StudEMP-A - Die Kunst der Begegnung in der Elementaren Musikpädagogik Symposium für Studierende anlässlich 10 Jahre EMP-A – Arbeitsgemeinschaft. Ausbildungsstätten. Austria

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Arbeitsgemeinschaft EMP-A vernetzt die Ausbildungsinstitutionen für Elementare Musikpädagogik, Elementare Musik- und Bewegungs-/Tanzpädagogik sowie Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik der Universitäten und Konservatorien Österreichs.

Sie wurde von Lehrenden der tertiären Bildungseinrichtungen in diesen Fachbereichen als gemeinsame Plattform der nahe verwandten und sich doch in ihren Profilen voneinander deutlich unterscheidenden Ausbildungsstätten gegründet.

Der Wert der Zusammenarbeit zeigte sich neben dem regelmäßigen fachlichen Austausch auch in gewichtigen Projekten: eine gemeinsame Homepage, ein österreichweiter Aktionstag, ein großes Symposium 2015 in Ossiach und eine daraus resultierende Publikation. Der logische nächste Schritt war es, den Studierenden die Möglichkeit einer intensiven Kollaboration in ähnlicher Form zu eröffnen – das interuniversitäre verbindende Netz sollte noch weitergeknüpft werden.

Wie Ruth Schneidewind, die Vereinsvorsitzende, in der Eröffnungsrede zur StudEMP-A ausführte, tragen die Begegnungen in der EMP-A das große Potenzial in sich, das Eigene zu erkennen und am Anderen zu wachsen. In einem eigens dafür geschaffenen Format sollte auch den Studierenden die hochschulübergreifende künstlerische und persönliche Begegnung diese Erfahrungs- und Entwicklungsmöglichkeit geboten werden.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Der hochschulübergreifende Verein EMP-A entwickelte ein innovatives Konzept gemeinsamer Lehre. In einem dreitägigen Modul bot er in Kooperation mit der Anton Bruckner Privatuniversität Oberösterreich Ende November 2018 interdisziplinäre Lernarrangements an.

Unter dem Motto „Die Kunst der Begegnung“ wurden Lehrende und Studierende der österreichischen tertiären Ausbildungsinstitutionen mit den Fachausrichtungen Elementare Musik-, Bewegungs- und Tanzpädagogik sowie Rhythmik zum künstlerisch-kreativen Austausch eingeladen.

Dieser erfolgte im Bereich des gemeinsamen Improvisierens und Gestaltens mit Musik, Sprache, Bewegung/Tanz und Szene. Begegnungsräume stellten ein Abend mit künstlerischen Beiträgen aus den verschiedenen Ausbildungsstätten, Kurse mit hochschulübergreifenden Leitungsteams, freie Arbeitsphasen sowie eingeplante Zeit und anregende Settings für informellen Austausch dar.

Die Bereicherung des eigenen Wirkens durch das Kennenlernen und die Auseinandersetzung mit anderen ästhetischen Ansätzen und wissenschaftlichen Zugängen sowie die gemeinsame Reflexion wurden als wichtige Impulse für die Bildungsbiografien der Studierenden und für die Evaluierung, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Lehre erkannt.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The cross-university association EMP-A developed an innovative project of collaborative teaching. During three days in the end of November 2018 EMP-A undertook interdisciplinary courses in cooperation with the Anton Bruckner Private University Upper Austria. Themed „Die Kunst der Begegnung“ (The art of encounter) teachers and students from universities and conservatories offering fields of studies in Elemental Music Education as well as in Music and Movement Education / Rhythmics were invited for an artistic and creative exchange. This included collaborative improvising und creating within music, language, movement/dance and scenic play. The exchange took place in workshops with tandem teaching partners of different universities, free work phases, artistic contributions in the evening as well as in planned time slots with inspiring settings for informal exchange.

The enrichment of the personal contribution enabled through dealing with various aesthetic and scientific approaches as well as the collaborative reflection have been recognized as important stimuli for students’ educational biographies and the quality assurance for teaching and education in general.

Nähere Beschreibung

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens stellte die Arbeitsgemeinschaft EMP-A die Begegnung sowohl von Studierenden als auch Lehrenden im Fachbereich Elementare Musik- und Bewegungspädagogik aus ganz Österreich in den Fokus.

 

Sieben Institutionen entsendeten eine (notwendigerweise) beschränkte Anzahl von Studierenden, so dass insgesamt etwa 100 Studierende und Lehrende der Einladung folgten. Die Teilnehmer/innen kamen aus folgenden Einrichtungen: Anton Bruckner Privatuniversität Oberösterreich: Institut für Musikpädagogik; Kärntner Landeskonservatorium für Musik und Schauspiel; Tiroler Landeskonservatorium; Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: Institut für musikpädagogische Forschung, Musikdidaktik und Elementares Musizieren und Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie; Universität Mozarteum Salzburg: Orff-Institut für Elementare Musik- und Tanzpädagogik; Vorarlberger Landeskonservatorium GmbH.

 

Die Planung und Organisation der StudEMP-A verlangte eine lange Vorlaufzeit. Bei den turnusmäßigen Fachtagungen und Treffen der EMP-A entstanden die Ideen und erfolgte die Ausarbeitung des Konzepts. Es flossen die vielfältigen Erfahrungen der EMP-A-Mitglieder ein, die als Hauptverantwortliche, Mitgestalter/innen und Teilnehmer/innen von Symposien im internationalen Kontext unterschiedliche Perspektiven einbrachten. Im intensiven Austausch konnten Erkenntnisse weitergegeben und mit neuen Impulsen bereichert werden.

Eine Arbeitsgruppe rund um die Linzer EMP-Studiengangsleiterin Martina Kroboth-Kolasch übernahm die Detailplanung und die organisatorische Vorbereitung.

 

Zur Eröffnung (am ersten Abend der drei Studientage) stellten sich Studierende aller teilnehmenden Institutionen mit künstlerischen Beiträgen vor. Die performativen Darbietungen gaben den Teilnehmer/innen Einblicke in die vielfältige Arbeit der unterschiedlichen Ausbildungsinstitutionen. Dieser Abend wurde öffentlich beworben, wodurch die Fülle und Qualität der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten auch Gästen präsentiert werden konnte. In den Eröffnungsreden geäußerte Gedanken zur Wichtigkeit und zum Wert der Vernetzung, zum eigenen Wachsen im Kontakt mit anderen regten bei allen Anwesenden einen Reflexionsprozess an.

 

Am zweiten Tag des Symposiums (Freitag) fanden parallel in vier Zeitschienen 90minütige Kurse statt. In einem inhaltlich breit gefächerten Angebot stand das gemeinsame Improvisieren und Gestalten mit Musik, Sprache, Bewegung/Tanz und Szene im Mittelpunkt. Die praktischen Erfahrungen fanden in Abwechslung und Verknüpfung mit theoretischen Inputs sowie unterschiedlichen Formen der Reflexion statt, um Prozesse nachzuvollziehen und die Anwendbarkeit des Erlebten für die Studierenden in ihren Arbeitsfeldern zu verdeutlichen.

Um andere Arbeitsweisen kennenzulernen und den Austausch zu fördern, waren die Gruppen jeweils aus Studierenden aller Ausbildungsstätten zusammengesetzt. Sie blieben an den beiden Arbeitstagen in der jeweiligen Gruppe zusammen, um tiefer gehende Begegnungen und Entwicklungen zu ermöglichen.

 

Mit der Zielsetzung sich ebenfalls einander intensiver zu begegnen und voneinander zu lernen, hatten sich auch die Mitglieder der EMP-A dafür entschieden, bundesländer- und institutsübergreifende Teamteaching-Duos für die Gestaltung der Workshops zu bilden.

 

Es bildeten sich Lehrenden-Tandems in einander inhaltlich bereichernden Konstellationen und es entstanden transdisziplinäre Lehr- und Lernsettings:

1. Natalie Begle-Hämmerle (Vorarlberg) und Valerie Westlake-Klein (Oberösterreich): Impulsworkshop – Die Kunst der Begegnung

2. Dieter Bucher (Kärnten) und Ruth Schneidewind (Wien, EMp): Lieder als Rituale – auch im Nebensächlichen steckt Musik

3. Katharina Knoll (Oberösterreich) und Christine Knoll-Kaserer (Tirol): landscape – soundscape – escape. Landschaftsbilder und Begegnungen als Impulse für Improvisationen

4. Ari Glage (Salzburg) und Reinhold Wirsching (Oberösterreich, Salzburg): Rhythm is more than Music

5. Irmgard Bankl (Wien, Rhythmik) und Hanne Pilgrim (Wien, Rhythmik): Des Pas sur la neige – Zugänge zur Musik, zur Gruppe und zum eigenen Empfinden über den sich im Raum bewegenden Körper

6. Ruth Burmann (Salzburg) und Eva Königer (Wien, EMp): Reflets sur l’eau – Stimmliche und tänzerische Reflektionen zum Element Wasser

7. Agnes Haider (Wien, EMp) und Hanne Pilgrim (Wien, Rhythmik): Facing Phases & Loops – ausgehend von Phasen, Phasenverschiebungen und Loops in die instrumentale Gruppenimprovisation

8. Leonardo Riveiro Holgado (Oberösterreich) und Gertrude Schimpl (Oberösterreich): Kommunikation im ersten Lebensjahr und elementares Musizieren / Tanzen – Gemeinsamkeiten?

9. Veronika Kinsky (Wien, EMp) und Michaela Vaught (Oberösterreich): „In ein Bilderbuch eintauchen“

10. Paul Hille (Wien, Rhythmik) und Mario Smetana (Wien, EMp): Die Moldau sprudelt Improvisation in Bewegung und Musik

11. Irmgard Bankl (Wien, Rhythmik) und Valerie Westlake-Klein (Oberösterreich): Real Time Kompositionen – Bewegung und Stimme in Echtzeit

12. Christina Kanitz-Pock (Wien, EMp) und Martina Kroboth-Kolasch (Oberösterreich): „Aus dem Rahmen fallen und in Form bringen“ – Improvisationen und Gestaltungen zu Pop-Up-Kunst von David A. Carter und Kunstbetrachtungen von Ursus Wehrli

 

Die interinstitutionelle Zusammenarbeit initiierte bei den Lehrenden bereits in der Vorbereitung ihrer Workshops die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lehrkonzepten, Lehrmethoden und Unterrichtsschwerpunkten sowie inhaltlichen Austausch.

In den meisten Fällen unterrichteten die Lehrenden im Tandem mit Partner/innen, mit denen sie zuvor keine gemeinsame Lehrerfahrung verband. Dies brachte mit sich, dass im Prozess auch Klärungen von Begrifflichkeiten notwendig waren, was sowohl implizit als auch explizit die Entwicklung und Schärfung der Konzepte und Curricula beförderte.

In der Unterrichtssituation konnten die Lehrenden ihr eigenes Unterrichtsverhalten und ihre Kommunikationsformen im direkten Vergleich zu Kolleg/innen beobachten.

Die nach den Workshops erfolgten Reflexionen mit den Teamteaching-Partner/innen hatten nicht nur Auswirkungen auf die Entwicklung von Ideen für zukünftige Curricula, sondern entfachten auch Diskussionen zur Thematik der Kompetenzüberprüfung.

 

Dass Lehrende aller teilnehmenden Institutionen sowohl in die Planung der Veranstaltung als auch in die inhaltliche Arbeit mit den Studierenden involviert waren, ermöglichte die Berücksichtigung des unterschiedlichen Vorwissens und der Bildungsbiografien der Studierenden. Ganz bewusst wurde die Heterogenität der Studierenden- und Lehrendengruppe als große Gelegenheit vermeintliche persönliche Grenzen zu überwinden gesehen und wahrgenommen.

 

Am dritten Tag (Samstag) setzten sich die Studierenden – nach einem gemeinsamen Warm-Up – in ihren Gruppen mit den (vom begleitenden Lehrenden-Tandem), vorbereiteten Themenimpulsen auseinander. Sie arbeiteten selbständig an eigenen künstlerischen Lösungen zum gewählten Thema. Ad libitum wurden anschließend Arbeitsergebnisse präsentiert und im Plenum aller Symposiumsteilnehmer/innen auf die Bühne gebracht.

 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine angeleitete Reflexion, die das gemeinsam Erlebte nochmals in Erinnerung rief und würdigte.

 

Der Zeitplan der drei Tage war so konzipiert, dass auch in den Pausen zwischen den inhaltlichen Arbeitsphasen Begegnungen möglich waren, Austausch und Vertiefung durch Gespräche stattfanden. Bei der Party mit Livemusik (am zweiten Abend) wurde das Miteinander tanzend gefeiert.

 

Die Anton Bruckner Privatuniversität erwies sich sowohl geografisch wie auch gebäude- und ressourcentechnisch als idealer Veranstaltungsort.

 

Die gemeinsam erlebte und erfüllte Zeit bot allen Mitwirkenden die Chance, Gemeinsamkeiten zu entdecken, das Eigene und Individuelle deutlicher wahrzunehmen, den fachlichen Diskurs zu vertiefen und weiterzuentwickeln, sowie persönliche Kontakte zu knüpfen.

 

 

 

Zur Evaluierung der StudEMP-A wurde den Studierenden im Anschluss an das Symposium ein Fragebogen übermittelt. Die Fragen bezogen sich auf persönliche Erfahrungen und regten dazu an, den Planungsverantwortlichen Feedback zu geben:

 

„Was habe ich an mir erkannt?“

Diese Frage nach eigenen Stärken, Vorlieben und Ressourcen beantworteten die meisten Studierenden in Bezug auf die stattgefundenen Gruppenprozesse. Viele erwähnten ihre Freude daran, sich in einer großen Gruppe zu bewegen und gemeinsam etwas zu entwickeln. Sie hatten dabei ihre eigene Teamfähigkeit erlebt. Während es manchen sehr leicht fiel, sich in einer kreativen Gruppe frei zu fühlen, bemerkten andere, dass sie lange brauchten, um in einer neuen Gruppe mit Sicherheit zu agieren.

Häufig wurde die Vorliebe für musikalisch-gestalterische beziehungsweise tänzerische Improvisation geäußert. Als eigene Stärken wurden „Vielseitigkeit“, „Offenheit“ und „Körperbewusstsein“ wahrgenommen.

 

„Woran bin ich gewachsen?“

Hier wurde vor allem der Austausch mit den Studierenden der anderen Institutionen in Gesprächen und im gemeinsamen Arbeiten, speziell in der selbständigen Arbeitsphase am Samstag, genannt. Die Studierenden sahen einander bei Bewegung und Tanz als Vorbild. Die Ideen und Impulse der Vortragenden wirkten inspirierend, wobei einerseits Tanzimprovisationen und andererseits die Angebote von Lehrenden fremder Ausbildungsinstitutionen als besonders bereichernd empfunden wurden. Als förderlich wurde die Offenheit aller Teilnehmenden und die allseits erlebte Spontanität beschrieben.

 

„Was ist mir noch wichtig zu sagen?“

An oberster Stelle stand hier der Wunsch, dass solche hochschulübergreifenden Lehrangebote öfter stattfinden sollten. Viele neue Erfahrungen und Begegnungen wurden als bereichernd, mitunter auch als „existenziell” bezeichnet. Dies bezog sich auf das Kennenlernen von Studienkolleg/innen und Lehrenden anderer Universitäten beziehungsweise Institute.

Nicht zuletzt wurde auch ein großes Lob für die Planung und Verpflegung ausgesprochen.

 

Originalzitate von Studierenden:

„Berührt und inspiriert hat mich die Offenheit und die warme, herzliche Energie der anderen Studenten und Lehrpersonen, die während der ganzen StudEMP-A zu spüren war.“

„Gewachsen bin ich an den verschiedenen Workshops zu den verschiedensten Themen, aus denen ich mir viele Dinge mitnehmen konnte, vieles hat mich zum Nach- und Weiterdenken angeregt.“

„Ganz besonders schön und auch absolut entscheidend für einen guten Start war für mich der Eröffnungsabend. Es war schön, die verschiedenen Institute und deren Studierende und Lehrende zuerst als Künstler auf der Bühne zu erleben.“

„Man konnte so viele neue Personen und deren unterschiedliche Herangehensweisen an verschiedene Aufgaben kennenlernen. Das war für mich ganz besonders spannend.“

„So eine Tagung sollte unbedingt wieder stattfinden!“