MikroKIK: Quiz zur kompetitiven, interaktiven Klausurvorbereitung in der Mikroökonomik

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ziel: MikroKIK soll die Studierenden auf kompetitive und spielerische Weise bei der Klausurvorbereitung unterstützen.

Motivation: Die Durchfallquote in der VWL liegt im Fakultätsvergleich zu hoch. Wir hoffen die Situation durch diese Innovation verbessern zu können.

Ausgangslage: Trotz aufwendiger Verschränkung von Vorlesung und Übung ist die Klausur-Performance der Studierenden nicht zufriedenstellend. Wir hoffen mit Hilfe dieser App die Ergebnisse zu verbessern.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Der Lehrstuhl für Mikroökonomie in Klagenfurt hat das Quiz MikroKIK (zur Benützung am Mobiltelefon oder PC; es gibt Apps für Android & iPhone sowie eine Web-basierte Browserversion) zusammen mit 2 Studierenden (Bianka Pörtsch und Manuel Rom) und mithilfe von Unterstützung der Vizerektorin für Lehre, Doris Hattenberger, erstellt. Wir wurden dabei auch vom AAU e-Learning Team (Sabrina Brauneis) tatkräftig unterstützt. MikroKIK soll ab dem Sommersemester 2019 den Studierenden zur Verfügung gestellt werden um auf kompetitive und spielerische Weise die Klausurvorbereitung in der Mikroökonomik zu unterstützen. Die Mikroökonomik ist eine der Großveranstaltung im AAU-BWL Programm mit durchwegs über 200 angemeldeten Studierenden. Bei den Studierenden gilt die Mikroökonomik als „schwierige“ Lehrveranstaltung mit hoher

Durchfallsquote. Wir möchten bei Erfolg des Piloten (d.h. messbar sinkender Durchfallsquote) gerne auch weitere Lehrveranstaltungen den Studierenden auf diese Weise näherbringen.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The Chair of Microeconomics in Klagenfurt created the quiz MicroKIK (for use on mobile phones or PC; there are apps for Android & iPhone as well as a browser-based webversion) together with 2 students (Bianka Pörtsch and Manuel Rom) and with the support of the Vice Rector for Teaching Doris Hattenberger. We were also actively supported by the AAU e-Learning Team (Sabrina Brauneis). MicroKIK is to be made available to students from the 2019 summer semester in order to support exam preparation in a competitive and playful way. Microeconomics is one of the large courses in the AAUBWL program with usually more than 200 registered students. Microeconomics is considered a “hard” course by the students and suffers from high failure rates. If the pilot is successful (i.e., contributing to measurably lowered failure rates), we would like to make further courses more accessible to the students in this way.

Nähere Beschreibung

Die Lehrveranstaltung Mikroökonomik ist in den Bachelorprogrammen für die Studiengänge Angewandte Betriebswirtschaft und Wirtschaft und Recht eine Pflichtlehrveranstaltung. Im AAU-Größenrahmen handelt es sich bei der Mikroökonomik um eine Großveranstaltung. Die Lehrveranstaltung (LV) besteht aus zwei Teilen, einem Vorlesungsteil in dem das theoretische Wissen in Anlehnung an das Standard-Lehrbuch (Pindyck & Rubinfeld, Mikroökonomie) aufgebaut wird und den parallel dazu stattfindenden Kursteilen, die das Wissen an Hand von praktischen Übungsbeispielen illustrieren, erklären und vertiefen sollen. MikroKIK wurde als Begleitung und spielerische Klausurvorbereitung für diese Lehrveranstaltung konzipiert und soll den Studierenden beim Lernen des Stoffes vor allem des theoretischen Teils der Lehrveranstaltung helfen.

 

In den Kursteilen, wird bereits darauf geachtet, dass die Studierenden anhand von Übungsbeispielen den Stoff erarbeiten und die benutzten Lösungswege im Kurs präsentieren. Dieses Selbsterarbeiten des Lehrstoffes möchten wir im Vorlesungsteil vertiefen, da die Vorlesungen - wie die Erfahrung zeigt - weniger stark frequentiert sind, als die Kursteile bei denen die Anwesenheit verpflichtend ist. MikroKIK soll hier einen zusätzlichen Anreiz bieten die Vorlesung zu besuchen bzw. dazu führen, dass sich die Studierenden mit der Theorie aktiv, selbstmotiviert und spielerisch beschäftigen. Mit der Erstellung und dem Einbauen von MikroKIK in die Lehrveranstaltung erhoffen wir uns, dass die zur Zeit hohe Durchfallquote bei dieser LV gesenkt werden kann.

 

MikroKIK wurde von zwei Studierenden in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl entworfen. Es handelt sich um ein völlig frei zugängliches Open Source Projekt und kann von jeder interessierten Person verwendet und/oder weiterentwickelt werden. Die Studierenden können MikroKIK entweder am Computer oder nach downloaden einer Hosting-App („Quizizz“) am Mobiltelefon (iOS oder Android Betriebssystem) jederzeit starten. Momentan beinhaltet MikroKIK 178 Fragen zur Mikroökonomie und soll im nächsten Semester (Sommersemester 2019) erstmals zum vollen Einsatz in der Lehre kommen. Sofern das Projekt bei den Studierenden Anklang findet, wird das Quiz mit weiteren Fragen befüllt und soll in weiterer Folge auch in anderen Lehrveranstaltungen verwendet werden. Zurzeit ist MikroKIK für die Lehrveranstaltung im Bachelorprogramm konzipiert, jedoch ist es vorstellbar, dass auch in den Masterprogrammen diverse Lehrveranstaltungen mit einem kompetitiven Quiz unterstützt werden können (in denen der theoretische Gehalt dann naturgemäß vertieft werden müsste).

 

Der Vorteil von MikroKIK ist, dass die Studierenden neben den wöchentlichen Unterrichtseinheiten, den Stoff der Lehrveranstaltung zusätzlich wiederholen und spielerisch vertiefen können. Dazu können sie in der App oder auf dem Computer ein Solo Game starten, in dem sich alle 178 Fragen befinden. Die Fragen im Quiz werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Für jede richtig beantwortete Frage erhält der Spieler bzw. die Spielerin Punkte, die die Lernenden motivieren sollen. Zusätzlich werden den Spielern und Spielerinnen die richtigen Lösungen angezeigt, damit inkorrekte Antworten sofort richtiggestellt werden. Möchte der Spieler oder die Spielerin die Fragen außerhalb des Spieles verinnerlichen, so können diese mit den richtigen Antwortmöglichkeiten ausgedruckt werden. Ein weiterer Vorteil der „Drill“-Variante von MikroKIK ist, dass es jederzeit gestoppt und wieder fortgesetzt werden kann. Die bereits erlangten Punkte werden in der App gespeichert.

 

Zusätzlich zum Standalone „Drill“ gibt es zwei weitere Spielvarianten: das Homework Game und das Live Game. Beim Homework Game kann der Lehrveranstaltungsleiter bzw. die Lehrveranstaltungsleiterin gezielte Fragen zu einem, im Unterricht behandelten Thema stellen und den Studierenden somit den Stoff eines größeren Themengebietes zum Wiederholen und Lernen zur Verfügung stellen. Somit wird die Wiederholung des Stoffes gewährleistet und der LV Leiter / die LV Leiterin sieht wer das Material anhand von MikroKIK erarbeitet hat und wie die Studierenden abgeschlossen haben. Auch hier könnten besonders gute Ergebnisse bei der Benotung berücksichtigt werden.

 

Bei der dritten Spielvariante, dem Live Game, können die Studierenden gegeneinander spielen. Hierzu werden sie vom LV Leiter / von der LV Leiterin mit einem Game Code zu einem Turnier eingeladen. In dieser Spielvariante ist es den Studierenden (bei Zustimmung über die entsprechenden App-Einstellungen) möglich, die eigenen sowie die Punktezahlen ihrer Mitspieler und Mitspielerinnen zu verfolgen und laufend auf einem Leadership-Board abzufragen. Dadurch ergibt sich ein spielerischer Wettbewerb unter den Studierenden der das Interesse (im Prinzip unabhängig von den Lehrinhalten) ankurbeln soll. Als Anreiz wird überlegt ob (und in welcher Form) für die zu Semesterende bzw. vor der Klausur am Leadership-Board Bestplazierten ein Beurteilungsbonus vergeben werden kann. Wir hoffen, dass durch freiwillige Teilnahme an diesem MikroKIK-Wettbewerb der Ehrgeiz und das Wettbewerbsdenken der Studierenden geweckt werden kann und in weiterer Folge die Lernenden bei der Endklausur bessere Ergebnisse erzielen können.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor, 2. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.