Auf die Plätze, forschen, los! – Gemeinsam mit Studierenden die Insel der Forschung erkunden.

Umgesetztes Projekt

Ziele

Ausgangslage: Die Anzahl der Studierenden, die sich für eine wiss. Karriere interessieren ist gering und Seminare, die sich mit Forschungsmethoden, Statistik oder Datenanalyse beschäftigen, werden oftmals als notwendiges Übel empfunden. „Wissenschaft? – Das ist nichts für mich!“ ist eine Aussage, die man oft von Studierenden hört. Dabei wird wiss. Arbeiten oftmals mit dem mühsamen Lesen und Verstehen wiss. Literatur, komplexen statistischen Berechnungen sowie dem langwierigen und einer Vielzahl formeller Regeln unterliegendem Schreiben wiss. Artikel assoziiert. Aspekte, die bei dieser Betrachtungsweise jedoch verloren gehen, aber wesentliche Grundpfeiler darstellen um wiss. Forschen und Arbeiten voranzutreiben, sind die Leidenschaft, die natürlich menschliche Neugier und das Streben den eigenen Horizont zu erweitern. Erst wenn diese Neugier und Leidenschaft in den Studierenden entfacht wird, kann es gelingen sie für eine wiss. Karriere zu begeistern.

 

Ziele/Motive: Die Ziele der Lehrveranstaltung leiten sich aus der von Ernest Harburg (1960) veröffentlichten Abbildung „The Island of Research“ ab. Ziel der Lehrveranstaltung ist es die Studierenden auf ihrem Weg durch die „Insel der Forschung“ zu begleiten: Ausgehend vom „Meer der Theorie“ und der „Bucht der Literatur“ sollen die Studierenden die Fähigkeit erwerben wiss. Literatur in einschlägigen Datenbanken zu suchen, die Relevanz von Literatur zu beurteilen sowie wiss. Artikel zu lesen, zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Die Studierenden sollen lernen aus der Breite an Forschungsfragen und Forschungslücken sinnvolle Hypothesen zu generieren und diese methodisch umzusetzen sowie Studiendesigns zu planen. Auf ihrem Weg durch den manchmal schwierigen und undurchsichtigen „Dschungel der Datenanalyse“ sollen sie lernen mit wiss. Daten zu arbeiten, Daten korrekt einzugeben, mit fehlenden Daten umzugehen sowie die richtigen Auswertungs- und Analyseschritte zu wählen. Der Erwerb von Kompetenzen und Kenntnissen im Bereich der Forschungsethik soll den Studierenden helfen sicher am „Delta der schmutzigen Daten“ vorbeinavigieren zu können. In der „Ebene des Schreibens“ sollen die Studierenden die Fähigkeit erlangen wiss. Ergebnisse entsprechend wiss. Standards schriftlich darzustellen. Sie sollen die Fähigkeit erwerben angemessene konstruktive Kritik an Arbeiten anderer zu üben und dankbar mit wiss. Kritik umzugehen. Darüber hinaus soll ihnen bewusst werden, dass Unsicherheit und Verwirrung (das Verloren sein im „Wo bin ich Nebel“, die Wanderung durch die „Schlucht der Verzweiflung“, oder das Verweilen auf der Spitze des „Wo soll es hingehen Berges“) inhärenter Bestandteil wiss. Forschens und Arbeitens sind. Gleichzeitig sollen sie jedoch die Gewissheit erlangen, dass die in der Lehrveranstaltung erworbenen Kompetenzen ausreichen um diese Hürden zu überwinden und sich ihr „Ozean an Erfahrung“ deutlich erweitert hat. Die Lehrveranstaltung soll den Studierenden dabei nicht nur die notwendigen Kompetenzen zum erfolgreichen Bewältigen ihrer akademischen Abschlussarbeit vermitteln, sondern durch aktivierende und kreative Veranstaltungsinhalte Interesse, Leidenschaft, Freude und Neugier am wiss. Forschen und Arbeiten kultivieren und bestenfalls einen ersten Grundstein für den Beginn einer wissenschaftlichen Karriere legen.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Das zweisemestrige Empirisch Experimentelle Praktikum ermöglicht es den Studierenden Kenntnisse und Kompetenzen des wiss. Forschens und Arbeitens zu erlangen. Ausgehend von einem übergeordneten Forschungsthema, das von der/dem Lehrenden in Abhängigkeit ihrer/seiner Expertise und Forschungsschwerpunktes vorgegeben wird, können Studierende den gesamten Forschungsprozess erlernen, miterleben und gestalten. Dazu gehört das Einlesen in Literatur, die Entwicklung einer Fragestellung, die Planung, Entwicklung und Durchführung von Experimenten, die Datenanalyse sowie die Darstellung wiss. Ergebnisse in den in der Wissenschaft üblichen Formaten (z.B.: wiss. Artikel und wiss. Präsentationen). Darüber hinaus erlernen die Studierenden die Systematik sowie den Nutzen von Peer-Review Verfahren und erwerben die Fähigkeit ein wiss. Gutachten über die Arbeit anderer zu erstellen, angemessen mit Kritik in Form eines Gutachtens umzugehen sowie diese zur Verbesserung der eigenen Arbeit zu nutzen. Dabei liegt der Fokus dieses Lehrprojektes darauf kreative, aktivierende und spaßbringende Methoden zur Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen des wiss. Arbeitens zu nutzen um durch Spaß, Begeisterung und Engagement seitens der Studierenden nachhaltige Lernerfolge und Wissenserwerb zu ermöglichen sowie Freude und Interesse am wiss. Arbeiten zu kultivieren.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The proposed project enables students to gain knowledge and skills in the area of scientific research. Based on a given research topic, which is specified by the lecturer depending on her/his expertise and research focus, students get the opportunity to experience the entire scientific research process. This includes the review of the corresponding literature, the development of a research question, the development of experimental designs, data collection, data analysis, and the presentation of results in scientific formats (e.g.: scientific papers and oral presentations). Further, students experience the different steps and benefits of a peer-review process and learn how to write scientific reviews, how to write appropriate responses to reviewers, and how to use reviews to successfully improve their own manuscripts. The aim of the project is to use creative, fun, activating, and entertaining methods to evoke joy, enthusiasm, and commitment in students in order to achieve sustainable learning success and to cultivate interest in scientific research.

Nähere Beschreibung

Das Modul Empirisch Experimentelles Praktikum (ExPra) besteht aus zwei Lehrveranstaltungen (LV) im 3. und 4. Semester des Bachelorstudiums Psychologie. Ausgehend von einem übergeordneten Forschungsthema erleben die Studierenden analog zur „Insel der Forschung“ von Harburg (1960) den gesamten wiss. Forschungsprozess. Dies inkludiert Literatursuche & Lesen wiss. Artikel, Hypothesengenerierung, Forschungsmethoden, Umgang mit Daten, Forschungsethik, wiss. Präsentationen, Schreiben von Forschungsberichten und Peer-Review Prozess. Die LV sind so aufgebaut, dass die/der Lehrende zu jedem Inhaltspunkt ein Inputreferat gibt, in dem spezifische Themen erläutert und anschließend mittels Übungen vertieft werden.

 

Die Analogie von Harburg (1960) zwischen einer Inselerkundung und dem wiss. Arbeiten lässt sich auch bzgl. der Voraussetzungen ziehen, die ebenso wie für eine Inselerkundung auch für das Erlernen wiss. Arbeitens notwendig sind. Dazu gehört die Leidenschaft der/des Lehrenden um Enthusiasmus und Neugier bei den Studierenden zu entfachen, sodass der Wunsch entsteht die „Forschungsinsel“ zu erkunden. Es braucht Aktivität und Kreativität der Studierenden, um sich durch unbekannte Wege zu kämpfen und neues Wissen anzueignen. Es braucht Studierendenzentrierung der/des Lehrenden, um individuelle Fähigkeiten zu stärken und Schwächen zu fördern, sodass niemand auf dem Weg zurückbleibt. Es benötigt Eigenverantwortung der Studierenden, um bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben, sondern nach Lösungen zu suchen. Es benötigt die Vermittlung von Methodenkompetenz, um Studierenden Werkzeuge für die „Erkundung der Forschungsinsel“ mit auf den Weg zu geben. Es braucht eine Gemeinschaft des Lernens, in der der Weg zum Ziel gemeinsam beschritten wird. Nicht zuletzt braucht es Studierende, die kritisch denken und in einen Dialog miteinander und mit Lehrenden treten, um Hindernisse auf dem Weg zu erkennen und zu überwinden.

 

A) Leidenschaft, Enthusiasmus & Neugier: Überforderung ist bei Studierenden bzgl. LV des wiss. Arbeitens keine Seltenheit. Die Schreibweise wiss. Artikel wirkt fremd und mit einer Vielzahl an Regeln verbunden. Dass wiss. Arbeiten ein spaßbringender, kreativer Prozess ist, scheint schwer vorstellbar. Umso wichtiger ist die Leidenschaft von Lehrenden für das Thema, um Überforderung in Abenteuerlust, Unsicherheit in Neugier und Apathie in Enthusiasmus zu verwandeln. Alle Übungen haben das Ziel spielerisch Wissen und Kompetenzen sowie Freude zu vermitteln. Mittels Quiztools (Kahoot, Quizziz) und Onlinegames (Wisc-online Gamebuilder) wird Gelerntes spielerisch wiederholt und neues Wissen erworben. „Finde die Fehler“ Rätsel, bei denen in detektivischer Arbeit Fehler in manipulierten Ergebnisteilen und Literaturverzeichnissen gesucht werden, werden als abwechslungsreich erlebt und schulen das Auge für Fehler in eigenen Forschungsberichten. Das „Basteln“ von Bildgeschichten über Inhalte eines Artikels oder das Lösen von „Artikelpuzzles“ helfen vermeintlich trockene Inhalte auf spaßbringende, kreative Weise zu erwerben.

 

B) Aktivität: Aktivität hat im ExPra mehrere Bedeutungen. Aktivität wird zunächst im Sinne körperlicher Aktivität verstanden und inkludiert Übungen außerhalb des Seminarraums (im Stehen oder Gehen) wie z.B.: die „Aufzugrede“ („Elevator Pitch“). Während Studierende in Gruppen mit dem Aufzug fahren, sollen sie einander die wichtigsten Inhalte eines zuvor gelesenen Artikels erzählen. Wesentliche Informationen prägnant zu vermitteln stellt oftmals eine Schwierigkeit am Beginn des wiss. Arbeitens dar und wird durch die begrenzte Zeit der Aufzugfahrt (30 Sek.-2 Min.) geübt. Aktivität wird auch im Sinne einer gesteigerten Aktivität des vegetativen Nervensystems, ausgelöst durch Anspannung/Nervosität, verstanden. Lernen bedeutet immer auch die eigene Komfortzone zu verlassen und Grenzen zu überwinden. Im ExPra ist dies beispielsweise von Studierenden gefordert, wenn sie im Rahmen einer „Miniaturkonferenz“ ihre Ergebnisse präsentieren sollen (10 Min. Präsentation, 2 Min. Diskussion). Um diese Aktivierung positiv zu erleben, ist eine Lernatmosphäre notwendig, in der Erfolge wertgeschätzt und Fehler als Chance der persönlichen Weiterentwicklung betrachtet werden. Daher finden nach jeder Präsentation Feedbackrunden statt, in denen Mitstudierende/Lehrende anmerken, welche Aspekte gut gelungen sind und wo Verbesserungsbedarf besteht. Zudem erfolgt unter den Studierenden eine anonyme Abstimmung über die drei besten Präsentationen, die im Rahmen einer Urkundenübergabe geehrt werden. Dieser spielerische Wettkampf fördert Ehrgeiz und Motivation, sodass der Spaß und nicht die Note im Vordergrund steht. Nicht zuletzt wird Aktivität auch verstanden im Sinne einer aktiven Beteiligung aller Studierenden. Lehrende, die Wortmeldungen aller Studierenden einfordern und eine Lernatmosphäre, in der jede Meinung willkommen ist und fehlerhafte Antworten ernst genommen und als Zwischenschritte auf dem Weg zur Lösung betrachtet werden, sind die Basis der LV.

 

C) Kreativität: Beim wiss. Schreiben sind zwei gegenläufige Prozesse, Kreativität (Schaffen, Entwerfen) und Kontrolle (Prüfen von Formalia/Inhalten) erforderlich. Um in den Schreibprozess zukommen, ist es nötig zunächst Kreativität zuzulassen und die innere Zensur auszuschalten. Dies kann durch kreative Übungen gefördert werden, die zudem verschiedenste Informationskanäle (visuell, auditiv, taktil) involvieren und somit effektives Lernen fördern. Beispielsweise sollen Studierende Artikel in Bildgeschichten darstellen (Tool: „Storyboard Creator“) um wesentliche Kernaussagen dieser herauszuarbeiten. Dies erfordert eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, fördert den Fokus auf Wesentliches und verfestigt gelesene Inhalte. Die Struktur wiss. Artikel wird durch das „direkte Begreifen“ mit den Händen beim Lösen von „Artikelpuzzles“ erarbeitet. Hierbei sollen die einzelnen Absätze zerschnittener Artikel zunächst den Grobüberschriften (Einleitung, Methode, Ergebnisse, Diskussion) zugeordnet und anschließend eine sinnvolle Anordnung der Absätze innerhalb der Überschriften überlegt werden. Dies erleichtert die Gliederung und das Schreiben eigener Arbeiten und macht bewusst, dass gelegentlich mehrere Lösungswege denkbar sind. Um den Schreibfluss zu fördern, sollen Studierende das übergeordnete Forschungsthema in einem Brief an ein Alien schildern, dass ihre Sprache spricht, aber von der Wissenschaft keine Ahnung hat. Dies erleichtert den Beginn des Schreibens und witzige, kreative Texte entstehen, die gerne vorgelesen werden. Anschließend kann gemeinsam überlegt werden, welche Anpassungen für die scientific community (Präzisierung von Sachverhalten, Sprache) nötig wären.

 

D) Studierendenzentrierung: Studierendenzentrierung bedeutet Studierende zu fördern, ohne sie zu überfordern. Studierende bekommen in der LV Zeit selbstständig die Ergebnisse ihrer Experimente zu analysieren und an ihrem Forschungsbericht und der wiss. Präsentation zu arbeiten. Dies ermöglicht ihnen Fragen zu stellen, Probleme anzusprechen und Feedback zu erhalten. Die/der Lehrende kann individuelle Stärken und Schwächen erkennen und helfen fehlende Kompetenzen zu erwerben. Zudem ist es dadurch möglich Kursinhalte flexibel anzupassen oder Themenbereiche zu wiederholen, wenn mehrere Studierende auf ähnliche Probleme stoßen. Zugleich erleben die Studierenden die Lehrende/den Lehrenden dadurch als Begleitung auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss der LV und trauen sich mehr und öfters nachzufragen, was wiederum den Lernerfolg erhöht und zu einer Weiterentwicklung von Kompetenzen beiträgt.

 

E) Eigenverantwortung: Lernen ist immer auch ein durch die Studierenden selbstgesteuerter Prozess, für den diese die Verantwortung übernehmen dürfen. So werden zum Beispiel Schreibübungen (fokussiertes Freewriting, Mind Maps) und Schreibtipps (störungsfreies Umfeld, Setzen realistischer Ziele, Gründen von Schreibgruppen) mit den Studierenden erarbeitet mit der Empfehlung diese zu Hause zu erproben. In welchem Ausmaß dies erfolgt und wie viel Zeit die Studierenden in die LV investieren liegt jedoch in ihrer eigenen Verantwortung. Eigenverantwortung bedeutet auch sich Inhalte selbst anzueignen. Beispielsweise erhalten die Studierende Informationsmaterialien oder Buchkapitel, in denen die Formalvorgaben wiss. Artikel beschrieben sind und sollen diese nutzen um anschließende Übungen zu lösen. Die selbständige Erarbeitung von Inhalten führt zu einer nachhaltigen Verfestigung dieser und legt die Verantwortung für Lernerfolge zurück in die Hände der Studierenden.

 

F) Methodenkompetenz: Methodenkompetenz bedeutet zunächst Kompetenzen bzgl. der Planung von Experimenten zu erwerben. Nachdem verschiedenen Studiendesigns, Störfaktoren und Schritte bei der Planung von Experimenten besprochen wurden, sind die Studierenden gefordert unter vorgegebenen Rahmenbedingungen ein eigenes Experiment durchzuführen. Dazu gehört die Auswahl benötigter Materialen, Planung von Design/Ablauf, selbstständiges Verfassen von Experimentalinstruktionen und Einverständniserklärungen sowie Datenerhebung. Dies ermöglicht erlernte Methoden selbst anzuwenden und somit eindrücklich und nachhaltig zu erfahren. Methodenkompetenz bezieht sich aber auch auf Kompetenzen im Bezug auf die Anwendung statistischer Methoden. Um vor der Auswertung der eigenen Daten wesentliche Aspekte des Umgangs mit Daten (z.B.: fehlende Daten, Ausreißer) zu üben, erhalten die Studierenden einen fiktiven Datensatz, an dem sie Probleme in den Daten erkennen und Lösungen dafür erarbeiten sollen. Die Auswertung eigener Daten erfolgt in der LV. Dabei stehen den Studierenden Anleitungen zur Verfügung und sie sind dazu aufgefordert, sich gegenseitig zu unterstützen. Bei Fragen, die nicht gelöst werden können, hilft die/der Lehrende weiter.

 

G) Gemeinschaft des Lernens: Gemeinschaft des Lernens bedeutet voneinander und miteinander zu lernen, weshalb Peerfeedback und der darauf aufbauenden Peer-Review Prozess wesentlicher Bestandteil der LV sind. Die Studierenden sind dazu aufgefordert ihre Forschungsberichte untereinander zu tauschen und sich gegenseitig Feedback zu geben. Zugleich üben die Studierenden während der LV wie Gutachten im Rahmen eines Peer-Review Prozesses aufgebaut sind und wie man angemessen auf Gutachten antwortet. Nach dem Ende der LV nehmen alle Studierenden die Rolle eines Gutachters ein und erstellen über den Forschungsbericht eines Mitstudierenden ein wiss. Gutachten. Im Anschluss daran erhalten sie das Gutachten zu ihrer eigenen Arbeit und verfassen eine Antwort an die Gutachter. Durch das Korrigieren fremder Texte wird das Auge für eigene Fehler geschult und eigene Unklarheiten werden bewusst. Wenn man selbst eine korrigierte Arbeit erhält profitiert man von dem Feedback. Somit entsteht eine Gemeinschaft des Lernens, in der der Weg durch die „Insel der Forschung“ gemeinsam bestritten wird. Diese Gemeinschaft inkludiert dabei auch Lehrende, die den Studierenden ebenso Feedback zur Arbeit geben und umgekehrt auf Feedback der Studierenden angewiesen sind, um die eigene Lehre zu verbessern und Lehrinhalte besser auf die Studierenden abstimmen zu können.

 

H) kritisches Denken: Kritisch zu denken, mit Anderen in einen Dialog zu treten und Meinungen zu äußern wird in der LV gefördert und gefordert, beispielsweise in Form eines World Cafes zum Thema Forschungsethik. Die Studierenden sitzen in Gruppen an Tischen, die mit weißen „Papiertischdecken“ (Flipcharts), Markern und einer eigenen Fragestellung ausgestattet sind. Fragen, die diskutiert werden, sind die Notwendigkeit ethischer Richtlinien, Umgang mit Probanden, Situationen/Umstände, die die Gefahr der Datenfälschung oder des Plagiierens erhöhen sowie mögliche Präventionen und Konsequenzen. Eine/Einer der Studierenden übernimmt die Rolle der Gastgeberin/des Gastgebers, bleibt die ganze Zeit am Tisch, begrüßt ankommende Gäste, zieht ein Resümee über das vorherige Gespräch, bringt Diskussionen in Gang und notiert Beiträge der Anderen auf der „Tischdecke“. Die Anderen sind die Gäste und wechseln alle 10 Minuten den Tisch. Im Anschluss werden die Ergebnisse von den Gastgeberinnen/Gastgebern präsentiert und die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Durch das Format des World Cafes entsteht eine lockere Atmosphäre, die es ermöglicht schnell ins Gespräch zu kommen und kritisches Mitdenken fördert.

 

Die Noten der LV ergeben sich aus der zu haltenden wiss. Präsentation, dem Forschungsbericht und dem zu erstellenden Gutachten sowie der Antwort auf ein Gutachten im Rahmen des Peer-Review Prozesses. Die Studierenden erhalten neben einer Aufschlüsselung der einzelnen Teilnoten auch individuelles Feedback (mittels Word Kommentar-/Korrekturfunktion und Feedbackbogen) zum Forschungsbericht. Dies erhöht die Transparenz der Bewertung, ermöglicht den Studierenden eigene Stärken zu erkennen und die konkreten Verbesserungsvorschläge für künftige wiss. Arbeiten zu nutzen.

Positionierung des Lehrangebots

Drittes und viertes Semester im Bachelorstudium Psychologie

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.