Lehrveranstaltung Neurorehabilitation- Kompetenzorientierte Lehre und das Prüfen komplexer Inhalte

Umgesetztes Projekt

Ziele

Aufgrund der Adaptierung des Curriculums im Studiengang Physiotherapie an der IMC FH Krems musste die Lehrveranstaltung (LV) „Neurorehabilitation“ (NR) im 3. Semester mit 6 ECTS und 6 Semesterwochenstunden (SWS), abgehalten in 2 Gruppen zu je 22 Studierenden, neu geplant und strukturiert werden.

Herausfordernd waren einerseits die Reduktion von 6,5 auf 6 ECTS/ SWS und dementsprechend auch der Lehrveranstaltungseinheiten (LVEH) von 104 auf 95 und andererseits die zeitlichen Ressourcen im Wintersemester- aus organisatorischen Gründen muss die LV innerhalb von 3 Monaten abgehalten werden. Des Weiteren müssen die hohen Anforderungen an die Studierenden im Praktikum im Fachbereich Neurologie im 4. Semester betont werden. Die Studierenden sollen im Praktikum in der Lage sein, Patientinnen und Patienten individuell zu befunden und darauf aufbauend adäquat zu behandeln. Dafür benötigt es unterschiedlichste Kompetenzen und zusätzlich ein hohes Level an Kompetenzstufen. Eine weitere Herausforderung stellt der seltene Kontakt der Studierenden zu Patientinnen und Patienten (im Rahmen von Demonstrationsbehandlungen) in den ersten 3 Semestern dar.

Speziell im Fachbereich Neurologie haben die Studierenden immer wieder Schwierigkeiten, sich Patientinnen und Patienten mit entsprechenden Krankheitsbildern vorzustellen.

Für die Lehrenden sind die Herausforderungen ebenfalls hoch. Die Kompetenzen/ Lernziele sollten zum großen Teil bereits in den ersten 3 Semestern erreicht werden, um auf das Berufspraktikum vorbereitet zu sein. Dies bedeutet wenig Zeitressourcen für die umfassenden theoretischen und praktischen Inhalte sowie deren komplexe Anwendung an Patientinnen und Patienten.

Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die Studierenden trotz der beschriebenen Schwierigkeiten theoretisch, praktisch, kompetenz- und anwendungsorientiert auf das Praktikum im 4. Semester und darüber hinaus auf die Berufswelt vorzubereiten. Dies schließt die Adaptierung des Prüfungsmodus auf die zu entwickelnden Kompetenzen und Lernziele ein.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Nach der Analyse der Kompetenzen und Lernziele der Lehrveranstaltung (LV) „Neurorehabilitation“ (NR) wurde der Aufbau in sechs Blöcken strukturiert: A-Theorie, B-Praxis, C-Anwendung an Fällen, D-spezielle Aspekte, E-Vertiefen/ Wiederholen und F-Selbststudium. Diese einzelnen Blöcke verfolgen unterschiedliche Lernziele und sind aufeinander aufbauend. Dabei steht die kompetenzorientierte und lernendenzentrierte Lehre im Vordergrund. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, Erfahrungen zu sammeln, Aufgabenstellungen zu erarbeiten und sich mit einem vertiefenden Thema auseinanderzusetzen. Dabei werden immer wieder Fotos und Videos zur Veranschaulichung der Besonderheiten der Neurologie eingesetzt. Ziel ist es, dass die Studierenden am Ende der LV eine individuelle Untersuchung und Behandlung durchführen können.

Die Prüfung besteht aus drei Teilen und deckt alle formulierten Lernziele ab. Der erste Teil ist eine schriftliche Prüfung (30% Gewichtung) und findet nach Teil A statt. Der zweite Teil macht 10% der Gesamtbeurteilung aus und betrifft die Vertiefung in ein spezielles neurologisches Thema (Teil F). Der dritte Teil der Prüfung (60% Gewichtung) ist eine theoretisch- praktische Prüfung nach Abschluss aller LV Einheiten. Diese besteht aus einer fallgeleiteten Analyse und deren Umsetzung in die Praxis, wie es bereits im Rahmen der LV (Teil C) geübt wurde. Die Lernziele von Teil B, D und E werden ebenfalls im Rahmen des dritten Teils der Prüfung mitgeprüft.

Kurzzusammenfassung (engl.)

After evaluation of the competences and learning objectives the course “Neurorehabilitation” (NR) is divided into six different blocks: A-theory, B-practice, C-application to cases, D-specific aspects, E-deepening/ repetition and F-self-study. Each block consists of individual yet consecutive learning outcomes. The focus is on competence-oriented and learner-centered teaching. Students gain experience, work out tasks and deal with an in-depth topic. Photos and videos are used to illustrate and analyze specific symptoms of neurology. Upon completion of the course, students should be able to perform an individual examination with an appropriate treatment.

The competence oriented final exam is divided into three different parts and covers all documented learning objectives. The first part is a written exam (30% weighting) and is examined after part A is completed. The second part (10% weighting) concerns the specialization in a specific neurological topic (part F). The third part of the exam (60% weighting) is a theoretical-practical exam after completing all course sessions. It consists of a case analysis and practical application, as it was trained in part C. Learning outcomes of part B, D and E are examined here as well to ensure students are able to integrate them adequately.

Nähere Beschreibung

Eine Curriculumsadaptierung, die mit einer Reduktion der ECTS und der SWS in der LV NR einherging, sowie hohe fachliche Anforderungen an die Studierenden im Praktikum im Fachbereich “Neurologie” erforderten eine Umstrukturierung. Das übergeordnete Ziel der LV (die Studierenden können eine individuelle Untersuchung und Behandlung durchführen und dabei ihre Handlungsschritte reflektieren und adaptieren) soll durch die Adaptierung erreicht werden. Des Weiteren sollen optimale Voraussetzungen für eine kompetenzorientierte Lehre und für einen darauf abgestimmten Prüfungsmodus geschaffen werden.

Bei der kompetenzorientierten Lehre sollte sich die Lehr- Lernsituation am Lernergebnis orientieren, wobei Wissen und Fertigkeiten als Basis fungieren (Frank et al. 2013). Um Kompetenzen erlangen zu können, ist es von Bedeutung, das Wissen und die Fertigkeiten auch in konkreten Handlungen abrufen zu können (Schaper, 2013). Konzepte wie das handlungs- und problemorientierte Lernen werden z.B. dafür herangezogen, wobei die didaktische Gestaltung der Komplexität der Lernergebnisse entsprechen sollte und zeitliche Ressourcen zum Kompetenzerwerb in der angewandten Praxis geschaffen werden sollten (Schaper, 2012, S.56). Die Analyse von Lernergebnissen ist in der kompetenzorientierten Lehre unerlässlich (ÖFG, 2018). Lernergebnisse sind laut Schermutzki (2007) Aussagen darüber, was Lernende wissen, verstehen und nach Abschluss des Studiums/ eines Moduls/ einer LV in der Lage sind zu tun. Die Analyse der Lernergebnisse gewährleistet einerseits die Erarbeitung von Lehr- und Prüfungsstrategien und andererseits darauf abgestimmte Lehr- und Lernmethoden (Velica, 2010).

Bei dieser LV schien es sinnvoll, sowohl das Praktikum im Fachbereich “Neurologie” als auch die Inhalte der LV zur Ableitung der Kompetenzen vor der Neuplanung der LV genauer zu betrachten.

 

1. Analyse der Kompetenzen und Lernziele

Im Praktikum stehen die fachlichen und sozial- kommunikativen Kompetenzen im Vordergrund. In der LV NR ist zusätzlich zu eben genannten auch die wissenschaftliche Kompetenz von Relevanz, da dies ein wichtiges Standbein der hochschulischen Bildung darstellt.

Die fachlichen Aspekte beinhalten die Theorie und die Praxis rund um den physiotherapeutischen Prozess und die Behandlung im Fachbereich Neurologie. Dazu zählen etwa die Untersuchung, die Behandlung, das motorische Lernen, etc.

Der sozial-kommunikative Bereich wird in anderen LV umfassend behandelt, jedoch müssen die Besonderheiten der Kommunikation in der Neurologie (z.B. Aphasie) erarbeitet werden.

Betreffend die wissenschaftlichen Kompetenzen ist es relevant, den großen Erkenntnisgewinn der letzten Jahrzehnte in der Neurorehabilitation abzubilden.

Werden die Anforderungen des Praktikums anhand der Lernzieldimensionen (Anderson, Krathwohl, 2001) analysiert, sind sowohl kognitive (Kenntnisse), psychomotorische (Fähig- und Fertigkeiten) und affektive Lernziele (Einstellungen) in den vorausgehenden Lehrveranstaltungen erforderlich. Für die LV NR stehen die kognitiven Lernziele (theoretischer Hintergrund) und die psychomotorischen Lernziele (Untersuchungen, Behandlungsmaßnahmen) im Vordergrund. Im Detail betrachtet kann die Prozessdimension, das Level der Lernziele, analysiert und dargestellt werden (Anderson, Krathwohl, 2001).

Die Analyse des Praktikums ergibt eine sehr hohe Prozessdimension bei Stufe 5. Die Studierenden sollen im Praktikum das Wissen nicht nur anwenden, sondern es auch im Rahmen der Untersuchung und Behandlung analysieren und bewerten können. Die psychomotorischen Fertigkeiten sollen nicht nur imitiert, manipuliert und koordiniert werden, auch die Handlungsgliederung (die Koordination verschiedener Bewegungsabläufe) wird gefordert.

Zusammengefasst bedeutet das für die LV NR ein sehr hohes Niveau an Lernzielen und Kompetenzen. Es stellt sich nun die Frage nach der konkreten Umsetzung der LV.

2. Aufbau der Lehrveranstaltung

Hinsichtlich der hohen Anzahl der ECTS/ SWS und der hohen Lernzielniveaus erscheinen ein nachvollziehbarer Aufbau und eine inhaltliche Strukturierung von großer Relevanz. Die Inhalte werden in sechs Blöcke aufgeteilt: A-Theorie, B- Praxis, C- Anwendung anhand von Fällen, D- spezielle Aspekte, E- Wiederholung/ Vertiefung und F- Selbststudium. Nachfolgend werden die einzelnen Blöcke genauer beschrieben. Die Inhalte und Lernziele dieser Blöcke sind dabei von einfach zu komplex aufeinander aufbauend. Im Vordergrund steht immer die Kompetenzorientierung.

A. Theorie (19 LVEH)

Die LV startet mit den theoretischen Inhalten zum Fachbereich Neurologie. Dabei kommen Präsentationen, Gruppenarbeiten und praktische Übungen für das Ermöglichen eigener Erfahrungen (Bsp. motorisches Lernen) zum Einsatz. Fotos und Videos von neurologischen Symptomen werden zur Verdeutlichung der Besonderheiten der Neurologie gemeinsam analysiert und interpretiert. Dadurch werden des Weiteren das Analysieren und Bewerten der theoretischen Hintergründe geübt. Der aktuelle Stand der Forschung ist bei der Auswahl der Lehrveranstaltungsinhalte von großer Bedeutung.

Lernziele:

- Die wichtigsten theoretischen Inhalte können wiedergeben werden und Zusammenhänge werden verstanden.

- Der Unterschied zwischen traditionellen und evidenzbasierten Konzepten und Vorgehensweisen ist bekannt.

 

B. Praxis (45 LVEH)

Der praktische Teil beinhaltet die therapeutischen Untersuchungstechniken und -möglichkeiten und die problemspezifischen Behandlungsmaßnahmen sowohl in Theorie, aber vor allem auch in der praktischen Umsetzung. Dabei üben die Studierenden aneinander. Bei der Auswahl der Untersuchungsmöglichkeiten und Behandlungsmaßnahmen ist die Evidenz von großer Bedeutung.

Das Wissen aus dem Teil A wird fortlaufend wiederholt, um die Theorie sinnvoll mit der Praxis zu verknüpfen. Auch in diesem Block kommen Videos und Fotos von Standardbehandlungen zum Einsatz, um unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen sowie deren Sinn zu veranschaulichen.

Lernziel:

- Einzelne Untersuchungsschritte und Behandlungsmaßnahmen können an einer Kollegin bzw. einem Kollegen kontrolliert und korrekt durchgeführt werden.

 

C. Anwendung anhand von Fällen (12 LVEH)

In Teil C werden die theoretischen und praktischen Inhalte (Teil A und Teil B) an beschriebenen Fallbeispielen bei drei der am häufigsten auftretenden neurologischen Krankheitsbildern (Schlaganfall, Idiopathisches Parkinson Syndrom und Multiple Sklerose) angewendet. Vor der Fallanalyse werden die jeweiligen physiotherapeutisch relevanten Besonderheiten des Krankheitsbildes wiederholt und mit Fotos und Videosequenzen verdeutlicht. Danach wird die Dokumentation der Basisbefundung einer Patientin oder eines Patienten im Rahmen einer Gruppenarbeit weiterbearbeitet und im Anschluss daran im Plenum besprochen. Dabei geht es um die Identifikation von fehlenden Assessments und dem Hauptproblem sowie um die Planung und praktische Umsetzung von Behandlungsschritten. (Genaueres wird im Kapitel „Prüfung“ beschrieben). Je nach didaktischer Ausrichtung gibt es jeweils eine vorbereitete Auflösung und/ oder ein Fotoprotokoll, welche am e-Desktop online zur Verfügung gestellt werden.

Lernziele:

- Ein dokumentierter neurologischer Fall wird verstanden, kann analysiert und fehlende Untersuchungsschritte können festgestellt werden.

- Aufbauend auf die Analyse kann ein Hauptproblem formuliert werden.

- Auf Basis des Hauptproblems kann eine sinnvolle (möglichst evidenzbasierte) Behandlung geplant werden.

- Die Maßnahmen können kontrolliert und korrekt durchgeführt werden.

 

D. Spezielle Aspekte (6 LVEH)

Im vierten Teil der LV werden Krankheitsbilder, die das periphere Nervensystem betreffen, und die Besonderheiten des physiotherapeutischen Prozesses hierbei besprochen. Außerdem können spezielle Behandlungsverfahren (z.B. funktionelle Elektrostimulation, etc.) im Rahmen eines Workshops erarbeitet und ausprobiert werden.

Lernziele:

- Die Besonderheiten des physiotherapeutischen Prozesses bei Problemen des peripheren Nervensystems können angewendet werden.

- Spezielle Behandlungsverfahren können an Kolleginnen und Kollegen problemspezifisch angewendet und die Wirkung kann evaluiert werden.

 

E. Wiederholung/ Vertiefung (6 LVEH)

In den letzten LVEH werden kurze Fälle analysiert, das Hauptproblem definiert und konkrete Behandlungsmaßnahmen praktisch geübt. Es findet außerdem eine Demonstrationsbehandlung statt, wobei eine Patientin bzw. ein Patient in die LV kommt. Dabei werden Teile des physiotherapeutischen Prozesses gemeinsam besprochen und ausgeführt.

Lernziele:

- Ein kurzer Fall kann analysiert, das Hauptproblem erkannt und Behandlungsmaßnahmen abgeleitet werden.

- Praktische Untersuchungsschritte und Behandlungsmaßnahmen können kontrolliert und korrekt ausgeführt werden.

 

F. Selbststudium (im Rahmen der ECTS abgedeckt)

Im Rahmen des Selbststudiums geht es um eine individuelle Vertiefung in ein spezielles neurologisches Thema. Dazu erhalten alle Studierenden einen Artikel zu einem neurologischen Themenfeld, wobei die Auswahl des Artikels nach eigenem Interesse erfolgt. Die Studierenden formulieren auf Basis ihres Themas eine wissenschaftliche Fragestellung für die physiotherapeutische Praxis, suchen dazu eine relevante Studie, analysieren diese und erstellen ein Poster nach einem vorgegebenen Format.

Lernziele:

- Es kann eine Fragestellung zu einem neurologischen Thema formuliert und darauf aufbauend eine passende Studie recherchiert werden.

- Diese Studie kann analysiert und interpretiert werden.

- Die Relevanz für die Physiotherapie kann abgeleitet werden.

 

3. Prüfung

Die Lernüberprüfung besteht aus drei Teilen und deckt alle vorab formulierten Lernziele zu den Teilen A bis F ab.

Der erste Teil ist eine schriftliche Prüfung und findet bereits nach dem theoretischen Block (Teil A) statt. Dieser Teil ist mit 30% gewichtet. Dabei wird das Wissen in Form von multiple choice und offenen Fragen erfasst. Da die Lernziele in Teil A sehr einfach formuliert sind, sind die Fragestellungen dementsprechend gestaltet. Die Studierenden können vor der Lernüberprüfung an einem online Quiz teilnehmen, um sich auf die Prüfung gut vorzubereiten. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und hat keinen Einfluss auf die tatsächliche Lernüberprüfung.

Der zweite Teil macht 10% der Gesamtbeurteilung aus und betrifft die Vertiefung in ein spezielles neurologisches Thema (Teil F Selbststudium). Das abgegebene Poster wird auf Basis der vorab definierten Lernziele beurteilt.

Der dritte Teil der Prüfung ist eine theoretisch- praktische Prüfung nach Abschluss aller LV-Einheiten. Dieser Teil ist mit 60% gewichtet, da er den wichtigsten Teil für die Umsetzung im Praktikum darstellt. In diesem wird eine fallgeleitete Analyse und deren Umsetzung in die Praxis, wie es bereits im Rahmen der LV (Teil C) geübt wurde, gefordert. Jede bzw. jeder Studierende erhält eine dokumentierte Basisbefundung einer Patientin bzw. eines Patienten. Es handelt sich dabei um reale Beispiele, welche in Form eines nicht vollständigen physiotherapeutischen Prozesses ausgegeben werden. Diese haben einen Umfang von drei bis vier A4 Seiten.

Im Rahmen der 30-minütigen Vorbereitungszeit wird der Fall gelesen und es wird analysiert, welche Untersuchungsschritte bereits durchgeführt wurden und wie die Untersuchungsergebnisse zu interpretieren sind. Zusätzlich wird bestimmt, welche Assessments noch fehlen. Die Probleme werden identifiziert und in eine adaptierte Version der „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2001) eingeordnet. Darauf basierend wird ein (bzw. das) Hauptproblem definiert, welches die Grundlage für die Planung der Behandlungsschritte darstellen sollte.

Die Besprechung der Fallanalyse erfolgt gleich zu Beginn des Prüfungsgespräches. Im Anschluss daran werden ausgewählte Untersuchungsschritte und Behandlungsmaßnahmen an einer Kollegin oder einem Kollegen demonstriert. Somit erfolgt auch die Lernzielüberprüfung von Teil B und E. Die Lernziele von Teil D werden ebenfalls im dritten Teil der Prüfung geprüft, da auch Fallbeispiele verwendet werden, bei denen das Hauptproblem im peripheren Nervensystem liegt.

4. Ausblick und kritische Reflexion

Die nach der Neuplanung mit Erfolg zum ersten Mal umgesetzte LV könnte noch weiter ausgebaut/ optimiert werden, indem den Studierenden mehr Demonstrationsbehandlungen geboten werden. Dies bedeutet jedoch einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Zusätzlich sind die zeitlichen Ressourcen knapp, der Unterrichtsplan während dem Semester ist dicht geplant, die Rekrutierung der Patientinnen bzw. Patienten ist schwierig bzw. können diese meist nicht alleine anreisen.

Es könnte jedoch ein Fallbeispiel aus Teil C durch eine Demonstrationsbehandlung ersetzt werden. Eine Schaffung von zeitlichen Ressourcen wäre durch eine digitale Unterstützung möglich. Der Einsatz von blended-learning Sequenzen für die Umsetzung im Teil B ist bereits in Planung.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelorstudium Physiotherapie, 3. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2019 nominiert.