Idiosynkrasia

Umgesetztes Projekt

Ziele

Seit längerem bestand der Wunsch zu einer Zusammenarbeit zwischen dem künstlerisch-gestalterischen Studiengang MultiMediaArt der Fachhochschule Salzburg und der Universität Mozarteum Salzburg/Bildende Künste un Gestaltung. Der erhoffte Vorteil bestand einerseits in der interdisziplinären Ergänzung der beiden Institute und andererseits in der Option auf eine längerfristige strategische wissenschaftliche Forschungskooperation.

 

Die konkrete Initiative zum Unterrichtsprojekt entstand während eines Künstlersymposiums im Jänner 2019 und führte zu der Entwicklung des interdisziplinären Lehrkonzepts, das in weiterer Folge, basierend auf den Ergebnissen des Projekts zu mehreren Ausstellungen, Einreichungen bei Konferenzen (Jury-Prozess läuft noch), der Einladung zur internationalen ELIA-Kunstuniversitäts-Konferenz, Einreichung bei Kunstfestivals (ebenfalls noch offen) und der Entwicklung eines gemeinsamen Forschungsprojekts führte (siegreiche Einreichung bei der Research Competition Mozarteum 2019).

 

An dem Projekt nahmen teil: 7 Studierende des Masterstudiengangs MultiMediaArt (Fachbereich Audio) der FH Salzburg, 3 Studierende des Bachelorstudiengangs Gestaltung: Technik. Textil (Universität Mozarteum Salzburg), sowie eine Studentin des Diplomstudiengangs Textiles Gestalten (ebenfalls Universität Mozarteum).

 

Wie bei jedem interdisziplinärem Projekt bestand die Herausforderung darin, die andere Disziplin kennenzulernen und eine Kommunikation mit der jeweils anderen Disziplin zu etablieren, sowie die Kooperation in einer gemeinsamen Aufgabenstellung bei unterschiedlichen Backgrounds.

 

Das gemeinsame Thema war die Verbindung von textiler und musikalischer Gestaltung durch die Einbindung von Smart Textiles, also leitenden Materialien (Farben, Fäden, Stoffen) zur Erfassung von Interaktionsdaten aus Sensoren und deren Interpretation.

 

Das unmittelbare Projektziel war die Entwicklung einer begehbaren, interaktiven textilen Raum- und Soundinstallation.

Kurzzusammenfassung

Im Sommersemester 2019 ergab sich durch die Verschränkung zweier Lehrveranstaltungen von FH Salzburg und Universität Mozarteum Salzburg die Möglichkeit im Lehrprojekt „Idiosynkrasia“ sowohl forschungsbezogene als auch kunstgeleitete Lehre umzusetzen.

 

Gemeinsam mit unseren Studierenden stellten wir uns die Frage, wie man textile und akustische Kunstpraxis verknüpfen kann. Kann man Stoffe akustisch erforschen, Klänge mit textilen Methoden analysieren? Wie gehen beide Domänen mit zentralen künstlerischen Konzepten, wie Interaktion oder Raum um? Und wie kann eine Kombination, zum Beispiel auf Basis von Smart Textiles, also der Erweiterung von Textilien mit Elektronik und digitalen Technologien zu einer neuen Sichtweise auf unsere Welt führen?

 

Als Abschluss entstand eine begehbare Rauminstallation, die vom 25.6. bis 28.6.2019 im KunstWerk (Mozarteum) präsentiert wurde.

Summary

In 2019 the combination of two courses of the Salzburg University of Applied Sciences and the University Mozarteum Salzburg led to a highly interdisciplinary teaching project that combined art- and research-based practice in the field of textile and sound.

 

Together with our students we raised the question, how textile and acoustic art practice could be connected. Is it possible to explore a fabric acoustically? Can sounds be analysed through textile processes and methods? How do both domains deal with central artistic concepts like interaction or space? How can the nexus of textile and sound lead to a new perception of our world?

 

The result of the process was a public interactive room installation at the Mozarteum University in June 2019.

Nähere Beschreibung

1. Einleitung

Der Bereich der künstlerischen Forschung ist im Vergleich zu beispielsweise Natur-, Geistes- und Ingenieurswissenschaften ein relativ junger. Sich mit künstlerischen Fragestellungen in einem praktisch-wissenschaftlichen Kontext auseinanderzusetzen, bedeutet nach wie vor, sich in neuem Terrain zu bewegen. Das betrifft noch mehr die Vermittlung künstlerisch-forschender Praxis in der Lehre.

 

Mit der Verzahnung zweier Lehrveranstaltungen an FH Salzburg (FHS) und Universität Mozarteum (UMS) ergab sich die Möglichkeit sowohl forschungsbezogene als auch kunstgeleitete Lehre umzusetzen.

 

Der Unterricht fand auf Seiten des Mozarteums im Rahmen der Lehrveranstaltung „Projekt 4“ / Künstlerischer Einzelunterricht (8 SWS), im SS 2019 mit Studierenden der Studienrichtung Gestaltung: Technik.Textil, bzw. Textile Gestaltung statt. Leiterin dieser LV war Gertrud Fischbacher. Die Studierenden decken die Bereiche textile Materialien und Techniken ab.

Auf Seiten der FH Salzburg fand der Unterricht als „Gastprofessur Audio“ im ersten Jahr des Masterstudienganges MultiMediaArt unter der Leitung von Marius Schebella und Matthew Mosher, der in dem Semester eine Fulbright Gast-Professur an der FHS hatte, statt. Diese Studierenden haben einen Background in elektronischer Musik, Sound Design und Sound-Production. Die Konzeption und Planung des Unterrichts übernahmen Gertrud Fischbacher und Marius Schebella.

 

Der Ausgangspunkt für die Verknüpfung der beiden Disziplinen waren Fragen zur Korrelation von textilen Materialien und der Welt der Klänge. Kann man Stoffe akustisch erforschen und Klänge mit textilen Methoden? Daraus ergaben sich Fragestellungen nach Unterschieden, Verbindungen, sowie innovativen Verknüpfungsmöglichkeiten. Da beide Disziplinen eine starke körperliche und sinnliche Erfahrung ermöglichen, wollten wir die Ergebnisse dieses Prozesses in einer gemeinsamen Raumaustellung als Abschluss der Lehrveranstaltung präsentieren.

 

Das verbindende Element für beide Bereiche waren Smart Textiles, also die Erweiterung von Textilien mit Elektronik und digitalen Technologien, so dass ein Sensor-Layer über Stoffe, gezogen wird. Die Entwicklung, Erstellung, Programmierung, Daten-Auswertung, das Mapping, der sinnvolle Einsatz dieser Materialien und Techniken in einem künstlerischen Kontext waren zu erforschende Bereiche.

 

Lesehinweis: Wir wollen zu Beginn auf die Ausschreibungskriterien im Speziellen eingehen, ein detaillierter Ablauf des Projekts ist im Anschluss unter Punkt 6 (Zeitplan und Ablauf) zu finden.

 

2. Kriterium Innovative Hochschuldidaktik

Als kreativ-künstlerischem Lehrprojekt gingen wir, abgesehen von methodischen Fragen der Wissensvermittlung, der Frage nach, wie ein Umfeld geschaffen werden kann, in dem kreative Arbeit in hoher Qualität stattfindet, und wie diese Kreativität die Tiefe eines künstlerischen Ausdrucks erlangen kann. (Anmerkung: Leider findet man (noch) keine befriedigende Antwort darauf in einem Lehrbuch, da vieles im Kunstunterricht leider nach wie vor auf Intuition beruht, und unreflektiert passiert.)

 

Folgende Methoden haben wir angewandt:

* Freie Gestaltung des Arbeitsraums. Das Mozarteum verfügt über Werkstätten (z.B. Siebdruck) und Ateliers (bzw. Lehrlabore), in denen Tische, Möbel, Geräte frei bewegt werden können. Ähnlich die Situation an der FHS. So konnten sich Studierende in unterschiedlichen Gruppierungen und Arbeitssituationen frei bewegen, ohne dass jedoch eine Gruppe den Raum für sich alleine in Beschlag nehmen konnte.

* Fließende Übergangszeiten von Unterricht zu Coaching zu Recherche. Wichtig war hier von Anfang an, dass Studierende ermutigt wurden und lernten, sich in einem so großen und offenen Feld wie Smart Textiles selbständig recherchierend bewegen zu können. Viele Problemstellungen waren individueller Natur und betreut wurde sowohl die Präzisierung von Fragestellungen als auch die Umsetzung und Implementierung von gefundenen Problemlösungen.

* Hohes Maß an Offenheit und stark inklusive Diskussionskultur. Das war vor allem in Hinblick auf als Gruppe zu treffende Entscheidungen wichtig. Bis zuletzt agierte die Gruppe als Einheit in ihrer Vielfältigkeit. Als Lehr-Team verfolgten wir eine Policy, die Ideen und Kreativität radikal ermutigte, aber gleichzeitig ein hohes Maß an Kritikfähigkeit einforderte, ohne dabei die Kreativität einzuschränken.

* Interdisziplinäre Perspektivenwechsel. Eine Methode, die beiden Disziplinen zueinander in Relation zu setzen und aufeinander zu „mappen“ bestand darin, die Perspektive zu ändern, indem man sich in die andere Disziplin (soweit im Rahmen möglich) hineindenkt und aus diesem Blickwinkel heraus die eigenen Denkmuster reflektiert und zu relativiert. Besonders wichtig war das auch für die interdisziplinäre Kommunikation, zum Beispiel bei der unterschiedlichen Verwendung von Begriffen. Es war z.B. für die Audio-Gruppe nicht notwendig, alle textilen Materialien und Techniken zu erlernen, aber die Möglichkeit sich in die andere Perspektive zu versetzen erlaubte es, Klänge zu finden und zu komponieren, die dem Verständnis der Textil-Gruppe entsprachen.

* Projektrealisierung als unumstößliche Variable. Die Festsetzung der Ausstellung am Ende des Projekts war sowohl für den künstlerischen Prozess wichtig, weil sie die notwendige Fokussierung mit sich brachte, gleichzeitig bestimmte sie auch den für den kreativen Prozess wichtigen Rahmen und verlieh den Studierenden dadurch ein Gefühl der Sicherheit.

* Forcierung von assoziativen Denkvorgängen. Entgegen einem technisch-logischen Verständnis ermutigten wir nicht-lineare und sprunghafte (assoziative) Gedankengänge. Sie bilden unter anderem auch eine Grundlage zur Erschließung von neuen Möglichkeitsräumen, denen in der künstlerischen Forschung große Bedeutung beigemessen wird.

 

 

3. Studierendenzentrierung und Heterogenita?t

 

Interdisziplinarität ist eines der Kernthemen des Projektes. Da zwei unterschiedliche Studiengänge, bzw. zwei unterschiedliche Institutionen am Projekt teilnahmen ist es nicht verwunderlich, dass die Studierenden eine große (disziplinäre) Heterogenität aufwiesen.

 

In der konkreten Situation waren wir damit konfrontiert, dass die bisherige Lehre im Bereich der textilen Gestaltung relativ wenig Wissen und Fähigkeiten im Bezug auf Elektronik und Digitalisierung vermittelt hatte, noch weniger sich thematisch mit der Verknüpfung von Textil mit Sound auseinandersetzte. Gleichzeitig fanden wir so gut wie keine textilen Fertigkeiten in der Gruppe der Audio-Studierenden.

 

Abgesehen davon zeigte sich die Heterogenität nicht nur in unterschiedlichen Kompetenzbereichen, sondern auch im Arbeitsverhalten. Während die Studierenden der UMS sich lange unterhaltend erst an die Unterrichtssituation gewöhnen mussten, arbeiteten die Studierenden der FH sofort konzentriert an der Aufgabenstellung, hatten aber mit zu frei assoziativen Gestaltungsprozessen Schwierigkeiten.

 

Für die Studierenden aus beiden Institutionen war nicht nur der interdisziplinäre Austausch und die Entwicklung von interdisziplinären Strategien spannend, in denen unter anderem die Reflexion und das Formulieren der eigenen künstlerischen Ideen, Praktiken und Handlungen in gruppendynamischen Prozessen und Entscheidungen gestärkt wurde, sondern auch der Besuch in der jeweils anderen Ausbildungsstätte.

 

In Bezug auf Studierendenzentrierung befinden sich Kunstuniversitäten in einer gewissen Luxus-Situation, da das individuelle Eingehen auf Studierende – weil es so ein wichtiges und prominentes Thema ist – um einiges leichter realisierbar ist, als in anderen Studienrichtungen (niedrige Klassengrößen bis hin zu Einzelunterricht). Wir übertrugen diese Aufgabe allerdings auch auf die Studierenden untereinander, indem wir sie in Kleingruppen interdisziplinär aufteilten und so ihre Flexibilität und Fähigkeit auf individuelle Anforderungen einzugehen, trainierten.

 

4. Kriterium Kompetenzorientierung

Eine der zu vermittelnden Kompetenzen stellte die Fähigkeit zu interdisziplinärem Arbeiten dar. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die praktische Erfahrung von künstlerischer Forschungsarbeit gelegt, insbesondere auf den Aspekt der Erschließung von neuen Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks. Diese Orientierung wurde auch im Unterricht thematisiert und reflektiert.

 

5. Kriterium Europäische und internationale Ausrichtung

Durch die Einbindung des Gast-Professors Matthew Mosher (Fulbright-Stipendium), fand der Unterricht auf Englisch statt und war auch inhaltlich voll von internationalen Beispielen, auch weil die „Community“ der Smart Textiles international ist.

 

6. Zeitplan und Ablauf

März 2019

* Projektvorstellung.

* Recherche zu textilen Rauminterventionen

* Erarbeitungsphase Microcontroller Arduino

April 2019

* Materialsammlung. Recherche und Analyse, Moodboard.

* Erprobung leitende Farben (Siebdruck) und Materialien

Mai 2019

* 1. Treffen der Studierenden am Mozarteum unter dem Motto „Sound meets Textile.

* Anfertigen Modell Raumplan, Konzeptionierung der Ausstellung, Titel, Texte schreiben, Material bestellen, Siebdruckmotive festlegen.

Juni 2019

* 2. Treffen der Studierenden an der FH. In Kleingruppen: Soundauswahl, Zuordnung zu textilen Objekten, Bedrucken der Stoffe, Anfertigen der textilen Objekte

* Aufbau der Ausstellung, Betreuung und Abbau.

* Dokumentation.

 

Ablauf

Mit ergebnisoffenem Ausgang erfolgte die Projektvorstellung zum Thema: Smart Textiles, akustische Textilien, Synästhesie...

 

Den Einstieg bildeten Informationen zu bestehenden Projekten, die als Leitfaden bereitgestellt wurden, inklusive Literatur- und Linkliste. In der folgenden individuellen Research- und Analysephase erarbeiten die Studierenden das Themenfeld und erstellten ein Moodboard, das laufend um Texte, Bilder, Materialproben ergänzt wurde.

 

Notwendige fachliche Kompetenzen zum Thema Smart Textiles (vor allem Elektronik und Microcontroller) erfolgte als betreutes, aber autonomes intrinsisch bestimmtes Lernen, nach ähnlichen Prinzipien wie sie in der DIY-Kultur zu finden sind. Der elektronische Bereich war für die Studierenden der UMS neu, während das Kennenlernen und Erfahren textiler, haptischer Materialien für die Studierenden der FH in dieser Intensität zumindest ungewohnt erschien.

 

Von Beginn des Semesters an dokumentierten die Studierenden, aus eigenem Antrieb den Prozess als eine Art Portfolio auf Instagram: _farbenhoeren_.

 

Während und zwischen den wöchentlichen Seminaren, die als partizipatorischer Workshop geführt wurden, entstand eine „Laborsituation“ in der aktiv recherchiert, dokumentiert und ku?nstlerisch geforscht und experimentiert wurde. Die Studierenden forschten nach (Sound)leitenden Materialien, der Zusammensetzung von elektrisch leitender Farbe, Fäden usw. und erprobten deren Funktionalität.

 

Interdisziplinäre Kreativitätstechniken wie Mindmapping, Brainstorming kamen in allen Projektphasen zum Einsatz.

 

Neben der Untersuchung von künstlerischen Methoden zur Erzeugung und Transformation von Räumen und Atmosphären und deren visueller Gestaltung und Darstellung, wurde an Skulpturen, unter Einbeziehung der Aspekte des prozesshaften und beweglich-temporären gearbeitet. Dabei war die Arbeit am maßstabsgetreuen Modell des Ausstellungsraumes hilfreich. Bald war klar, dass die Rauminstallation aus textilen kommunizierenden „Wänden“ bestehen soll. Anfängliche inhaltlich interdisziplinäre Themenstellungen wie Synästhesie, Farben hören) wandelten sich im Projektablauf zu einem Interesse an dreidimensionalen Phänomenen in der Bildenden Kunst.

 

Soundfiles aufgenommen von textilen Materialien, deren Klang oder Geräusch wurden bearbeitet, dabei konnte die klangliche Charakteristik eines Materials Auslöser von Assoziationen sein, die sich in einem Rapport/Muster wiederspiegelt. Der Gesamtklang der Installation wurde um einen „Ambient-Sound“ erweitert, in interdisziplinärer Gruppenarbeit, die erstellten Soundfiles den textilen Objekten zugeordnet.

 

Mit der Festlegung des Ausstellungstitels Idiosynkrasia etablierte sich auch die sehr hohe Akzeptanz und Identifikation, sowie Zugehörigkeit der Studierenden mit der Gruppe.

 

Alle benötigten Materialien wurden in der Gruppe recherchiert und der Bedarf errechnet. Fachliche Kompetenzen wurden in der Auswahl der Materialien nach Eigenschaften, Struktur und Anwendbarkeit gefestigt.

 

Entwurfsphasen dienen der Verfeinerung des künstlerischen Ausdrucks und finden ihre

Ausformung in eigenständigen Projekten in freier, angewandter oder experimenteller künstlerischer Gestaltung.

Die textilen Objekte wurden, im selbstgesteuerten Prozess unter großem Einsatz zum Teil in der Freizeit angefertigt, genäht, im Siebdruckverfahren bedruckt.

Dabei konnten die Studierenden die Werkstätten an der Universität auch außerhalb des Seminars nutzen.

 

Es erfolgte ein gemeinsamer Aufbau der Ausstellung, eine erfolgreiche Durchführung

inkl. Vermittlungsangebote für Besucher/innen, sowie der Abbau und die Dokumentation.

Mehrwert

Durch den Abschluss des Projekts in Form einer öffentlichen Ausstellung fand es schnell Aufmerksamkeit innerhalb der beiden Institutionen FH Salzburg und Mozarteum. Die Ausstellung verlief sehr erfolgreich und wird in überarbeiteter Form auch im Rahmen der Langen Nacht der Forschung präsentiert werden (8.5.2020). Darüber hinaus wurden unterschiedliche Aspekte des Projekts unter anderem bei den Konferenzen NIME (New Interfaces for Musical Expression) und DIS (Designing Interactive Systems) eingereicht. Bereits erfolgt ist die Einladung zur ELIA Konferenz der Kunstuniversitäten im November 2020 in Zürich. Ebenfalls geplant ist eine Vorstellung des Projekts im Rahmen eines Staff Seminars der Universität Mozarteum in Innsbruck.
Basierend auf den Ergebnissen des Projekts wurde eine Forschungsidee für ein künstlerisches Forschungsprojekt entwickelt, das bei der Research Competition Mozarteum siegreich war (als eines von drei Siegerprojekten). In weiterer Folge wird Ende März eine Einreichung beim PEEK Programm des FWF (Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste) erfolgen. Marius Schebella und Gertrud Fischbacher werden Teil einer Gruppenausstellung im September 2020 in Hallein sein und noch eine weitere Einreichung erfolgte für das Kunstfestival Supergau 2021 (Jurysitzung noch offen).

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Die Notwendigkeit zu interdisziplinärem Denken und die Einbindung von kreativen Prozessen ist nicht nur in Lehrveranstaltungen, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Zusammenarbeitens gegeben, nicht zuletzt in den Bereichen Forschung und Innovation.

Wir sehen das Projekt daher als eine Art Best Practice Beispiel für interdisziplinäres und gleichzeitig künstlerisch-kreatives Arbeiten.

Leider kann das Lehrprojekt aufgrund von Umstellungen bzw. veränderten personellen Konstellationen im heurigen Jahr nicht wiederholt/fortgesetzt werden, wir stehen aber einer Weiterentwicklung sehr offen gegenüber.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Wie bereits beim Punkt "Mehrwert" beschrieben stieß das Projekt auf große Akzeptanz:

Preisträger beim RCM (Research Competition Mozarteum) Award Mozarteum

Lange Nacht der Forschung 2020 Universität Mozarteum

Einladung zur Teilnahme an der ELIA Biennial Conference 2020 in Zürich

Darüber hinaus liegt eine sehr gute Evaluierung von Seiten der Studierenden des Faches an der Universität Mozarteum vor (Gertrud Fischbacher).

Aufwand

Der zusätzliche Aufwand war durchaus hoch. Ein Grund dafür war, dass in der Kollaboration zwischen den beiden Hochschulen ein Präzedenzfall geschaffen werden musste, der auch organisatorisch einen Mehraufwand bedeutete (unterschiedliche Unterrichtsstätten, Co-Teaching, Abstimmung der Zeitabläufe, Mehraufwand durch Abschluss-Ausstellung). Vor allem die FH Salzburg erwies sich als sehr unkompliziert und entgegenkommend, da die Verschiebung von Arbeitszeiten aus Forschung in Lehre ohne großen bürokratischen Aufwand erfolgen konnte. Von Seiten des Mozarteums ist vor allem die Bereitschaft der Studierenden in Bezug auf den zeitlichen Mehraufwand durch die Ausstellung (Aufbau, Kunst-Vermittlungstätigkeit/Ausstellungsbetreuung während der 5-tägigen Öffnungszeiten, und dann noch der Abbau) positiv hervorzuheben.
Für Elektronische Materialien, Stoffe und Farben stellte das Mozarteum ein Extra-Budget von 550€ zur Verfügung. FH Salzburg und Mozarteum stellten gemeinsam unterschiedliche Teile der Technik zur Verfügung (Lautsprecher, Computer, Microcontroller, zusätzliche Elektronik).

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor 6. Semester des Studiengangs Gestaltung: Technik. Textil (Universität Mozarteum Salzburg) Diplomstudiengang Textiles Gestalten (8. Sem, Universität Mozarteum) in Kooperation mit dem 2. Semester Master, Fachbereich Audio des Studiengangs MultiMediaArt (FH Salzburg)

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.