendlichen reagieren müssen oder im Netz damit konfrontiert sind.

 

Ziel ist es, mit den Studierenden in einem partizipativen Prozess - von den Fragestellungen bis hin zur Auswertung der Forschungsdaten - zu arbeiten. Im Verlauf der Lehrveranstaltung sollen die Studierenden Verständnis für die unterschiedliche Entwicklung der Erinnerung an den Nationalsozialismus in den letzten Jahrzehnten in Österreich und international erlangen. Insbesondere wollen wir sie für die Ereignisse der regionalen NS-Geschichte sensibilisieren und aufzeigen, wie Teile der Vergangenheit bis in die Gegenwart wirken. Studierende lernen nicht nur im Hörsaal, sondern auch an einer Gedenkstätte (ehem. KZ Mauthausen) und befassen sich mit dem pädagogischen Konzept dieser speziellen Bildungseinrichtung. Am Loibl-Pass, am Ort des ehemaligen KZ-Mauthausen-Nebenlagers wird dann der unterschiedliche Umgang mit historisch belasteten Orten erlebbar, wodurch Fragen nach der gesellschaftlichen und politischen Verantwortung auftreten und kontrovers diskutiert werden können.

 

Die LV-Leiter/innen entwickeln gemeinsam mit den Studierenden ein methodisch-didaktisches Workshop-Konzept für Schulen. Aus den theoretischen Überlegungen zur Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismuserfahrungen, die in den LVs diskutiert und reflektiert wurden, entwickeln die Studierenden mit Unterstützung der LV-Leiter/innen unterschiedliche Unterrichtsmodule für ausgewählte Kooperationsschulen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Diese werden direkt an Schulen erprobt, mit den Lehrer/innen und Schüler/innen evaluiert und bei Bedarf überarbeitet.

 

Um die LVs positiv abzuschließen, verfassen Studierende nicht nur klassische Seminararbeiten, sondern sollen im Rahmen der Lehrveranstaltungen Beiträge für eine gemeinsame Publikation mit den LV-Leiter/innen erarbeiten. Die Möglichkeit, an einer Publikation mitzuwirken, ermöglicht den Studierenden Erfahrungen in der scientific community und macht ihre empirischen Ergebnisse öffentlichkeitswirksam. Damit leisten sie einen Beitrag für gesellschaftliche Lern- und Bildungsprozesse. Die Publikation soll unter anderem für Lehrer/innen von Nutzen sein, die mit ihren Klassen Exkursionen an KZ-Gedenkstätten vorbereiten. Sie können daraus thematisch, inhaltliche Schwerpunkte aber auch didaktische Anregungen übernehmen. Nach einem aktuellen Beschluss des Kärntner Landtages werden Fahrten an die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ab sofort vom Land finanziert, insofern die Schulen einen Themenschwerpunkt nachweisen können bzw. einschlägige Projekte durchführen. Damit verbunden besteht ein Bedarf an entsprechender Vor- und Nachbereitung der Exkursionen. Hierfür kann das von den Studierenden entwickelte Workshop-Konzept von Relevanz sein. Mit mehreren Kooperationsschulen der AAU pflegen die LV-Leiter/innen bereits eine langjährige Zusammenarbeit in Hinblick auf Projekte zur historisch-politischen Bildung (unter anderem HAK 1 Klagenfurt, WIMO Klagenfurt, Ingeborg-Bachmann Gymnasium Klagenfurt) und die daraus entstandenen Kontakte mit Lehrer/innen können für die Implementierung des in der Lehrveranstaltung erarbeiteten Workshops-Konzeptes genutzt werden.

 

Durch das methodisch-didaktische Konzept unseres LV-Verbundes, werden an der Universität erarbeitete theoretische und didaktische Überlegungen für Schüler/innen und Lehrer/innen nutzbar gemacht. Die entwickelten Arbeitsmaterialien und Unterrichtsmodule sollen digitalisiert und über eine neu angelegte Website öffentlich zugänglich gemacht werden und so auch nutzbar für andere Schulen in Österreich sein. So können sie unter anderem für die Vorbereitung von Exkursionen und historisch-politische Projekte dienen.

Kurzzusammenfassung

Im LV-Verbund wird aufgezeigt, welche Faktoren die Erinnerungskultur eines Landes bestimmen, wie sich Sub- und Gegenkulturen formieren und wie sich die Erinnerungskultur der Herrschenden in Museen, an Gedenkstätten und in Geschichtsvermittlung niederschlägt. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der unterschiedlichen Phasen der Erinnerungskultur bezüglich des Nationalsozialismus von 1945 bis in die Gegenwart. Anhand konkreter Beispiele wird erarbeitet, inwiefern politische Bildung Möglichkeiten bietet, bei Menschen historisch-politische Kompetenz und ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu erreichen. In zwei Exkursionen (dreitägige Exkursion an die Gedenkstätte Mauthausen und eintägige Exkursion zu den ehemalige KZs am Loibl-Pass) wird die Erinnerungskultur anhand konkreter Beispiele beleuchtet. Im Rahmen der Exkursionen explorieren die Studierenden die Erinnerungsräume mit unterschiedlichen qualitativen Methoden (z.B. Photo-Voice) und reflektieren dabei ihre eigenen Zugänge zur Geschichte. Aus den Erfahrungen der Exkursionen wird eine Publikation entstehen, für die die Studierenden Beiträge verfassen. Zusätzlich erarbeiten wir Workshop-Konzepte für Schüler/innen zur Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismuserfahrungen, die sie in Kooperationsschulen der Uni Klagenfurt durchführen und evaluieren. Damit erfolgt ein Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Schule, Forscher/innen, Lehrer/innen und Schüler/innen.

Summary

The courses are intended to show which factors determine a country's culture of remembrance, why and how subcultures and countercultures are formed, and how the culture of remembrance of the rulers is reflected in museums, memorials and history education programmes.

The focus is on the analysis of the different phases of the culture of remembrance of National Socialism from 1945 to the present. Using concrete examples, the seminar deals with the extent to which political education offers opportunities to achieve historical-political competence and a reflected awareness of history.

In two excursions (three days to the Mauthausen Memorial and one day excursion to the former concentration camps at the Loibl Pass) the culture of remembrance will be based on specific examples on site. An analysis of the memorial landscape will reveal its the history of its development. In the context of the excursions, the students explore the spaces of remembrance using different qualitative methods (e.g. photo voice) and reflect on their own approaches to history. A publication will be produced from the experiences of the excursions, for which the students will contribute articles. Moreover, the students develop workshop concepts for dealing with National Socialism, anti-Semitism and experiences of racism, which they carry out and evaluate in cooperation schools at the Uni of Klagenfurt. In this way a knowledge transfer between science and school, researchers, teachers and students takes place.

Nähere Beschreibung

Am Beispiel des Holocaust wird deutlich, dass sich Gesellschaften im Umgang mit historischen Ereignissen unterscheiden und sowohl Familie als auch Bildungssysteme zur Formung des kollektiven Gedächtnisses beitragen. Die Lehrveranstaltungen sollen aufzeigen, welche Faktoren die Erinnerungskultur eines Landes bestimmen, weshalb und wie sich Sub- und Gegenkulturen formieren und wie sich die Erinnerungskultur der Herrschenden in Museen, an Gedenkstätten und in Geschichtsvermittlungsprogrammen niederschlägt.

Im Rahmen der Lehrveranstaltungen sollen die Studierenden einen Einblick in die Entwicklung der Erinnerungskultur in Österreich erhalten und international vergleichen. Dabei greifen wir auf das Konzept von Heidemarie Uhl zurück, die die NS-Erinnerung in Österreich seit 1945 in vier Phasen unterteilt. Dabei wird deutlich, inwiefern der Generationenwechsel Veränderungen in der Sicht auf die Vergangenheit bewirkt. Nach Jan Assmann befinden wir uns aktuell in einer Phase des Übergangs vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis, bedingt durch das zunehmende Verschwinden der Zeitzeug/innen und der primären Erfahrungen. Damit müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie junge Menschen noch einen Zugang zu den Ereignissen der NS-Vergangenheit finden und diese Thematik als relevant für sich einstufen können. Nach Maurice Halbwachs wird Gedächtnis sozial hergestellt, wobei der Prozess des sozialen Aushandelns auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet. Eine zentrale Ebene bildet die Familie. Studien von Harald Welzer und anderen belegen, dass Holocaust und Nationalsozialismus im Familiengedächtnis kaum eine Rolle spielen. Die Nachgeborenen, die inzwischen den NS-Diskurs bestimmen, treffen eine Auswahl und erinnern konkrete Geschichten immer aus einem Grund. Dabei passieren rasch kumulative Heroisierungen in Erzählungen und problematische Aspekte der Erzählung werden gestrichen und in moralisch eindeutige Haltungen der Großeltern verändert. Die Repräsentation des Holocausts im Geschichtsbewusstsein junger Menschen wird damit wenig aus der Familie gespeist, sondern verdankt sich anderen Quellen wie Schulunterricht, Medien und Gedenkstättenbesuchen.

 

Der erste Teil des Lehrveranstaltungs-Verbundes ist die Erarbeitung von theoretischen Konzepten rund um Transkulturalität, Erinnerungsräume und Erinnerungskulturen im transnationalen Vergleich. Dabei werden Modelle und Konzepte mit der eigenen Familiengeschichte und Vorwissen aus unterschiedlichen Quellen in Verbindung gebracht. Auf Basis der Theorie entwickeln wir Fragestellungen für die dreitägige Exkursion an die Gedenkstätte Mauthausen. Dort beleuchten wir in unterschiedlichen pädagogischen Workshops, angeleitet vom Team der Gedenkstätte und den LV-Leiter/innen, mehrere Themenbereiche rund um Transkulturalität und Transnationalität von Erinnerungsräumen:

 

- Wie wird der Erinnerungsraum Mauthausen von unterschiedlichen Gruppen genutzt?

- Wie entwickelte sich die Erinnerungskultur am historischen Ort? (z.B. Denkmalspark)

- Wie haben sich (national und international) Häftlingsorganisationen gebildet und bringen sich heute in die Arbeit der Gedenkstätte ein?

- Reflexion des Umgangs mit Verbreitung antisemitischer, rassistischer Inhalte (z.B. im digitalen Raum)

- Erinnerungsraum KZ-Mauthausen durch die eigene Linse - Annäherung an den Ort mittels der Methode Photo-Voice

 

In der nächsten Einheit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt werden die Erfahrungen der Exkursion zur Gedenkstätte Mauthausen reflektiert. Dabei werden Verbindungen zu theoretischen Modellen und Konzepten hergestellt, gleichzeitig wird auch die Verknüpfung zur regionalen NS-Geschichte in Kärnten aufgezeigt. Diese wird im Rahmen einer weiteren, eintägigen Exkursion anschaulich: Wir besuchen die ehemaligen Konzentrationslager Loibl-Nord und Loibl-Süd, die heute in zwei verschiedenen Ländern liegen, Österreich und Slowenien. Hier wird die national unterschiedliche Zugangsweise zur NS-Geschichte sichtbar und deutlich. Die Studierenden befassen sich vor Ort mit historischen Spuren, die noch auffindbar sind, und analysieren Spurenveränderung durch natürliche Prozesse sowie Formen der absichtsvollen Spurenverwischung. Dadurch ergeben sich Überlegungen wie einerseits die Gesellschaft, andererseits aber auch das offizielle Österreich nach der Befreiung vom Nationalsozialismus mit den Ereignissen umgegangen ist. Im Laufe der Auseinandersetzung wird deutlich, inwiefern historisch-politische Kompetenz und ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein nötig sind, um unterschiedliche Perspektiven auf die Vergangenheit unterscheiden und Auswirkungen der NS-Geschichte, die bis in die Gegenwart reichen, verstehen zu können.

 

Zurück an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt werden die gesammelten Erfahrungen der einzelnen Workshops und beider Exkursionen zusammengetragen, ausgetauscht und verschriftlicht. Dabei werden die Erkenntnisse in Hinblick darauf reflektiert, was für Schüler/innen an den Kooperationsschulen der Universität interessant und lehrreich sein könnte und der Vorbereitung von Exkursionen an KZ-Gedenkstätten dienen könnte. Die Studierenden entwickeln ein methodisch-didaktisches Workshop-Konzept mithilfe ihrer Fotos, Aufzeichnungen und Zeitzeug/innen-Videos. Damit besuchen sie Schulklassen und fungieren quasi als Botschafter/innen der Erinnerung, geben Einblick in ihre Erfahrungen an den Orten ehemaliger Konzentrationslager und damit verbundenen Nachdenkprozessen. Der Workshop soll partizipativ gestaltet sein und die Schüler/innen zu Diskussionen anregen. Die Studierenden werden bei der Workshopleitung von den Lehrveranstatungsleiter/innen als Mentor/innen unterstützt. Für Lehrer/innen soll er Anreiz sein, das Thema des Nationalsozialismus ausführlicher (z.B. im Rahmen von Projekttagen und/oder Exkursionen, eventuell gemeinsam mit den Botschafter/innen) zu behandeln. Nach einem aktuellen Beschluss des Kärntner Landtages werden Fahrten an die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ab sofort vom Land finanziert, insofern die Schulen einen Themenschwerpunkt nachweisen können bzw. einschlägige Projekte durchführen. Damit verbunden besteht ein Bedarf an entsprechender Vor- und Nachbereitung der Exkursionen. Hierfür kann das von den Studierenden entwickelte Workshop-Konzept von Relevanz sein. Mit mehreren Kooperationsschulen der AAU pflegen die LV-Leiter/innen bereits eine langjährige Zusammenarbeit in Hinblick auf Projekte zur historisch-politischen Bildung (unter anderem HAK 1 Klagenfurt, WIMO Klagenfurt, Ingeborg-Bachmann Gymnasium Klagenfurt) und die daraus entstandenen Kontakte mit Lehrer/innen können für die Implementierung des in der Lehrveranstaltung erarbeiteten Workshops-Konzeptes genutzt werden.

Durch das methodisch-didaktische Konzept unseres LV-Verbundes, werden an der Universität erarbeitete theoretische und didaktische Überlegungen für Schüler/innen und Lehrer/innen nutzbar gemacht. Die entwickelten Arbeitsmaterialien und Unterrichtsmodule sollen digitalisiert und über eine neu angelegte Website öffentlich zugänglich gemacht werden und so auch nutzbar für andere Schulen in Österreich. So können sie unter anderem für die Vorbereitung von Exkursionen und historisch-politische Projekte dienen.

 

Aus den Erfahrungen der Exkursionen und der Workshops wird eine Publikation entstehen, für die die Studierenden Beiträge verfassen und sich ins Thema vertiefen. Diese Publikation richtet sich an Lehrer/innen, Pädagog/innen, Studierende und Schüler/innen gleichermaßen und wird theoretische Rahmungen liefern, aber auch Erfahrungen der eigenen Auseinandersetzung mit der NS-Thematik reflektieren und visuell darstellen.

 

Der Lehrveranstaltungs-Verbund behandelt anhand konkreter Beispiele, inwiefern politische Bildung Möglichkeiten bietet, bei Menschen historisch-politische Kompetenz und ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein zu erreichen, die anstelle der gesellschaftlich verbreiteten Haltung der Abwehr, Mythologisierung und Beschönigung treten. Für unsere Studierenden, die potentiell in pädagogischen Feldern arbeiten werden oder es schon tun, erscheint uns dies als zentrale Grundlage für reflektiertes pädagogisches Handeln. Zudem erfolgt über den LV-Verbund ein Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Schule, zwischen Forscher/innen, Lehrer/innen und Schüler/innen.

Mehrwert

Nach der erfolgreichen Absolvierung der Lehrveranstaltung erarbeiten die

Studierenden Workshop-Konzepte zur Auseinandersetzung mit

Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismuserfahrungen, die sie in

Kooperationsschulen der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt durchführen.

Als Basis für die Workshops dienen Fotografien, die im Rahmen der

dreitägigen Exkursion an die Gedenkstätte Mauthausen entstanden, sowie

Videointerviews mit Zeitzeug/innen.

 

Aus dem neu erworbenen Wissen mit theoretischen Konzepten im Rahmen der

Lehrveranstaltung und den leiblichen Erfahrungen aus der Exkursion,

entsteht in Zusammenarbeit der Studierenden mit den LV-Leiter/innen eine

Publikation. Diese richtet sich an Schulen in Österreich, Studierende,

angehende Lehrer/innen und Pädagog/innen. Durch das

methodisch-didaktische Konzept unseres LV-Verbundes, werden an der

Universität erarbeitete theoretische und didaktische Überlegungen für

Schüler/innen und Lehrer/innen nutzbar gemacht. Die entwickelten

Arbeitsmaterialien und Unterrichtsmodule sollen digitalisiert und über

eine neu angelegte Website öffentlich zugänglich gemacht werden und so

auch nutzbar für andere Schulen in Österreich. So können sie unter

anderem für die Vorbereitung von Exkursionen und historisch-politische

Projekte dienen.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Konzept soll weiterentwickelt werden indem in den darauffolgenden Semestern wechselnde Lehrveranstaltungsleiter/innen unterschiedliche Themen und Fragestellungen aus dem Bereich Erinnerungskulturen in den LV-Verbund einbringen.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Der Bedarf für die Auseinandersetzung mit der Erinnerung an den Nationalsozialismus wird durch diverse Studien belegt, die zeigen, dass es hier massive Wissenslücken der Österreicher/innen gibt. So ergab etwa die „Holocaust knowledge and awareness study“, deren Ergebnisse letzten Frühling veröffentlicht wurden, dass das Wissen über die österreichischen Konzentrationslager sehr mangelhaft ist und der Opfermythos in der Einstellung vieler Österreicher/innen weiterlebt.

Inhaltlich ähnlich ausgerichtete Lehrveranstaltungen der vergangenen Semester erhielten ein äußerst positives Feedback durch die Studierenden. Insbesondere die Möglichkeit der Auseinandersetzung direkt an historischen Orten wird stark befürwortet.

Innerhalb der Kolleg/innen am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der AAU Klagenfurt wurde Interesse und Bereitschaft bekundet, den LV-Verbund als Raum für kollegialen Austausch und zum Mehrwert für Studierende in den folgenden Semestern weiterzuführen.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelorstudium Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung • Fach: Internationale Perspektiven der Erziehung und Bildung • Fach: Interkulturalität, Transkulturalität und diversitätsbewusste Bildung

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.