International Week – Corporate Social Responsibility and Neuro-Diversity

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Fachhochschule des BFI Wien bietet praxisbezogene Studienprogramme im Bereich der Wirtschaftswissenschaften an. 52% der Bachelor- und 100% der Master-Studienplätze werden in berufsbegleitender Form angeboten. Um dem strategischen Ziel, international kompetente Fach- und Führungskräfte auszubilden, nachzukommen, wird bei den Internationalisierungsbemühungen insbesondere auf die Bedürfnisse der Studierenden Rücksicht genommen, die aus beruflichen Gründen kein volles Auslandssemester in Anspruch nehmen können. Eines der Angebote für diese Zielgruppe, aber auch für Studierende, die aus anderen Gründen (z.B. Betreuungsverpflichtungen, finanziellen, oder gesundheitlichen Gründen) nicht ins Ausland gehen können, sind Short-Term Mobility Angebote, sogenannte „Internationale Wochen“.

 

Die Fachhochschule des BFI Wien ist Partnerin internationaler Netzwerke, in deren Rahmen Studierende an internationalen Wochen an Partnerhochschulen oder an der FH des BFI Wien teilnehmen können. Das im Rahmen dieser Einreichung präsentierte Projekt ist Teil des Netzwerks HUMINT, Human Resources International. Die FH des BFI Wien ist Gründungsmitglied des seit 2010 bestehenden Netzwerks. Weitere Netzwerkpartner sind das University College Leuven-Limburg in Belgien, das Institut universitaire de technologie de Quimper in Frankreich, Metropolia University in Finnland, Saxion University in den Niederlanden und die Alexandru Ioan Cuza University of Iasi in Rumänien.

 

Seit März 2011 wird jährlich eine „HUMINT Week“ durchgeführt. Die Planung, Konzeption und Durchführung lag in dieser Zeit immer in der Verantwortung einer nominierten Person mit fallweiser Einbindung von internationalen Lehrenden und Unternehmenspartnern. Diese Fokussierung auf eine Person erwies sich in mehrfacher Hinsicht als problematisch aufgrund der Auswirkungen auf die Durchführung im Fall von Krankheit o.ä., auf die inhaltliche Ausrichtung, oder auf die begrenzten Ressourcen für die Betreuung. Weiters konnte in dieser Zeit beobachtet werden, dass die maßgebliche Zielsetzung, der Erwerb von internationalen und interkulturellen Kompetenzen, konkret angeleiteter Lernaktivitäten bedarf und nicht als „zufälliges“ Nebenprodukt aus der bloßen Zusammenarbeit mit internationalen Studierenden entsteht. Es bedarf der aktiven und angeleiteten Reflexion der Erfahrungen sowie einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Besonderheiten internationaler Teams.

 

Zwischen 2014 und 2016 wurde die HUMINT Week maßgeblich im Rahmen eines durch die Stadt Wien geförderten Projektes weiterentwickelt. Die wichtigsten Änderungen waren folgende:

 

• Implementierung von Team-Teaching zur Erweiterung der inhaltlichen Perspektiven und Sicherung der Durchführung im Fall eines Ausfalls

• Implementierung von Aktivitäten, die interkulturelles Lernen und Teamkompetenz von einem zufälligen Nebenprodukt in den Fokus rücken und damit als zentrale Lernziele mit spezifischen didaktischen Methoden bestimmen (Lerntagebücher als Einzelreflexion, Gruppenreflexion in den

interkulturell und interdisziplinär zusammengesetzten Teams).

• Verstärkte Berücksichtigung von gender- und diversity-sensibler Didaktik durch das Erstellen eines diesbezüglichen Leitfadens.

 

Eine weitere Entwicklung in diesem Zeitraum war die stärkere Diversifizierung des Ausbildungshintergrunds der Teilnehmer/innen. Waren die Teilnehmer/innen der HUMINT Week anfänglich vorrangig Studierende aus Programmen mit HR-Fokus, stieg über die Jahre die Zahl von Teilnehmer/innen mit anderen Ausbildungshintergründen (allgemeine BWL, Office Management, Logistik, Projektmanagement, Bankwirtschaft, etc.) sowohl bei den durch unsere Partnerhochschulen entsandten Studierenden, als auch bei den Studierenden der FH des BFI Wien.

 

Kurzzusammenfassung (dt.)

Im Rahmen der Arbeit in internationalen, multidisziplinären Teams entwickeln die Studierenden eine Strategie für die Implementierung eines CSR-Projekts in einer internationalen Organisation.

 

Die Studierenden arbeiten in Teams, die von internationalen Partnern zusammengesetzt sind, und erarbeiten unter Verwendung von Methoden und Instrumenten des CSR, des HRM und von Führungs- und Kommunikationsmethoden einen Plan für ein Unternehmensprojekt. Dabei bearbeiten sie Fragen, wie z.B. wer in solchen Projekten integriert werden muss, welche Widerstände zu erwarten sind und welche Weiterbildungs-, Beratungs- und Informationsangebote im Unternehmen benötigt werden. Expert/inneninputs werden angeboten, um das Verständnis zu fördern, auf welche Weise die spezifischen Kompetenzen von Menschen des Autismus-Spektrums neue Einsichten in Organisationen ermöglichen. Studierenden lernen neue Ideen kennen, wie Unternehmen diese wertvollen Talente nutzen können. Am Ende der Woche präsentieren Studierende ihre Arbeiten vor einem Expert/inn/enpanel.

 

Durch die gesamte Woche coachen Lehrende die Studierenden in inhaltlichen Fragen und zu ihren Arbeitserfahrungen in einem internationalen Team. Indem frühere und aktuelle Erfahrungen reflektiert sowie (Selbst-)Bewußtsein gefördert werden, entwickeln die Studierenden kontinuierlich ihre Kompetenzen weiter.

 

Kurzzusammenfassung (engl.)

Working in international, multidisciplinary teams, students develop a strategy to implement a CSR project in an international organization aiming at increasing the recruitment and inclusion of people on the autism spectrum.

 

Using methods and instruments from CSR, HRM, leadership skills, communications, etc. students work in teams consisting of students from different partner universities and develop a plan for the company that involves questions such as, who needs to be involved in such a project, who might oppose it, what kind of training, support and information will be needed in the company, etc. Based on expert input, students will better understand, how the specific skills of people on the autism spectrum can provide new insights for the organization and come up with ideas how the company can tap into these valuable talents. By the end of the week students will present their suggestions to an expert panel.

 

Throughout the week a team of lecturers will coach the students on content questions as well as on their experience of working in an international team. Reflecting on previous and current experiences raising (self-)awareness, students will continuously develop their skills.

 

 

 

Nähere Beschreibung

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen wurde für die Durchführung 2018 ein neues Thema gewählt, das eine Nähe zum Themenfeld HR aufweisen und gleichzeitig Anknüpfungsmöglichkeiten für Studierende aus anderen Studienrichtungen bieten sollte. Diesen Anforderungen entsprach das Themenfeld „Corporate Social Responsiblity“ (CSR). Dieses Thema unterstützt den interdisziplinären Zugang in der International Week und ist auch ein strategisches Ziel der FH des BFI Wien, welches sich in der Mitgliedschaft der FH beim United Nations Global Compact ausdrückt. Die inhaltliche Verankerung von CSR unterstützt auch die Nachhaltigen Bildungsziele, insbesondere SDG#4 Nachhaltige Bildung, für das die FH des BFI Wien Host im Rahmen eines vom Global Compact Austria initiierten Projekts zur Förderung der Sustainable Development Goals ist.

Der Impuls für das Thema Neuro-Diversity kam von einem Kooperationspartner und Sponsor, deren Diversity-Beauftragte uns über dessen Vorhaben informierte, im Bereich Programmierung und IT-Systeme verstärkt Menschen im Autismus-Spektrum zu integrieren. Zwar war es aufgrund fehlender zeitlicher Ressourcen 2018 nicht möglich, die International Week in Kooperation mit dem Unternehmen durchzuführen, dafür wurde jedoch eine eigene Fallstudie mit konkretem Bezug auf das Unternehmen konzipiert.

 

Zusammengefasst verfolgt die „International Week – Corporate Social Responsibility and Neuro-Diversity” folgende Ziele:

• Durch interdisziplinäre Teamarbeit die Entwicklung von Team- und interkultureller Kompetenz stärken.

• Grundlegende Kompetenzen für die Durchführung von CSR-Projekten und multi-perspektivisches Denken entwickeln.

• Den in wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildungen oft vernachlässigten Diversitätsaspekt stärken und den Abbau von Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Menschen im Autismus-Spektrum fördern.

• Durch Team-Teaching sowie durch Austausch und Auseinandersetzung mit transdisziplinären Herangehensweisen die didaktischen Kompetenzen der Lehrenden weiterentwickeln.

 

Diese Ziele knüpfen an weitere strategische Lehrziele der FH des BFI Wien an:

• Förderung von internationalen und interkulturellen Kompetenzen

• Internationalisierung von Lehre und Forschung

• Ausbildung für internationale Arbeitswelten

• Die Berücksichtigung der nachhaltigen Entwicklungsziele in der Lehre

• Die Förderung von Chancengleichheit

• Umsetzung der hochschuldidaktischen Leitprinzipien der FH des BFI Wien (> Link): Lernergebnisorientierung, Kompetenzorientierung und im Rahmen des Projekts insbesondere selbstgesteuertes Lernen und Studierendenzentrierung.

 

LERNZIELE:

Die Lernziele umfassen zwei Hauptbereiche: CSR und Neurodiversität sowie Teamwork und diverse Teams.

Im Bereich "CSR und Neurodiversity" sind die Studierenden nach Absolvierung der International Week in der Lage,

• grundlegende Herausforderungen bei der Implementierung eines CSR-Projekts zu erklären,

• Stakeholder bei der Implementierung des zu bearbeitenden Projektes zu identifizieren und einen Stakeholder-Kommunikationsplan zu entwerfen,

• grundsätzliche Anforderungen an die Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsumgebungen für Menschen im Autismus-Spektrum zu beschreiben,

• Entscheidungen bezüglich der Konzeptentwicklung und Projektumsetzung in Hinblick auf die relevanten Stakeholder zu begründen und zielgruppengerecht zu präsentieren.

 

Im Bereich „Teamwork und diverse Teams“ sind die Studierenden in der Lage,

• Merkmale eines Teams sowie Phasen der Teamentwicklung zu benennen und das eigene, interdisziplinär und divers zusammengesetzte Team in Hinblick auf diese Merkmale und die eigene Teamentwicklung zu analysieren,

• auftretende Herausforderungen und Konflikte zu beschreiben und zu reflektieren und (unter Anleitung) Lösungsansätze für diese Herausforderungen auszuarbeiten.

Die Studierenden erwerben bei aktiver Teilnahme Fach-, Methoden-, Sozial- und personale Kompetenzen. Zu den Fachkompetenzen zählen Wissen über CSR und Stakeholder-Kommunikation; zu den Methodenkompetenzen insbesondere Projektmanagement und Präsentationstechnik; als Sozialkompetenzen sind interkulturelle Kompetenz, Konfliktmanagement, Toleranz, Stakeholder-Orientierung, Stressbewältigung, Kompromissbereitschaft, Feedback geben und annehmen und die eigene Meinung in einer Fremdsprache vor der Gruppe teilen zu nennen; zu personalen Kompetenzen zählen Selbst- und Teamreflexion, Kreativität, das Hinterfragen eigener Denkmuster, Flexibilität und Selbststeuerung.

 

DIDAKTISCHE METHODE/VORGEHENSWEISE:

Im Sinne einer studierendenzentrierten und gender- und diversitysensiblen Didaktik baut die International Week auf selbstgesteuertem Lernen auf. Die Studierenden werden zu selbstständigem Lernen und Reflektieren angeregt, wobei sie ermutigt werden innerhalb der Teams auf kultur- und sprachbedingte Unterschiede Rücksicht zu nehmen.

Der Team-Teaching Ansatz wird von Anfang an transparent gestaltet und die Rollenteilung (inhaltlich – CSR und Neurodiversity – sowie Teamentwicklung) für die Studierenden nachvollziehbar kommuniziert. Trotz klarer Rollentrennung in der Kommunikation gegenüber den Studierenden sind Arbeitsschritte und Inhalte vom Lehrendenteam gemeinsam geplant und vereinbart; dadurch können die Lehrenden bei einem Ausfall problemlos für einander einspringen.

Trotz einschlägiger Expertise der Lehrenden zu CSR und Stakeholder-Kommunikation erfolgt der Input zu diesen Themen durch ein Impulsreferat einer Fachexpertin. Die Vorjahre zeigten, dass durch die wiederholte Vermittlung von Kerninhalten durch verschiedene Personen (Fachexpertin und Lehrende) die Studierenden diese Fachkenntnisse besser behalten. Diese Vorgehensweise - Gastvortrag durch Expert/inn/en inklusive eines Betroffenen – wurde auch zur Vermittlung von Fachwissen über die Integration von Menschen im Autismus Spektrum gewählt.

Weitere didaktische Elemente sind die Fallstudienarbeit an einem Real-Life Szenario, Rollenspiele, Kleingruppenreflexionen und die Einzelreflexion in Form eines Lerntagebuchs (> Link).

 

THEMA UND INHALTE:

Zentrale Aufgabenstellung ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur Implementierung eines CSR-Projektes in einer internationalen Organisation. Dabei bearbeiten die Studierenden folgende Fragen:

• Wer muss involviert werden? Wer könnte opponieren?

• Welche Art von Unterstützung, Information, oder Training muss für Mitarbeiter/innen bereitgestellt werden?

• Welche praktischen Implikationen können bzw. müssen daraus abgeleitet werden?

• Was sind die nächsten Schritte?

 

Um der Vielfalt der Studierenden gerecht zu werden und multi-perspektivisches Denken zu fördern, können die Teams selbst wählen, aus welcher Perspektive sie das Projekt bearbeiten: als Mitglieder einer unternehmensinternen CSR Taskforce, als externe Consultants, oder als Mitarbeiter/innen des HR-Departments. Drei Arbeitsschritte werden allen Gruppen als Guideline empfohlen: 1. Stakeholder-Identifikation, 2. Identifikation der Bedürfnisse von Menschen aus dem Autismus-Spektrum und deren Auswirkungen auf den Recruiting- und Integrationsprozess, 3. Entwicklung erster Schritte der Projektumsetzung.

 

ABLAUF:

Die Studierenden lernen einander am Sonntagabend bei einem informellen get-together kennen.

MONTAG (9-17h): Nach der Begrüßung und der Vorstellung des Lehrendenteams und organisatorischen Informationen stellen sich die Teilnehmer/innen mit einer Präsentation ihres Herkunftslandes und ihrer Hochschule gegenseitig vor. Danach folgen ein Input zum Thema „Arbeit in internationalen Teams“, mit Vertiefungen durch kurze Kleingruppenarbeiten, und die Gruppenbildung. Die neuen Teams erarbeiten ein gemeinsames Ziel, einen Team-Namen und vereinbaren Regeln für die Zusammenarbeit. Weitere Inputs sind die Vorstellung der Lerntagebücher, die Vorstellung des Projekts, sowie eine Key Lecture zum Thema „CSR und Stakeholder Management“.

Der Tag schließt mit einem get-together in Form eines Austrian Buffet ab, bei dem ein Gastgeber-Team der FH des BFI Wien (Studierende aus dem Studiengang Projektmanagement und IT) in Form von Übungen und Spielen zum interkulturellen Kennenlernen einlädt.

DIENSTAG (9-13h): Am Vormittag erfolgt das eigentliche Teambuilding. Um diese Entwicklung möglichst wenig zu beeinflussen, geben die Lehrenden keine zusätzlichen Inputs. Sie beschränken sich auf die Beantwortung von Fragen zur inhaltlichen Aufgabenstellung und zur Identifikation der Stakeholder und verhalten sich in dieser Phase passiv und beobachtend, wobei sich die Beobachtungsrollen teilweise unterscheiden. Die inhaltlich verantwortlich Lehrende beobachtet vorrangig die inhaltliche Arbeit der Studierenden und verweist gegebenenfalls auf zur Verfügung stehende Instrumente und/oder Informationen. Die für die Teamentwicklung verantwortliche Lehrende verfolgt einen ethnographischen Beobachtungsansatz zu Rollen und Aufgabenverteilung in den Gruppen, um die Studierenden in weiterer Folge in ihrem Reflexionsprozess zu unterstützen.

MITTWOCH (9-17h): Der Vormittag ist dem Thema Neurodiversität gewidmet. Unter dem Titel „Hidden Talents“ findet ein Workshop unter der Leitung von Mitarbeiter/inn/en von Specialisterne (> Link) statt, einem Verein, der das Ziel verfolgt, Menschen aus dem Autismus-Spektrum in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Im Workshop reflektieren die Studierenden ihre Annahmen und Stereotype gegenüber Menschen aus dem Autismus-Spektrum, lernen über die Rahmenbedingungen, die für eine erfolgreiche Integration im Unternehmen erforderlich sind und für welche Aufgabenbereiche Menschen aus dem Autismus Spektrum besondere Talente mitbringen.

Diese Erkenntnisse werden am Nachmittag in Hinblick auf bisherige Annahmen reflektiert und fließen in weiterer Folge in die Projektarbeit ein. Dabei steht die Identifikation von Bedürfnissen von Menschen mit Diagnosen aus dem Autismus-Spektrum und deren Auswirkungen auf den Prozess im Mittelpunkt steht. Diese Auseinandersetzung erfolgt insbesondere in Diskussion mit der inhaltlich hauptverantwortlichen Lehrenden. Zusätzlich widmet die für Teamentwicklung verantwortliche Lehrende jeder Gruppe eine mindestens 30minütige Reflexionseinheit, in der die Teams über die Zusammenarbeit im Team, das Verhältnis von Gruppe und Team und eventuelle Konflikte reflektieren. Diese als „Time-Outs“ konzipierten Einheiten wurden jährlich weiterentwickelt und haben sich als entscheidend für die Bearbeitung von Gruppenkonflikten herausgestellt.

DONNERSTAG (9-17): Am Vormittag werden die inhaltliche Bearbeitung des Projektes abgeschlossen und die nächsten Schritte ausgearbeitet. Dabei steht den Studierenden im Rollenspiel mit der inhaltlich hauptverantwortlichen Lehrenden die Möglichkeit eines „Check-In mit einer Unternehmensvertreterin“ offen. Am Nachmittag bereiten die Studierenden ihre Abschlusspräsentationen vor und reflektieren erneut in einem Time-Out die Gruppenprozesse.

FREITAG (9-12): In der letzten Projektphase präsentieren die Studierenden aus ihrer Perspektive (CSR-Taskforce, externe Consultants, HR-Abteilung) ihre Ergebnisse vor der „Unternehmensleitung“. Damit ist die inhaltliche Aufgabenstellung abgeschlossen. Die Studierenden bleiben für eine abschließende Gruppenreflexion in ihren Gruppen und halten Erfolge und Lessons learned fest. Die finale Aufgabe stellt eine Wertschätzungsübung dar, bei der sich die Teilnehmer/innen nach dem Motto „You are wonderful because …“ anonym Komplimente machen.

 

ROLLE DER LEHRENDEN:

Die Rolle der Lehrenden ist vorrangig die der Facilitators. Sie stellen Informationen in Form von Gastvorträgen oder Workshops, Online-Ressourcen und Recherchetipps zur Verfügung, stellen in Rollenspielen Sounding boards für die Studierenden dar, leiten zur Selbst- und Gruppenreflexion an und unterstützen die Studierenden mit der Schaffung eines Rahmens, in dem alle Teilnehmer/innen unabhängig von Vorkenntnissen und/oder sprachlicher Kompetenz aktiv zum Projekt beitragen.

 

Zur Förderung von selbstorganisiertem und selbstgesteuertem Lernen werden die interdisziplinär und divers zusammengesetzten Studierendenteams zu Ausarbeitung von Lernstrategien, von Strategien für die Bearbeitung des Projektes und zur Formulierung von Teamregeln angeregt. Umsetzung und Wirksamkeit dieser Strategien werden mit den Studierenden in Gruppendiskussionen reflektiert.

Die Teilnehmer/innen haben auch die Möglichkeit, direkt und in Form von Rollenspielen Feedback zu ihrem Lernfortschritt und Zwischenergebnissen in der Bearbeitung der Fallstudie (> Link) zu erhalten. Zusätzlich stärken die Lehrenden durch Referenzieren auf die externen Expert/inn/en in Feedback- und Coaching-Gesprächen die Transdisziplinarität

 

Die Wirksamkeit des Lehrveranstaltungsdesigns wird von den Lehrenden jährlich auf Basis von Beobachtungsprotokollen, den Abschlusspräsentationen der Studierenden, den Lerntagebüchern der Studierenden und Studierendenevaluierungen evaluiert und weiterentwickelt.

 

Positionierung des Lehrangebots

An der Fachhochschule des BFI Wien richtet sich das Angebot an Studierende aller Bachelor-Studiengänge des 4. Semesters, wobei es im Jahr 2018 von Studierenden der Studiengänge Bank- und Finanzwirtschaft, Arbeitsgestaltung und Human Resource Management, und Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung in Anspruch genommen wurde. Im Gegenzug für die Teilnahme an der International Week können sich die Studierenden eine seitens der Studiengangsleitung definierte Lehrveranstaltung im Curriculum anrechnen lassen. Die Teilnehmer/innen unserer Partnerhochschulen sind meist ebenfalls Studierende im zweiten Studienjahr. Die Anrechnungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich geregelt: Teilweise müssen die Studierenden verpflichtend eine Internationalisierungsaktivität in Anspruch nehmen und werden in Hinblick auf ihre Teilnahme auch benotet, teilweise ist die Teilnahme freiwillig und wird nicht im Curriculum angerechnet.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.