Das SimulationspatientInnen-Programm (SPP) der Medizinischen Universität Wien - „Sex“ und „Gender“ im Kommunikationsunterricht

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ausgangslage: Im Jahre 2004, als die Medizinische Fakultät aus der Universität Wien als eigenständige Universität hervorging, bestand das Bestreben den Kommunikationsunterricht in verstärktem Ausmaß im medizinischen Curriculum zu verankern und an internationale Standards, wie sie im angloamerikanischen Raum bereits seit Jahrzehnten bestanden, anzupassen. Deswegen wurde mit der Planung und nachfolgender schrittweisen Implementierung eines longitudinalen, kommunikativen Curriculums zur nachhaltigen Förderung und Vertiefung kommunikativer Kompetenzen von Ärztinnen und Ärzten begonnen.

Motive: Zahlreiche Studien belegten bereits ab den 1980-er Jahren, dass kommunikative Fertigkeiten eine Schlüsselkompetenz des ärztlichen Berufes darstellen. Zur Jahrtausendwende begannen sich internationale ForscherInnen vermehrt mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, ob und in welchem Ausmaß Kommunikation durch das Geschlecht der GesprächspartnerInnen beeinflusst wird. Aktuelle Studien belegen, dass unprofessionelle Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und PatientInnen zu einer schlechterer Versorgung führen kann. Die Folgen können Fehldiagnosen und verminderte Compliance der PatientInnen sein, die zu einem schlechteren Krankheitsverlauf und ungünstigeren Prognosen führen können. An der Medizinischen Universität Wien wurde bereits ab dem Jahr 2004 begonnen Studierende verstärkt im Bereich der Kommunikation mit SimulationspatientInnen (SP) zu unterrichten. Die Einführung des verpflichtenden Kommunikationscurriculums mit SimulationspatientInnen fand im Studienjahr 2010/2011 statt. Bis heute ist die Meduni Wien die einzige medizinische Universität in Österreich, welche die Kommunikationslehre mit SimulationspatientInnen als fixen Bestandteil im Curriculum verankert hat. Zur weiteren Verbesserung im Bereich PatientInnensicherheit und um gendersensible Schwerpunkte im Curriculum zu verankern, wurden ab dem Studienjahr 2018/2019 genderspezifische Inhalte im etabliertem Unterricht mit SimulationspatientInnen implementiert.

Ziel: Um internationale Standards im Gesprächsführungsunterricht zu erfüllen wurde erstmalig im Studienjahr 2010/2011 ein Kommunikationsunterricht mit speziell ausgebildeten SchauspielerInnen, den SimulationspatientInnen (SP), im Kleingruppensetting als Pflichlehrveranstaltung für alle Studierenden der Medizinischen Universität Wien eingeführt. Studierende trainieren unter der Leitung von qualifizierten Lehrenden das PatientInnen-zentrierte Gespräch im Rollenspiel mit professionellen SchauspielerInnen, die im SimulationspatientInnen-Programm der Medizinischen Unviersität Wien ausgebildet und im Geben von professionellem Feedback geschult sind. Seit dem Studienjahr 2018/2019 wird in einer der Lehrveranstaltungen des Kommunikationscurriculums der Schwerpunkt auf den Einfluss des eigenen sowie des Geschlechts des/der Gesprächspartnerin gesetzt, damit sich Studierende bereits im 2. Studienjahr mit geschlechts- und genderspezifischen Zusammenhängen in der Kommunikation auseinandersetzen können. Der Unterricht mit SimulationspatientInnen ermöglich es die Übungssituation des ÄrztInnen-PatientInnen-Gesprächs so realitätsnahe wie möglich zu gestalten und gleichzeitig keine realen Personen zu belasten. Das Ziel dieser speziellen Schwerpunktsetzung im Kommunikationsunterricht ist es Studierenden im simulierten ärztlichen Gespräch die Möglichkeit zu geben geschlechts- und genderspezifische Einflüsse bewusst in einem geschützen Rahmen zu erleben um ihre fachlichen, kommunikativen Kompetenzen, basierend auf dem heutigen Stand der Wissenschaft, zu schulen.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Seit 2010/2011 ist die Kommunikationslehre mit SimulationspatientInnen (SP) als longitudinaler Bestandteil im Curriculum Humanmedizin der MedUni Wien integriert und findet im Kleingruppensetting als Pflichtlehrveranstaltung für alle Studierenden der Medizinischen Universität Wien statt. Das SimulationspatientInnen-Programm umfasst derzeit 38 SimulationspatientInnen, die von Schauspieltrainerinnen in speziellen Kommunikations- sowie Rollentrainings vorbereitet und im Feedbackgeben geschult werden. Die SP an der Meduni Wien stellen in Praktika, bei Prüfungen und ärztlichen Fortbildungen PatientInnen oder deren Angehörige mit der dazugehörigen Beschwerdesymptomatik und Lebensgeschichte in medizinischen Gesprächssituationen realitätsnah dar. Um aktuelle, internationale Standards in der ärztlichen Gesprächsführung zu erfüllen, wurde ab dem Studienjahr 2018/2019 die Auseinandersetzung mit genderspezifischen Einflüssen auf die Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und PatientIn in den Unterricht integriert. Studierende werden in diesem Praktikum angeleitet Unterschiede in der Kommunikation von Frauen und Männern, die zu einer Verminderung des Informationsflusses zwischen Arzt/Ärztin und PatientInnen mit nachfolgend schlechterer PatientInnenbetreuung führen können, durch das simulierte Gespräch mit SimulationspatientInnen zu erkennen und ihre kommunikativen Kompetenzen in diesem Bereich zu trainieren.

Kurzzusammenfassung (engl.)

Since 2010 communication training with simulated patients (SP) is a mandatory part of the longitudinal communication curriculum at Medical University of Vienna. Medical students practice their communication skills with standardized patients in a small group setting in the 2nd, 3rd and 4th year. At the moment the SP- team consists of 38 standardized patients who receive a special communication-, feeback- and roleplay training. The standardized patients of the Medical University in Vienna perform during practical courses and assessments as well as at advanced medical trainings for physicians. They are able to portray various medical conditions and settings to allow medical students to simulate challenging conversations, learn professional medical history taking and gain competency in patient-centered communication techniques. The goal of this project was to integrate genderspecific impacts within the established programm. Since 2018 gender specific conversation between physicians an patients was one of the key aspects of communications skills training during the second year where students have the possibility to train their communication skills with special emphasis on genderspecific focuses to reduce loss of information.

Nähere Beschreibung

Das Bestreben dieses Projektes war es gender- und geschlechtsspezifische Schwerpunkte gemäß den aktuellen, internationalen Richtlinien der Kommunikation wie auch der Gendermedizin in die bereits seit 2010/2011 bestehende Kommunikationslehre mit SimulationspatientInnen an der Meduni Wien einfließen zu lassen. Da zahlreiche aktuelle Publikationen auf Unterschiede in der Kommunikation von Frauen und Männern hinweisen, war das Ziel dieses Projekts die Verankerung von geschlechts- und genderspezifischen Inhalten im longitudinalen Kommunikationscurriculum. In diesem Projekt wurde diese Maßnahme im Sinne einer Verbesserung der PatientInnensicherheit in der medizinischen Lehre umgesetzt und erstmalig ab dem Studienjahr 2018/2019 im Kommunikationsunterricht der "Skills Line", wo Studierende im 2. Studienjahr praktische, ärztliche Fertigkeiten und kommunikative Skills lernen, implementiert. Projektleiterin war Frau Dr.in Andjela Bäwert, Leiterin der Abteilung Assessment & Skills am Teaching Center der Medizinischen Universität Wien und inhaltsverantwortliche Koordinatorin der Ärztlichen Gesprächsführung im 2. Studienjahr, die sich seit vielen Jahren sowohl wissenschaftlich als auch im Rahmen Ihrer Aufgabe als stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin intensiv mit Unterschieden von Frauen und Männern im gesundheitlichen Kontext beschäftigt. Zusätzlich wurde das Projekt durch die Programmleiterin des SimulationspatientInnen-Programms, Mag.a Eva Trappl und Professor Dr. Gerhard Zlabinger, in seiner Doppelfunktion als Curriculum-Direktor und Leiter des Teaching Centers der Meduni Wien, unterstützt. Implementiert wurde der gendersensible Kommunikationsunterricht in der Lehrveranstaltung „Ärztliche Gesprächsführung A“ als Teil einer ganzjährigen Praktikumsreihe, der sogenannten „Skills Line“ im 2. Studienjahr, in der MedizinstudentInnen ärztliche Fertigkeiten, die sie auf die erste Pflichtfamulatur vorbereiten sollen, lernen. Die Skills Line umfasst folgende Lehrveranstaltungen: 1.) Ärztliche Grundfertigkeiten (ÄGF), 2.) Ärztliche Gesprächsführung A (ÄGF A) und 3.) die Physikalische Krankenuntersuchung (PKU). Am Ende des 6 Doppelstunden umfassenden Praktikums der ÄGF A sind die Studierenden befähigt, ein Aufnahmegespräch durchzuführen, das sich an den klinischen Anforderungen der Famulatur und den Grundlagen kompetenter Kommunikation zwischen Arzt/Ärztin und PatientIn orientiert.

Unterrichtssetting der ÄGF A: Studierende werden in Kleingruppen von 10-12 Studierenden von einem/einer Lehrenden unterrichtet und lernen an insgesamt 6 Praktikumsnachmittagen á 105 Minuten professionelle Anamnesegespräche mit SimulationspatientInnen zu führen. Jeder/Jede Studierende führt hierbei mindestens ein Gespräch vor der Gruppe und erhält danach sowohl von SP als auch von den Kommilitonen Rückmeldung über das geführte Aufnahmegespräch. Um auch geschlechts- und genderspezifische Aspekte der Kommunikation zu vermitteln, wurde als Grundlage der 5. Doppelstunde der ÄGF A ab dem Studienjahr 2018/2019 die Interaktion zwischen Arzt/Ärztin und Patient/Patientin in den Mittelpunkt gestellt. Im Rahmen dessen sollen Studierende erstmalig ein Bewusstsein entwickeln, welche Einflüsse das Geschlecht der interagierenden Personen, individuelle und genderspezifische Charaktereigenschaften sowie Geschlechterrollenerwartungen und -stereotype des Gegenübers auf die Kommunikation haben können. Der Fokus der Anamneseerhebung liegt hierbei sowohl auf den geschlechtsspezifischen Unterschieden der Symptomatik als auch auf der genderspezifischen Verhaltensweise des/der PatientIn. Um diese Unterschiede so gut wie möglich zu veranschaulichen, wurden durch die Koordinatorin Dr.in Bäwert Rollenskripten verfasst, die gleiche Diagnosen aus gendersensibler Sicht veranschaulichen. Hierbei wurde auf die Verschiedenartigkeit der Ausprägungen von gleichen Erkrankungen bei beiden Geschlechtern großer Wert gelegt, damit die geschlechts- und genderspezifische Unterschiedlichkeit für die Studierenden deutlich zum Ausdruck kommt. Die Studierenden haben in dieser Lehrveranstaltung somit die Möglichkeit aktiv (durch Führen eines Gesprächs) und passiv (durch die Beobachtung eines Gesprächs) die Auswirkung des eigenen sowie des Geschlechts des/der Gesprächspartnerin auf den Kommunikationsverlauf zu erleben. Relevante Aspekte in der Arzt/Ärztin-Patient/Patientin-Kommunikation sollen von den Studierenden wahrgenommen und im Anschluss mit der Kleingruppe diskutiert werden. Studierende werden in diesem Praktikum angeleitet sich gender- und geschlechtsspezifischer Aspekte in der Kommunikation mit PatientInnen bewusst zu werden um mögliche Kommunikationsfehler bzw. –missverständnisse, die zu einer Verminderung des Informationsflusses zwischen Arzt/Ärztin und PatientInnen und nachfolgender schlechterer PatientInnenbetreuung führen können, zu vermeiden.

SimulationspatientInnen-Programm der Meduni Wien (SPP): Als SimulationspatientInnen werden professionelle SchauspielerInnen bezeichnet, die an der Meduni Wien angestellt sind und Kranke mit der dazugehörigen Beschwerdesymptomatik und deren Lebensgeschichte darstellen. Zusätzlich sind standardisierte PatientInnen der Meduni Wien befähigt ein konstruktives Feedback aus PatientInnensicht zu geben, das an das Konzept der "Gewaltfreien Kommunikation" von Marshall Rosenberg angelehnt ist. An der Medizinischen Universität Wien werden SimulationspatientInnen in der medizinischen Lehre, in Prüfungen und in der Weiterbildung eingesetzt. Die Zahl der standardisierten PatientInnen ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen – das Team umfasst mittlerweile 38 SimulationspatientInnen, zwei Schauspieltrainerinnen und drei universitäre MitarbeiterInnn für Leitung, Organisation und Administration. An der MedUni Wien werden im Gegensatz zu den meisten medizinischen Universitäten im deutschsprachigen Raum, die hauptsächlich LaienschauspielerInnen beschäftigen, professionelle SchauspielerInnen, die eine staatliche Schauspielprüfung vorweisen müssen, zu SimulationspatientInnen ausgebildet. Unterschiedliche Krankengeschichten werden im detaillierten Rollenskript von der Koordination und dem dazugehörigen Planungsteam erarbeitet und mit den SP-Trainerinnen auf Spielbarkeit überprüft. Im Skript finden sich die aktuelle Beschwerdesymptomatik, Beschreibungen von allgemeinen Persönlichkeitsmerkmalen, der sozialen Situation, der genauen Krankengeschichte, Hinweise auf Körperhaltung und -sprache sowie aktuelle Gedanken und Gefühle des/der PatientIn. Jedes Jahr vor Beginn des Kommunikationsunterrichtes werden die Falldarstellungen, die ein umfassendes Bild der/des Kranken vermitteln, von den SchaupspielerInnen des SP-Programms im Rahmen von verpflichtenden Schulungen und unter der Leitung unserer SP-Trainerinnen erarbeitet, einstudiert und perfektioniert. Die Symptomatik der einzelnen Krankheitsbilder bedarf einer exakten, realistischen Darstellung, die präzise im Training erarbeitet werden muss. Ein besonderer Fokus liegt auf der standardisierten Darstellung der PatientInnenrollen, da für alle Studierenden die gleichen Bedingungen herrschen müssen – sowohl beim Einsatz im Unterricht als auch bei den Prüfungen.

Lehrende der ÄGF A: Das Lehrenden-Kollektiv der ÄGF A besteht aus internen (Meduni Wien) sowie externen KlinikerInnen und PsychologInnen, die sich jährlich neu bewerben und jedes Jahr in einer verpflichtenden Schulung vor Kursbeginn von der Koordinatorin mit den Schwerpunkten des Kommunikationspraktikums und Neuerungen im didaktischen Lehrkonzept vertraut gemacht werden. Die Inhalte werden im interdisziplinären Planungsteam der ÄGF A, das mehrmals jährlich tagt, und dem mindestens 1x im Jahr ein/e VertreterIn der Österreichischen HochschülerInnenschaft beiwohnt, überarbeitet, adaptiert und festgelegt.

Ablauf des gender- und geschlechtsspezifischen Praktikums der ÄGF A:

Die 5. Doppelstunde der ÄGF A besteht aus 2 Zyklen á 45 Minuten. Zu Beginn der Praktikumseinheit mit dem genderspezifischen Schwerpunkt findet in der Kleingruppe durch den/die Lehrende maximal 10 Minuten lang eine Stundenwiederholung statt, in der die Studierenden zu den theoretischen Inhalten des Kapitels "Einflüsse von Sex und Gender in der Kommunikation" aus dem begleitenden Unterrichtsskriptum als Lehrunterlage befragt werden, mit dem sie sich als Vorbereitung auf den Kurs im Selbststudium vertraut gemacht haben. Danach werden ein Student und eine Studentin als AnamneseführerIn ausgewählt und führen vor der Kleingruppe ein Explorationsgespräch mit einem Simulationspatienten. Die Studierenden der Kleingruppe, die als BeobachterInnen fungieren, sind dabei angewiesen besonderen Fokus auf geschlechts- und genderspezifische Aspekte zu legen.

1. Zyklus à 45 Minuten.: 2 Gespräche mit einem Simulationspatienten

- Ein Studierender führt als Famulant die Anamneseerhebung beim Simulationspatienten durch, der das Krankheitsbild aus „männlicher Sicht“ mit typischen Symptomen und genderspezifisch männlichem Verhalten spielt. Danach verlässt der Simulationspatient den Raum und bereitet, während die Gruppe das Gruppenfeedback erarbeitet, sein Feedback für den gesprächsführenden Studenten vor. Parallel dazu sieht sich der Student ein Video seines Gesprächs mit Kopfhörern am PC-Bildschirm im Praktikumsraum an. Dieses Video wurde von einer Videokamera am eigenen Account des Studierenden während des Gesprächs aufgezeichnet und steht dem Studenten am Onlineportal der Medizinischen Universität Wien unbegrenzt zur Verfügung.

- Danach folgt neuerlich eine Anamneseerhebung desselben Simulationspatienten, diesmal von einer Studentin. Während der Simulationspatient das Feedback für die Studentin vorbereitet, sieht sich diese das eigene Video an und die Kleingruppe bereitet gleichzeitig das Gruppenfeedback vor.

- Danach wird der Simulationspatient wieder in den Gruppenraum gebeten und Student und Studentin beschreiben wie es Ihnen aus subjektiver Sicht beim Gespräch ergangen ist. Im Anschluss daran gibt der standardisierte Patient nacheinander beiden GesprächsführerInnen ein persönliches, aus der PatientInnenperspektive gehaltenes Feedback und verlässt vor dem Gruppenfeedback den Raum. Das ist wichtig, damit die StudentInnen, nur durch den/die Lehrende/n begleitet, in der geschützten Atmosphäre der Kleingruppe das Gruppenfeeback geben bzw. entgegennehmen können. Besonderer Fokus wird hierbei auf die geschlechts- und genderspezifischen Unterschiede beider Anamnesen gelegt. Am Ende des 1. Gesprächszyklus gibt es noch die Möglichkeit zu einer ca. 10 minütigen Diskussion.

2. Zyklus: 2 Gespräche mit einer Simulationspatientin à 45 Minuten.

Danach erfolgt der 2. Gesprächszyklus, gemäß dem ersten, allerdings mit einer Simulationspatientin als Gesprächspartnerin für einen Famulanten und eine Famulantin. Am Ende des 2. Zyklus sollen Unterschiede aller 4 Gespräche bei den verschiedenen Gesprächskonstellationen besprochen werden. Der /Die Lehrende hat nun die Möglichkeit wichtige Aspekte aufzugreifen, mit der Gruppe zu besprechen sowie aufkeimende Fragen zu beantworten.

Als organisatorische Herausforderungen sind der erhöhte Aufwand zur Erarbeitung geschlechts- und genderspezifischer Rollenskripte, ein höherer Trainingsaufwand, Berücksichtigung des Geschlechts der SP bei der Diensteinteilung – es müssen immer ausreichend weibliche und männliche SP zur Verfügung stehen - sowie eine strikte Einhaltung der Zeitvorgaben durch die PraktikumsleiterInnen zu nennen.

Evaluation der Lehrveranstaltung (LV): Die nach Beendigung der LV durchgeführte online Evaluation durch teilnehmende StudentInnen ergab folgende Ergebnisse: es nahmen 97 Studierende (13,53%) von insgesamt 717 PraktikumsteilnehmerInnen an der Evaluation dieses Curriculumelementes teil. 80 StudentInnen (85,1%) erklärten, dass die an sie gestellten Anforderungen während der Lehrveranstaltung genau richtig waren, wie auch exakt der gleiche Prozentsatz angab, dass geschlechtsspezifische Unterschiede entsprechend ihrer Relevanz für die Thematik aufgegriffen wurden. 67 TeilnehmerInnen (69,8%) antworteten auf die Frage, ob sie in der LV ausreichend die Möglichkeit zum praktischen Training gehabt haben mit „trifft zu“ und 23 (24,0%) mit „trifft eher zu“. Insgesamt 84 Studierende (90,3%) kreuzten auf die Frage, ob die Lehrveranstaltung zur Vertiefung der Lehrinhalte beigetragen hat, entweder „trifft zu“ oder „trifft eher zu“ an. Insgesamt empfanden 83 Studierende (89,2%) die LV als sehr gut und oder eher gut. Somit konnte eine sehr große Zustimmung zur Einführung und Umsetzung dieses neuen Unterrichtskonzepts erzielt werden.

Positionierung des Lehrangebots

Diplomstudium Humanmedizin und Diplomstudium Zahnmedizin 2. Studienjahr

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.