Qualitäts-Cockpit am FH-BaStg MilFü

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ausgangslage:

Das Institut für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie ist für die Offiziersgrundausbildung verantwortlich. Diese setzt sich aus dem FH-BaStg Militärische Führung und dem sogenannten Truppenoffizierslehrgang (praxisorientierte Berufsausbildung) zusammen. In beiden Ausbildungssäulen werden unterschiedliche Qualitätssicherungsinstrumente (Befragung der Studierenden, Lehrenden, Qualitätszirkel, Semesterkonferenz, unmittelbare Dienstaufsichten, Absolventenanalyse, u.A.m.) eingesetzt. Dadurch werden umfangreiche Informationen generiert, welche die Basis für Analyse und Ableitung von Steuerungsmaßnahmen bieten sollen.

 

Motiv:

Die Herausforderung besteht darin, in der immer höheren Informationsdichte den Überblick zu bewahren und die wichtigsten Informationen herauszufiltern. Daher war es Ziel, ein Instrument zu schaffen, welches die Instituts- und Studiengangsleitung in die Lage versetzt, rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zur Weiterentwicklung treffen zu können. Im Jahr 2019 wurde ein Qualitäts-Cockpit, vorerst mit analoger Darstellung, entwickelt (https://bastg.miles.ac.at/miles/_QM/img/Qualitaets-Cockpit.jpg?m=1583324730&), welches übersichtlich die wesentlichen Steuerungsinstrumente mit Soll- und Ist-Werten und mittelfristige Entwicklungen abbildet.

 

Ziel:

Ziel dabei war es, den Fokus unserer Bildungseinrichtung im Rahmen einer neuen Lernergebnisorientierung auf die Entwicklung ausgewählter Kompetenzen im Rahmen der Führungskräfteausbildung zu legen. Diese Kompetenzen werden in einer vernetzten Ausbildungsdidaktik in Theorie und Praxis vermittelt. Dabei werden mehrere wissenschaftliche Zweige (u.a. Militär, Recht, Pädagogik, Psychologie, Wirtschaft, Kommunikation, Geschichte, und weitere) innerhalb einzelner Module zunächst vernetzt vermittelt und in weiterer Folge in praktischen Beispielen zur Umsetzung gebracht. Die Einbindung der Studierenden und Absolventen in die Weiterentwicklung der inhaltlichen und methodischen Gestaltung kommt dabei eine hervorgehobene Bedeutung zu. Nicht zuletzt die Tatsache, dass alle Studierenden im Rahmen der Vereinbarungen „ERASMUS“ ein Auslandssemester und ein zusätzliches Berufspraktikum in einer benachbarten befreundeten Armee absolvieren, fördert den Blick über den nationalen Tellerrand und die internationale Kompatibilität.

 

Zweck:

Die aus dem Cockpit abzuleitenden Steuerungsmaßnahmen wirken schneller und transparenter auf eine zielgerichtete Weiterentwicklung von Inhalt und Methode, effektive Vernetzung von Theorie und Praxis, individuelle Weiterentwicklung des Lehr- und Forschungspersonals und effizienten Einsatz der Ressourcen.

Kurzzusammenfassung

Das Qualitäts-Cockpit (https://bastg.miles.ac.at/miles/_QM/img/Qualitaets-Cockpit.jpg?m=1583324730&) am FH-BaStg Militärische Führung bietet der Studiengangsleitung eine Übersicht über die wesentlichen steuerungsrelevanten Informationen, die durch umfangreiche Qualitätssicherungsinstrumente generiert werden. Dadurch können schneller und transparenter Maßnahmen gesetzt werden, die den fächerübergreifenden Kompetenzerwerb der Studierenden fördern. Der Schwerpunkt liegt auf der besseren Vernetzung zwischen Theorie und praktischer Anwendung und der Förderung der interkulturellen Kompetenz der Studierenden. Die aktive Einbindung der Studierenden in die Weiterentwicklung der Lehre und der Diskurs mit den Lehrenden fördert den Kompetenzerwerb und erhöht die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen. Da am FH-BaStg MilFü Lehre und praktische Anwendung eng verknüpft sind, die internationale Ausrichtung einen hohen Stellenwert hat, ist Wissenstransfer und Optimierung der Nahtstellen eine ständige Herausforderung. Das Qualitäts-Cockpit unterstützt das Bestreben, rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu setzen, um die Qualität der Lehre und Studierbarkeit zu verbessern. Das Qualitäts-Cockpit wird derzeit noch analog dargestellt und soll nach einer Evaluierung digital entwickelt werden.

Summary

The quality cockpit (https://bastg.miles.ac.at/miles/_QM/img/QualitaetsCockpit.jpg?m=1583324730&) at the FH Bachelor's programme in Military Leadership provides the course directors with an overview of the essential control-relevant information generated by comprehensive quality assurance instruments. Thus measures can be taken more quickly and transparently to promote the interdisciplinary acquisition of competence by students. The focus is on better networking between theory and practical application and the promotion of the intercultural competence of the students. The active involvement of the students in the further development of teaching and the discourse with the teachers promotes the acquisition of competence and increases the acceptance of the measures taken. Since teaching and practical application are closely linked at the FH-BaStg MilFü and international orientation has a high priority, knowledge transfer and optimisation of the interfaces is a constant challenge. The quality cockpit supports the endeavour to take the right measures in time to improve the quality of teaching and study ability. The quality cockpit is currently still presented in analogue form and will be developed digitally after evaluation.

Nähere Beschreibung

Grundlage:

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Führung bzw. Leitung einer hochschulischen Bildungseinrichtung ist die Schaffung von geeigneten Entscheidungsgrundlagen. Vor allem, wenn schon ausdifferenzierte Prozesse etabliert sind und durch viele Qualitätssicherungsinstrumente eine Vielzahl von Informationen generiert werden, ist es wichtig, den Überblick zu bewahren und den Blick auf das Wesentliche zu schärfen.

Für die angestrebte Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung von Lehre und Studierbarkeit, unter Einbindung der unterschiedlichen Akteure, gibt es grundsätzlich viele „Stellschrauben“. Jedoch hat jede gesetzte Maßnahme ihre Auswirkungen und beeinflusst unterschiedliche Prozesse. Die Besonderheit in der Berufsoffiziersausbildung an der Militärakademie in Wr. Neustadt liegt darin, dass der Leiter des Institutes für Offiziersausbildung zugleich Leiter des FH-BaStg MilFü ist. Er trägt damit die Verantwortung für beide „Säulen“ der Offiziersausbildung, dem FH-BaStg und dem Truppenoffizierslehrgang, einer praxisorientierten Ausbildung, die vor bzw. zwischen den einzelnen Semestern des FH-BaStg erfolgt. Da die Studierenden ein Auslandssemester und ein Berufspraktikum im Ausland absolvieren, ist eine enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis, mit einem starken internationalen Bezug, gegeben. Die gesamte Ausbildung ist komplex, das Monitoring der vielen Prozesse und die eingesetzten Evaluierungsinstrumente generieren eine Vielzahl von Daten. Diese umfassen das breite Spektrum vom Aufnahmeverfahren bis zur Absolventenanalyse. Daher wurde das Qualitäts-Cockpit (https://bastg.miles.ac.at/miles/_QM/img/Qualitaets-Cockpit.jpg?m=1583324730&) entwickelt, in dem die wesentlichen Informationen mittels Kennzahlen und einem Tachometer visualisiert werden.

 

Gliederung:

Dieser „Tacho“ gliedert sich nun im mehrere Kontroll- bzw. Rückmeldebereiche.

Diese sind aktuell:

Studierende, Lehr- und Forschungspersonal, Absolventen und zukünftige Arbeitgeber, Administration, Ressourcen und Finanzen.

 

Die Studierenden – und diese stehen im Mittelpunkt des Cockpits – geben Auskunft über Kompetenzerwerb, Zufriedenheit mit Lehrpersonal, Inhalt und Methodik der Lehrveranstaltungen, Rahmenbedingungen und über ihre Leistung.

Das Lehr- und Forschungspersonal gibt Auskunft über persönliche Weiterentwicklung, Gestaltungsmöglichkeit der Lehre und Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen.

Absolventen und deren aktuellen Arbeitgeber geben nach 2 Jahren Berufsvollzug eine Rückmeldung über die Anwendbarkeit der erworbenen Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sozusagen mit dem Blick über den Rückspiegel.

Die Rückmeldungen aus Administration, Ressourcen und Finanzen sind ein Steuerungstool für die Optimierung der allgemeinen Rahmenbedingungen und richtige Prioritätensetzung.

 

Durchführung:

Im Cockpit wird für jede Kennzahl der Soll-Bereich in grün dargestellt und der jeweilige Ist-Wert mittels Tachonadel angezeigt. Zusätzlich ist die Entwicklung der Kennzahl (meist über fünf Jahre) in einer Grafik ersichtlich. Das Qualitätscockpit wird für den Studiengangsleiter derzeit in analoger Form auf einem Whiteboard mit A4 Papierausdrucken für jede Kennzahl abgebildet. Damit ist auch die tägliche Sichtbarkeit möglich.

 

Das Cockpit wird in 3 Ebenen unterteilt:

In der ersten Ebene – diese ist als oberste Ebene immer sichtbar – werden die strategisch wichtigsten Zahlen optisch in Form eines Tachometers sichtbar gemacht. Aktuell sind dies 13 Kennzahlen und 3 Übersichten. Unter dem jeweiligen Tachometer befinden sich die Tendenzen der letzten Jahre bzw. Semester. Diese erste Ebene bietet dem Studiengangsleiter den besten Überblick für notwendige Steuerungsmaßnahmen und Erfolgsprognosen.

In der zweiten „operativen“ Ebene werden die Kennzahlen der ersten Ebene aufgeschlüsselt bzw. etwas detaillierter dargestellt. Diese Aufschlüsselung erfolgt unter anderem in einzelne Module oder die parallel laufenden Semester. Der Studiengangsleiter kann dabei besonders auffallende Entwicklungen erkennen – positive und negative – und daraus entweder „Best-Practise-Modelle“ erkennen oder sonstige individuelle Steuerungsmaßnahmen treffen.

Die dritte Ebene wird beim Qualitätsmanager bearbeitet. Diese ist die übersichtliche Strukturierung aller Unterlagen aus dem Bereich QM und sind damit die Grundlage für das Cockpit.

 

In der Nutzung dieses Cockpits lassen sich auch die Wechselwirkungen von Maßnahmen in den unterschiedlichen Prozessen besser abschätzen. Durch die Visualisierung ist die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besser möglich. Auch für die Zusammenarbeit mit der Studierendenvertretung ist das Qualitäts-Cockpit wertvoll und fördert deren aktive Beteiligung. Der Mehrwert des Qualitäts-Cockpits zeigt sich in der besseren Qualität der Steuerungsmaßnahmen, die eine Qualitätsverbesserung in der Lehre, dem Studienumfeld und der Studierbarkeit bewirken.

Mehrwert

Übersicht:
Der besondere Mehrwert liegt in der zusammengefassten, übersichtlichen und immer aktuellen Visualisierung einer Unzahl von Daten des Qualitätsmanagements zur Steuerung durch die Studiengangsleitung.

Einbindung der Studierenden:
Die damit verbundene Einbindung der Studierenden in die Ausgestaltung und Weiterentwicklung ihrer Ausbildung fördert einerseits die Transparenz gesetzter Maßnahmen und andererseits deren Kompetenzentwicklung.

Einbindung der Absolventen:
Die Einbindung der Absolventen und zukünftigen Arbeitgeber ermöglicht die Ausrichtung unserer Vision mit langfristiger Reichweite und glaubwürdiger Nachhaltigkeit.

Einbindung des Personals:
Die Einbindung des gesamten Personals, auch des Gastlehrpersonal, fördert die interne Kohäsion und damit auch eine positiv prägende Wirkung auf die Studierenden.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit:
Die Einrichtung des Qualitäts-Cockpits erfordert wenig Aufwand, da die dazu erforderlichen Informationen vorhanden sind. Der Mehrwert liegt in der Reduktion einer großen Informationsdichte und übersichtlichen Darstellung der wesentlichen Entscheidungsgrundlagen. Entscheidungen werden nachvollziehbarer und die Wirkung von gesetzten Maßnahmen sind schneller wahrnehmbar.

Ist das Konzept auf andere Lehrveranstaltungen bzw. Lehrsituationen übertragbar? Wird das Konzept längerfristig eingesetzt und weiterentwickelt?

Erste Erkenntnisse:

Die ersten Erfahrungen sind äußerst positiv. Dieses Konzept wird daher langfristig verfolgt und natürlich laufend weiterentwickelt.

 

Weiterentwicklung:

Eine Umsetzung in digitaler Form wird angestrebt.

 

Übertragbarkeit:

Eine Übertragung dieses Konzeptes auf andere Bedarfsträger findet aktuell statt. So hat sich die Theresianische Militärakademie im Rahmen des Verbundes der Militärhochschule (diese sind Landesverteidigungsakademie in Wien, Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt und die Heeresunteroffiziersakademie in Enns) dazu entschlossen, dieses Cockpit in einer etwas adaptierten bzw. ergänzten Form zu übernehmen, praktisch nach dem Prinzip „Bottom-Up“ bzw. „Best-Practise“! Eine Übertragung auf andere Bildungseinrichtungen ist aus Sicht der Studiengangsleitung jederzeit machbar, da dieses Konzept flexibel einsetzbar ist.

Ist die Akzeptanz des Projekts gegeben? Welche Evidenzen (z.B. Evaluierungsergebnisse) gibt es hierfür?

Akzeptanz:

Das Qualitäts-Cockpit wird seit einem guten Jahr zur Anwendung gebracht und hat hohe Akzeptanz auf allen Ebenen, allen voran der Leitungsebene. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in unterschiedlichen Rollen und Prozessen bei der Datengenerierung involviert sind, hebt es das Engagement, da der Informationsfluss transparenter und Ergebnisse "plakativ" dargestellt werden. Zu treffende Maßnahmen sind besser nachvollziehbar und angestrebte Ergebnisse bzw. Wirkung wird sichtbarer. Das Qualitäts-Cockpit erleichtert auch die Einbindung von Studierenden, da Zusammenhänge und Wechselwirkungen für diese Personengruppe verständlicher werden.

 

Evaluierungsergebnisse:

Die Rückmeldungen aus der Mitarbeiterbefragung, den regelmäßigen "Jour Fix" mit den Studierendenvertretern und aus dem "Dialog der Zukunft" (= jährliches Treffen der Absolventen im Juni an der TherMilAk) sind im Bezug auf die Zweckmäßigkeit des Cockpits sehr positiv.

Aufwand

Für die Einrichtung des Qualitäts-Cockpits war minimaler materieller Aufwand erforderlich, da es in analoger Form auf einem Whiteboard abgebildet ist. Die dazu notwendigen Daten waren alle vorhanden, nur die Zusammenführung bzw. graphische Darstellung auf Excel-Basis erfolgte zusätzlich. Auch der Zeitaufwand für die Auswahl der relevanten Information, Festlegung von Soll- und Grenzwerten und Darstellungsform war gering. Die Arbeiten dazu erfolgten Großteils in den laufenden Managementprozessen des FH-BaStg MilFü.

Positionierung des Lehrangebots

FH-Bachelor Studiengang Militärische Führung

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2020 nominiert.