"Gesundheitsförderung - lohnt sich das?" - partizipative Entwicklung eines Diskussionsspiels (im Rahmen der ILV "Settings der Gesundheitsförderung und Prävention")

Umgesetztes Projekt

Ziele

Kreative, spielerische Herangehensweisen in der Hochschullehre fördern Studienmotivation und studentische Partizipation (Fischer et al., 2017). Zudem regen sie Diskussionen an (Ward et al., 2017) und können einen Beitrag zur Dialogorientierung leisten. Ausgehend von diesen Argumenten wurde an den Studiengängen Gesundheits- und Pflegemanagement unter studentischer Beteiligung im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ das Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ entwickelt. Das Diskussionsspiel versteht sich als interaktives Serious Game und wurde auf der Basis von PlayDecide (https://playdecide.eu/; Zugriff am 06.02.2019) entwickelt.

 

PlayDecide startete 2004 unter dem Titel „Decide – Deliberative Citizens‘ Debates“ als EU-geförderte Initiative von Ecsite (European network of science centers and museums), seit 2009 existiert die Online-Plattform Playdecide.eu, die bestehende Spiele zur Verfügung stellt und die Entwicklung neuer Spiele unterstützt (Bandelli, 2010).

 

Das Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ wurde mit den folgenden Zielen entwickelt:

- Es soll auf spielerische Art und Weise Wissen zum Thema Gesundheitsförderung vermitteln.

- Es soll das gesellschaftlich zunehmend bedeutende Thema Gesundheitsförderung für die Zielgruppe Studierende auf spielerische Art und Weise zur Diskussion stellen.

- Es soll Studierende zur kritischen Reflexion zum Thema Gesundheitsförderung anregen. So soll Bewusstseinsbildung für die Bedeutsamkeit der Thematik gefördert und Gesundheitsförderungswissen erworben beziehungsweise vertieft werden. Gleichzeitig soll mitgebrachtes (Vor-)Wissen zu einem in Öffentlichkeit und Berufswelt oft sehr undifferenziert gebrauchten Begriff kritisch hinterfragt werden.

- Es soll Studierende dabei unterstützen, sich eine informierte Meinung über die Bedeutsamkeit von Gesundheitsförderung im Allgemeinen und in unterschiedlichen Settings zu bilden. Dabei wird die Meinungsbildung auf individueller Ebene, aber auch innerhalb der Spielgruppe (gruppenbezogene Positionierung) gefördert.

- In weiterer Folge soll das Diskussionsspiel auch Akteur*innen im Gesundheitssystem zur Reflexion individueller und gruppenbezogener Meinungen dienen (z.B. Einsatz beim Start eines Gesundheitsförderungsprojektes in der Projektgruppe).

 

Dabei vereint das Diskussionsspiel Aspekte aus den im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ eingesetzten didaktischen Methoden: Inhalte aus (1) Selbststudium, (2) Gastvorträgen von Expert*innen aus der Praxis der Gesundheitsförderung und (3) kritischer Reflexion und Diskussion mit den Lehrenden bildeten die Basis für die Entwicklung der Spielelemente.

Der didaktisch innovative Ansatz des Diskussionsspiels bietet den Studierenden die Möglichkeit, die zentralen Inhalte der Lehrveranstaltung aktiv und selbstbestimmt zu „erforschen“ und er soll Neugierde an und Interesse für Gesundheitsförderung erwecken. So unterstützt das Diskussionsspiel den Kompetenzerwerb der Studierenden.

Das Diskussionsspiel steht unter playdecide.eu/de/playdecide-kits/167152 (Zugriff am 06.02.2019) und unter www.fh-kaernten.at/unser-studienangebot/gesundheit-soziales/ueberblick/gesundheit-soziales/bachelor/gesundheits-und-pflegemanagement/mehr-gesundheits-und-pflegemanagement/settings-der-gesundheitsfoerderung/ (leicht adaptierte, empfohlene Version; Zugriff am 06.02.2019) als Open Source zur Verfügung. Informationen zu der Entwicklung, den Zielen und den Inhalten des Diskussionsspiels finden sich auch im Video zum Spiel unter www.youtube.com/watch (Zugriff am 06.02.2019).

 

 

Kurzzusammenfassung (dt.)

Gesundheitsförderung und Prävention gewinnen in der gesundheitlichen Versorgung zunehmend an Bedeutung. Diese zum Teil kontroversiell diskutierten Zukunftsfelder müssen in der Ausbildung von im Gesundheitswesen Tätigen nicht nur vermittelt, sondern vor allem kritisch reflektiert werden. Das unter studentischer Partizipation entwickelte Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ bietet hier einen kreativen, vielseitig nutzbaren Ansatz. Mit diesem analogen, interaktiven Serious Game, basierend auf PlayDecide, wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern gesundheitspolitische Meinungsbildung auf individueller und gruppenbezogener Ebene gefördert. Das Spiel wurde im Sommersemester 2017 im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ an der Fachhochschule Kärnten entwickelt und im Sommersemester 2018 erstmals im Rahmen der genannten Lehrveranstaltung mit Studierenden zur Prüfungsvorbereitung gespielt. Nach einer Spielsequenz mit Expert*innen der Gesundheitsförderung und Prävention werden potentielle Adaptierungen vorgenommen, um das Spiel im Sommersemester 2019 zu Lehrveranstaltungsbeginn zur anfänglichen Meinungsbildung zur Thematik sowie zur Prüfungsvorbereitung einzusetzen. Der freie Zugang zu dem Diskussionsspiel unterstützt dessen weiteren, kontinuierlichen Gebrauch innerhalb und außerhalb der Fachhochschule Kärnten; die intendierte Übersetzung in englische Sprache wird die internationale Dissemination fördern.

Kurzzusammenfassung (engl.)

Health promotion and prevention are getting more and more important for the field of public health. Thus, these partly controversial issues need to become an integral part of the education for healthcare professionals. Since not only transfer of knowledge but also critical reflection is needed, the discussion game “Health Promotion – Is It Worth It?”, which is based on students’ active participation, was developed. It is an analog, interactive serious game based on PlayDecide, which promotes forming an individual as well as collective opinion concerning health care policies. The game was developed as part of the course “Settings of Health Promotion and Prevention” at the Carinthia University of Applied Sciences (CUAS) in the summer term 2017 and used as preparation tool for the exam of this course in the summer term 2018. After playing this game with experts in health promotion and prevention and carrying out any possibly needed adaptations, the game will be used (1) for the initial opinion forming process and again (2) for the preparation of the exam in the summer term 2019. It is offered as open source, which will facilitate the continuous use of the game within the CUAS and beyond. The intended translation in English will promote its international dissemination.

 

 

Nähere Beschreibung

1. SPIELEN AN DER HOCHSCHULE oder: WARUM ES EIN DISKUSSIONSSPIEL ZUR GESUNDHEITSFÖRDERUNG BRAUCHT…

Durch die Schaffung von Spielräumen wird die Begegnung, das Miteinander, die Kokreation gefördert; Gerald Hüther und Christoph Quarch bringen dies in ihrem Buch „Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist.“ (2017) auf den Punkt: „Denn wo Menschen miteinander spielen, öffnet sich der Raum des Zwischenmenschlichen, in dem sich Neues, Unverhofftes zeigen kann.“ (S. 192 f.). Das Spiel an sich ist dabei nichts Neues, sondern vielmehr seit jeher integraler Bestandteil unserer Kultur beziehungsweise befähigt uns, Kultur und komplexe Zusammenhänge zu verstehen (Tolks et al., 2018). So liegt es auf der Hand, Spiele mit didaktischen Inhalten und Lernzielen zu entwickeln, die so vielschichtige und umfassende Themen wie Gesundheit behandeln. Gesundheitsförderung und Prävention, die innerhalb der gesundheitlichen Versorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen (müssen), bieten sich hier als zum Teil kontroversiell diskutierte Zukunftsfelder an, die etwa in der Ausbildung von im Gesundheits- und Sozialwesen Tätigen spielerisch aufgegriffen werden können. Das macht sich das im Rahmen einer Lehrveranstaltung entwickelte, erprobte und stetig eingesetzte Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ zur Aufgabe. Dabei handelt es sich um ein analoges Serious Game, das im Wesentlichen auf Wissensvermittlung, kritische Reflexion sowie individuelle, und vor allem gruppenbezogene Meinungsbildung zum Thema Gesundheitsförderung abzielt.

Mit dem Diskussionsspiel wird neben anderen didaktischen Elementen (Selbststudium, Gastvorträge aus der Praxis der Gesundheitsförderung, kritische Diskussion mit den Lehrenden) eine innovative, aktivierende Methode eingesetzt, um Wissenserwerb zu erleichtern und die Weiterentwicklung der zentralen Professionskompetenzen Reflexions- beziehungsweise Diskussionsfähigkeit bei den Studierenden zu fördern. Aspekte aus Selbststudium, den Gastvorträgen und der Diskussion mit den Lehrenden bildeten die Basis für die Entwicklung der Spielelemente: So vereint das Spiel theoretisches Wissen (v.a. in Form der Informationskarten), praktische Erfahrungen der Gesundheitsförderung und eine kritische Betrachtung des Theorie-Praxis-Transfers (v.a. in Form der Geschichten- und Themenkarten).

Die Variation der in der Lehrveranstaltung eingesetzten didaktischen Elemente kann zu einer verbesserten Ansprache unterschiedlicher Lerntypen führen (Gruber, 2015) und so der Heterogenität der Studierenden Rechnung tragen. Es bietet den Studierenden Gelegenheit, Gesundheitsförderung hinsichtlich ihres Werts kritisch zu hinterfragen und im Austausch mit Mitstudierenden, also innerhalb der Spielgruppe, eine gemeinsame Meinung zu kreieren bzw. sich einer im Spiel definierten politischen Position zu verschreiben. So ermöglicht der Spielraum ganzheitliches, selbstgesteuertes, sozial-interaktives Lernen und fördert Kompetenzen, die im Sinne der „Employability“ für eine nachhaltige persönliche, soziale und berufliche Entwicklung zentral sind.

 

2. WIE DAS DISKUSSIONSSPIEL ENTSTAND UND WAS DAMIT GESCHAH BEZIEHUNGSWEISE GESCHEHEN WIRD…

Das Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ an der Fachhochschule Kärnten. Diese wird stets im Sommersemester an den Studiengängen Gesundheits- und Pflegemanagement für die Vollzeit- und berufsbegleitend Studierenden des zweiten Semesters gemeinsam angeboten. Im Sommersemester 2017 wurde die Lehrveranstaltung erstmalig im Team-Teaching von Eva Mir und Holger Penz realisiert.

Ziel der Lehrveranstaltung im zweiten Semester des Studiums ist es, aufbauend auf erworbenem Basiswissen zu Gesundheitsförderung und Prävention in die Praxis und deren kritische Reflexion einzuführen. Dies erfolgt vorbereitend auf ein eigenes Anwendungsprojekt im dritten Semester. Im Zuge dessen müssen Studierende mit unterschiedlichem Vorwissen und verschiedener Berufserfahrung, nämlich Vollzeitstudierende sowie (zumeist aus dem Gesundheitswesen stammende) berufsbegleitend Studierende auf einen gemeinsamen Wissens- und Reflexionsstand gebracht werden.

2.1 DAS DIDAKTISCHE KONZEPT

Die konzeptionelle Grundidee der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Lehrveranstaltung befasst sich mit den vier Settings Gemeinde, Betrieb, Hochschule und Schule. Theoretische sowie gesundheitspolitische Grundlagen erarbeiten die Studierenden im Selbststudium, wobei die Lehrenden entsprechende Unterlagen und Aufträge via Moodle zur Verfügung stellen. Gastvortragende berichten aus der Praxis der Gesundheitsförderung für das jeweilige Setting und die Studierenden sind aufgerufen, basierend auf ihren Vorbereitungen mit diesen in Diskussion zu treten. Anschließend treten die beiden Lehrenden darauf basierend mit den Studierenden in einen kritischen Diskurs. Dem Konzept liegt also die Haltung des "Inverted Classroom" zu Grunde.

2.2 DIE ERSTEN ENTWICKLUNGSSCHRITTE

Im Sommersemester 2017 dokumentierten sowohl die Studierenden (N=49) als auch die Lehrenden die zentralen Lehr- und Lerninhalte in Form von Lernkarten, die in das Spiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ als Informationskarten eingeflossen sind. Die Informationskarten sind neben weiteren Spielelementen (z.B. Geschichten-, Aufgabenkarten) der zentrale Inhalt des Spiels. Erste Ideen für Themen- und Geschichtenkarten wurden von den Lehrenden entwickelt und im Rahmen einer Abschlussreflexion in der Lehrveranstaltung als Diskussionsimpulse verwendet. Das Spiel wurde also nicht nur für Studierende entwickelt, sondern unter deren aktiven Beteiligung.

2.3 WEITERENTWICKLUNG UND PILOTIERUNG IN DER LEHRE

Im Wintersemester 2017/2018 wurden die Spielelemente weiterentwickelt, ergänzt und mit Expert*innen der Gesundheitsförderung und Prävention vor allem hinsichtlich der politischen Positionen diskutiert.

Für das Sommersemester 2018 lag sodann das Spiel-Kit (Version 1.0) vor. Dieses wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ zum Abschluss der Lehrveranstaltung und zur Prüfungsvorbereitung mit den Studierenden gespielt (N=43 Studierende in 7 Spielgruppen). Damit wurden sowohl die Theorie- und Praxiselemente noch einmal kritisch in Hinblick auf realpolitische Diskurse reflektiert, als auch für den Wissenserwerb noch einmal gefestigt. Die schriftliche Abschlussprüfung stellte Fragen zu den entsprechenden Spielkarten. Erkenntnisse aus dieser Pilotierung sowie die Ergebnisse aus dem studentischen Feedback wurden im Zuge der 3-Länder-Tagung D_A_CH der Netzwerke gesundheitsfördernde Hochschulen im Juli 2018 präsentiert (Mir & Penz, 2018).

2.4 DIE REFLEXION IN DER PRAXIS

Im Februar 2019 wurden die Gastvortragenden aus der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ zum Spielen eingeladen: Ihnen als bedeutsame Akteur*innen der Gesundheitsförderung und Prävention wurde das Spiel vorgestellt und im gemeinsamen Spielen mit dem Lehrenden-Team Eva Mir und Holger Penz wurden Veränderungspotenziale exploriert. Dies stellte eine weitere wertvolle Rückkoppelungsschleife für die Lehrenden dar.

2.5 DIDAKTISIERUNG UND INTERNATIONALISIERUNG

Im Sommersemester 2019 wird das Spiel erneut im Rahmen der Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ zum Einsatz kommen, allerdings bereits zu Lehrveranstaltungsbeginn, um die Studierenden bei ihrem anfänglichen Meinungsbildungsprozess zur Gesundheitsförderung zu unterstützen. Weiter wird es erneut zu Zwecken der Prüfungsvorbereitung genutzt werden.

Der Moodle-Kurs zur Lehrveranstaltung „Settings der Gesundheitsförderung und Prävention“ für das Sommersemester 2019 ist unter moodle.fh-kaernten.at/course/view.php für die Begutachtung der Einreichung zugänglich (duplizierte Version ohne Studierendendaten; Name des Kurses: „2019SS-B2-Settings der Gesundheitsförderung und Prävention-Kopie“, Zugangsdaten: Username: setgf-user Passwort: B2-Settings). Hier ist einerseits der Einsatz der mannigfaltigen didaktischen Zugänge abgebildet, andererseits ist der geplante erneute Einsatz des Diskussionsspiels erkennbar. Zusätzlich sind in einem Abschnitt ergänzende Materialien aus dem Sommersemester 2018 dokumentiert: Dort finden sich die Gastvorträge sowie die Mind Maps der Lehrenden, die in der Diskussion mit den Studierenden durch die Zusammenschau aus Selbststudium der Studierenden, theoretischen Grundlagen und praxisorientierten Inputs entstanden sind. Diese Inhalte haben die (Weiter-)Entwicklung des Diskussionsspiels maßgeblich bestimmt bzw. bietet das Diskussionsspiel ein Abbild vieler der dort erarbeiteten Inhalte.

Das Feedback der Studierenden sowie die gesammelten Informationen aus der bisherigen Entwicklung und Anwendung sollen sodann in eine potentielle Überarbeitung des Spiels münden (Spiel-Kit Version 2.0). Eine Übersetzung des Spiels ins Englische ist ebenso in Planung, um die Nutzungsmöglichkeiten im internationalen Raum zu erhöhen. Erweiterungen des Spiels sind ebenso angedacht, so etwa für andere, bisher wenig berücksichtigte Settings der Gesundheitsförderung (z.B. Pflegeheime) und beinahe vergessene Zielgruppen wie etwa Menschen mit Demenz (Gebhard & Mir, in Druck).

 

3. DAS DISKUSSIONSSPIEL IM ÜBERBLICK

Das Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ beruht auf dem Rahmen von PlayDecide (https://playdecide.eu/; Zugriff am 06.02.2019). Das Spiel-Kit in der Version 1.0 besteht aus den folgenden Elementen (in Anlehnung an New Economics Foundation, 2010):

1. Spielanleitung: Diese beinhaltet alle angeführten Spielelemente sowie eine Spielinstruktion (pdf-Datei).

2. Platzset: Dieses beinhaltet die Spielanweisung mit den vier politischen Positionen (entwickelt unter Einbezug von Expert*innen der Gesundheitsförderung und Prävention), Spielziele, -richtlinien, -etappen und bietet Platz für die unterschiedlichen Kartentypen.

3. Geschichtenkarten: Acht Geschichten-Karten präsentieren die Geschichten von acht Personen. Diese sind zum Teil real, zum Teil erfunden. Sie zeigen auf, wie die Personen vom Themenkomplex Gesundheitsförderung betroffen sind und sollen eine Nähe zum Thema schaffen.

4. Informationskarten: 54, gemeinsam mit Studierenden erarbeitete Informationskarten, stellen problemorientiertes, wissenschaftlich fundiertes Faktenwissen zur Gesundheitsförderung in Aussageform zur Verfügung.

5. Themenkarten: 25, primär lösungsorientierte Karten stellen Einstellungen und Meinungen zur Gesundheitsförderung in Fragen formuliert vor.

6. Aufgabenkarten: Hierbei handelt es sich um 12 spielspezifische „Treiber“ mit Aufgabenstellungen an die Spielgruppe bzw. einzelne Spielpersonen.

7. Weiße Karten: Weiße Karten bieten Raum für zusätzliche eigene Gedanken.

8. Gelbe Karten: Diese stellen eine Erinnerungshilfe an die Spielrichtlinien dar.

9. Formular zur Clustererarbeitung: Dieses ermöglicht die Darstellung der Meinungen und Einstellungen der Spielgruppe in Form von Clustern.

10. Abstimmungsformular zu den politischen Positionen: Die unter Einbezug von Expert*innen der Gesundheitsförderung und Prävention entwickelten politischen Positionen stehen hier zur Abstimmung und Abbildung des gruppenbezogenen Meinungsbildungsprozesses zur Verfügung.

Zusätzlich wurde ein literaturbasierter Fragebogen (Hamari et al., 2016; Johnson et al., 2016, 2018) zur Erhebung des Spieler*innen-Feedbacks entwickelt und im Rahmen der Pilotierung eingesetzt.

 

4. SPIELANLEITUNG KOMPAKT

Das Diskussionsspiel „Gesundheitsförderung – lohnt sich das?“ wird in der Version 1.0 in vier Spielphasen zu je 20 Minuten gespielt:

1. Spielphase 1: In dieser Informationsphase werden die Spieler*innen von den Spielanleiter*innen (=Lehrende) in das Spiel eingeführt. Die Aufgaben an die Spieler*innen sind das Lesen der Anweisungen auf dem Platzset, die Auswahl einer Geschichtenkarte und Vorstellung dieser in der Spielgruppe, Wahl von zwei Informationskarten und zwei Themenkarten und Vorstellung dieser in der Spielgruppe.

2. Spielphase 2: In dieser Diskussionsphase tauschen sich die Spieler*innen basierend auf den Geschichten und Informationen aus Spielphase 1 aus. Zusätzliche Anstöße können die Aufgabenkarten bieten, die Gruppeneinstellungen und -meinungen werden in Clustern dargestellt.

3. Spielphase 3: Die Abstimmungsphase steht im Zeichen der Konsensfindung innerhalb der Spielgruppe hinsichtlich einer politischen Position. Es besteht auch die Möglichkeit eine gruppeneigene politische Sichtweise zu formulieren.

4. Spielphase 4: Die Feedbackphase dient der Reflexion des Spielerlebnisses. In einer Plenardiskussion werden die Spielerfahrungen diskutiert, Veränderungspotenziale des Diskussionsspiels reflektiert und individuelles Feedback mittels Fragebogen erhoben.

Literatur zur Einreichung: docs.google.com/document/d/1cMCDaUB6HZMuGD3KWHuhIdLotycjwo

 

 

 

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung "Settings der Gesundheitsförderung und Prävention" wird im 2. Semester der Bachelor-Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement (Vollzeit und berufsbegleitend) der Fachhochschule Kärnten angeboten. Sie umfasst 2 ECTS bei 2 SWS und ist Teil eines Moduls, das sich speziell mit dem Thema Gesundheitsförderung und Prävention auseinandersetzt. Im Zuge dieser Lehrveranstaltung wurde das Diskussionsspiel "Gesundheitsförderung - lohnt sich das?" unter Beteiligung von Studierenden entwickelt und wird dort stetig eingesetzt. Der Einsatz an anderen Hochschulen sowie generell mit Akteur*innen des Gesundheitssystems zur Diskussion von und Sensibilisierung für Gesundheitsförderung ist sehr gut möglich.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.