Modulare Fortbildung: "Bildung in der digital vernetzten Welt" (IMST-TP: Digitale Medien)"

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Forderung des österreichischen Bundesministeriums für Bildung und Forschung digitale Kompetenzen im Unterricht zu vermitteln stellt manche Lehrerin und manchen Lehrer vor eine Reihe von Herausforderungen. Sei es, ob es beim Einsatz digitaler Medien um eine Lehr- und Lernoptimierung oder um Bildungsfragen geht. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung bei der Frage der Medienbildung oder informatischer Bildung geht es auch um eine Ressourcenfrage. Daher steht jeder Schulstandort vor unterschiedlichen Herausforderungen, die es differenziert zu betrachten gilt und die in unterschiedlicher Form auf ihrem Weg unterstützt werden können. Das Ziel der modularisierten Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung im Sinne des IMST-Themenprogramms (Digitale Medien) soll eine Begleitung einer Schule über einen längeren Zeitraum sein, um die Schulleitung und das Lehrerinnen- und Lehrerteam bestmöglich im Bereich der Schulentwicklung zu unterstützen.

Kurzzusammenfassung

Die Forderung digitale Medien im Unterricht einzusetzen und digitale Grundbildung und informatische Bildung an jedem Schulstandort umzusetzen, stellt für manche Lehrerinnen und Lehrer bzw. die Schulleitung eine große Herausforderung dar. Die Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz versucht mit Hilfe einer modularisierten Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung Schulen im Bereich der Medienbildung individuell, bedarfsorientiert und differenziert zu begleiten und zu unterstützen.

Summary

The postulation to use digital media in the classroom and to implement digital basic education/digital literacy in every school presents a great challenge for some teachers and school headships/school managers. With the help of modularized teacher training, the Private University of Education of the Diocese of Linz tries to support schools in the field of media literacy on an individual, needs-oriented and differentiated basis.

Nähere Beschreibung

In der österreichischen Bildungslandschaft sind forschungsbasierte Fortbildungsangebote, die die standort- und unterrichtsspezifische Weiterentwicklung der einzelnen Schulstandorte und des eigenen Unterrichts betreffen, wenig verankert (vgl. Hesse et al 2019). IMST („Innovation Machen Schule Top!“), eine Initiative des österreichischen Ministeriums für Bildung und Forschung, wird in dieser von der Bildungsinnovationsstiftung des FWF und dem österreichischen Wissenschaftsrat in Auftrag gegebenen Studie als eine der wenigen Initiativen erwähnt, die sich dieser Thematik annehmen.

 

„Most of those interviewed believe even contract research is rarely systematically incorporated into policy making. IMST was named as a positive exception. Contract research is often far more a funding in character, so without an interest in using the results from the contractor (and without a competitive process in particular)“ (Hesse, Matt, Reckling, Völker, & Possaner 2019, Herv. i. Orig.).

 

In unserer gegenwärtigen digitalen gesellschaftlichen Transformation sind digitale Medien ein zentrales Thema von Bildung geworden. Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht beschäftigt alle Schularten und Schulstufen in der Bildungslandschaft (vgl. Pilotprojekt zur digitalen Grundbildung des BMBWF, 2018/19).

 

Im Bereich des Themenprogramms „Digitale Medien“, das an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz angesiedelt ist, wird dazu in Kooperation mit dem Institut Medienbildung, dem Institut Fort- und Weiterbildung, dem Zentrum Schulentwicklung und dem Institut Weiterbildung der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Krems (Campus Mitterau) eine modulare Fortbildung entwickelt. Der Fokus dieser Fortbildung liegt dabei sowohl auf der Unterrichtsentwicklung bzw. Unterrichtsforschung als auch auf der Schulentwicklung. Daher spricht dieses Konzept nicht nur einzelne Lehrerinnen und Lehrer, sondern vielmehr ein ganzes Lehrer- und Lehrerinnenteam, sowie auch die Schulleitung an.

 

Im Herbst 2019 wurde dazu eine Pilotierung mit der Volksschule Waldburg (OÖ) erarbeitet, die sich sowohl im Bereich der informatischen Bildung als auch in der digitalen Grundbildung als ganze Schule auf den Weg macht und sich weiterentwickeln möchte. Mit der Unterstützung des Instituts Medienbildung (IME) der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz ist es gelungen, die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleitung beim Einsatz von digitalen Medien mit maßgeschneiderten SCHILF-Veranstaltungen (schulinterne Lehrerinnen- und Lehrerfortbildungen am Schulstandort) und dem temporären Ausleihen von verschiedenen Endgeräten zu unterstützen, zu begleiten und zu begeistern. Daher soll dieses Programm weiter ausgerollt und curricular an der Hochschule im Bereich der Fort- und Weiterbildung verankert werden.

 

 

 

Literatur:

BMBWF. (n.d.). Digitale Grundbildung. Retrieved March 5, 2020, from www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/zrp/dibi/dgb.html

 

Hesse, F., Matt, I., Reckling, F., Völker, T., & Possaner, N. (2019, June 18). Standortbestimmung der Bildungsforschung in Österreich. Retrieved March 5, 2020, from innovationsstiftung-bildung.at/de/projekte/bildungsforschung/

Mehrwert

Maßgeschneiderte Fortbildungsreihe für die spezifische Weiterentwicklung eines Schulstandortes

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Das Konzept soll curricular unterstützt und im kommenden Schuljahr an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz für Schulen angeboten werden.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Das Projekt ist im Sinne von IMST konzipiert und umfasst nicht nur die Unterrichtsforschung einzelner Lehrerinnen und Lehrer, sondern soll einen Schulstandort und das Kollegium bei ihrer Arbeit der Unterrichts- und Schulentwicklung unterstützen.

Aufwand

ca. 60 Stunden

Positionierung des Lehrangebots

Fort- und Weiterbildung von Lehrenden

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.