Kurs Marketing

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die gezielte Kompetenzentwicklung in anwendungsorientierten Studiengängen so wie auch in dem hier vorgestellten Kurs Marketing erfolgt „im Blended Learning-Format“ und ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal unserer Universität. Mit dem hier vorgestellten, handlungsorientiertem Kurs „Marketing“ soll die Entwicklung der digitalen Kompetenz von Studierenden gezielt ausgebaut werden, um die Studierenden für die vielfältige Berufsfeldanforderungen in einem sich schnell verändernden (Online-)Marketing in einer immer digitalen Welt zu qualifizieren.

Kurzzusammenfassung (dt.)

In dem hier beschriebenen Kurs Marketing möchte ich zeigen, wie man den aktuellen und zukünftigen Anforderungen einer immer digitalen Welt und Ansprüchen von digital aufgeklärten Studentinnen und Studenten gerecht werden kann und diese gleichzeitig menschlich weiterentwickelt.

 

Im Vordergrund stehen hierbei die Studierenden, deren Eigenverantwortung und Begeisterung ich für die fachlichen Inhalte des Themas Marketing entfachen möchte. Ich habe festgestellt, dass dies gerade durch einen fortwährenden Dialog im Lehr- und Lernprozess über die reine Präsenzphase hinaus sehr gut gelingen kann. Ich versuche durch die Art und Weise meiner Kursgestaltung weg von der Lehrenden- und hin zur Lernendenorientierung zu kommen. Ich bin davon überzeugt, dass ich damit die Selbstorganisation des individuellen Lernprozesses mit Hilfe digitaler Applikationen gezielt fördern kann. Die tutorielle Begleitung der Lernenden während des gesamten Kurses Marketing und studentischen Lebenszyklus steht dabei an erster Stelle. Dabei bin ich selbst immer wieder ein Lernender.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The course Marketing in blended-learning form offers the students the opportunity to get acquainted with the newest digital methods used in this field (digital communication, eye tracking). By supportig the students in an independent way of approaching new fields of study the docent supports the evolvement of the core digital marketing competencies for their future business careers.

Nähere Beschreibung

1. Das Ziel

 

Die gezielte Kompetenzentwicklung in anwendungsorientierten Studiengängen so wie auch in dem hier vorgestellten Kurs Marketing erfolgt „im Blended Learning-Format“ und ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal unserer Universität. Mit dem hier vorgestellten, handlungsorientiertem Kurs „Marketing“ soll die Entwicklung der digitalen Kompetenz von Studierenden gezielt ausgebaut werden, um die Studierenden für die vielfältige Berufsfeldanforderungen in einem sich schnell verändernden (Online-)Marketing in einer immer digitalen Welt zu qualifizieren.

 

Die zunehmende Digitalisierung, Globalisierung und Vernetzung hat die Märkte und damit das Erleben und Verhalten der KundInnen und KonsumentInnen dramatisch verändert. Dies erfordert ein schnelles Umdenken und fortwährendes Lernen in den Unternehmen. Gerade im Bereich Marketing entstehen heute viele neue Berufsfelder, die es bis vor 3 Jahren noch nicht gab.

 

Diese steigenden Anforderungen an die Entwicklung digitaler Kompetenzen soll auch während des Kurses aufgezeigt und Lösungsansätze praxisorientiert trainiert werden.

Ein innovatives Marketing folgt nach wie vor bestimmten Grundmechanismen wie z.B. Analyse der Makro- und Mikroumwelten, der Strategie und operativen Umsetzung, Evaluation und Optimierung. Nur die Methoden und das Wissen der Beteiligten haben sich verändert und müssen beachtet werden. „Der Kunde im Focus“ muss heute nicht nur auf jeder Agenda stehen, sondern auch in Prozessen gelebt werden.

 

Dies betrifft zum Beispiel den ziel- und maßnahmenorientierten Medieneinsatz zur Wissenserzeugung, -verwaltung, -nutzung und -weitergabe im Marketing-Management-Prozess, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, die Neugestaltung der Interaktion mit dem Kunden mit Hilfe der Neuen Medien und viele andere Aufgabenbereiche.

Die Entwicklung speziell von Handlungskompetenz, verstanden als die Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und auch privaten Situationen sachgerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten, soll in diesem Kurs mit Blick auf das Marketing weiterentwickelt werden.

 

 

2. Die Lernzieldefinition jeder Lerneinheit im Kurs

 

Als Intro für jede Lerneinheit skizziere ich den Studierenden den Lernzielbereich. Wenige Sätze, die den Nutzen der nachfolgenden Lehreinheit plastisch beschreiben. Diese Teilziele dienen als Orientierung für die Unterrichtsplanung. Das Offenlegen der Lernziele vermittelt den Studierenden Transparenz über das jeweilige Stoffgebiet.

Dabei versuche ich die Lernziele „smart“ zu beschreiben:

S spezifisch-konkret

M messbar-prüfbar

A attraktiv-herausfordernd

R realistisch

T terminiert

 

 

3. Die Reduktion des Lehrstoffes im Marketingkurs

 

Entsprechend dem Curriculum und der Modulbeschreibungen reduziere ich den Umfang und Schwierigkeitsgrad des Lernstoffs Marketing nach bestimmten Kriterien (z.B. Aktualität, Praxisrelevanz, Beitrag zur Erreichung der vorgestellten Lernziele) und versuche ihn an die zeitlichen und persönlichen Voraussetzungen der Studierenden anpassen. Die Inhalte, die keinen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Lernziele leisten, lasse ich speziell in diesem Basiskurs weg. Ich wähle bewusst Themen aus, die für die Zukunft der Studierenden und deren Handlungskompetenz bei der Bewältigung zukünftiger beruflicher Anforderungen hilfreich sind. Speziell im Marketing ist das die zunehmende Digitalisierung und Entwicklungen im Onlinebereich. Diese „Muss-Themen“ werte ich von Semester zu Semester qualitativ auf.

D.h. methodisch: z.B. durch Echte Praxisfälle, Planspiele, Fallstudien etc.

D.h. medial z.B. durch gute Lehrfilme, Exkursionen zu Unternehmen, Messen etc. oder durch Expertenbesuche.

Die restliche Themen mache ich kenntlich und stelle sie als weiterführende Inhalte mit entsprechenden Literaturhinweisen den Studierenden zur Verfügung.

 

 

4. Aktualität - Die Festlegung von Themenschwerpunkten im Marketing Kurs

 

Marketing ist einem ständigen Wandel unterworfen. Dies möchte ich auch in meinen Unterrichtsinhalten von Semester zu Semester erfassen.

Dazu versuche ich die Inhalte nach Prioritäten zu ordnen:

 

- Exemplarische Beispiele als zentrale Themen festlegen – Prototypenbildung

- Nach Aktualität ordnen

- Nach der Entwicklungsgeschichte des Themas ordnen

- Nach der Praxisrelevanz ordnen

- Nach dem Grad der Vernetzung/Verbindung eines Unterthemas mit einem anderen

Unterthema systematisieren

- Nach dem Prüfungsbezug ordnen

 

Damit kann eine Lernumgebung im Blended Learning nie mit einer anderen identisch sein

da sich die Lernumwelten immer spezifisch aus den jeweiligen Methodenbausteinen zusammensetzen und einem ständigen Wandel unterworfen sind.

 

 

5. Der Kursaufbau Marketing im Detail

 

- Begrüßung der Studierenden mit meinem Bild (Foto)

- Einführung in das Thema und Ziel des Kurses

- Literaturhinweise

- Kursübersicht (Inhalte) mit Informationen zum Seminarablauf und der geschätzten

Bearbeitungsdauer der Lerninhalte

- Gliederung der Lerninhalte (hier 10 Lerneinheiten)

- Vorstellung der Lehr- und Lernhilfsmittel (Video, NaviCard, Google Hangouts, usw.)

- Erreichbarkeit/ Kontaktmöglichkeiten zum Dozenten (vor Ort, telefonisch, per E-Mail, per Chat oder Skype)

- Start mit 1. Präsenz - die ich immer als Helikopter-View benutze, d.h. ich gebe hier einen Gesamtüberblick über den ganzen Kurs

- Virtuelle Lerneinheiten im Kurs:

o Übersicht Thema und Ziel jeder Lerneinheit (Warum sind die Themen für die berufliche Praxis der Studierenden wichtig?)

o Literatur zum Lesen / Journals etc.

o Unterstützendes Lernmaterial (wie z.B. Handout, vertonte Präsentationen, NaviCards etc. )

o Aktuelle Links zu Materialien unterschiedlichster Formate zum Download oder durch interessante Internetseiten. Diese geben den Studierenden zudem die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert aktuelle Informationen zur Thematik zu beschaffen.

o Aufgaben zur Anwendung und Vertiefung des Erlernten nach jeder Lerneinheit

o Überprüfen, ob die Lernziele erreicht wurden (z.B. durch Übungsaufgaben mit Musterlösungen oder Beispielen

o Aufgabenbesprechung und Interaktion (Fragestunde) via Google Hangouts

o Einsatz von Nachrichten und Gruppenforum für die Interaktion mit und zwischen den Studierenden

o Definition und Vorbereitung auf die Studienleistung (hier Klausur)

o Klausurtrainings-Aufgaben

o Klausur-Fragestunde via virtuelles Klassenzimmer

 

 

6. Mein Medienmix im Kurs Marketing

 

Meine Unterlagen, die ich auf der Lernplattform stelle, sollen den Lehrinhalt in aussagekräftiger Form wiedergeben. Sie dienen der Vorbereitung (z.B. Prüfungsvorbereitung) und Ergänzung des Präsenzunterrichts sowie zum Nachstudium. vorgesehen. Dabei achte ich auf einen ausgewogenen Medienmix sowie auf die Relevanz und Aktualität der Lernmaterialien. In diesem Kurs nutze ich:

 

- unterschiedliche Basisliteratur und aktuelle Journals

- von mir erstellte Handouts, die den Stoff zusammenfassen

- von mir erstellte vertonte Präsentationen (Reduktion)

- von mir erstellte NaviCard (Checklisten für die Anwendung und Praxis)

- von mir erstellte Audios (vertonter Lesestoff für mobile Devices)

- von mir erstellte Kurzvideos die Stoff vermitteln (am Flipchart)

- von mir erstellte Kurzvideos mit Experten

- Exkursionen z.B. hier Marketing Agentur Serviceplan zum Thema Commerce im Markting und E-Shop der Zukunft. Die Exkursion filme ich und stelle sie wieder den Studierenden zur Verfügung. (Langsam baut sich so ein Fundus auf)

 

 

7. Die Interaktion im Kurs (Google Hangout- virtuelles Klassenzimmer)

 

Nachteil der gängigen Lernplattformen ist heute deren Fokussierung alleine auf die Kursinhalte. Damit wird die Plattform eigentlich nur als digitaler Semesterapparat genutzt (Zugang zu und Verwaltung von Inhalten, Materialien und Informationen). Ein Austausch über die Grenzen des Kursinhaltes hinweg, wie er im Allgemeinen im realen Studienleben stattfindet und zum Lernen notwendig ist, muss meines Erachtens die virtuellen Plattform erweitern und zum Leben erwecken.

Die Studierenden speichern die Dokumente und Aufgaben auf ihrem lokalen Rechner oder drucken diese aus. Interner Austausch über den Stoff oder Teilen von Information wird zwischen den Studierenden häufig durch Plattformen wie Facebook-Gruppen oder Dropbox abgebildet. Bei diesem Dialog ist der/die Lehrende jedoch in den meisten Fällen ausgeschlossen.

 

In meinem Kurs lege ich deshalb großen Wert darauf, in diesen Echtzeit-Dialog mit den Studierenden zu kommen. Als Instrumente nutze ich hierzu, wie bereits erwähnt, Tools und Medien wie z.B. Google-Hangouts oder Skype, bei denen sich die Studierenden und der Dozent in einer Art „virtuellem Klassenzimmer“ zu einer vereinbarten Zeit treffen. Die ideale Dauer eines fertigen Meetings ist maximal eine Stunde. Technisch loggen sich die TeilnehmerInnen dazu auf der Plattform ein. Bei eingeschalteter Webcam am PC sehen sich alle Beteiligten und der jeweilige „Sprecher“ kann auf ein gemeinsames „White Board“ Präsentationen etc. schieben, die alle Beteiligten sehen.

Die SprecherInnenrolle kann während der Sitzung an andere übergeben werden. Derartige Sessions können aufgezeichnet werden und als Movies fehlenden TeilnehmerInnen zur Verfügung gestellt werden. Die Entfernung zwischen den Beteiligten spielt damit keine Rolle mehr.

 

Virtuelle Klassenzimmer müssen jedoch anders als ein klassischer Frontal-Unterricht mit Power Point aufgebaut werden. In meinem Kurs habe ich die Erfahrung gemacht, dass virtuelle Treffen sehr gut vorbereitet werden müssen. Das Ziel muss die Interaktion sein. Ich lasse dazu die Studierenden einen bestimmten Themenbereich im Vorfeld des virtuellen Klassenzimmers selbständig erarbeiten (z.B. Lesen im Selbststudium).

Ein gutes Beispiel ist hier das selbständige Erarbeiten strategischer Analyse-Tools wie SWOT-Analyse oder der Aufbau des Five Force Modell. Im virtuellen Klassenzimmer liegt dann der Fokus auf der Aktivität – also der Einsatz des Tools an einem Praxisbeispiel.

Jetzt zeigt sich, ob die Studierenden den Lerninhalt verstanden und praxisorientiert anwenden können.

 

Ein nächster Schritt im Bereich Dialog in der Lehre, wird der Aufbau einer hochschuleigenen Community sein (z.B. Komponente Yammer).

Entscheidender Vorteil dieser Komponente ist, dass die Hochschule beliebige (private und öffentliche) Gruppen einrichten könnte. Damit können Studierende sich nicht nur kursübergreifend austauschen, sondern vor allem auch Gruppen bilden, die tutoriell entweder von Lehrenden begleitet werden oder unter Ausschluss stattfinden. Solche Funktionen werden von den Studierenden heute wie schon erwähnt vielfach in Facebook genutzt. Durch eine hochschuleigenen Community besteht jedoch der Vorteil der Integration der online-Kollaboration mit dem direkten Bezug zu Lerninhalten und Materialien. Dies gilt es in Zukunft anzustreben.

 

 

8. Fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen (Interdisziplinarität) im Kurs

 

Die Digitalisierung und die damit verbundene Medienexplosion macht es im Marketing tätigen Personen in der Praxis immer schwerer Schritt zu halten. Die Organisationen befinden sich in einem fortwährenden Lernprozess (Big Data, Google, Social Communities, E-Commerce, veränderte Vertriebskanäle, Transparenz usw.) Aus diesem Grunde bin ich davon überzeugt, dass der einzige Ruhepol in diese Dynamik der Mensch, der Kunde/die Kundin der Konsument/die Konsumentin ist. Die psychologische Wahrnehmung und Verarbeitung der unendlichen Kommunikationsreize hat sich im Grunde nicht verändert. Im Kurs Marketing stelle ich deshalb den Fokus Mensch in das Zentrum. Marketing ohne den Menschen funktioniert nicht. Aus diesem Grund lege ich als Psychologe großen Wert auf Interdisziplinarität und zeige in diesem Kurs Schnittstellen und Verknüpfungen zu anderen Fachdisziplinen wie z.B. Markt- und Werbepsychologie und Neuromarketing auf und versuche neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse einfließen zu lassen.

 

 

9. Semester- Kurs Highlight Eyetracking

 

Zur Förderung der fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen der Studierenden

biete ich in der letzten Präsenz die Verbindung von Marketing und Psychologie durch den Einsatz der Methode des Eyetracking. Dazu wird Eyetracking nicht nur theoretisch dargestellt, sondern die Studierenden arbeiten selbst mit einem Eyetracker (Blickregistrierung) den ich dazu mitbringe. Dazu einen Fragestellung aus der Praxis.

(z.B. Usability in einem E-SHOP). Damit setzen sich die der Studierenden problemorientiert mit eine praktischen Aufgabe auseinander. Im Idealfall werden sie damit kursübergreifend zu selbstständigen forschungsrelevanten Tätigkeiten motiviert.

Positionierung des Lehrangebots

Kurs Marketing - Bachelor 2. Sem., Pflichtkurs, Studiengänge BWL, WiPsy, Sport- & Eventmanagement

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.