Berufsfeldbezogene Forschung und Professionalisierung

Umgesetztes Projekt

Ziele

Das Modul „Berufsfeldbezogene Forschung und Professionalisierung“ wird im 5. Semester des Bachelors Sekundarstufe Berufsbildung (Fachbereich Duale Berufsausbildung sowie Technik und Gewerbe) angeboten. Nachdem bereits im 4. Semester ein erster Teil des gleichnamigen Moduls angeboten wird, ist Ziel des zweiten Teils die Vertiefung und Weiterführung ausgewählter Themenbereiche. Das Modul besteht aus Vorlesung (VO), Seminar (SE) und Übung (UE), wobei die VO einen thematischen Rahmen vorgibt, der vom SE und der UE aufgegriffen wird und in enger wechselseitiger Abstimmung einen unmittelbaren Praxisbezug ermöglichen sollte. Anders gesagt: Was in der VO gelernt wird, wird im SE auf die eigene Interessenslage angewendet und in der UE gelehrt. Mit dieser Verknüpfung bietet das Modul eine innovative Möglichkeit, den Theorie-Praxis-Bezug guter Lehre zu veranschaulichen. Die Studierenden sind Berufsschullehrer/innen bzw. Fachlehrer/innen, die parallel zum Studium vollzeitbeschäftigt an einer Berufsschule bzw. Höheren Technischen Lehranstalt unterrichten.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Die VO ist eine reine online-Lehrveranstaltung, die über eine interaktive Lernplattform (Moodle) abgehalten wird. Dabei lernen die Studierenden nicht nur fachspezifische Inhalte, sondern erweitern auch wesentlich ihre digitale Kompetenz. Thematisch verfolgt die VO einen Fokus rund um das Thema Kompetenzorientierung. Nachdem die Kategorien „Kompetenz“ und „Bildung“ kritisch erörtert werden, geht es um die Frage der Kompetenzorientierung in der Schule bzw. in der Unterrichtsforschung. Insbesondere wird untersucht, wie Kompetenz in der beruflichen Bildung gelehrt und gelernt werden kann. Damit hängen auch klassische didaktische Fragestellungen zusammen, etwa Faktoren guten Unterrichts oder einer guten Lehrperson.

 

Diese VO-Themen werden im parallel laufenden SE vertieft. Studierende wählen selbständig ein Thema, das sie in Teamarbeit erforschen und präsentieren. Parallel dazu verfassen sie auch eine individuelle Ausarbeitung des Themas mit einer Forschungsfrage, die im Kontext ihrer eigenen Unterrichtspraxis Relevanz hat. In der ebenfalls parallel stattfindenden UE werden die in der VO gelernten und im SE bereits ausgearbeiteten Inhalte in ein konkretes Unterrichtsprojekt eingebettet. Das Gelernte wird also einem unmittelbaren Praxistest unterzogen. Am Ende verfassen die Studierenden einen Projektbericht sowie eine fachdidaktische Ausarbeitung ihres Unterrichtsprojektes.

 

Kurzzusammenfassung (engl.)

The lecture is completely online and supported by the learning platform Moodle. Students do not only learn specific subjects but also broaden and apply their digital competence. The thematic focus is based on competence-orientation: after a critical introduction into the categories of "competence" and "education“, the question of competence-orientation in schools and within education research will be discussed. In particular, it is examined how competence in vocational education can be taught and learned. This is closely linked to classical didactic issues like factors of “good education” or “good teachers”.

 

These topics are to be intensified in the seminar, which takes course at the same time. Students choose a topic on their own; they explore it and present it in teamwork. Additionally, they write an individual scientific analysis on a specific research issue, which is relevant in the context of their own everyday teaching. Thus, the topics of the lecture are further elaborated in the seminar and finally embedded in a concrete classroom project. This guarantees that the skills of the students will be exemplified in a kind of “field test”. At the end, the students draft a report about the whole project as well as a didactical analysis of their teaching project.

 

Nähere Beschreibung

Vorstellung des Moduls

Das Modul „Berufsfeldbezogene Forschung und Professionalisierung“ wird im 5. Semester des Bachelors Sekundarstufe Berufsbildung (Fachbereich Duale Berufsausbildung sowie Technik und Gewerbe) angeboten. Nachdem bereits im 4. Semester ein erster Teil des gleichnamigen Moduls angeboten wird, ist Ziel des zweiten Teils die vertiefende Auseinandersetzung mit ausgewählten Themenbereichen. Dies können sein: aktuelle Ergebnisse und Konzeptionen aus der Professions- und Berufsbildungsforschung, aus der Schul- und Unterrichtsforschung sowie aus der Lehr- und Lernforschung; des weiteren Befunde zum österreichischen Berufsbildungssystem im europäischen Vergleich, Befunde zu Heterogenität, Selektion und Gendersensibilität im Schul- und Unterrichtskontext sowie Befunde zur Kompetenzorientierung.

Das Modul besteht aus Vorlesung (VO – 3 ECTs), Seminar (SE – 3 ECTS) und Übung (UE – 4 ECTS), wobei die VO einen thematischen Rahmen vorgibt, der vom SE und der UE aufgegriffen wird und in enger wechselseitiger Abstimmung einen unmittelbaren Praxisbezug ermöglichen sollte. Anders gesagt: Was in der VO von den Studierenden gelernt wird, wird im SE auf deren eigene Interessenslage angewendet und in der UE gelehrt. Studierende sind am Ende nicht nur fähig, das Gelernte zu verstehen und wiederzugeben, sondern es auch im Kontext des eigenen Unterrichts sowie im Kontext schulexterner Lernbereiche bzw. nicht-formeller und informeller Bildungsprozesse zu betrachten. Mit dieser Verknüpfung bietet das Modul eine innovative Möglichkeit, den Theorie-Praxis-Bezug guter Lehre zu veranschaulichen. Die Studierenden sind Berufsschullehrer/innen, die parallel zum Studium vollzeitbeschäftigt in einer Berufsschule unterrichten.

 

Die Vorlesung

Die VO ist eine reine online-Lehrveranstaltung, die über eine interaktive Lernplattform (Moodle) abgehalten wird. Dabei lernen die Studierenden nicht nur fachspezifische Inhalte, sondern erweitern auch wesentlich ihre digitalen Kompetenzen. Thematisch verfolgt die VO einen Fokus rund um das Thema Kompetenzorientierung. Nachdem die Kategorien „Kompetenz“ und „Bildung“ kritisch erörtert werden, geht es um die Frage der Kompetenzorientierung in der Schule bzw. in der Unterrichtsforschung. Insbesondere wird untersucht, wie Kompetenz in der beruflichen Bildung gelehrt und gelernt werden kann. Damit hängen auch klassische didaktische Fragestellungen zusammen, etwa was guter Unterricht sein kann und wie man eine gute Lehrperson wird. Die VO bearbeitet diese Themen in mehreren Lerneinheiten mit je kurzen, zusammenfassenden Video-Vorlesungen. Der überwiegende Anteil des workloads wird von den Studierenden im Selbststudium erbracht, wobei zu jeder Lerneinheit Pflichtlektüre zu lesen und diese anhand mehrerer Reflexionsfragen zu bearbeiten ist. Offene Fragen und Verständnisfragen können jederzeit im virtuellen Diskussionsforum eingebracht werden. Die VO endet mit einer schriftlichen Prüfung.

 

Das Seminar

Die Themen der VO werden im parallel laufenden SE aufgegriffen und vertieft. Studierende wählen selbstständig ein Thema, das sie in Teamarbeit erforschen und präsentieren. Parallel dazu verfassen sie eine individuelle Ausarbeitung des Themas mit einer Forschungsfrage, die im Kontext ihrer eigenen Unterrichtspraxis Relevanz hat. Anhand selbständiger Literaturrecherche vertiefen die Studierenden zentrale Begriffe, Konzepte und Modelle, die sie im eigenen Berufskontext für die Planung, Durchführung und Evaluation von Lehr-Lernsituationen benötigen. Zugleich erweitern sie ihr Wissen in Bezug auf die Breite didaktischer Fragestellungen. Auf Basis dieses Wissens sind sie in der Lage, theoretisch (und empirisch) fundierte Schlüsse für die Inszenierung und Reflexion von Unterricht zu ziehen. Methodisch ist das Seminar auf Handlungsorientierung, Interaktivität und kooperatives Lernen ausgerichtet. Kurze Inputs zu Themenschwerpunkten dienen sowohl der Diskussionsanregung als auch als Vorlage für Gruppenaufträge. Die inhaltliche Bandbreite reicht von den unterschiedlichen Formen des Lernens und der damit verbundenen Kompetenzförderung hin zu den Kontextbedingungen des beruflichen Lernens und führt schließlich zu einer kritischen Reflexion zum Umgang mit Vielfalt, Heterogenität und Gender.

 

Die Übung

In der parallel zur VO sowie zum SE stattfindenden UE werden die in der VO gelernten und im SE ausgearbeiteten Inhalte in ein konkretes Unterrichtsprojekt eingebettet. Das Gelernte wird also einem unmittelbaren Praxistest unterzogen. Wesentliches Ziel ist es, die Forschungsbefunde für den eigenen Unterricht nutzbar zu machen und diesen anschließend zu evaluieren. Der Transfer der Lernergebnisse in den Kontext einer eigenständigen Handlungsorientierung erfolgt unter Betreuung einer fachdidaktisch erfahrenen Lehrkraft. In der letzten Übungseinheit bekommen die Studierenden die Gelegenheit, ihre bisherigen Erkenntnisse dem Plenum vorzustellen. Hierbei erfolgt ein wechselseitiger Diskurs über Projektinhalte (fachlicher und didaktischer Natur) sowie über angewandte Methoden der Projektforschung und -evaluation. Am Ende verfassen die Studierenden einen Projektbericht sowie eine fachdidaktische Ausarbeitung ihres Unterrichtsprojekts.

 

Positionierung des Lehrangebots

Modul im 5. Semester des Bachelor-Studiums - DATG an der PH Tirol

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.