Grundlagen des Wissenschaftlichen Arbeitens – Studiendesign und Forschungsmethoden greifbar machen!

Umgesetztes Projekt

Ziele

Eines der Kernelemente des Leitbilds Lehre der UMIT-Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik fokussiert den studierendenzentrierten Kompetenzerwerb und –ausbau. Der Lehr-/Lernprozess soll auch ein Stückweit zur „Persönlichkeits(weiter)entwicklung“ der Studierenden beitragen. Gerade zu Beginn der akademischen Ausbildung auf Bachelorniveau ist es daher für Lehrende und Studierende gleichermaßen eine Herausforderung, fachlich, methodischen Input mit überfachlichem Kompetenzerwerb zu verbinden um bestmöglich einen intrinsisch motivierten Prozess des lebenslangen Lernens zu gewährleisten und zu fördern.

Aus der Erfahrung der gegenständigen Lehrveranstaltung (LV) heraus hat sich die Verknüpfung von Theorie und Praxis im Rahmen eines anwendungsorientierteren Lehr-/Lernsettings als probater methodisch-didaktischer Zugang herauskristallisiert. Um den Lernerfolg der Studierenden zu unterstützen und sie in ihrem Lernprozess fortlaufend zu motivieren, ist es notwendig, die Relevanz des jeweiligen Themas anhand konkreter Praxisbeispiele auch für das außeruniversitäre Setting zu verdeutlichen, strebt doch nur ein geringer Anteil der angehenden Bachelor-Absolvent/inn/en eine wissenschaftliche Karriere an. Dieses Erfordernis trifft vor allem auf das Seminar „Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens“ zu, da den Studierenden hier unter Umständen die Relevanz der Thematik für ihren späteren Beruf in der Wirtschaft fehlt bzw. die dahingehende Notwendigkeit während des Studiums noch eher abstrakt und wenig greifbar scheint. Die Erfahrungen in der nominierten LV haben gezeigt, dass die Begeisterung und das Engagement der Studierenden durch das Aufzeigen - wie Forschungsergebnisse unseren heutigen Alltag mitgestalten - wesentlich unterstützt werden kann.

Eine weitere Herausforderung - vor der sowohl Studierende als auch Lehrende stehen - stellen die mitunter hohen Studierendenzahlen und große Gruppen in Bachelorstudien generell dar. Vor allem bei Seminaren, die einen prüfungsimmanenten Charakter haben und deren Ziel es ist, die Studierenden aktiv einzubinden um nicht nur Grundlagenwissen zu erwerben, sondern auch Fähigkeiten und Fertigkeiten einzuüben und diese an einer konkreten Fragestellung zu erproben, ist die Umsetzung eines aktivierenden, studierenden- und kompetenzorientierten Lehr-/Lernansatzes herausfordernd. Es hat sich jedoch in der nominierten LV gezeigt, dass die Anzahl der Studierenden auch positiv genutzt werden kann (z.B. Aufwertung der Diskussions-/Feedbackrunden durch zahlreiche Rückmeldungen, Umsetzung von kooperativen Lernsettings die eine gewisse Gruppengröße erfordern, etc.) und der aktivierende Ansatz mit den Studierenden spannend und – spätestens bei der Präsentation der Seminar- und Abschlussarbeit – belohnend zugleich ist.

Das primäre Ziel der nominierten LV ist es demnach aufzuzeigen, dass es möglich ist, Studierende mit Hilfe von konkreten Beispielen und Aufgabenstellungen aus der Praxis zu befähigen, Aufgabenstellungen analysieren und eigenständig wissenschaftlich bearbeiten zu können. Dafür notwendige Theorien und Konzepte werden – in Begleitung der Lehrperson - durch die Gruppe kooperativ erarbeitet, der theoretische Input in Form eines klassischen (Frontal-)Vortrages gleichzeitig auf ein Minimum reduziert. Die nominierte LV hat weiters zum Ziel, eine Möglichkeit aufzuzeigen, Studierende zu Beginn ihrer akademischen Ausbildung unter Einbeziehung aktueller Forschung für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern und ihnen dadurch zu vermitteln, dass ggst. LV-Inhalte nicht nur zum Bestehen/Schreiben ihrer Bachelorarbeit von Nutzen sein können, sondern auch eine tatsächliche Relevanz für ihren beruflichen Alltag haben können. Entlang dieser forschungsgeleiteten Lehre wird auch die wissenschaftliche Sozialisation der Studierenden immanent unterstützt. Schlussendlich ist die Umsetzung einer transparenten und nachvollziehbar gestalteten Prüfungsmodalität, die vor allem Wert auf Transparenz und Gleichbehandlung legt und dabei den Wissensstand der einzelnen Studierenden so gut wie möglich berücksichtigt, weiteres Wesensmerkmal der vorgeschlagenen LV.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Das nominierte Lehrkonzept zeigt einen Ausschnitt des Seminares „Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens“, der ein besonderes Augenmerk auf die Nützlichkeit und Effizienz der Einbindung praxisorientierte Beispiele aus realen Forschungsprojekten und deren Ergebnissen legt. Es wird gezeigt, dass dieser Modus zielführend ist, Studierende, die noch am Anfang ihrer akademischen Karrieren stehen, für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern, indem abstrakte Theorien und Methoden anhand von Beispielen aus dem „(Forschungs-)Alltag“ den Studierenden greifbar gemacht werden. Basierend auf einem „Hands-On“ Training, werden die Studierenden angehalten, die Inhalte des LV-Blockes „Studiendesign und Forschungsmethoden“ zu rekapitulieren. Dabei werden reelle (Forschungs-)Fragen aus dem Gesundheitstourismus verwendet um die Studierenden zu animieren ihre neu erworbenen Fertigkeiten anzuwenden. In Gruppenarbeiten sollen das passende Studiendesign, die mögliche Operationalisierung, sowie mögliche Methoden zur Beantwortung der Frage erarbeitet werden – eine Aufgabenstellung, die sie in ihrem späteren Berufsleben erwarten könnte. Eine transparent gestaltete Prüfungsmodalität, welche die Studierenden aktiv miteinbezieht und eigene Verantwortung für sich selbst und auch ihre Kommiliton/inn/en überträgt, führt zu einer besseren Qualität der Seminararbeit, sowie zu erhöhtem Engagement und Motivation.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The nominated study-concept depicts parts of the Seminar „Fundamentals of Scientific Working“. It focuses on the feasibility and efficiency of the inclusion of real praxis-related examples and its results. It is highlighted that this mode appears to be expedient to address and inspire a target group of students who is not yet familiar with scientific working. In detail, integrating examples from their “every-day-life” seems to make abstract theories and approaches more tangible. Students are encouraged to recapitulate the learned contents of the session “study design and research methods” based on a hands-on training that includes an already implemented research project. They are instructed to refine real research questions from the field of health tourism and to develop its operationalization and ways of how to possibly answer these questions together in pre-defined groups. Thus, they are motivated to apply their recently acquired abilities and skills to a real-life problem they could easily face as part of their potential future employment. It is highlighted that a transparently designed examination modality leads to an increased quality in final research papers as well as an increased student’s engagement, motivation and participation in this process. It actively integrates students in the process and intentionally assigns a certain responsibility – for them and for their fellow co-students to enhance their motivation and self-reflective approach towards the assignment.

Nähere Beschreibung

Das nominierte Konzept stellt einen Ausschnitt der Lehrveranstaltung „Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens“ im Seminarformat dar. Die Präsenzphasen sind geblockt auf 5 Termine zu jeweils 6 Unterrichtseinheiten (UE) (9:00 – 14:15) und adressieren eine Zielgruppe, die kaum Vorerfahrung in diesem Bereich hat (Bachelorstudium). Neben der Herstellung der theoretischen Grundlagen eine wissenschaftliche Fragestellung zu definieren und deren Bearbeitung zu planen und umzusetzen, ist es primäres Ziel, die Studierenden als selbstverantwortliche Personen im Hinblick auf den Wissenserwerbsprozess einzubinden und deren Lernprozess bzw. Lernfortschritt seitens der Lehrperson individuell bestmöglich zu begleiten. Basierend auf einer konstruktivistischen Lehrphilosophie sind die wesentlichen Merkmale dieses Seminars eine aktive Wissenskonstruktion, kooperatives Lernen, Selbstregulation, sowie authentische Lernsituationen mit praxisnahen Beispielen aus der jeweiligen Umwelt der einzelnen Studierenden sowie aus meiner eigenen Forschung. Diese Herangehensweise basiert auf der Erfahrung, dass es vor allem in der Anfangsphase hilft, zu abstrakten Theorien und Modellen Beispiele zu erhalten, die aus dem „Alltag“ stammen und/oder eigene Erfahrungen widerspiegeln. Hiermit soll vor allem die „Angst“ vor dem Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit genommen werden und durch die gezielte Wahl von didaktischen Hilfsmitteln und der expliziten Vermeidung einheitlicher Aufgabenstellungen die Eingangsbarrieren reduziert, das Eigeninteresse geweckt und für jeden Studierenden faire Rahmenbedingungen gestaltet werden. In der nominierten LV wird auf aktuelle Themen aus dem Bereich „Wirtschaft, Sport- und Gesundheitstourismus“ – der inhaltlichen Ausrichtung gegenständigen Studiums – Bezug genommen. Diese können auf andere Fachrichtungen angepasst werden.

Im Rahmen des Seminars wird ein Einblick über Wissenschaftstheorien und zum Ablauf wissenschaftlichen Arbeitens gegeben (Formulierung der Forschungsfrage/-Hypothese, systematische Literaturrecherche, Studiendesign und Forschungsmethoden, Schreiben usw.). Zeit- und Projektmanagement, kritische Diskussions- und Reflexionsfähigkeit, Dialogbereitschaft und -fähigkeit sind Beispiele überfachlicher Kompetenzen, die im Zuge dieses forschungsgeleiteten Lehr-/Lernsettings ebenfalls ausgebaut werden. Im Detail ist das gesamte Seminar in 5 Themenblöcke unterteilt, welche jeweils einen frontalen Impulsvortrag enthalten und mit begleiteten Selbststudiensequenzen anhand kooperativer Lernmethoden ergänzt werden.

Block 3: „Studiendesign und Forschungsmethoden“ sowie ein Teil der Prüfungsleistung (Seminararbeit) sollen im Zuge der ggst. Nominierung nachfolgend im Detail beschrieben werden. Es soll aufgezeigt werden, dass reelle Beispiele aus der eigenen Forschung es ermöglichen, abstrakte Theorien zum Studiendesign und zu Forschungsmethoden für Studierende greifbarer und anwendungsorientierter zu machen. Zusätzlich wird verdeutlicht, dass ein Bestandteil universitärer Ausbildung auch die Förderung der eigenen Persönlichkeitsentwicklung durch gesteigerte Eigenverantwortlichkeit und Selbstreflexion ist. Das Einfordern kritischen Denkens, Dialogbereitschaft im Rahmen des konstruktivistisch, kooperativen Lehr-/Lernsettings sowie kritische Diskussion und Reflexion von Inhalten und Ideen ist Bestandteil des Konzeptes. Dahingehend wird aufgezeigt, dass es möglich ist, Studierende bereits früh in die Rolle eines Gutachters/einer Gutachterin zu versetzen, um die bereits vorgenannten überfachlichen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, immer wieder bewusst sichtbar zu machen, dass diese Fertigkeiten nicht nur in der akademischen Welt von Bedeutung, sondern auch unabdingbar im späteren Berufsleben sind. Mit Hilfe der praktischen Anwendung und des Aufzeigens der Relevanz Wissenschaftlichen Arbeitens ist es möglich, die Studierenden intrinsisch für das Fach „wissenschaftliche Arbeiten“ zu motivieren.

Block 3 bietet eine Einführung in verschiedene Studiendesigns, grenzt diese von Forschungsmethoden ab und zeig die Abhängigkeit der beiden untereinander auf. Zu Beginn des Blockes werden Lernziele gezeigt und anhand „Advanced Organizer“ wird der Bezug des Blocks zum gesamten Seminar hergestellt. Hauptinhalte sind signifikante Variablen in der Entscheidung für das angemessene Forschungsdesign (Forschungsgegenstand/Fragestellung/Kenntnisstand/Gültigkeit der Befunde) und welche Forschungsmethoden daraus abgeleitet werden können. Bereits hier wird verdeutlicht, dass die Antworten auf diese Fragen auch in der Planung der eigenen Forschungsprojekte eine Rolle spielen. Der zweite Teil legt den Fokus auf Forschungsmethoden. Aufbauend auf einem Impulsvortrag, der auch eine Anknüpfung an andere Module (z.B. Statistik) darstellt, werden Grundlagen der Datenerhebung sowie die Operationalisierung der Forschungsfrage erörtert und benötigte Begriffe erläutert.

Zur Verdeutlichung der abstrakten Frontaleinheit werden am Vormittag (wie in jedem der 5 Blöcke) Gruppenarbeiten eingebaut. Anhand aktueller Forschungsliteratur aus den Bereichen Wirtschaft, Sport- und Gesundheitstourismus werden die Studierenden mit Leitfragen zu verschiedenen wissenschaftlichen Artikeln ermutigt, die im Lauf der LV bereits gehörte Theorie in ihrer praktischen Anwendung nachzuvollziehen und dahingehende Vorgehensweise zu reflektieren. In Gruppen soll explizit diskutiert werden, wieso in bestimmten Forschungsprojekten, entsprechende Studiendesigns und gewählte Forschungsmethoden zur Anwendung kamen und wie diese Entscheidungen mit der Forschungsfrage, dem Forschungsgegenstand und dem Kapitel des theoretischen Hintergrundes zusammenhängen. Ziel ist es die theoretischen Einheiten in kurze Blöcke mit direkt anschließender Vertiefung aufzuteilen und damit unmittelbar Vermitteltes anwenden zu können. Zudem sollen den Studierenden immer wiederkehrende Muster sowie auch Schlüsselhinweise aufgezeigt werden, die ihnen den Prozess der Planung des Forschungsvorhabens erleichtern sollen. Bereits hier wird darauf hingewiesen, dass diese Schlüssel auch in ihrer Seminararbeit klar erkennbar sein sollten, um die Nachvollziehbarkeit zu verdeutlichen.

Die letzten 120 Minuten des Blockes werden für ein Hands-On Training verwendet. Hierfür benötigen die Studierenden alle Inhalte, die sie an diesem Tag gehört und bereits durch andere Gruppenarbeiten mehr oder weniger verinnerlicht haben. Die Studierenden werden so am Ende des Tages abgeholt und der Zusammenhang dieser und auch aller weiteren bislang vermittelten LV-Inhalte systematisch, konkret und in Bezug auf ein Anwendungsbeispiel auf den Punkt gebracht. Die Aufgabenstellung sollte sich auf ein reales Forschungsprojekt beziehen. In ggst. Konzept auf eines unserer Forschungsgruppe unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger in welchem die Auswirkungen von gesundheitsorientierten Kurzurlauben auf die psycho-physiologische Regeneration von Führungskräften im mittleren Management evaluiert wurden. Die Studierenden bekommen die vier konkreten Forschungsfragen aus diesem Projekt, sowie alle nötigen Zusatzinformationen, die sie in die Lage versetzen, Hypothesen zu formulieren, sofern dies angebracht ist. In Gruppen sollen in weiterer Folge folgende sieben Fragen gemeinsam bearbeitet werden:

- Welches Forschungsdesign würden Sie anhand der gegebenen Informationen wählen? Wieso?

- Welche Forschungshypothesen würden Sie zu den jeweiligen Forschungsfragen formulieren?

- Sollten die Ergebnisse den Fokus auf interne oder externe Validität legen? Wieso?

- Welche Variablen müssten zur Beantwortung der Forschungsfrage erhoben werden? Wie würden diese operationalisiert?

- Wie wären Zugänglichkeit, Eigenschaften und der Stellenwert dieser Variablen?

- Wie werden diese Variablen skaliert?

- Gibt es mögliche Störvariablen?

Da auf Grund der Studierendenzahl in ggst. Seminar nicht jede Gruppe präsentieren kann, werden die einzelnen Fragen von jeweils einer Gruppe beantwortet und gemeinsam mit dem Rest der Studierenden diskutiert. Auch so kann kooperatives Lernen insbesondere bei Gruppen mit hohen Studierendenzahlen funktionieren. Durch die Diskussion soll den Studierenden vor allem aufgezeigt werden, dass es nicht nur den einen, richtigen Weg gibt, Forschungsfragen auszuformulieren und zu beantworten. Nach Beantwortung der Aufgabenstellung erhalten sie die publizierten Forschungsergebnisse, um ihnen den von der Forschungsgruppe tatsächlich gewählten Lösungsweg mit seinen Limitationen aufzuzeigen und die von den Gruppen vorgeschlagenen Lösungswege mit diesem zu reflektieren. Schlussendlich sollen die Studierenden bereits im Studium und mithilfe ggst. Seminars lernen, dass Wissenschaft immer auch einen kritischen Diskurs bedeutet, in dem konstruktive Diskussionen und Dialogorientierung notwendig und erwünscht sind.

Die verschiedenen, oben ausgeführten praxisnahen Übungen sollen die Studierenden zum einen auf die Planung ihrer Bachelorarbeit, aber unmittelbar auch auf die Seminararbeit (=Teilprüfungsleistung ggst. LV) vorbereiten, die in einem „3-Phasen Modell“ durchgeführt wird. Hierbei ist es wichtig nicht nur eine Note, sondern individuelles, formatives Feedback zu jeder Seminararbeit zu geben, damit die Studierenden im Rahmen der Erstellung ihrer Bachelorarbeit aus möglichen Fehlern lernen und Verbesserungen zukünftig berücksichtigen können. Bereits zu Beginn des Seminares werden die Studierenden in 3-er Gruppen eingeteilt. Diese sind für die gesamte Zeit des Seminares dafür (eigen-)verantwortlich, sich gegenseitig in der Erstellung der finalen Seminararbeit zu unterstützen. Kooperationsbereitschaft, Dialog- und Reflexionsfähigkeit und strukturiertes Projektmanagement werden begleitend unterstützt.

Aufgrund der seitens der Lehrperson explizit nicht vorgegebenen Themen ist es Aufgabe der einzelnen Gruppen ein zum Studiengang passendes Thema auszuwählen und basierend auf einer systematischen Literaturrecherche eine Forschungsfrage zu formulieren, Hypothesen abzuleiten (falls notwendig), und basierend auf dem Gelernten zu entscheiden, wie sie diese Forschungsfrage beantworten könnten. Die gewählte Vorgehensweise ist in Form einer Seminararbeit abzubilden. Das letzte Kapitel der Seminararbeit soll eine hypothetische Durchführung der Studie beschreiben, aus der ersichtlich wird, dass die Studierenden das Konzept, Studiendesign und die daraus abgeleiteten Forschungsmethoden auf eigene wissenschaftliche Fragestellungen anwenden können. Diese Seminararbeit wird entlang des sogenannten „3-Phasen Modells“ durchgeführt, das nachfolgend skizziert wird.

Phase1 (10%): Das 3-Phasenmodell sieht vor, dass jede Person in der 3-er Gruppe zunächst eine „Draft“ Version der Seminararbeit erstellt und den anderen Mitgliedern ihrer Gruppe zur Verfügung stellt.

Phase 2 (15%): Nachdem pro Gruppe drei Arbeiten eingereicht wurden, fungieren die jeweils anderen beiden Gruppenmitglieder als „Gutachter/innen“ und bewerten die Arbeit anhand eines Bewertungsbogens, den die Lehrperson zu Verfügung stellt und auch selbst am Ende der LV für die tatsächliche Bewertung der Prüfungsleistung verwendet. Die Studierenden können ihre Arbeiten basierend auf dem Feedback der Kommiliton/inn/en nochmals anpassen und ändern, bevor sie die finale Version zur Bewertung durch die Lehrperson abgeben.

Phase 3 (50%): Finale Begutachtung der Seminararbeit durch die Lehrperson.

Wichtig ist, dass sich die Studierenden niemals selbst gegenseitig Noten und/oder prüfungsrelevante Punkte geben – diese werden ausschließlich von der Lehrperson vergeben. Begleitet wird der gesamte Seminararbeit (Phase 1-3) durch ein Diskussionsforum, auf welches nur die Gruppenmitglieder unter sich, sowie die Lehrperson Zugriff hat. Alle Fragen zu den Arbeiten sollten hier geklärt werden. Die Lehrperson nimmt dabei eine passive, beobachtende Rolle ein und mischt sich nur ein, wenn eine Diskussion in die falsche Richtung verläuft oder Fragen nicht geklärt werden können. Studierende dürfen dabei jegliche fachbezogene Unterstützung erwarten, solange ein erkennbares Bemühen deutlich ist, es alleine zu versuchen. Es ist wichtig keine direkten Lösungswege anzubieten, sondern die Studierenden zu unterstützen, selbständig eine Lösung für die Herausforderung zu finden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Format bei den Studierenden auf hohen Anklang gestoßen ist und die Qualität der final abgegebenen Seminararbeiten signifikant verbessert wurde. Es sei angemerkt, dass die Studierenden unter sich meistens sehr viel strengere Gutacher/innen sind, als die Lehrperson. Die Lehrperson benotet den gesamten Prozess der Erstellung der Arbeit (inklusive Aktivität im Forum, Feedback auf die Draftversionen und folgende Reaktionen; 25%), sowie die final abgegebene Seminararbeit (50%). Das Anforderungsprofil zur erwarteten Prüfungsleistung wird zu LV-Beginn transparent besprochen.

Positionierung des Lehrangebots

LV-Typ: Seminar Zielgruppe: Studierende im 3. Semester des Bachelor-Studiums Wirtschaft, Sport- und Gesundheitstourismus, die dem Ausbildungsniveau entsprechend noch wenig wissenschaftlich sozialisiert sind. ECTS-Credits: 4; SWS: 2 Gruppengröße: 70 aufgeteilt in 2 Gruppen Referentin: Ass.-Prof. Dr. Cornelia Blank

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.