SIGMA Responsible Business (Rethinking International Management – The Case of the Sustainable Development Goals); Master

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die großen globalen Herausforderungen unserer Zeit betreffen wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen. Sie zeigen sich beispielsweise in Form von immer knapper werdenden Ressourcen, einer stetig größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich, der Klimakrise, gesellschaftlicher Chancenungleichheit, Korruption und Protektionismus. Diese Ausgangslage erfordert nachhaltige Entwicklung, für die wiederum intensive internationale Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Regierungen, der Zivilgesellschaft, Unternehmen und anderen Stakeholdern notwendig sind.

 

Aus Unternehmenssicht erfordert diese Ausgangslage ein tiefgehendes Verständnis für die komplexen globalen Herausforderungen, die nachhaltige Entwicklung notwendig machen, und den Beitrag, den Unternehmen leisten können bzw. müssen ebenso wie ein Umdenken des „business as usual“ hin zu neuen Geschäftsmodellen und -chancen. Vor allem aber ist persönliches Verantwortungsbewusstsein notwendig ebenso wie die Kompetenzen, mit unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Stakeholdern trotz nationaler und kultureller Grenzen konstruktiv zusammenarbeiten zu können.

 

Diese Ausgangssituation nützt die „SIGMA Responsible Business“-LV, um Studierenden einerseits das Verständnis für nachhaltige Entwicklung näher zu bringen, andererseits die dafür notwendigen Kompetenzen zu fördern. Das übergeordnete inhaltliche Rahmenwerk sind dabei die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen. Die internationale, -kulturelle und -disziplinäre Zusammenarbeit und Kooperation beschränken sich dabei allerdings nicht auf die Studierenden, sondern erfolgen konsequent und laufend auf verschiedenen Ebenen zwischen den in die LV involvierten sechs Universitäten (Wirtschaftsuniversität Wien (WU), Hochschule St. Gallen, Copenhagen Business School, ESADE Business School, Singapore Management University und Université Paris Dauphine), den acht Lehrenden, Studierenden sowie den administrativen Kurskoordinator/inn/en. Die dadurch gewonnenen Erfahrungen und Expertise stärken die strategische Zusammenarbeit zwischen den Universitäten, die der „Societal Impact and Global Management Alliance“ (SIGMA) angehören, einem Netzwerk zur Kooperation in Forschung und Lehre mit Schwerpunkt auf nachhaltige Entwicklung.

 

Gleichzeitig fungiert die LV als Pilot für eine neue Art von Lehrangeboten sowohl was Internationalisierung („international classroom at home“) als auch den Einsatz digitaler Elemente betrifft. In Zeiten, in denen sich Lehrangebote international immer mehr angleichen, ermöglicht diese Art der Zusammenarbeit LVs, die sowohl einzigartig sind als auch Lernerfahrungen generieren, welche von einer einzelnen Hochschule kaum oder nur unter beträchtlichem laufenden Kostenaufwand bestritten werden könnten, und die den Mehrwert der Zusammenarbeit von Lehrenden aus unterschiedlichen Disziplinen und mit verschiedenen Erfahrungshorizonten eindrucksvoll unter Beweis stellen.

 

Die LV entspricht den Ars-Docendi Kriterien der Ausschreibung 2019 wie folgt:

 

- Innovative Hochschuldidaktik:

Die LV enthält eine Reihe neuartiger Lehrmethoden und -ansätze wie die Online-Video-Module, die universitätsübergreifenden, internationalen virtuellen Teams oder die Best-Practice-Fallstudien, an denen die Studierenden weggehend von reiner Problemzentrierung besonders positive Beispiele erarbeiten, um zukünftige komplexe Probleme lösen zu können. Im Themenbereich Responsible Business kann auch das universitätsübergreifende Lehrkonzept selbst als innovativ angesehen werden, da es die unterschiedlichen institutionellen Lehranforderungen und -ansätze in Einklang bringt, was in abgestimmter Lernergebnisorientierung zum Ausdruck kommt. Zudem werden Lehrinhalte (z.B. Notwendigkeit zu internationaler Zusammenarbeit) im LV-Design direkt umgesetzt.

 

- Studierendenzentrierung und Heterogenität:

Die Gruppe der internationalen Studierenden vereint eine Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen – nicht nur im Gesamten, sondern auch jeweils an den teilnehmenden Universitäten –, was sich in heterogenem Vorwissen sowie unterschiedlichen Kompetenzprofilen und Bildungsbiografien der Studierenden zeigt. Dadurch ergibt sich inhaltlich für den breiten Themenbereich Responsible Business eine Vielzahl an Sichtweisen und Interpretationen, was die LV inhaltlich anreichert. Mit dieser Heterogenität arbeiten die Studierenden einerseits aktiv selbst (z.B. in den universitätsübergreifenden, internationalen, virtuellen Teams), andererseits nutzen die Lehrenden diese Diversität, um die verschiedenen inhaltlichen Perspektiven und Interpretationsspielräume aufzuzeigen und die Prozesse innerhalb der Studierendengruppen zu unterstützen. Sowohl inhaltlich als auch in der Umsetzung berücksichtigt die LV Inklusion und Sensibilisierung für gesellschaftliche Ungleichheiten (z.B. SDG # 5 Gleichstellung der Geschlechter, SDG # 10 Ungleichheit verringern).

 

- Kompetenzorientierung:

Die involvierten Lehrenden der sechs Universitäten haben durch intensive Abstimmungsprozesse übergeordnete Lern- und Kompetenzziele (Persönlichkeitskompetenz, Sozialkompetenz, Fachkompetenz, transversale Kompetenzen) entwickelt, die die Grundlage für die didaktische Umsetzung waren. Viele der Kompetenzen verbinden dabei Theorie und Anwendung und/oder Methoden (z.B. Persönlichkeitskompetenz - Reflexionsfähigkeit und Bereitschaft zum Perspektivenwechsel).

 

- Europäische und internationale Ausrichtung:

Die LV baut auf der interdisziplinären Forschungsexpertise der Lehrenden auf, schließt so internationale Erkenntnisse ein und ermöglicht Studierenden abseits von regulären Austauschprozessen (z.B. Exchange-Programme) Einblick in die Forschung und Herangehensweisen anderer Universitäten. Die LV ist kompetenzorientiert und berücksichtigt die unterschiedlichen Beurteilungssysteme und Workload-Anforderungen der teilnehmenden Universitäten.

 

 

Da formal nur das Team der WU, das bisher die koordinierende Rolle in der Entwicklung und Umsetzung der LV übernommen hatte, als österreichische Universität für den Ars Docendi antragsberechtigt ist, soll erwähnt werden, dass die sechs teilnehmenden Universitäten die LV gemeinsam konzipiert, entwickelt und umgesetzt haben – worin erheblicher Mehrwert besteht – und auf Basis der aus diesem Prozess gewonnenen Expertise auch zukünftig zusammenarbeiten werden.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Die „SIGMA Responsible Business“-LV ist ein Blended-Learning-Angebot, das von sechs Universitäten – Wirtschaftsuniversität Wien (WU), Hochschule St. Gallen, Copenhagen Business School, ESADE Business School, Singapore Management University und Université Paris Dauphine – entwickelt wurde. Dabei kooperieren Lehrende und administratives Personal der sechs Institutionen. Die WU koordinierte die Entwicklung und Umsetzung sowie die administrativen Prozesse, hat das übergeordnete inhaltliche Rahmenwerk (die „Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen) vorgeschlagen und die gemeinsame Website erstellt.

 

Internationale Kooperation findet auf vier Ebenen statt: (1) inter-institutionell zwischen den Universitäten, (2) interdisziplinär und -didaktisch zwischen den Lehrenden, (3) interkulturell und tlw. transdisziplinär zwischen den Studierenden und (4) interpersonell zwischen den Studierenden und Lehrenden in Präsenz-LVs. Die LV besteht aus zwei Kern-Elementen: (1) sechs Online-Video-Lernmodulen, die von den Universitäten erstellt wurden und auf der Plattform Coursera zur Verfügung stehen, und (2) der universitätsübergreifenden Gruppenarbeit, in der die Studierenden in internationalen virtuellen Teams, unterstützt von den Lehrenden der sechs Universitäten, eine Fallstudie bearbeiten.

 

An der WU ist die LV in das Masterprogramm CEMS International Management eingebettet, was die Begleitung der Studierenden in einer Präsenz-LV und Vertiefung der Online-Lerninhalte ermöglicht.

 

Kurzzusammenfassung (engl.)

The SIGMA Responsible Business course is a blended-learning approach, collaboratively developed and simultaneously taught at six partner universities: WU Vienna University of Economics and Business (WU), University of St. Gallen, Copenhagen Business School, ESADE Business School, Singapore Management University, and Université Paris Dauphine. The course involves faculty and staff from the six institutions. WU took the lead as coordinator, in directing the administrative procedures, proposing the core content framework (the United Nations’ Sustainable Development Goals), and designing the shared course website.

 

International collaboration occurred on four levels: (1) inter-institutional among universities, (2) interdisciplinary and -didactical between instructors, (3) intercultural and partially transdisciplinary in student groups, and (4) interpersonal during in-class meetings. The course comprises two main components: (1) six online-video-modules, developed each by one of the participating universities and available on the Coursera online platform, and (2) inter-university student group work in multicultural, virtual teams on a best-practice case study supervised by the instructors from the six universities.

 

At WU, the course is embedded in the CEMS International Management program. In addition to the online work, students attend weekly lectures, which include in-depth discussions of course contents and self-reflection assignments.

 

Nähere Beschreibung

Die LV ist ein Blended-Learning-Ansatz der sechs Universitäten Wirtschaftsuniversität Wien (WU), Hochschule St. Gallen, Copenhagen Business School, ESADE Business School, Singapore Management University und Université Paris Dauphine. Lehrende und administratives Personal der Universitäten haben die LV gemeinsam entwickelt und erfolgreich umgesetzt, wobei das Team der WU (Christof Miska, Günter Stahl, Oliver Vettori, Johanna Warm, Milda Zilinskaite) die koordinierende Rolle übernahm.

 

Die Besonderheit der auf Englisch abgehaltenen LV ist die intensive internationale Kooperation und Zusammenarbeit auf vier Ebenen:

1 Inter-universitär:

Zwischen den Universitäten werden die Rahmenbedingungen geschaffen, trotz völlig unterschiedlicher Hochschulsysteme u. -kulturen, die verschiedenen Lehranforderungen und -ansätze in Einklang zu bringen.

2 Interdisziplinär und -didaktisch:

Die Lehrenden kommen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und bringen laufend ihre Expertise aus den verschiedenen Forschungsbereichen ein. Zudem müssen aus didaktischer Sicht die Methoden, unterschiedlichen Beurteilungssysteme und Workload-Anforderungen der Universitäten aufeinander abgestimmt werden.

3 Interkulturell und tlw. transdisziplinär:

Die Studierenden arbeiten in ihren universitätsübergreifenden, internationalen virtuellen Teams an einer Fallstudie und kooperieren über kulturelle Grenzen und ggfs. auch Zeitzonen hinweg. Je nach Vorbildung interagieren die Studierenden transdisziplinär und verfügen über unterschiedliche Kompetenzen, die sie im Laufe des Prozesses aufeinander abstimmen.

4 Interpersonell in der Präsenz-LV:

An den Universitäten in Präsenz-LVs, insofern vorhanden, arbeiten die Studierenden gemeinsam mit den Lehrenden die Inhalte der Online-Video-Module auf. An der WU liegt der Schwerpunkt in der Reflexion und Vertiefung der Lernerfahrungen der Studierenden.

 

 

LV-Überblick

 

(i) Die LV besteht aus zwei Kern-Elementen:

 

1.Online-Video-Module, die von den sechs Universitäten entwickelt wurden und auf der Plattform Coursera für Studierende bereit stehen. Diese vermitteln die Kerninhalte, wobei jede Universität ihre spezifische Expertise aus dem Themenbereich Responsible Business einbringt. Jedes Modul beinhaltet ergänzende Literatur und wird durch „Quizzes“ abgeschlossen, die die laufende Lernfortschrittskontrolle sicherstellen.

Da der Themenbereich Responsible Business weitläufig ist und nach Auffassung, Kultur und institutionellem Umfeld verschieden interpretiert wird, dienen die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen als übergeordnetes Rahmenwerk. Dieses ermöglicht die systematische Einbringung der verschiedenen Forschungsschwerpunkte der Lehrenden und bietet Orientierung für die Studierenden.

 

Folgenden Module wurden bisher gemeinsam entwickelt:

- Das SDG-Rahmenwerk

- Ausrichtung von Unternehmensstrategien und Geschäftsmodellen an gesellschaftlichen Herausforderungen

- Verantwortungsvolles Führen im internationalen Kontext

- Soziale Innovation und soziales Unternehmertum

- Der Weg vom Co2-Risiko zu erneuerbaren Energien

- Erfolgsfaktoren in der Unternehmens-Kommunikation im Rahmen der SDGs

 

2.Die Gruppenarbeit, in der die Studierenden in interkulturellen virtuellen Teams universitätsübergreifend eine Best-Practice-Fallstudie, den sog. Case Cast, selbstständig bearbeiten, wobei die Teams von den Lehrenden laufend gecoacht werden. Das Endprodukt ist ein 2,5-min. Video, in dem die Ergebnisse präsentiert und für alle Studierenden, Lehrenden und die administrativen Kurskoordinator/inn/en sichtbar gemacht werden.

Im vergangenen Jahr bestanden die insgesamt 23 Gruppen aus jeweils vier Studierenden unterschiedlicher Nationalitäten, die von einer/einem der acht involvierten Lehrenden betreut wurden. Für den Großteil der Studierenden bedeutete dies Unterstützung durch Lehrende anderer Universitäten. Die Gruppeninteraktionen erfolgten vollständig virtuell, da sich Studierende und Lehrende in unterschiedlichen Ländern befanden. Die Studierenden wurden zudem durch Empfehlungen zur virtuellen Teamarbeit sowie zur Frequenz und Strukturierung der Online-Meetings unterstützt.

 

Der offizielle Beginn bzw. das Ende der LV, die in einen relativ straffen Zeitrahmen von neun Wochen in die unterschiedlichen Semesterzeiten der teilnehmenden Universitäten eingebettet ist, sind ein virtuelles Kick-Off- und Closing-Event (vom WU-Team in Abstimmung mit St. Gallen konzipiert und veranstaltet). Das Kick-Off-Event ermöglicht es den Studierenden, sich untereinander sowie die Lehrenden und die administrativen Kurskoordinator/inn/en kennen zu lernen, was angesichts der interuniversitären, -disziplinären und -kulturellen Rahmenbedingungen förderlich ist. Neben einer Präsentation des Ablaufes und der Anforderungen der LV lernen die Studierenden in Breakout-Sessions ihre Fallstudien-Gruppen und die Lehrenden kennen, die sie dabei unterstützen. Beim Closing-Event werden die Ergebnisse der Fallstudien für alle Beteiligten präsentiert und die besten Case Casts prämiert. Außerdem wird ein Fazit über die LV gezogen, bei dem Studierende, Lehrende und Kurs-Koordinator/inn/en ihre Eindrücke, Erfahrungen und Feedback im virtuellen Plenum teilen.

In ihrer Grundkonzeption setzt die LV einen für alle teilnehmenden Universitäten hohen akademischen und inhaltlichen Standard. Um den unterschiedlichen Hochschulsystemen u. -kulturen sowie den verschiedenen Curricula gerecht zu werden, wird die LV an einigen Universitäten als alleinstehende Veranstaltung angeboten, während sie in anderen Fällen in eine begleitende Präsenz-LV eingebettet wird, so auch an der WU (siehe Link Projektunterlagen).

 

 

(ii) Die LV setzt folgende Lernziele und fördert den Erwerb folgender Kompetenzen:

 

Übergeordnete Lernziele: Studierende sind nach der LV in der Lage

- die Inhalte der sechs Online-Module eigenständig darzulegen

- aus den Inhalten konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten

- in interkulturellen und -institutionellen virtuellen Teams zielorientiert zusammenzuarbeiten

- Best-Practice-Beispiele im Bereich Responsible Business in der Praxis zu ermitteln, kritisch zu evaluieren und nutzbar zu machen

- die Notwendigkeit für Unternehmen, zu nachhaltiger Entwicklung und den SDGs beizutragen, überzeugend zu begründen, konkrete Strategien für die Umsetzung zu erarbeiten und entsprechend der Anforderungen des jeweiligen Kontexts umzusetzen

 

Kompetenzerwerb: Studierende erwerben durch die LV folgende Kompetenzen:

- Persönlichkeitskompetenz:

Lernbereitschaft und -fähigkeit trotz herausfordernder Rahmenbedingungen; Kritikfähigkeit, Belastbarkeit und Resilienz im interkulturellen und virtuellen Kontext; Reflexionsfähigkeit und Bereitschaft zum Perspektivenwechsel; Erkennen des persönlichen moralischen Kompasses

- Sozialkompetenz:

Effektive und zielgerichtete Kommunikationsfähigkeit im interkulturellen und virtuellen Kontext zwischen Teammitgliedern sowie mit dem/der Supervisor/in; lösungsorientiertes Umgehen mit Herausforderungen und Unerwartetem im interkulturellen und virtuellen Kontext; Fähigkeit, die Bedürfnisse verschiedener gesellschaftlicher Gruppen analysieren zu können; Vorbild sein können für andere

- Fachkompetenz:

Fachbezogenes theoretisches und konzeptionelles Wissen im Bereich der SDGs und nachhaltigen Entwicklung; Werkzeuge, die dabei helfen, mit Kontextabhängigkeit, Widersprüchen und Paradoxen die SDGs und nachhaltige Entwicklung betreffend konstruktiv umgehen zu können; kreative und unkonventionelle Herangehensweisen, die das Erreichen der SDGs und nachhaltige Entwicklung fördern

- Transversale Kompetenzen:

Strukturiertes Vorgehen beim Erkennen und Lösen komplexer Problemstellungen; selbstständiges Durchlaufen aller notwendigen Schritte einer überzeugenden Videoproduktion mit internationalem Publikum; effektiver Umgang mit Zeitdruck und Zeitmanagement zur Erreichung qualitativ hochwertiger Ergebnisse; Arbeit in virtuellen Teams, Nutzen unterschiedler Kommunikationstools zur virtuellen Zusammenarbeit und regelmäßigen Koordination mit Teammitgliedern

 

 

(iii) Wie folgt werden die vier Ebenen der Kooperation, die damit verbundenen Herausforderungen und der entsprechende Mehrwert reflektiert:

 

1 inter-institutionelle Ebene (Universitäten):

Die größte Herausforderung in der Entwicklung und Umsetzung der LV waren die verschiedenen Hochschulsysteme und -kulturen in den sechs Ländern der teilnehmenden Universitäten sowie die daraus resultierenden unterschiedlichen Lehranforderungen. Die grundlegende Voraussetzung war daher der institutionelle Rückhalt der „Societal Impact and Global Management Alliance“, der die Universitäten angehören. In diesem Netzwerk kooperieren die Universitäten zwar in Forschung und Lehre, die LV ist allerdings die erste inter-universitäre Kooperation dieser Art und daher trotz der weitreichenden Lehrexpertise aller Partneruniversitäten Pionierarbeit. Die LV gilt nach der ersten erfolgreichen Durchführung als Flaggschiff in der Lehre, das auf Basis der gesammelten inter-institutionellen Erfahrungen weiterentwickelt werden wird. Eine weitere wichtige Voraussetzung war die Rolle der koordinierenden Institution (WU) in allen Phasen der Entwicklung und Umsetzung. Diese stellte den laufenden inter-universitären Dialog sicher und klärte wichtige Fragen, etwa inwieweit die LV in Präsenz-LVs an den jeweiligen Institutionen eingebettet werden kann bzw. soll. Die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten wurde zudem durch eine eigene Homepage (siehe Link Projektunterlagen) mit allen wichtigen Informationen für Studierende, Lehrende und administratives Personal unterstützt. Insgesamt hat die inter-institutionelle Kooperation für alle Beteiligten wertvolle Expertise im Bereich der internationalen Lehrkooperation abseits von regulären Austauschprogrammen gebracht.

 

2 Interdisziplinäre und -didaktische Ebene (Lehrende):

Die inhaltliche Abstimmung zwischen den acht involvierten Lehrenden war zunächst die größte Herausforderung. Diese forschen in unterschiedlichen Bereichen, die zwar im breiten Themenbereich Responsible Business angesiedelt sind, allerdings Koordination und das Finden inhaltlicher Synergien erforderten. Dieser Prozess wurde durch mehrere virtuelle sowie durch ein persönliches Treffen vorangetrieben. Ebenso diente das übergeordnete SDG-Rahmenwerk inhaltlich als roter Faden für die Lehrenden zur systematischen Einbringung ihrer Expertise, ohne dabei die Flexibilität zu verlieren, ev. künftige Partneruniversitäten einbinden zu können. Neben den LV-Inhalten wurden ein gemeinsamer Syllabus (siehe Link Projektunterlagen) entwickelt und übergeordnete Lernziele gesetzt. Ebenso wurden Kriterien zur Beurteilung der beiden Kern-LV-Komponenten (Online-Module 30%, Gruppenarbeit 70%) unter Berücksichtigung der verschiedenen Beurteilungssysteme der teilnehmenden Universitäten entwickelt, wobei die unterschiedlichen Workload-Anforderungen bedacht wurden. Für eine konsistente Beurteilung der Gruppenarbeit durch die acht Betreuer/innen wurden gemeinsame Beurteilungskriterien in Form von Rubrics entwickelt. Aus Sicht der Lehrenden war der beschriebene Abstimmungsprozess sowohl aus fachlicher als auch didaktischer Sicht wertvoll, da er die Reflexion der eigenen inhaltlichen Sichtweise und Lehrphilosophie angeregt hat.

 

3 Interkulturelle und tlw. transdisziplinäre Ebene (Studierende):

Für die Studierenden bestand die Herausforderung einerseits in der selbstständigen Erarbeitung der Online-Module, wobei diese die interdisziplinäre Expertise reflektierten. Weiters berichteten viele Studierende von spezifischen Herausforderungen in ihren virtuellen Gruppenteams, bedingt durch unterschiedliches Vorwissen, Kompetenzen, Motivationen und Herangehensweisen ihrer Kolleg/inn/en sowie aufgrund kultureller Unterschiede. Den Lehrenden, die die Gruppen unterstützten, kam neben der inhaltlichen Anleitung daher auch eine wichtige Rolle im Umgang mit diesen gruppendynamischen Herausforderungen zu. Schlussendlich waren die produzierten Case Casts der Heterogenität der Studierenden entsprechend zwar in der Präsentation durchgehend unterschiedlich, inhaltlich aber auf hohem Niveau. Zudem ist aus dem Studierenden-Feedback die Entwicklung der oben beschriebenen Kompetenzen aufgrund des konstruktiven Umgangs mit den gruppendynamischen Herausforderungen ersichtlich.

 

4 Interpersonelle Kooperation (Studierende + Lehrende in der Präsenz-LV):

Die Herausforderung für Studierende und Lehrende in der Präsenz-LV an der WU war der Aufbau auf den Online-Inhalten der Lehrenden der anderen Universitäten. Durch wöchentliche gemeinsame kritische Reflexion der Lernerfahrungen der Studierenden wurden unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen abgeleitet und tiefgehende Diskussionen angeregt, die ohne den inhaltlichen Input „von außen“ nicht möglich gewesen wären. Zudem bot die Präsenz-LV die Möglichkeit, bei Bedarf bestimmte Inhalte weiter zu vertiefen und relevante Erfahrungen aus der Gruppenarbeit einfließen zu lassen.

Positionierung des Lehrangebots

Die „SIGMA Responsible Business“-LV ist ein Blended-Learning-Angebot, das gemeinsam von sechs Universitäten – Wirtschaftsuniversität Wien (WU), Hochschule St. Gallen, Copenhagen Business School, ESADE Business School, Singapore Management University und Université Paris Dauphine – entwickelt und umgesetzt wurde, wobei die WU die Rolle der koordinierenden Institution innehat. Um den unterschiedlichen Hochschulsystemen und -kulturen sowie den unterschiedlichen Curricula gerecht zu werden, wird die SIGMA-LV an einigen Universitäten als alleinstehende LV angeboten, wohingegen sie in anderen Fällen in eine begleitende Präsenz-LV eingebettet wird. An der WU ist die LV in das Masterprogramm CEMS International Management eingebettet und wird durch die Präsenz-LV „Rethinking International Management – The Case of the Sustainable Development Goals“ begleitet.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.