FEM - Lineare Festigkeitsanalysen, VO

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Vorlesung FEM - Lineare Festigkeitsanalysen ist eine synergetisch im Bachelorstudium Mechatronik und im Masterstudium Bauingenieurwissenschaften abgehaltene Lehrveranstaltung, die überdies noch per Videokonferenz an den dislozierten Universitätsstandort in Lienz übertragen wird. Sie baut auf vorhergehende Lehrveranstaltungen auf (zum Beispiel „Festigkeitslehre“ im Bachelorstudium Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) und bereit die Studierenden auf weiterführende Veranstaltungen vor (zum Beispiel „FEM - Nichtlineare Festigkeitslehre“).

Aus dieser Ausgangslage ergeben sich eine Reihe von Problemen: Heterogene Studierende mit unterschiedlichen Ausbildungsniveaus, technische und didaktische Herausforderungen durch die Übertragung per Videokonferenz und die Notwendigkeit der Verknüpfung mit anderen Lehrveranstaltungen und der zur Vorlesung gehörenden Übung.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Der Lehrveranstaltungsleiter, Ass.-Prof. Dr.-Ing. Peter Gamnitzer, begegnet den didaktischen und praktischen Herausforderungen in engagierter und reflektierter Weise durch eine Vielzahl von durchdachten Maßnahmen, die großteils dem klassischen Repertoire guter Hochschuldidaktik entlehnt sind. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch auf modernen Technologien aufsetzende Elemente. Diese werden sparsam und dosiert eingesetzt. Der fallweise beobachtete Aktionismus in Bezug auf diverse neue Werkzeuge der internetbasierten und elektronischen Lehre, deren Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit ja stets hinterfragt werden muss, ist in der Lehre von Peter Gamnitzer jedenfalls nicht auszumachen. Es handelt sich vielmehr um herausragende und engagierte klassische Hochschullehre im besten Sinn.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The lecturer, Ass.-Prof. Dr.-Ing. Peter Gamnitzer, addresses the didactic and practical challenges in a committed and reflective manner through a variety of well-thought-out measures, which are largely borrowed from the classical repertoire of good university didactics. These measures are supplemented by elements based on modern technologies which are used sparingly and dosed. The occasionally observed activism in relation to various new tools of internet-based and electronic teaching, whose sustainability and meaningfulness always has to be questioned, is certainly not discernible in Peter Gamnitzer's teaching. Rather, it is about outstanding and committed classical university teaching in the best sense.

Nähere Beschreibung

Peter Gamnitzer stellt sorgfältig ausgearbeitete Unterlagen für seine Lehrveranstaltung bereit.

Besonders gut gelungen ist die Verknüpfung mit anderen Lehrveranstaltungen und Lernquellen:

 

• Studierende erhalten einen Satz gut ausgearbeiteter Folien mit Lückentexten. Dadurch werden sie einerseits von der Last des vollständigen Mitschreibens befreit, müssen dem Vortrag aber nach wie vor inhaltlich folgen um die Lücken in der Präsentation handschriftlich zu schließen.

• Um dem Bedürfnis mancher Studierender nach ausformulierten Texten entgegen zu kommen, gibt es auch ein Skriptum zur Vorlesung, dessen Lektüre allerdings nicht zwingend vorausgesetzt wird. Es entstammt einer früheren Version der Vorlesung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Günter Hofstetter und demonstriert, dass sich qualitätsvolle Lehre innerhalb einer Arbeitsgruppe entwickeln muss und von guter Teamarbeit sehr profitiert.

• Um die nicht-verpflichtende Anwesenheit in der Vorlesung zu erhöhen, verwendet Peter Gamnitzer sogenannte „Verknüpfungsfolien“, deren Zweck es ist, auf die Relevanz der begleitenden Übungen für die Vorlesung hinzuweisen. Umgekehrt wird auch in der Übung die Bedeutung der Vorlesung für die zu bearbeitenden praktischen Projekte aktiv herausgearbeitet. Dies erfolgt durch Dipl.-Ing. Nikolaus Fleischhacker, dem Betreuer der Übung. Er stimmt sich mit Peter Gamnitzer regelmäßig über das gemeinsame Vorgehen ab. Es werden auch Informationen ausgetauscht zu welchen Themen die Studierenden noch Förderbedarf haben um diese auch in der jeweiligen Begleitveranstaltung angehen zu können. Diese Maßnahme ist ein weiteres gelungenes Beispiel dafür wie Teamarbeit die Lehre an der Universität verbessern kann.

• Der heterogenen, aus Bachelor- und Masterstudierenden bestehenden, HörerInnenschaft kommt Peter Gamnitzer durch einen bewusst redundanten Stil entgegen. Wo immer es möglich ist, verweist er mittels eines eigenen typographischen Elements („Servicebox“) auf Querverbindungen zu früheren Lehrveranstaltungen, vor allem aus dem Bachelorstudium Bau- und Umweltingenieurwissenschaften.

• Eine weitere didaktische Maßnahme sind „Kurzübungen“ am Anfang der Lehrveranstaltung. Dabei haben Studierende die Möglichkeit, anonym und mit wenig Aufwand zu überprüfen, ob Ihr Wissenstand dem Fortgang der Vorlesung angemessen ist. In zwei Minuten sind Fragen zu beantworten, welche den Inhalt der vorangegangenen Unterrichtseinheit wiederholen. Daran schließt sich eine Diskussion in Kleingruppen und die Auflösung an. Auf diese Weise werden auch das Wissen und der Überblick von im Studium möglicherweise bereits weiter fortgeschrittenen „Peers“ aktiviert. Beispiele für solche Kurzfragen, mit einer Diskussion von Aufwand und Mehrwert, sind auf der Homepage von Peter Gamnitzer (https://www.uibk.ac.at/bft/mitarbeiter/gamnitzer.html.de) abrufbar.

Positionierung des Lehrangebots

Es handelt sich um eine Lehrveranstaltung, die synergetisch im Bachelorstudium Mechatronik (Pflichtmodul des 5. Semesters) und im Masterstudium Bauingenieurwissenschaften (Wahlmodul des 1. Semesters) angeboten wird.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.