Archäologische Schule im Orient

Konzept

Ziele

Die Verbindung von Forschung und Lehre

Kurzzusammenfassung

Die archäologische Schule bietet den Studierenden die Möglichkeit ihre archäologische Ausbildung in hohem Grade zu konzeptualisieren, indem alle Phasen einer wissenschaftlichen Grabung erlernt und aktiv mitgestaltet werden können. Die Studierenden sammeln durch die Grabungstätigkeit und Dokumentationsarbeit umfassend Erfahrungen in diversen Einzelaspekten der archäologischen Disziplin und eignen sich ein fundiertes methodisches Grundwissen an, um archäologische Denkprozesse bei der Geschichtsrekonstruktion nachvollziehen und selbstständig einsetzen zu können.

Die Lehrgrabung "Archäologische Schule" ist eine bewährte hochschuldidaktische Unterrichtsmethode, um Lehre und Forschung effektiv miteinander verbinden zu können. Gerade die darin angewandte inhaltliche Trennung der archäologischen Bildungsschwerpunkte Theorie, Übung, Dokumentation und Interpretation, die andererseits aber gleichzeitig am Untersuchungsgegenstand vor Ort veranschaulicht und vermittelt werden, erleichtern den Studierenden das Verständnis für die Bandbreite der Archäologie.

Nähere Beschreibung

Die Lernziele der Archäologischen Schule sind entsprechend dem Bologna Modell genauestens aufeinander abgestimmt: Lernen - Anwenden - Entwickeln.
Die Studierenden können somit jeweils auf die bereits erworbenen Fertigkeiten aufbauen: Beherrschung der Grundbegriffe und Grundgriffe der Grabungs- und Dokumentationsmethoden, und Aneignung von Grundkompetenzen in der Fundaufnahme und Beschreibung im Bachelor-Lehrgang, Übernahme von Teilverantwortung als Grabungsassistenz und Unterstützung bei der Betreuung von Bacherlor-Studenten/inn/en im Master-Lehrgang, eigenverantwortliche Durchführung von Abschnittgrabungen sowie der Befundaufnahme und -auswertung, und Unterstützung in der Leitung und Organisation der Lehrgrabung im PhD-Lehrgang. Die Studierenden beginnen somit an der Lehrgrabung teilzunehmen und schließen ihre Ausbildung damit ab, indem sie diese unter fachkundiger Betreuung führen.
Die eigenverantwortliche Einbindung der Studierenden in den Forschungs- und Lehrprozess erlaubt ihnen, die erlernten Fertigkeiten sofort umzusetzen und durch eigene, neue Erfahrungen weiter zu vertiefen.
Während der Laufzeit der Archäologischen Schule müssen die Studierenden ein Forschungstagebuch führen, in dem sowohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Grabung, als auch der persönliche Lernfortschritt festgehalten werden. Ersterer Aspekt wird kontinuierlich von dem/der Projektleiter/in auf Terminologie, Gründlichkeit, Stimmigkeit und Ausdruck überprüft und korrigiert. Das Forschungstagebuch dient den Studierenden als Vorbereitung auf die selbständige Forschungsarbeit bei Ausgrabungen.
Die Lehrgrabung umfasst eine praktische und eine theoretische Prüfung. Erstere erfolgt dabei bereits ab dem ersten Grabungstag, indem das täglich gemeinsam definierte Arbeitsziel erreicht wird.
Gleichermaßen erfolgt auch die Prüfung der begleitenden Übungseinheiten, dessen Ziel der Nachweis der Fertigkeit zur selbständigen Fund- und Befunddokumentation ist. Der Prüfungsmodus der theoretischen Lerneinheiten sieht hingegen eine mündliche Prüfung vor, die über mehrere Tage während der Grabung und den Exkursionen, sowie während des Abendunterrichts verteilt erfolgt. Dabei werden im persönlichen Gespräch sowie in der Gruppe das Verständnis der Inhalte der Pflichtlektüren zur Geschichte und Kultur diskutiert und geprüft.
Besonderes Augenmerk legt das Projekt „Archäologische Schule“ auf die Entwicklung und die effiziente Einbindung von e-Learning Methoden, sowie Interdisziplinarität und Transparenz in Forschung und Lehre nach dem Prinzip des Open Access. Die projektbegleitende e-Learning tutorials "Digital Archaeological Documentation" sind ein wichtiges didaktisches Ergänzungsmittel, um die persönlichen Interessen auch unabhängig von der Lehrgrabung und der darin verfolgten Forschungsziele zu erlernen und individuell zu vertiefen. Aufgrund der Transparenz und uneingeschränkten Überprüfbarkeit der Daten wird die Objektivität in der Forschung gefördert.


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2014 nominiert.