Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung – Lernergebnisorientierung und studentische Partizipation als Schlüssel zu gelebter Studentischer Gesundheitsförderung in der Lehre.

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Auseinandersetzung mit Studentischem Gesundheitsmanagement bzw. Studentischer Gesundheitsförderung als Teilbereich hochschulischer Gesundheitsförderung befindet sich in Österreich, im Vergleich zu dem weiteren deutschsprachigen und internationalen Raum, noch in den Kinderschuhen. Damit fokussiert die vorliegende Einreichung eine Thematik, bei deren Bearbeitung im Rahmen hochschulischer Lehre internationale Erkenntnisse und Entwicklungen von besonderer Bedeutung sind.

 

Die Gesundheit von Studierenden zu fördern ist aus vielerlei Hinsicht nicht nur bedeutsam, sondern für jede Hochschule ein Muss: (1) Zahlreiche Studien wie etwa die Österreichische Studierendensozialerhebung (Zaussinger et al., 2015) belegen, dass Studierende gesundheitlich hochbelastet sind. (2) Eine Auseinandersetzung mit den eigenen gesundheitlichen Belastungen und Ressourcen ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Studieren. (3) Gesundheitsförderung für Studierende adressiert Selbst- und Sozialkompetenzen, die nicht nur in der Studienzeit, sondern auch im weiteren Berufsleben essentiell sind und zur Employability beitragen (Yerevan Communiquè, 2015). So werden wichtige fachübergreifende Kompetenzen angesprochen. (4) Studierende als zukünftige Entscheidungsträger*innen im Gesundheits- und Sozialbereich (und darüber hinaus) können zu Multiplikator*innen für Gesundheitsförderung werden und diese im Arbeitskontext vorantreiben (z.B. im Rahmen Betrieblichen Gesundheitsmanagements). Dadurch leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine gesunde Arbeitswelt.

 

Vor dem Hintergrund dieser Argumente liegt es auf der Hand, im Rahmen hochschulischer Lehre das Thema Studentische Gesundheitsförderung nicht nur aufzugreifen, sondern aktiv gemeinsam mit Studierenden zu gestalten. Das trägt dem – in gesundheitsförderlicher als auch didaktischer Sicht – bedeutsamen Prinzip der Partizipation Rechnung. Denn Studentische Gesundheitsförderung von Studierenden für Studierende setzt die Teilhabe der Zielgruppe voraus (Mir, 2013). Erst dann können maßgeschneiderte Interventionen und gesundheitsförderliche Materialien entwickelt werden, die den studentischen Bedürfnissen gerecht werden und die in weiterer Folge von der Zielgruppe genutzt werden. Die aktive Mitgestaltung der Lehrveranstaltung von Seiten der Studierenden versteht sich in der vorliegenden Einreichung als Grundprinzip der gemeinsamen Arbeit. Hier reicht die Mitgestaltung allerdings noch viel weiter: Mit den entwickelten gesundheitsförderlichen Materialien gestalten die Studierenden die Studentische Gesundheitsförderung an der FH Kärnten mit und leisten einen bedeutsamen innerhochschulischen Beitrag weit über die Lehrveranstaltung hinaus. Nachdem sich Studentische Gesundheitsförderung in Österreich noch in den Kinderschuhen befindet, gestalten die Studierenden auch gesundheitsförderliche Impulse, die über die Grenzen der FH Kärnten hinaus Vorzeigecharakter und Vorbildwirkung haben können.

 

So wird also im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ auf ein sehr hohes Ausmaß an studentischer Partizipation – von der Gestaltung der Lehrveranstaltung bis hin zur autonomen Entwicklung gesundheitsförderlicher Materialien – gesetzt: Gemeinsam mit Studierenden des Vollzeitbachelorstudienganges Gesundheits- und Pflegemanagement wird aktiv und nachhaltig an Studentischer Gesundheitsförderung gearbeitet.

 

Eingebettet in das Projekt KukiS-Toolbox („Kompetent und kohärent im Studium-Toolbox“ blog.fh-kaernten.at/kukis/) arbeiteten die Studierenden in Kleingruppen in der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ an den drei Themen (1) Prokrastination, das Leid mit dem ewigen Aufschieben, (2) Studentisches Kohärenzgefühl, der Durchblick an der FH sowie (3) Einsamkeit im Studium, der Kampf um soziale Integration. Durch die inhaltliche Fokussierung auf Selbst- und Sozialkompetenzen werden Ansätze zur Förderung fachübergreifender Kompetenzen, die für alle Studienbereiche bzw. Fachrichtungen Relevanz haben, geliefert.

 

Die drei genannten Themen konnten anhand einer Onlinebefragung unter Studierenden (N=586 FH Kärnten Studierende; 28.96% aller FH Kärnten Studierender im Sommersemester 2019) als interventionsrelevante Bereiche für Studentische Gesundheitsförderung identifiziert werden.

 

Die Arbeit im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ beruht auf den vier folgenden Oberzielen:

(1) Die Studierenden sollen das im Rahmen des bisherigen Studiums erworbene theoretische Wissen der Gesundheitsförderung durch die Partizipation an dem Projekt „KukiS-Toolbox“ praktisch umsetzen und in der Realisierung kritisch reflektieren. Damit wird dem Prinzip der Kompetenzorientierung in hohem Ausmaß Rechnung getragen.

(2) Im Sinne der Förderung fachübergreifender Kompetenzen und Qualifikationen sollen die Studierenden wertvolle praktische Erfahrungen im Bereich Projektmanagement und in der wissenschaftlichen Aufbereitung und Präsentation gesundheitsförderlicher Praxisprojekte sammeln (Zuwachs im Bereich der „Scientific Dissemination Skills“).

(3) Durch die Arbeit in Kleingruppen soll kooperatives Lernen gefördert werden. Das zu erreichende Gruppenziel, die Entwicklung gesundheitsförderlicher Materialien zu einem der drei Themen, ist dabei bewusst offengehalten. So werden individuelle sowie kollektive Interessenslagen, Vorerfahrungen, Vorlieben und Talente nicht beschnitten, sondern für das Projekt genutzt.

(4) Die Studierenden sollen durch die angeleitete Erarbeitung gesundheitsförderlicher Materialien im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ einen aktiven und nachhaltigen Beitrag für die Studentische Gesundheitsförderung an der FH Kärnten leisten. Dadurch wird studentische Partizipation in hohem Ausmaß gewährleistet und mit den Materialien wird eine innovative Möglichkeit zur FH-weiten Förderung fachübergreifender Kompetenzen geliefert.

 

 

Literatur:

Mir, E. (2013). „Mittendrin statt nur dabei…“ Studentische Partizipation im Kontext hochschulischer Gesundheitsförderung. Prävention und Gesundheitsförderung, 3, 212-217.

Yerevan Communiquè. (2015). Yerevan Communiquè 2015. Zugriff am 03.02.2020. Verfügbar unter ehea.info/media.ehea.info/file/2015_Yerevan/70/7/YerevanCommuniqueFinal_613707.pdf

Zaussinger, S., Unger, M., Thaler, B., Dibiasi, A., Grabher, A. ,Terzieva, B., Litofcenko, J., Binder, D., Brenner, J., Stjepanovic, S., Mathä, P. & Kulhanek, A. Studierenden-Sozialerhebung 2015. Bericht zur sozialen Lage der Studierenden. Band 2: Studierende. Wien.

Kurzzusammenfassung

Studentische Selbst- und Sozialkompetenzen müssen von Hochschulen als wichtige Basis von Studierfähigkeit und Employability erkannt und gefördert werden. Eingebettet in das Innovationsprojekt „KukiS-Toolbox“ („Kompetent und kohärent im Studium-Toolbox“) leisteten Studierende des Vollzeit-Bachelorstudienganges Gesundheits- und Pflegemanagement der FH Kärnten einen partizipativen und nachhaltigen Beitrag dazu. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ erarbeiteten sie, begleitet durch Mentoringprozesse, gesundheitsförderliche Materialien zu den drei Themenschwerpunkten (1) Prokrastination, (2) Studentisches Kohärenzgefühl sowie (3) Einsamkeit im Studium. Zwischenergebnisse wurden von den Studierenden in Elevator Pitches vorgestellt. Hochschulöffentliche Abschlusspräsentationen, die den Kriterien wissenschaftlicher Vorträge folgten, standen im Zeichen der finalen Resultate. Beide Formate wurden sowohl von der Lehrenden als auch den Studierenden im Sinne eines Peer Assessments beurteilt. Durch die Partizipation der Studierenden konnten für das Projekt zahlreiche kreative Materialien gewonnen werden (z.B. Podcast, Spiel, Folder), die ab Sommersemester 2020 allen Studierenden und Lehrenden der FH Kärnten via Moodle zur Verfügung stehen. Weiter wird das Projekt, ebenso unter Beteiligung der Studierenden, mittels KukiS-Blog (https://blog.fh-kaernten.at/kukis/) einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Summary

Universities must recognize and promote self and social competence as important basis for study capacity and employability. Students of the full-time bachelor’s degree program “Healthcare Management” at the Carinthia University of Applied Sciences (CUAS) worked on this topic as part of the innovation project KukiS-Toolbox (Being a Competent and Coherent Student-Toolbox”) in the lecture “Application Project Health Promotion”. By following a participatory and sustainable approach they developed health promoting materials regarding (1) procrastination, (2) students’ sense of coherence, (3) loneliness. The students, who were mentored by the lecturer, presented first results using elevator pitches. The final presentations of the developed materials, which were open for university members, followed the standards of oral scientific presentations. Both formats were assessed by the lecturer and by the students by means of peer assessment. Due to the students’ participation various creative materials (e.g. podcast, play, folder) could be created, which will be available free of charge to all CUAS-students and lecturers via Moodle from summer term 2020. The project is being disseminated to the general public via KukiS-Blog (https://blog.fh-kaernten.at/kukis/), in which students are actively involved.

Nähere Beschreibung

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ arbeiteten im Wintersemester 2019/20 Vollzeitstudierende des Bachelorstudienganges Gesundheits- und Pflegemanagement der FH Kärnten an dem Projekt KukiS-Toolbox mit. Sowohl das Projekt KukiS-Toolbox in seiner Gesamtheit als auch die Partizipation der Studierenden im Speziellen wurden von der Ethikkommission Kärnten zur Kenntnis genommen (EK-Nummer: A 30/19).

 

Das Projekt hatte eine einjährige Laufzeit (März 2019 – Februar 2020), wurde in der Kategorie Innovationsprojekt aus Mitteln der Lehr-/Lernprojektförderung 2019 FH-intern gefördert und wird mittels KukiS-Blog (https://blog.fh-kaernten.at/kukis/) der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. KukiS steht für „Kompetent und kohärent im Studium“ und verweist auf die Zielsetzungen des Projekts: Sozial- und Selbstkompetenzen von Studierenden, vor allem auch das Studentische Kohärenzgefühl (Brunner et al., 2009), sollen gefördert werden. Damit werden bedeutsame fachübergreifende Kompetenzen angesprochen. Weiter wird den Forderungen der Yerevan Communiqué (2015), die sich für die Vermittlung nötiger Kompetenzen für die erfolgreiche Etablierung und den nachhaltigen Verbleib im Berufsleben ausspricht, Folge geleistet. Denn gerade Selbst- und Sozialkompetenzen wird nicht nur für Studierfähigkeit, sondern auch für Employability eine tragende Rolle zugeschrieben (Jaeger et al., 2009). Aktuelle Studien (z.B. Diehl et al., 2018; Stadtfeldt et al., 2019) belegen, dass es gerade hinsichtlich der Selbst- und Sozialkompetenzen unter Studierenden großen Handlungsbedarf gibt. Schlechtes Zeit- und Selbstmanagement, aber auch soziale Isolation als begünstigende Faktoren für akademisches Scheitern stellen bedeutsame Aktionsfelder für Studentische Gesundheitsförderung dar.

 

Folgt man dem international laut werdenden Aufruf der Okanagan Charter (2015), Gesundheit in allen Aspekten der Hochschulkultur einzubetten, so muss eine Hochschule in die (gesundheitsbezogene) Studierendenentwicklung investieren und Kompetenzförderung fokussieren. Österreich muss hier die internationalen Entwicklungen aufnehmen und zu Vorzeigeländern aufschließen. Dazu leistet das Projekt KukiS-Toolbox und die damit verbundene Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ einen innovativen und nachhaltigen Beitrag.

 

Die Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ ist im 3. Semester der Bachelorstudiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement (Vollzeit und berufsbegleitend) verankert. Sie dient der praktischen Anwendung und kritischen Reflexion des im Zuge der ersten beiden Semester erworbenen theoretischen Wissens. Im Wintersemester 2019/20 haben die Vollzeitstudierenden an der Konzipierung und Realisierung von Materialien zur Förderung der studentischen Selbst- und Sozialkompetenzen gearbeitet. Damit konnten sie nicht nur erste praktische Erfahrungen im Feld der Gesundheitsförderung sammeln, sondern haben auch einen wichtigen Beitrag zur Studentischen Gesundheitsförderung an der FH Kärnten geliefert. Insgesamt nahmen 15 Studierende, davon eine internationale Studentin, teil.

In Kleingruppen zu jeweils fünf Studierenden wurden die folgenden drei Themenbereiche bearbeitet: (1) Prokrastination, das Leid mit dem ewigen Aufschieben, (2) Studentisches Kohärenzgefühl, der Durchblick an der FH sowie (3) Einsamkeit im Studium, der Kampf um soziale Integration. Diese Themenbereiche hatten sich im Rahmen einer Bedarfsanalyse, die im Sommersemester 2019 mittels Onlinebefragung von 586 Studierenden FH-weit stattgefunden hatte, als interventionsrelevant herausgestellt.

 

Für die Lehrveranstaltung wurde ein Moodle-Kurs eingerichtet.

Die Lehrveranstaltung (2 SWS, 3 ECTS) war in folgenden Blöcken konzipiert:

Block 1 – Präsenzlehre: Vorstellung des Projekts KukiS-Toolbox von Seiten der Lehrenden, Vorstellung des Lehrveranstaltungskonzepts, Einführung in die Leistungsnachweise und die zu Grunde liegenden akademischen Bewertungskriterien, Formierung der Kleingruppen und Zuteilung der Themenbereiche, Ausgabe themenrelevanter wissenschaftlicher Literatur und erstes Kleingruppen-Mentoring.

Block 2 – Distance Learning: Eigenständige Arbeit in den Kleingruppen.

Block 3 – Präsenzlehre: Kleingruppen-Mentoring.

Block 4 – Präsenzlehre: KukiS-Frühstück, Elevator Pitches Teil 1 – Präsentation erster Ideen, Peer Assessment, Beurteilung durch die Lehrende, Kleingruppen-Mentoring.

Block 5 – Distance Learning: Eigenständige Arbeit in den Kleingruppen.

Block 6 – Präsenzlehre: Elevator Pitches Teil 2 – Präsentation bisher erarbeiteter Materialien, Peer Assessment, Beurteilung durch die Lehrende, Kleingruppen-Mentoring.

Block 7 – Präsenzlehre: Abschlusspräsentationen der Kleingruppen (hochschulöffentlich), Peer Assessment, Beurteilung durch die Lehrende, gemeinsame Abschlussreflexion zur Lehrveranstaltung, anonyme quantitative Studierendenbefragung zu Evaluationszwecken.

 

Die 7 Blöcke umfassten insgesamt 34 Einheiten á 45 Minuten (25,5 Arbeitsstunden), für die Vor- und Nachbereitung der Präsentationsformate sowie die Entwicklung der jeweiligen gesundheitsförderlichen Materialien und deren Kommunikation via KukiS-Blog standen den Studierenden weitere 49,5 Arbeitsstunden zur Verfügung, um den für 3 ECTS angemessenen Workload zu erreichen. Die Studierenden waren angehalten, ihre Arbeits- und Studienzeiten für die Lehrveranstaltung zu dokumentieren und im Rahmen der Abschlusspräsentationen darzustellen. Darauf basierend stellte sich der Workload als adäquat heraus.

 

Mit dem Präsentationsformat „Elevator Pitch“ (Dübbelde, 2017; Pagana, 2013; Wood-Charlson & Varga, 2015) wurde ein gerade aus dem wirtschaftlichen Kontext bekanntes Format gewählt. Während die erste Runde der Vorstellung erster Ideen verschrieben war, präsentierten die Studierenden im Rahmen der zweiten Elevator Pitches bereits Ergebnisse ihrer Arbeit in Form der entwickelten gesundheitsförderlichen Materialien. Die Abschlusspräsentationen orientierten sich im Aufbau und auch hinsichtlich der Bewertungskriterien an Vorträgen, wie sie üblicherweise im Rahmen wissenschaftlicher Kongresse gehalten werden (Blome et al., 2017; Wellstead et al., 2017). Sie waren hochschulöffentlich und wurden FH-intern beworben (interner Veranstaltungskalender, FH-Newsletter usw.). Durch die Arbeit mit diesen beiden Präsentationsformaten konnten die Scientific Dissemination Skills der Studierenden gefördert werden.

 

Sowohl die Elevator Pitches als auch die Abschlusspräsentationen wurden entlang eines eigens entwickelten Kriterienkataloges nicht nur von der Lehrenden, sondern auch von den Studierenden beurteilt. Von Seiten der Studierenden wurden jeweils die Präsentationen jener Kleingruppen, denen sie selbst nicht angehörten, anonym anhand eines vorab kommunizierten Kriterienkataloges beurteilt. Die Beurteilungen wurden statistisch aufbereitet und die Ergebnisse zeitnah via Moodle zur Verfügung gestellt. Es stellte sich heraus, dass die Bewertungen der Studierenden mit jenen der Lehrenden im Wesentlichen deckungsgleich waren. Zusätzlich fand im Rahmen der Abschlusspräsentationen eine Selbstbeurteilung der Studierenden statt (jede Kleingruppe reflektierte ihre Arbeit und gab sich eine Gesamtnote von 1 bis 5) und in einer anonymen Abstimmung wurde „Das beste KukiS-Team“ ermittelt und ausgezeichnet.

 

Die Gesamtnote für die Lehrveranstaltung ergibt sich wie folgt:

(1) 50% der Note ergibt sich aus den studentischen Präsentationen: Hier fließen zu 50% die Elevator Pitches 1+2 sowie zu 50% die Abschlusspräsentationen ein. Die Bewertungen wurden von den Studierenden im Sinne von Peer Assessment sowie von der Lehrenden vorgenommen.

(2) 50% der Note ergibt sich aus den erarbeiteten gesundheitsförderlichen Materialien und deren Kommunikation via KukiS-Blog. Die Beurteilung wird von der Lehrenden vorgenommen.

 

Mit diesem Lehrveranstaltungs- (und auch Beurteilungs-) Konzept wurden die Studierenden aktiviert und zur eigenständigen Erarbeitung und auch Bewertung gesundheitsförderlicher Materialien angeregt. Die Lehrende fungierte als Mentorin, die die Lernprozesse begleitete und unterstützte. Partizipation der Studierenden im Sinne der Gesundheitsförderung war durch die selbstbestimmte Arbeit an Gesundheitsförderung für Studierende in einem hohen Ausmaß erfüllt. Aus didaktischer Sicht waren die Studierenden Mitgestalter*innen der gemeinsamen Lernwelt und partizipierten in der Leistungsbeurteilung. Das förderte die kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen aller Kleingruppen und bot die Möglichkeit, die Anwendung von Gesundheitsförderungswissen nicht nur selbst zu realisieren, sondern auch die Zugänge anderer zu beurteilen.

Die Frage, wie Gesundheitsförderung für Studierende in den a priori festgelegten drei Themenbereichen realisiert werden kann, konnte dabei von den einzelnen Kleingruppen völlig frei bearbeitet werden.

 

Ganz im Sinne ergebnisorientierten Lernens wurden dadurch diverse, sehr kreative und für die Zielgruppe ansprechende Materialien generiert:

(1) Kleingruppe zu „Prokrastination, das Leid mit dem ewigen Aufschieben“: Folder „Will will BALD“, Postkartenserie

(2) Kleingruppe zu „Studentisches Kohärenzgefühl, der Durchblick an der FH“: Podcast, Factsheet, Kreuzworträtsel

(3) Kleingruppe zu „Einsamkeit im Studium, der Kampf um soziale Integration“: Video „Tagebuch einer einsamen Studierenden“, Spiel zur sozialen Integration, Konzept „Date Mate“

 

Die „Produkte“ der Studierenden werden neben weiteren Materialien in der KukiS-Toolbox via Moodle allen Studierenden und Lehrenden der FH Kärnten ab Sommersemester 2020 kostenlos zur Verfügung stehen. Beispielmaterialien, wie etwa der Folder „Will will BALD“, finden sich auch am KukiS-Blog (https://blog.fh-kaernten.at/kukis/beispiele-aus-der-toolbox-2/willi-will-bald/).

Zusätzlich zu den Materialien haben die Kleingruppen jeweils den Auftrag erhalten, einen Blogbeitrag zu ihrer Arbeit zu verfassen und diese damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen (z.B. Beitrag der Kleingruppe zum Studentischen Kohärenzgefühl blog.fh-kaernten.at/kukis/2020/01/29/kohaerent-durchs-studium-aber-wie-geht-das-von-julia-joebstl-hannah-kuttnig-sonia-moldovan-eva-de-roey-larissa-schattenberger/). So konnte das Thema Social Media Relations (PR 2.0) allgemein bzw. spezifisch für Gesundheitsförderung in die Lehrveranstaltung integriert und von den Studierenden praktisch erarbeitet werden.

 

Literatur

Blome, C., Sondermann, H., & Augustin, M. (2017). Accepted standards on how to give a Medical Research Presentation: a systematic review of expert opinion papers. GMS journal for medical education, 34(1), Doc11.

Brunner, E., Maier, M., Gritsch, A. & Jenull, B. (2009). Die Universität – ein kohärentes Setting? Messung des studentischen Kohärenzgefühls. Prävention und Gesundheitsförderung, 4, 66-77.

Diehl, K., Jansen, C., Ishchanova, K. & Hilger-Kolb, J. (2018). Loneliness at Universities: Determinants of Emotional and Social Loneliness among Students. International Journal of Environmental Research and Public Health, 15(9).

Dübbelde, G. (2017). Aktivierende Methoden für Seminare und Übungen. Justus-Liebig-Universität Giessen. Zugriff am 03.02.2020. Verfügbar unter www.uni-giessen.de/fbz/zentren/zfbk/didaktik/informationen/downloads/lehreinsteiger-1/methodenkoffer-seminare

Jaeger, M., Smitten, S.i.d. & Grützmacher, J. (Forum Hochschule, Hrsg.). (2009). Gutes tun und gutes Lernen. Bürgerschaftliches Engagement und Service-Learning an Hochschulen; Evaluation des Projekts UNIAKTIV an der Universität Duisburg-Essen, Universität Duisburg-Essen. Zugriff am 26.02.2019. Verfügbar unter www.dzhw.eu/pdf/pub_fh/fh-200907.pdf

Okanagan Charter (2015). An International Charter for Health Promoting Universities and Colleges. Zugriff am 02.02.2020. Verfügbar unter www.acha.org/documents/general/Okanagan_Charter_Oct_6_2015.pdf

Pagana, K.D. (2013). Ride to the top with a good elevator speech. Wound Care Advisor, 2(3), 34-35. Zugriff am 02.02.2020. Verfügbar unter woundcareadvisor.com/wp-content/uploads/2013/05/BC_M-J13.pdf

Stadtfeld, C., Vörös, A., Elmer, T., Boda, Z. & Raabe, I. J. (2019). Integration in emerging social networks explains academic failure and success. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 116(3), 792–797.

Wellstead, G., Whitehurst, K., Gundogan, B., & Agha, R. (2017). How to deliver an oral presentation. International journal of surgery. Oncology, 2(6), e25.

Wood-Charlson, E.M., Varga, M. (2015). Science Communication Portfolio. A guide to creating communication materials that complete your science. Zugriff am 03.02.2020. Verfügbar unter www.ucsusa.org/sites/default/files/attach/2015/04/Science%20Communication%20Portfolio.pdf

Yerevan Communiquè. (2015). Yerevan Communiquè 2015. Zugriff am 03.02.2020. Verfügbar unter ehea.info/media.ehea.info/file/2015_Yerevan/70/7/YerevanCommuniqueFinal_613707.pdf

Mehrwert

Durch die praktische Auseinandersetzung mit Gesundheitsförderung sowie die angeleitete Konzipierung und Entwicklung gesundheitsförderlicher Materialien von Studierenden für Studierende, wird effektives Lernen und das Erleben von Sinnhaftigkeit – sowohl auf Lehrenden- als auch Studierendenseite – unterstützt. Damit werden wesentliche Elemente des Erfahrungslernens adressiert und gleichzeitig das Studentische Kohärenzgefühl der an der Lehrveranstaltung beteiligten Studierenden gefördert.

Zudem sind die Studierenden angehalten, sich tiefgreifend mit dem bisher erworbenen Gesundheitsförderungswissen auseinanderzusetzen und eine komplexe, praxisorientierte Aufgabenstellung auf kreative Art und Weise zu lösen. Damit wird das Konzept „Deeper Learning“ im Rahmen der Lehrveranstaltung umgesetzt und den Studierenden Gelegenheit geboten, bedeutsame fachübergreifende Kompetenzen wie etwa kritisches Denken, Kreativität oder Kollaboration weiterzuentwickeln.

Neben der Entwicklung gesundheitsförderlicher Materialien und der Bewertung der eigenen Leistung bot die Lehrveranstaltung den Studierenden aber auch die Möglichkeit, die Leistungen der anderen Kleingruppen zu beurteilen. So lernen die Studierenden nicht nur, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Sie werden auch zu Reviewer*innen, die sich aktiv mit den von den anderen Kleingruppen erarbeiteten Materialien auseinandersetzen. Dabei wird die Reflexion der Praxis auf dem Hintergrund theoretischer Wissensbestände angeregt. Darüber hinaus können Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie deren Abgleich als Lernchance genutzt und die Partizipation der Studierenden gefördert werden.

Hinsichtlich der Employability führt die Lehrveranstaltung zu einem Mehrwert auf zwei Ebenen: (1) Die an der Lehrveranstaltung teilnehmenden Studierenden sollen als zukünftige Gesundheits- und Pflegemanager*innen unter anderem in der Lage sein, Projekte der Gesundheitsförderung zu entwickeln, zu realisieren und kritisch zu evaluieren. Durch die Partizipation der Studierenden am Projekt KukiS-Toolbox und die damit verbundene autonome Entwicklung von Materialien für Studentische Gesundheitsförderung wird das direkt umgesetzt. (2) Die von den Studierenden entwickelten gesundheitsförderlichen Materialien per se verfolgen das Ziel, Employability auf Seiten der Nutzer*innen zu fördern. So können fachübergreifende Kompetenzen bei Studierenden FH-weit gefördert werden.

Für die FH Kärnten ergibt sich der Mehrwert, dass die Hochschule einen wichtigen Impuls zur Studentischen Gesundheitsförderung mit dem Projekt KukiS-Toolbox insgesamt, aber auch mit der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ im Speziellen gesetzt hat. Das lässt sich auf zwei Ebenen festmachen: (1) Hochschulintern liegt der Mehrwert in den von den Studierenden erarbeiteten „Produkten“: Diese stehen ab Sommersemester 2020 allen Studierenden und Lehrenden der FH Kärnten kostenlos zur Verfügung, eine nachhaltige Nutzung ist bereits in Planung: So soll etwa der Folder „Willi will BALD“ allen zukünftigen Erstsemestrigen übergeben werden. Am Tag der Lehre im März 2020 wird das Projekt sowie ausgewählte Materialien unter Beteiligung von Studierenden aus der Lehrveranstaltung FH-intern vorgestellt und FH-Lehrende zur Nutzung eingeladen. (2) Über die Grenzen der FH Kärnten hinaus hat das Projekt KukiS-Toolbox und die damit verbundene Lehrveranstaltung Vorzeigecharakter hinsichtlich der erfolgreichen Umsetzung von Studentischer Gesundheitsförderung. Nachdem sich in Österreich Studentische Gesundheitsförderung noch in den Kinderschuhen befindet, kann sich die FH Kärnten im nationalen, aber auch internationalen Vergleich vorbildhaft positionieren.

Die an der Lehrveranstaltung beteiligten Studierenden sehen aber auch einen persönlichen, vor allem emotionalen Mehrwert: Aus deren Rückmeldungen wird ersichtlich, dass sie gerne und engagiert an dem Projekt KukiS-Toolbox mitgearbeitet haben. Sie erlebten ein hohes Ausmaß an Freude am Tun und Sinnhaftigkeit, bedingt durch das Lehrveranstaltungskonzept, und hier vor allem durch das hohe Ausmaß an erlebter Partizipation.

In weiterer Folge begleitet aktuell die Lehrende eine Studierendengruppe aus der Lehrveranstaltung bei der Vorbereitung eines wissenschaftlichen Kongressbeitrages (Format Posterpräsentation). Das stellt gewiss einen Mehrwert in der Vita der betreffenden Studierenden dar und wird einen weiteren Zuwachs im Bereich „Scientific Communication Skills“ über die Lehrveranstaltung hinaus erbringen. So wird individueller, fachübergreifender Kompetenzerwerb über die Lehrveranstaltungsgrenzen hinweg (weiter) gefördert, und damit ein lehrveranstaltungsunabhängiges Lehr- und Lernverständnis.

Die Lehrende hat für sich auch klaren Mehrwert durch die Lehrveranstaltung identifizieren können: Durch die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden hat sie wichtige Einblicke in die Zielgruppe Studentischer Gesundheitsförderung erlangt und vor allem viel über die Zugänge zu der Zielgruppe erfahren (z.B. Welche Kommunikationskanäle muss man nutzen, um Studierenden gesundheitsförderliche Materialien vermitteln zu können?). Somit konnte sie wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Arbeit in der Studentischen Gesundheitsförderung sammeln und auch die eigenen Kompetenzen hinsichtlich Social Media und PR 2.0 im Kontext der Gesundheitsförderung erweitern. 

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Die Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ steht gemäß curricularer Beschreibung ganz im Zeichen der praktischen Anwendung theoretischen Gesundheitsförderungswissens. Die Lehrveranstaltung konnte, mit thematisch unterschiedlich gelagerten Schwerpunkten, schon mehrfach erfolgreich umgesetzt werden.

 

So wurde etwa die Kampagne „Demenz.Bewegt.Leben“ im Rahmen der Lehrveranstaltung mit Studierenden entwickelt (nähere Informationen unter www.fh-kaernten.at/studium/gesundheit-soziales/bachelor/demenzbewegtleben). Dieses Projekt wurde 2016 mit dem Sustainability Award (3. Platz, Kategorie „Lehre und Curricula) ausgezeichnet, ist im „Atlas der guten Lehre“ dokumentiert und, neben der gängigen Öffentlichkeitsarbeit, wurde es vor allem aus didaktischer Sicht in der wissenschaftlichen Community disseminiert: Mir. E. (2016). Demenz.Bewegt.Leben. Ein nachhaltiges Lehr- und Lernprojekt zur Gesundheitsförderung für Menschen mit Demenz. Pflege Professionell, 6, 13-15. (Volltext unter www.pflege-fortbildung.at/datei/ausgabe06122016.pdf frei verfügbar).

 

Der thematische Schwerpunkt Studentische Gesundheitsförderung hat sich erstmals für das Wintersemester 2019/20 ergeben. Eine Fortführung der Arbeit an diesem Thema ist für das Wintersemester 2020/21 angedacht. Dann allerdings nicht nur mit den Vollzeitstudierenden, sondern auch mit den berufsbegleitend Studierenden der Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement der FH Kärnten: Hauptaugenmerk wird dann auf den unterschiedlichen Bedürfnissen dieser beiden Zielgruppen liegen. Die Erarbeitung neuer Materialien, die Diversitätsaspekte in den Fokus nehmen, ist intendiert. Ansätze dazu konnten bisher durch die Beteiligung einer berufsbegleitend Studierenden als studentische Mitarbeiterin am KukiS-Toolbox Projekt umgesetzt werden. Somit wird eine nachhaltige Arbeit an Studentischer Gesundheitsförderung an der FH Kärnten und eine kontinuierliche Erweiterung der KukiS-Toolbox (via Moodle und KukiS-Blog) angestrebt.

 

Das Lehrveranstaltungskonzept ist auch auf andere Studiengänge übertragbar: So könnten beispielsweise Studiengänge wie Ergotherapie oder Physiotherapie das Konzept im Rahmen von Projektlehre übernehmen und ggf. adaptieren. Dann könnten weitere thematische Schwerpunkte Eingang in die KukiS-Toolbox finden. Das konnte bereits ansatzweise durch die Kooperation mit dem Studiengang Physiotherapie erwirkt werden: So bietet die KukiS-Toolbox bereits jetzt einen weiteren Schwerpunkt zum Thema „Bewegte Hochschullehre“ an. Dieser wurde unter Beteiligung von Studierenden am Studiengang Physiotherapie erarbeitet (z.B. KukiS-Blog-Beitrag unter blog.fh-kaernten.at/kukis/2019/11/11/wechselhaltung-statt-dauersitzen-zeit-fuer-einen-stellungswechsel-von-sabrina-moro-und-manuela-tschinkel/).

 

Nachdem es sich bei Gesundheitsförderung um ein interprofessionelles Thema handelt, an dem viele Fachgebiete beteiligt sind (z.B. Psychologie, Pflege, Soziologie, Pädagogik, Medizin u.v.m), weist das Lehrveranstaltungskonzept ein hohes Ausmaß an Übertragbarkeit und Potenzial zur Weiterentwicklung auf (z.B. Arbeit mit fachübergreifenden Studierendengruppen).

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Die persönlichen Rückmeldungen der Studierenden an die Lehrende waren überaus positiv.

 

Im Rahmen des letzten Lehrveranstaltungs-Blocks konnten die Studierenden die Lehrveranstaltung zudem anonym mittels Fragebogen bewerten. Dabei zeigten sich die folgenden zentralen Ergebnisse: Insgesamt halten acht Studierende die Lehrveranstaltung für sehr gut, sechs Personen erlebten die Lehrperson als stets unterstützend (die restlichen erlebten dies zumeist so). Zwölf Studierende bewerteten die Rückmeldungen der Lehrenden als (sehr) hilfreich.

 

Folgende Freitextkommentare im Rahmen der anonymen Studierendenevaluation weisen, wie schon die quantitativen Ergebnisse, ebenso auf ein hohes Ausmaß an Akzeptanz hin:

„Dass wir selbst was entwickeln durften und dies dann auch präsentieren durften. Dass unsere Materialien unserer Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden.“

„das konstruktive Feedback der Vortragenden“

„Ich nehme persönlich SEHR viel mit aus der Präsentation! Herzlichen Dank!“

„die eigenständige Arbeit: - man konnte seine Ideen entfalten, - man konnte Fähigkeiten, Kenntnisse unter Beweis stellen, - Gruppenmentoring - tolle Idee (bringt mehr Motivation)“

 

Aus der subjektiven Sicht der Lehrenden sind die folgenden Aspekte als besonders positiv zu beurteilen: Die Lehrveranstaltung zeichnete sich durch eine angenehme Arbeitsatmosphäre aus. Diese war geprägt durch ein hohes Ausmaß an Diskussionsbereitschaft auf Seiten der Studierenden, konstruktive Kritik sowie Spaß und Freude an der gemeinsamen Arbeit. Besonders zu betonen sind auch die Lernmöglichkeiten auf Seiten der Lehrenden: Durch die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden konnte die Lehrende wichtige Erkenntnisse über die Zielgruppe Studierende für Studentische Gesundheitsförderung erlangen und kann diese in die zukünftige Arbeit im Rahmen Studentischen Gesundheitsmanagements einfließen lassen.

 

Sowohl aus dem Feedback der Studierenden als auch der subjektiven Wahrnehmung der Lehrenden zeigt sich überdies, dass mit Hilfe der Lehrveranstaltung fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen gefördert werden konnten: Know-How Zuwachs im Projektmanagement, Arbeit an Scientific Dissemination Skills, Reflexionsfähigkeit oder auch Kollaboration führten zu einem breiten Lern- und Lehrhorizont auf Studierenden- und Lehrendenseite.

 

Weiteres, positives Feedback konnte über die Lehrveranstaltungsgrenzen hinweg erlangt werden: Die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der Fachhochschule Kärnten war von der studentischen Arbeit so begeistert, dass sie den Druck des Folders „Will will BALD“ finanziell unterstützte und die Inhalte der KukiS-Toolbox zukünftig auch über ihre Kanäle verbreiten will. Das Zentralmarketing der FH Kärnten wurde auf die Lehrveranstaltung aufmerksam und nutzte die Arbeit der Studierenden für Marketingzwecke (z.B. Darstellung des Projekts in einem Image-Video der Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement unter www.youtube.com/watch; FH-Blogbeiträge „Mit der KukiS-Toolbox das Lernen schmackhaft machen“ unter blog.fh-kaernten.at/fresh/mit-der-kukis-toolbox-das-lernen-schmackhaft-machen/; „Das Hochschulleben mit der KukiS-Toolbox einfacher machen“ unter blog.fh-kaernten.at/fresh/das-hochschulleben-mit-der-kukis-toolbox-einfacher-machen/).

 

Weiter ist für den Tag der Lehre im März 2020 eine Präsentation der KukiS-Toolbox, unter Beteiligung der Studierenden aus der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“, geplant. Dies kann als Indikator für eine hohe FH-interne Akzeptanz des Projektes interpretiert werden und zeigt wiederum die Bedeutung studentischer Partizipation auf.

Aufwand

Das Projekt „KukiS-Toolbox“ konnte in seiner Gesamtheit durch die FH-interne Förderung aus Mitteln der Lehr-/Lernprojektförderung 2019 ermöglicht werden.

Für die vorbereitenden Arbeiten (z.B. Onlinebefragung unter 586 FH-Studierenden, qualitative Befragung von Studiengangsleiter*innen, Konzipierung des KukiS-Blogs usw.) standen knapp 20.000 Euro, vorwiegend für FH-interne Personalkosten, zur Verfügung. Aus diesen Mitteln wurden weiters, in Kooperation mit einem Studenten des Bachelorstudiengangs Multimediatechnik der FH Kärnten, 3 Videos zu den Themenschwerpunkten Prokrastination (https://www.youtube.com/watch?v=aojApP0ZnLQ), Studentisches Kohärenzgefühl (https://www.youtube.com/watch?v=dhSTWk7Ur8s) und Einsamkeit (https://www.youtube.com/watch?v=BNEWydvz5lg) produziert. Diese können via YouTube abgerufen werden und sind ebenso in die KukiS-Toolbox als Sensibilisierungsinstrumente eingebettet.

Gerade durch die Beteiligung der Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ nahm das Projekt insgesamt stark Fahrt auf und beinhaltet nun mehr Materialien und einen viel stärker ausgebauten Blog als ursprünglich geplant. Das lässt sich sowohl auf das Engagement der Studierenden als auch auf jenes der Lehrenden zurückführen. Letztere hat – über die durch die Projektförderung und Lehrveranstaltung zur Verfügung stehende Zeit – ein hohes Ausmaß an weiterer Arbeits-, aber auch Freizeit in das Projekt investiert. 

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ (2 SWS, 3 ECTS) findet im 3. Semester der Bachelorstudiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement (Vollzeit und berufsbegleitend) der FH Kärnten statt und beschließt das Modul „Gesundheitsförderung: Grundlagen und Anwendung“ (8 SWS, 10.5 ECTS). Nachdem in den ersten beiden Semestern theoretisches Wissen zur Gesundheitsförderung im Fokus steht, ermöglicht die Lehrveranstaltung die Umsetzung eines forschungs- und/oder praxisorientierten Projektes, das einen aktiven Beitrag zur Gesundheitsförderung darstellt. Im Wintersemester 2019/20 arbeiteten die Vollzeitstudierenden an dem Projekt KukiS-Toolbox („Kompetent und kohärent im Studium-Toolbox“): Sie entwickelten Materialien zur Förderung von Sozial- und Selbstkompetenzen für Studierende und konnten dadurch einen wichtigen, vor allem nachhaltigen Beitrag zur hochschulischen Gesundheitsförderung im meist vernachlässigten Bereich des Studentischen Gesundheitsmanagements leisten.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.