„mo*BIL*DING*dong – Raum wird Klang“ (LV: Projekt, PT 2)

Umgesetztes Projekt

Ziele

Basierend auf der Kooperation, die zwischen der Universität Mozarteum Salzburg, Department für Musikpädagogik Innsbruck und dem Festival für Neue Musik klangspuren Schwaz seit 2015 besteht, kam es anlässlich des Jubiläums 25 Jahre klangspuren zu einem besonderen Projekt, passend zum Festivalmotto: FESTE.ORTE. Nachdem sich die Studierenden des Mozarteums mit dem klangspuren mobil seit 2015 auf den Weg zu über 8.000 Kindern und Jugendlichen in ganz Tirol gemacht hat, machte der Kleinbus voller Instrumente erstmals im September eine ganze Woche (17.-22.9.2018) lang an der Kunst- und Architekturschule bilding in Innsbruck Halt. Kein Ort erscheint geeigneter, um einen Raum für ästhetisches Erleben und Erfahren zu öffnen, denn das bilding versteht sich als das Experimentierfeld für kreatives Gestalten und gestalterische Vielfalt. Gemeinsam mit den Studierenden sollte ein interdisziplinäres Workshopangebot für eine ganze Woche während des Festivals geschaffen werden, wovon für Montag bis Freitag Angebote für Schülerinnen und Schüler und am Samstag eine offene Veranstaltung für Familien entwickelt werden sollten. Unabhängig der musikalischen Vorbildung der Teilnehmenden sollte ein interdisziplinäres Konzept rund um den besonderen Raum, den Ort der Kreativität, das bilding, entstehen, mit dem Ziel, den Raum selbst zu Klang werden zu lassen.

Kurzzusammenfassung (dt.)

In dem interdisziplinären Projekt „mo*BIL*DING*dong – Raum wird Klang“ stellten sich Studierende der Frage: „Wie klingt ein Ort der Kreativität?“ Rund um das Gebäude der freien Kunst- und Architekturschule bilding in Innsbruck, das durch seine herausragende Architektur per se Quelle der Inspiration ist, konzipierte die Projektgruppe anlässlich des Jubiläums 25 Jahre klangspuren ein Workshopangebot zur Vermittlung von Musik bzw. bildender Kunst/Architektur für unterschiedliche Zielgruppen und Altersklassen. Auf den in der Lehrveranstaltung „Komponieren mit Kindern und Jugendlichen“ erarbeiteten Inhalten aufbauend, sollte mithilfe des klangspuren mobils, einem Kleinbus voller Orchesterinstrumente, das bilding, also das Gebäude selbst, von Kinder und Jugendlichen verklanglicht und kompositorisch umgesetzt werden. Das Gebäude wurde durch Raumklangspaziergänge als Klangkörper erschlossen, die Umgebung mit Aufnahmegeräten als soundscape erfasst und als digitale Collage gesampelt. Die Werke, die mittels grafischer Notation in den architektonischen Schnitt des Hauses, der als Partitur diente, eingetragen wurden, brachten die Kinder und Jugendlichen am Ende des Workshops selbst auf den Instrumenten zur Aufführung. Unabhängig von ihrer musikalischen Vorbildung wurde dadurch eine demokratische Möglichkeit der kulturellen Teilhabe und des ästhetischen Erfahrens für alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen geschaffen, die der Workshop alle zu Komponisten und Klangkünstlern werden ließ.

Kurzzusammenfassung (engl.)

As part of the interdisciplinary project "mo*BIL*DING*dong – Space Becomes Sound" students asked themselves the question: "What does a place of creativity sound like?" Using the structures of the Free Art and Architecture School, the bilding in Innsbruck, whose exceptional architecture served as a source of inspiration, the project group developed an interdisciplinary workshop for different target and age groups, to be offered on the occasion of the 25th anniversary of the klangspuren festival.

Mediating between music, fine arts and architecture, the workshop adapted content previously conceived in the course "Composing with Children and Adolescents” and used the klangspuren mobil, a minivan full of orchestral instruments. The children and adolescents were tasked to translate the bilding into a composition, a sonic representation of its architecture. To that end, “Raumklangspaziergänge” (spatial-sound walks) were held to experience the building as a sounding body and to capture the environment as a soundscape in a digital collage. Using the architectural blueprint of the building as a score, the compositions were graphically notated. At the end of the workshops, they were also performed by the children and young people themselves.

Regardless of the participants’ previous musical education, the workshop provided a democratic opportunity for cultural participation and an aesthetic experience for all children and adolescents, turning them into composers and sound artists.

 

Nähere Beschreibung

Zum Festivaljubiläum der klangspuren gab es auch für die Kooperation zwischen dem Department für Musikpädagogik Innsbruck der Universität Mozarteum Salzburg und den klangspuren eine besondere Neuauflage: Nachdem sich das klangspuren mobil seit 2015 auf den Weg zu über 8.000 Kindern gemacht hat, machte der Kleinbus voller Instrumente erstmals im September eine ganze Woche lang an der Kunst- und Architekturschule bilding in Innsbruck Halt. Kein Ort erscheint geeigneter, um einen Raum für ästhetisches Erleben und Erfahren zu öffnen, denn das bilding versteht sich als das Experimentierfeld für kreatives Gestalten und gestalterische Vielfalt. Der markante Bau, ein weißer Pavillon im Innsbrucker Rapoldipark, lädt als freie Kunst- und Architekturschule Kinder und Jugendliche zur Entdeckung und zum Ausleben ihrer Kreativität ein. André Heller zählt das reichhaltige Programm des bildings zu den „allersinnvollsten Inspirationsinitiativen“ Österreichs.

Für das interdisziplinäre Workshopangebot im Rahmen des klangspuren Festivals wurde neuerlich mit Studierenden ein Konzept entwickelt, das unabhängig von jeglicher musikalischer Vorbildung eine demokratische Form der kulturellen Teilhabe für Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren erlaubt. Dieses Mal wurde der Raum selbst zu Klang – doch: Wie klingt ein Ort der Kreativität? Welche Töne und Klänge kann man diesem speziellen Bau entlocken? Und wie können Ecken, Kanten, Fluchten, Unebenheiten und Baumaterialien wie Beton, Glas und Holz in eigene Kompositionen verwoben werden? Zunächst galt es mithilfe geeigneter Vorübungen wie Raumklangspaziergängen und Konzerten für einen Hörer, im Raum anzukommen und diesen sinnlich zu erfahren. Die Raumklangspaziergänge folgten Spahlingers Idee aus „vorschläge zur ver(über)flüssigung der funktion des komponisten“ (1993, 28), gefundene Klänge oder Dinge, die klingen können, zu verwenden, seien sie dafür gemacht oder nicht.

In einem zweiten Schritt wurden die Klangmöglichkeiten auf den Instrumenten ausgelotet. Nach einer kurzen Einführung in die graphische Notation und einer Phase des explorativen Spiels mit dem analogen sowie digitalen Instrumentarium wurde schließlich das bilding selbst in Material und Form komponiert. Hierfür wurde zunächst die Umgebung, der konkrete Flecken Erde unter die akustische Lupe genommen, um einen digitalen soundscape entstehen zu lassen. Schließlich wurden an den Betonelementen, Holz-, Glas- und Terrassenflächen des Hauses Klanginstallationen geschaffen, um mit den konventionellen Orchesterinstrumenten aber auch dem digitalen Instrumentarium eine ganze Bibliothek der (Raum-)Klänge zur Auswahl zu haben. In Kleingruppen, denen unterschiedliche Segmente des Hauses aus dem Schnitt zugewiesen wurden, realisierten die Schülerinnen und Schüler schließlich ihre eigenen Kompositionen, die in den Schnitt, der gleichzeitig als Partitur diente, eingetragen wurden.

Die einzelnen Kompositionen der Schülergruppen wurden schließlich zusammengeführt und nach intensiven Phasen des Aushandelns und Probens zu einer gemeinsamen Aufführung des (Klang-)Gebäudes gebracht. Als Abschluss wurden die jungen Komponistinnen und Komponisten selbst zu ihrem Publikum indem die Aufnahme des eigenen Werkes genau verfolgt, kritisch reflektiert und schließlich stolz beklatscht wurde. Für die Studierenden und angehenden Musiklehrkräfte bot dieses Projekt neben der schulrelevanten Praxis für unterschiedliche Altersstufen, Selbsterfahrung in der Arbeit mit den Raumklängen und somit im Raum-Klang-Erleben sowie konkretes Handwerkszeug für die Erweiterung des analogen Instrumentariums um ein Set digitaler Komponenten und deren Einsatzmöglichkeiten. Zudem bot sich die Gelegenheit eigene klangspuren in Form von Installationen in interdisziplinärer Rahmung im Raum zu setzen und Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu Komponistinnen und Komponisten zu begleiten.

Als Kooperationsprojekt zwischen Festival, Kunst- und Architekturschule und Ausbildungsstätte kann dieses Projekt als Beispiel für „Aneignungsformen und -möglichkeiten“ gelten, die nach Schneider „mehr einen konstruktivistischen Prozess der Aneignung von Werten, Erfahrungen, Kenntnissen und Fertigkeiten ins Zentrum rücken und somit mehr Wert darauf legen, Wege und Möglichkeiten der Annäherung und Auseinandersetzung – z.B. mit Neuer Musik – aufzuzeigen“ (Schneider 2012, 14). Für diese Form der produktiven Auseinandersetzung und Aneignung wird in diesem Zusammenhang bewusst die Begrifflichkeit des Komponierens verwendet, um einen niederschwelligen Zugang zu dieser künstlerischen Ausdrucksmöglichkeit zu schaffen und die Selbstwirksamkeit in diesem Bereich zu steigern. Dies gilt gleichermaßen für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Studierenden, denn „durch eigenes Komponieren [kann man] sehr viel über Musik lernen und musikalisch-ästhetische Erfahrungen machen (…) – wenn man sich in der musikpädagogischen Praxis an Schulen und Hochschulen an das Thema Kompositionspädagogik nur mal heran wagen würde“ (Roszak 2014, 2). Dieser Forderung Roszaks kommt diese Lehrveranstaltung als Form eines zeitgemäßen Unterrichts, sowohl auf universitärer als auch auf schulischer Ebene, nach.

In dem Projekt wird kompetenzorientiertes Lehren und Lernen als vernetztes Denken und Wissen verstanden, wobei die eigenen Handlungskompetenzen stetig erweitert werden. Die Rückmeldungen der Studierenden bestätigen das Gelingen eines niederschwelligen Übergangs in eine eigenverantwortliche pädagogische Praxis und den Zugewinn an Souveränität. Die Schülerinnen und Schüler werden als mündiges Gegenüber adressiert und Aufgaben werden ihnen zu- und anvertraut. Nicht das Vormachen und Zeigen prägt die didaktische Herangehensweise, sondern ein Eröffnen eines Raums der Möglichkeiten für ästhetisches Erfahren und Erleben. Dies bedeutete für die Studierenden ihre eigenen anfänglichen Berührungsängste mit „fremdem“ Instrumentarium, der Bildenden Kunst und dem Komponieren abzubauen, ihre Erwartungshaltungen sowie den künstlerischen Perfektionsanspruch des universitären Alltags kritisch zu hinterfragen, um die Definitionsgrenzen der eigenen fachlichen Expertise neu zu ziehen.

Die Verbindung von Theorie und Praxis ist in diesem Projekt besonders spürbar, da theoriegeleitetes Handeln in der Praxis durch die anschließende Rückführung auf die unterrichtstheoretische Ebene maßgebend ist. Aufbau und Erweiterung von pädagogischer, fachlicher, sachlicher sowie sozialer Kompetenz sind inhärent, organisatorische Stärken werden genauso wie künstlerische Expertise gefördert. Individuelle Fertigkeiten und Fähigkeiten sollen und können in jeder Phase des Projekts eingebracht werden. Der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung liegt auf der Verknüpfung von Studien- und Berufspraxis, die Kompetenzentwicklung ist von unmittelbarer Berufsrelevanz für die Studierenden. Der Aufbau von Kompetenzen, wie im Berufsalltag an der Schule gefordert, wird dadurch erlebbar und zum Beispiel für kompetenzorientiertes Unterrichten. Die Thematik des Komponierens ist seit jeher in der Musikgeschichte eine gendersensible. In dem Projekt erfahren Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gleichgestellt die Rollen der Komponistin/des Komponisten und werden zu Instrumentalisten wie auch Dirigentinnen und Dirigenten. Die Möglichkeit, gleichberechtigt, unabhängig jeglicher musikalischer Vorbildung, voraussetzungslos gemeinsam (musikalisch sinnvoll) zu musizieren, schafft demokratische Zugänge für alle zu einer oft als elitär dargestellten Welt der „Hochkultur“.

Die musikpädagogische Projektarbeit führten die Studierenden von der Planungs- bis zur Auswertungsphase selbstständig durch, sodass ihre Beschäftigung mit der Thematik weit über die Lehrveranstaltung hinauszeigt. Die Gelegenheit zur eigenverantwortlichen Mitarbeit bei dem renommierten Kulturfestival klangspuren und in der Kunst- und Architekturschule bilding stellt eine einzigartige Möglichkeit zur Entfaltung der Sozial- und Selbstkompetenz der Studierenden dar. Der größte Mehrwert aus Perspektive der Lehrbildnerin ergibt sich aus den unzähligen Praxisstunden, die die Studierenden als Workshopleiterinnen und -leiter im Namen der klangspuren mit dem klangspuren mobil bzw. klangspuren mobil 2.0 und dem mo*BIL*DING*dong sammeln und damit einen niederschwelligen Einstieg in den (musik-)pädagogischen Berufsalltag erfahren. Das klangspuren mobil hat damit seit seinem Relaunch 2015 mit dem Workshopprogramm knapp 8.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Das Projekt mo*BIL*DING*dong begeisterte vom 17.-21.9.2018 weitere 165 Schülerinnen und Schüler aus ganz Tirol und am 22.9.2018 zahlreiche Familien aus Innsbruck und Umgebung.

Demokratische Zugänge, wie das voraussetzungslose Musizieren und der Brückenschlag in andere Disziplinen, wie Bildende Kunst und Architektur, fördern den studentischen Blick für gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge und Wirkmechanismen in den Bereichen Bildungsgerechtigkeit und kultureller Teilhabe. Die Schülerinnen und Schüler erleben den Workshop als Einheit von eigenverantwortlichem Erfinden, Proben und Aufführen, was sie zu Komponistinnen und Komponisten werden lässt. Die Vorrausetzung hierfür ist das (An-)Erkennen der Intention, das Sich-Einlassen auf das Komponieren, auf das Experimentelle in der Musik als auch in der Architektur aber auch auf den Experimentierprozess selbst sowie Aushandlungsprozesse in der Gruppe zuzulassen, zu gestalten und sich vor der Klassengemeinschaft in ungewohnten Rollen zu zeigen. Der Zugang zu analogem und digitalem Instrumentarium, das üblicherweise nicht in den Musiksälen vorhanden ist oder an Laien ausgehändigt wird und die Möglichkeit sich unabhängig der musikalischen Vorbildung sowohl als Instrumentalisten und Komponisten zu erleben, zeichnet dieses Projekt aus. Zusätzlich gelten, wie schon aus den ersten Workshopreihen des klangspuren mobils bekannt, die Verantwortungsübernahme über ein Instrument und das Erleben der Selbstwirksamkeit im Klassenorchester als Erfahrungsmoment kultureller Teilhabe als positive Aspekte des Projekts auf Schülerinnenseite.

Die eng verzahnte Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Musikvermittlung und Musikpädagogik als Kooperation zwischen Kulturfestival, der freien Kunst- und Architekturschule sowie der universitären Ausbildungsinstitution ist österreichweit in Bezug auf Gestaltungsmöglichkeiten und Kontinuität einzigartig. Zudem will die Lehrveranstaltung Beispiel für innovative Konzepte für den Übergang zwischen Studium und Berufseinstieg geben und widmet sich einem in Schule und universitärem Lehramtsstudium vernachlässigten Thema, dem Musik erschaffen, wie der aktuelle musikpädagogische Fachdiskurs rund um das Musik Erschaffen mit Kindern und Jugendlichen, v.a. in Analogie zum Bildnerischen Unterricht (vgl. Wienecke 2011) zeigt. Der Praxiseinstieg erfolgte über die Lehrveranstaltung mit dem Ziel der eigenverantwortlichen Leitung und Durchführung der Workshopreihe während der Festivalwoche. Nach Ende der Lehrveranstaltung erfolgte eine Weiterbeschäftigung der Studierenden in Trägerschaft der klangspuren, sodass die Lehramtsstudierenden in der Entwicklung ihrer eigenen Lehrerpersönlichkeit bereits im Studium durch dieses neuartige Lehrkonzept längerfristig begleitet werden können und darüber hinaus kontinuierlich reale Berufserfahrungen sammeln, die zudem über das Festival finanziell vergütet werden. Die Resonanz, die von Seiten des Festivals, der Betreiber des bildings und aus den Feedbacks der Schulen bzw. Familien sowie via Presse an die Studierenden dringt, lässt sie spüren, dass sie ein aktiver Teil der Tiroler Kulturlandschaft sind und diese mitgestalten können. Angelika Schopper, Geschäftsführerin der klangspuren fasst diese Win-Win-Situation der Kooperation zwischen dem Festival und der Universität Mozarteum wie folgt zusammen: „Das war eigentlich ein Geschenk, muss man wirklich sagen, dass (…) wir da in Kontakt gekommen sind (…). Ich glaube, man kann sagen, dass es für alle Beteiligten, also sowohl Studierende, als auch klangspuren, als auch für das Department für Musikpädagogik Innsbruck der Universität Mozarteum ein Gewinn ist, weil es auch für das Mozarteum ein neues Feld ist, sich aktiv in bestehende Musikvermittlungsprojekte einzubringen.“

Roszak, S. (2014): Elementares Komponieren. Ein kompositionsdidaktisches Modell zum Erfinden experimenteller Musik. In: Zeitschrift ästhetische Bildung. Jhg. 6/ Nr.2.Verfügbar unter: www.zaeb.net/index.php/zaeb/article/viewFile/86/83 [eingesehen am 7.8.2017]

Schneider, H. (Hg.) (2012): Neue Musik vermitteln. Ästhetische und methodische Fragestellungen, Olms-Verlag, Hildesheim u.a.

Spahlinger, M.(1993): Vorschläge zur Ver(über)flüssigung der Funktion des Komponisten. Wien: Universal Edition

Wieneke, J. (2011): Musik vermitteln in Kompositionsprojekten. Eine qualitative Untersuchung schulischer Projekte. In: Clausen, Bernd (Hg.): Vergleich in der musikpädagogischen Forschung. Die Blaue Eule, Essen, S. 216-294

 

Positionierung des Lehrangebots

Bei dem Lehrangebot handelt es sich um ein Pflichtfach (Musikpädagogisches Projekt), das ab dem 8. Semester empfohlen wird. In der konkreten Realisation bietet das Projekt zu Ende des 2. Studienabschnittes durch kontinuierliche Praxiserfahrungen und deren theoriegeleitete Reflexion einen fließenden Übergang zwischen Studium und Berufseinstieg. An der Schnittstelle zwischen Musikvermittlung und -pädagogik wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld, dem allgemeinen Bildungsauftrag der Schule und dem (selbstgewählten) pädagogischen Auftrag weiterer Kulturträger, wie dem Festival klangspuren und der freien Kunst- und Architekturschule bilding, angeregt. Als angehende Lehrpersonen sind die Studierenden wichtige Multiplikatoren zwischen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Die Resonanz, die von Seiten der teilnehmenden Schulen sowie via Presse an die Studierenden dringt, lässt sie spüren, dass sie ein wichtiger Teil der Kulturlandschaft Tirols sind, die sie aktiv mitgestalten.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.