Music and Culture in Vienna - International Week

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die in englischer Sprache durchgeführte International Week „Music and Culture in Vienna“ ermöglicht Studierenden und Lehrenden aus dem In- und Ausland Wiener Kultur und Musikkultur zu erleben. Kulturangebote, Chorsingen und ein kulturelles Rahmenprogramm fördern den Austausch zwischen den unterschiedlichen Kulturen der Teilnehmer*innen. Den Lehrveranstaltungen liegt ein kompetenzorientiertes Konzept zugrunde: „Lernen mit und durch Kultur“: Hinführung zur Erschließung der Künste sowie die Förderung kritischer Reflexion. Kunst in der pädagogischen Arbeit schafft eine Verbindung zum eigenen musik-pädagogischen Handeln. In diesem Projekt sind Studierende durch Chorsingen und Stimmbildung bzw. Bühnenpräsenzübungen aktiv beteiligt. Ein einstündiges Chorkonzert gibt den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre erworbenen und weiterentwickelten sängerischen Fertigkeiten anzuwenden und zu präsentieren. Da es sich um eine heterogene Studierendengruppe handelt, werden unterschiedliche musikalische Fähigkeiten und Fertigkeiten berücksichtigt. Eine Exkursion ins „Haus der Musik“ eröffnet spielerisch neue Zugänge zur Musik. Eine Führung durch die Räumlichkeiten der Wiener Volksoper ermöglicht es, einen Kunst- und Kulturbetrieb kennenzulernen, in denen Menschen professionell agieren. Der Besuch einer Vorstellung des Musicals von „Sound of Music“ erweitert den kulturellen Horizont der beteiligten Personen. Um die erworbenen kulturellen Kompetenzen darzustellen und zu bewerten, werden Beobachtungsaufgaben gestellt und abschließende Reflexionsgespräche geführt. Ein elektronisches Portfolio dient einerseits der Förderung kritischer Reflexion aber auch der Beurteilung (workload) des Projekts.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Im Kunst- und Kulturprojekt „Music and Culture in Vienna – Choir Singing“ – in englischer Sprache abgehalten – werden im Rahmen einer International Week an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems musikalisches Handeln wie Chorsingen und begleitende Stimmbildung ergänzt mit der Erschließung Wiener Musikkultur.

Studierende europäischer Pädagogischer Hochschulen erleben die International Week gemeinsam mit Studierenden des 4. Semesters der KPH Wien/Krems, die diese Woche als fachdidaktisches Wahlpflichtangebot im Rahmen des Bachelorstudiums absolvieren.

In täglichen Chorproben unter der Leitung einer Schweizer Expertin werden in Kombination mit Stimmbildungseinheiten, durchgeführt von einer Sängerin mit Bühnenerfahrung, mehrstimmige Musical- und Popsongs sowie afrikanische Lieder mit Bewegungsbegleitungen erarbeitet. Die Präsentation am Ende der Woche wird als einstündiges interaktives Chorkonzert für acht- bis zwölfjährige Schüler*innen durchgeführt.

Die Erfüllung interaktiver Aufgaben im „Haus der Musik“ Wien und der Besuch des Musicals „Sound of Music“ mit Führung durch die Wiener Volksoper bilden das verbindliche Kulturprogramm. Eine Lektion über Highlights der Wiener Musikkultur einst und jetzt dient der Nachbereitung von Exkursion und Musicalaufführung. Die Begegnung mit Wiener Kaffehaus- und Heurigentradition rundet die Kulturerschließung ab.

Die Erstellung eines elektronischen Portfolios dient der kritischen Reflexion der International Week.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The art and culture project "Music and Culture in Vienna - Choir Singing" - in english language - will complement musical activities such as choir singing and accompanying vocal training with the development of Viennese music culture as part of an International Week at the University College of Teacher Education Vienna/Krems (KPH).

Students of European teacher training colleges and students of the 4th semester of the KPH Vienna / Krems, who are completing this week as subject-specific elective courses in the context of the bachelor's program, will experience the International Week together.

In daily choir rehearsals under the direction of a Swiss expert, in combination with voice training units, performed by a singer with stage experience, polyphonic musical and pop songs as well as African songs with movement accompaniment are worked out. The presentation at the end of the week will be a one-hour interactive choir concert for eight to twelve-year-old students.

The fulfillment of interactive tasks in the "House of Music" Vienna and the visit of the musical "Sound of Music" with a guided tour of the Vienna Volksoper are the compulsory cultural program. A lesson on highlights of Viennese music culture once and now serves as a follow-up to the excursion and musical performance. The encounter with Viennese coffee house and heuriger tradition completes the cultural development.

Creating an electronic portfolio serves as a critical reflection of International Week.

Nähere Beschreibung

Im Kunst- und Kulturprojekt „Music and Culture in Vienna – Choir Singing“– in englischer Sprache abgehalten – erwerben Studierende im Rahmen einer International Week an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems Kompetenzenunter dem Aspekt von kunstgeleitetem Lernen im musikalischen Handeln wie Chorsingen und begleitender Stimmbildung sowie mit der Erschließung Wiener Musikkultur ergänzt.

Ausgangslage

Studierende europäischer Pädagogischer Hochschulen (Belgien, Dänemark, Finnland, Niederlande, Schweiz, Spanien, Türkei) erleben die International Week gemeinsam mit Studierenden des 4. Semesters der KPH Wien/Krems, die diese Woche als fachliches und fachdidaktisches Wahlpflichtangebot im Rahmen ihres Bachelorstudiums (Bachelor of Education) absolvieren. Ein Teil der Studierenden wird in ihrem Primarstufenstudium den Schwerpunkt Musik absolvieren, der sie zu Expertinnen im Fach Musikerziehung an Volksschulen ausbildet. Lehrende aus Belgien, Irland und der Schweiz ermöglichen den fachlichen internationalen Austausch zwischen Fachdidaktiker*innen der Pädagogischen Hochschulen.

Durchführung des Projekts

Die Lehrveranstaltungen dieser Kunst- und Kulturwoche stehen unter dem Thema „Lernen mit und durch (Musik-)Kultur“ und werden in zwei großen Bereichen angeboten: Einerseits im „Selbst künstlerisch und kreativ tätig werden“ der Teilnehmer*innen durch den gemeinsamen Chorgesang, andererseits in der Erschließung von Musikkultur durch vielfältige musikalische Anregungen zur Erweiterung des musikalischen Horizonts. Die beiden Bereiche ergänzen sich in der kunstgeleiteten Lehre.

Chorprojekt – aktives musikalisches Handeln

In täglichen Chorproben unter der Leitung einer Schweizer Expertin (PH Zürich) werden leichte Chorarrangements unterschiedlicher Stilrichtungen wie Musical- und Popsongs sowie afrikanische Lieder mit Bewegungsbegleitungen erarbeitet. Die Probenarbeit wird kombiniert mit Stimmbildungseinheiten in der Kleingruppe, durchgeführt von einer Gesangspädagogin (Musikuniversität Wien) und Sängerin mit Bühnenerfahrung. Warm-Ups, Einsingübungen und die Demonstration einer effektiven Probenarbeit geben den Teilnehmer*innen Impulse für ihre zukünftige Lehrendentätigkeit. Durch Übungen zur Bühnenpräsenz haben die Projektbeteiligten die Möglichkeit, sich auf einen offenen künstlerischen Prozess einzulassen, Lernfortschritte zu reflektieren und ihr künstlerisches Potential zu entdecken.

Die Präsentation am Ende der Woche wird als einstündiges interaktives Chorkonzert für acht- bis zwölfjährige Schüler*innen durchgeführt.Das Publikum wird eingeladen, die Aufführung durch Bodypercussion und andere Aktivitätenmitzugestalten. Teilnehmer*innen des Projekts unterstützen die Präsentationdurch den Einsatz audio- und videogestützter Bühnentechnik. Zusätzlich wird eine Anleitung zum Mikrofonsingen und zurBeschallung eines Aufführungsraumesgegeben (interdisziplinäres Lernen).

Durch das Einstudieren und die Präsentation des Konzertprogramms werden Interesse geweckt und die Motivation zum Ausprobieren entwickelt. Neben der Steigerung des persönlichen Selbstbewusstseinswird die Erkenntnis gewonnen, dass künstlerische Prozesse viel Arbeit bedeuten, eine Erfahrung, die auf die eigene Lehrendentätigkeittransferiert werden kann.

Kulturerschließung

Die Erschließung auf Wien bezogener Musikkultur steht auf drei Säulen, dem Besuch des innovativen (Klang-)Museums „Haus der Musik“ Wien, der Führung durch die Räumlichkeiten der Wiener Volksoper – einer Kunst- und Kultureinrichtung – und dem Besuch einer Vorstellung von „Sound of Music“.

„Haus der Musik“ Wien

Der Besuch des Museums(auch als Klangmuseum verstanden) findet unter dem Aspekt der aktiven Beteiligung und der Förderung des individuellen Kompetenzerwerbs statt.Dies geschieht bewusst nicht im Rahmen einer herkömmlichen Führung, vielmehrbearbeiten die Projektteilnehmer*innen während ihres Rundganges Rätsel und Denkaufgaben, die ihnen mit Hilfe von Arbeitsblätternin deutscher und englischer Sprache zur Verfügung gestellt werden. Im Mittelpunkt stehen die Themen Wiener Philharmoniker, die großen Komponisten der Wiener Klassik, die Tanz- und Unterhaltungsmusik aus der Zeit von Johann Strauß (Sohn) und Gustav Mahler in seiner Funktion als Direktor der Wiener Staatsoper. Die Erfüllung weiterer interaktiver Aufgaben wie das Komponieren eines eigenen Wiener Walzers durch „virtuellesWürfeln“, das Ausprobieren von Walzer-Tanzschritten zur Musik von Johann Strauß (Sohn) sowie das Leiten der Wiener Philharmoniker als virtueller Dirigent machen das Kennenlernen von Musikkultur lebendig.

Führung durch die Wiener Volksoper, einer Kunst- und Kultureinrichtung

Eine Führung durch Räumlichkeiten der Wiener Volksopervor der Vorstellung dient dem Kennenlernen eines Musiktheaters als Kulturbetrieb, durch den Blick hinter die Kulissen. Das Wissen um Berufe, Räume und Arbeitsbereiche von Maskenbildner*innen, Tontechniker*innen, Musiker*innen, Regisseur*innen sowie die Erforschung von Licht, Akustik u.Ä. erweitert den Horizont der zukünftigen Pädagog*innen.

Vorstellung des Musicals „Sound of Music“

Der gemeinsame Besuch einer Aufführung des Musicals “Sound of Music“(Text: Oscar Hammerstein, Musik: Richard Rodgers) rundet das verbindliche Kulturprogramm ab. Dieser Besuch dient nicht nur der Erlebbarkeit von Kultur, sondern auch dem Bewusstmachen des Rollenwechsels vom Aufführenden zum Zuhörenden, sich im Verhalten als Publikum zu üben. Eine intensive Vor- und Nachbereitung hilft, sich auch mit gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen (Inhalt und historischer Hintergrund des Musicals).

Eine Lektion über Highlights der Wiener Musikkultur einst und jetzt dient der Nachbereitung der Exkursion ins „Haus der Musik“ sowie der Reflexion der Musicalaufführung. Hörbeispiele, der Liedvortrag einer Sängerin und auch das Erarbeiten eines Songs aus „Sound of Music“ ergänzen den kulturellen Kompetenzerwerb(aktive Einbeziehung von Künstler*innen).

Innovative Hochschuldidaktik

Moderne Museumspädagogik und der Einsatz einer Lehr- und Lernplattform, die der Bereitstellung von Lernmaterialien, dem Erfüllen von Arbeitsaufträgen und auch dem Darstellen der Lernergebnisse dient, spiegeln neuartige Lehrkonzepte wider.Geplant ist, einen Teil der zu erarbeitenden Chorstücke vorab auf eine Moodle-Plattform zu stellen. Um das Vorstudium der Chorstimmen zu erleichtern, werden auch Audiodateien zur Verfügung gestellt. Vielfältige musikalische Anregungen, das Hören von Musik unterschiedlicher Stile, Zeiten und Kulturen sowie das aktive Erarbeiten von Liedern und Songs unterschiedlicher Stilrichtungen unddie Erarbeitung von Hintergrundinformationen befähigen zu einer angemessenen Auseinandersetzung mit der Musik verschiedener Kulturen.

Kulturelles Rahmenprogramm

Auch das freiwillige Rahmenprogramm steht unter dem Aspekt der Erschließung von Kultur, Wiener Kultur.Die Begegnung mit der Wiener Kaffeehauskultur und das Erleben der Wiener Heurigentradition wecken das Interesse vor allem für Teilnehmer*innen aus dem übrigen Europa.

Auf einem Rundgang durch die Wiener Innenstadt wird neben Sehenswürdigkeiten von Wien auch ein typisches Kaffeehaus besucht. Bei einer der vielfältigen Kaffeevarianten wie Wiener Melange, großer und kleiner Brauner, Einspänner u.v.m. und einer typischen Wiener Mehlspeise erleben die Teilnehmer*innen auch kulinarisch die Wiener Kultur.

„Ausg´stecktis“: Beim Heurigenbesuch in Strebersdorf, einem eher dörflich anmutenden Teil von Wien, in dem Wein angebaut wird, hört man bei einem G´spritzten vielleicht auch live vorgetragene Wiener Lieder.

Hinführung zur Forschung

Den Studierenden werden in diesem Projekt, dasvorrangig auf die Erschließung der Künste in der Lehre ausgerichtet ist, auch adäquate Forschungsmethoden vermittelt – eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff kultureller Kompetenzen sowie Methoden zur Darstellung und Reflexion dieser Kompetenzen. In der Beantwortung von gestellten Beobachtungsaufgaben, der Führung eines Forschertagebuches (Lerntagebuches), in Gruppenreflexionen sowie abschließenden Interviews und mit einem elektronischen Portfolio erproben Teilnehmer*innen des Projekts die genannten Methoden.

Für die kulturelle Kompetenzentwicklung in kunst- und kulturgeleiteten Settings ist eine praxisbezogene Heranführung zur Anwendung, Entwicklung und Reflexion des Begriffs der kulturellen Kompetenz von Bedeutung.Wissen, Fähigkeiten, Haltungen und Handlungen können als Grundlage für folgende Kompetenzen gesehen werden:

Im Rahmen der Selbstkompetenz kann Interesse geweckt und die Motivation zum Ausprobieren entwickelt werden. Neben der Steigerung des Selbstbewusstseins können die eigenen Erfahrungen auf das eigene (Lehrenden-)Leben übertragen werden.

Die Entwicklung der Sozialkompetenz erfolgt durch die Arbeit im Team, durch die gemeinsame kulturelle Aktivität wird die Gemeinschaft gestärkt. Gemeinsame Reflexion – z.B. die der Musicalaufführung – baut die Diskussions- und Kritikfähigkeit aus. Einander zuhören, gegenseitig Feedback geben und die Leistung anderer anerkennen sind weitere Indikatoren für die Darstellung von Sozialkompetenz.

 

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor od Education

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.