ILV "Aktuelle Trends im Human Resource Management"

Umgesetztes Projekt

Ziele

Immer mehr Studierende wollen gleichzeitig erwerbstätig sein bzw. bleiben und aktiv ihrem Studium nachgehen. So sind sie auch mehrfach belastet und verstärkt auf eine gute Vereinbarkeit ihres Studiums mit beruflichen und privaten Verpflichtungen angewiesen. Das Fernstudienangebot an der Ferdinand Porsche FernFH hat sich vor diesem Hintergrund zum Ziel gesetzt, die strukturellen Bildungsbarrieren abzubauen und somit auch im tertiären Sektor Chancengleichheit herzustellen. Die Kombination aus Online- und traditionellem Präsenzstudium, dem Blended Learning, nimmt im gesamten Lehrangebot eine zentrale Rolle ein, wodurch die Flexibilisierung örtlicher und zeitlicher Studienbedingungen erreicht wird. Dies wirkt sich positiv auf die Vereinbarkeit von Studium und Berufs-&Privatleben aus.

Die Lehrveranstaltung „Aktuelle Trends im Human Resource Management“ wurde erstmals 2013 konzipiert und angeboten. Sie stellte in damaliger Form im Lehrangebot eine Pionierlehrveranstaltung mit Modellcharakter dar, in der bereits vor 5 Jahren das Blended Learning herausragend umgesetzt wurde. Sie wird fortlaufend inhaltlich aktualisiert und didaktisch an neue Entwicklungen angepasst.

Zentrales Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, Studierende nach der Präsenzeinheit über eine räumliche Entfernung hinweg bei der selbstbestimmten Erreichung von Lernzielen und Kompetenzen zu begleiten und zu unterstützen sowie alltäglichen Mehrfachbelastungen der Studierenden mit flexiblen Lernsettings in didaktischer Hinsicht zu begegnen.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Für die Konzeption der LV Aktuelle Trends im Human Resource Management waren die Stellung im Curriculum und somit das erworbene Vorwissen der Studierenden sowie die Umsetzung in Form von Blended Learning zentral. Studierende beschäftigen sich mit Themenbereichen, deren Bedeutung aufgrund der Entwicklungen am nationalen und internationalen Arbeitsmarkt hoch einzuschätzen ist, und können so an ihr Vorwissen aus Studium und beruflicher Praxis anknüpfen. Das didaktische Design sieht einen Einstieg in die Lehrveranstaltung in traditioneller Präsenzform vor, danach erfolgt der Ablauf auf der Online-Plattform Moodle im Rahmen von synchronen und asynchronen Lernelementen, die sich an allen Lerntypen orientieren und die Kompetenzorientierung im Sinne des Constructive Alignment verfolgen.

 

Der rote Faden, der sich durch die gesamte Lehrveranstaltung zieht, sind die sich ändernden Rollen des HR-Managements, national und international. Studierende können nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung die aktuellen Entwicklungen zu den ausgewählten aktuellen Schwerpunktthemen diskutieren, sie haben sich mit möglichen künftigen Veränderungen im HR-Management kritisch auseinandergesetzt und können Lösungen für Problemstellungen der Unternehmenspraxis entwickeln sowie die jeweilige Rolle des HR-Managements analysieren und dadurch proaktiv Unternehmensprozesse im Besonderen aus HR-Sicht gestalten.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The concept of the course „Trends in Human Ressource Management“ is based on the didactical framework of blended learning. It includes a short introductory face-to-face meeting at the beginning followed by the rest of the communication and learning on the online-plattform Moodle. There is a strong focus on the possibilities of synchronous and asynchronous learning and the different types of learners. Additionally constructive alignment is one of the latest didactical developments in this course. Also central is that students acquire knowledge based on their know-how from the previous courses of the master programme and their practical experience. The topics of the course are wisely chosen and strongly determined by the trends on the national and international labour market.

The leitmotif running through all the themes are the changing roles of HRM. After successfully passing the course, students are able to recognize the trends in HRM, can likewise dedicate themselves and solve problems in their every day business lives. Furthermore they can analyse and proactively support and assist organisational processes from the HRM perspective.

Nähere Beschreibung

Konzeption der LV:

Herausfordernd bei der Konzeption und steten Aktualisierung der Lehrveranstaltung war und ist die Tatsache, dass Themengleichheiten mit vorangehenden Lehrveranstaltungen vermieden werden, obwohl oftmals HR-Trends bereits Bestandteil curricular vorangehender LVs sind. Nach gründlicher Sichtung aller LV-Konzepte, der Literatur und Lernziele anderer Lehrveranstaltungen mit HR-Fokus, sowie nach Rücksprache im Rahmen der qualitätssichernden Modulbesprechungen mit allen Lehrenden im Fachgebiet, konnten und können Redundanzen vermieden und die Themenbereiche (Karrieremanagement, Kompetenzmanagement, Generationenmanagement, Ethik und CSR sowie die Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt) im Speziellen definiert werden. Zentral bei jedem Thema ist die sich ändernde Rolle des HRM.

 

Ablauf der LV:

1) Präsenzeinheit

Im Rahmen der Präsenzveranstaltung wird zu Beginn eine 7-minütige Videosequenz aus einem aktuellen Dokumentarfilm über die heutigen, durchaus sehr fragwürdigen HR-Praktiken gezeigt. Diese soll die Studierenden in das Thema einführen und einen Orientierungsrahmen vermitteln, auf das Thema HRM einstimmen, informieren und an Vorerfahrungen der Studierenden anknüpfen sowie aufgrund der darin gezeigten teilweise höchst fragwürdigen oder gar provokanten (jedoch durchaus üblichen) HR-Praktiken zur Reflexion motivieren und zur Diskussion anregen.

Im Anschluss stellt die Lehrende das LV-Design vor und erläutert kurz die Themengebiete der LV. Darin werden die Rahmenbedingungen (Organisatorisches etc.) sowie die Inhalte und Ziele der LV vorgestellt, die Studierenden über alles Wesentliche informiert, um die LV positiv abschließen zu können. Außerdem haben die Studierenden dabei die Möglichkeit bei etwaigen Unklarheiten Fragen zu stellen und sofort im Face-to-Face Austausch Antworten zu bekommen.

Daran anknüpfend beginnen die Studierenden in der Präsenzeinheit in Kleingruppen zu jedem Thema Assoziationen und aktuelle Trends zu sammeln. Die große Studierendengruppe wird dabei in kleinere Murmelgruppen (engl. Buzz Group) geteilt. Angeleitet durch die vorab von der Lehrenden verfassten zentralen Fragestellungen zu den einzelnen sechs Themengebieten der LV, haben Studierende in etwa 30 Minuten Zeit sich zu den Themen Gedanken zu machen und in den Kleingruppen auszutauschen. Diese didaktische Methode dient als strukturiertes Brainstorming zu den Themengebieten der LV vor der Diskussion im Plenum, ermöglicht zudem schnellen Austausch zu den Themen, fördert gleichzeitig die Interaktion der Studierenden und ermöglicht die Beleuchtung unterschiedlicher Aspekte zu den Themen wie auch die Diskussion in den Kleingruppen. Sie sichert zudem eine maximale Beteiligung aller Studierenden und senkt die Hemmschwelle für Wortmeldungen in der anschließenden Diskussion im Plenum.

Die Beiträge der Murmelgruppen werden von den Studierenden zur Dokumentation schriftlich festgehalten und von der Lehrenden nach der Präsenzveranstaltung anonymisiert nach Themengebieten zusammengefasst im dafür vorgesehenen Kurs im Online-Campus für alle zur Verfügung gestellt.

Die an die Murmelgruppenarbeit anschließende Diskussion im Plenum ermöglicht den Austausch der (zumeist auch sehr unterschiedlichen) Assoziationen der Studierenden zu den Fragestellungen und LV-Themen. Es zeigt der Lehrenden, auf welchem Wissensstand die Studierenden bei den LV-Themen „abzuholen“ sind und bietet der Lehrenden die Möglichkeiten, zu jedem Thema die Lehrinhalte und Ziele (auch Nicht-Ziele!) der LV schrittweise und in Verbindung mit den Gedanken der Studierenden vorzustellen.

Sofern zu diesem Zeitpunkt keine offenen Fragen von Seiten der Studierenden vorhanden sind, endet damit die Präsenzveranstaltung. Die Online-Phase schließt direkt daran an.

 

2) Online-Phase

Ausgehend von der Face-to-Face Kommunikation in der Präsenzeinheit, findet die Kommunikation in der Online-Phase in zwei Online Foren statt.

Das Diskussionsforum ist jene Plattform, die sowohl von Studierenden als auch von der Lehrenden genutzt wird, um Stimmungsbilder abzufragen und etwaige Unklarheiten zu klären und ergänzende Informationen zu den Themenbereichen aus aktuellen Medien oder Fachliteratur zu posten.

Das Nachrichtenforum dient in dieser LV stets als Einweg-Kommunikationsquelle für die Lehrende, um darin Studierende über etwaige Hinweise zur LV, organisatorische Anliegen oder ähnliches zu informieren.

Vereinzelt – speziell bei persönlichen Anliegen – wenden sich die Studierenden per Email an die Lehrende.

 

Die Struktur der Lehr-/Lerninhalte in der Online-Phase ist bei jedem Themengebiet gleich aufgebaut. Jedes Themengebiet enthält einleitende Worte zum jeweiligen Trend – zur Einstimmung in das Thema. Weiters werden die Lehr-/Lernmethode, die Lernziele sowie die prüfungsrelevante Literatur – unterteilt in Grundlagen und Vertiefung – angeführt. So ist auch die klare Chronologie der Literatur gewährleistet, obgleich Studierende frei wählen können, wann sie welches Thema, welche Literatur im begleiteten Selbststudium bearbeiten.

Zudem enthält jedes Thema weiterführende Literatur oder andere Links, die zur weiteren Bearbeitung des Themas (je nach Interesse) einladen.

Der Einsatz von Medien zur Erreichung der Lehr-/Lernziele (klassisches Selbststudium der Literatur oder YouTube-Video, Online-Gastvortrag, Webkonferenz u.ä.) orientiert sich jeweils an der verfügbaren Literatur (aufgrund der Aktualität der Themen!), am Themengebiet selbst sowie dem angestrebten Lehr-/Lernziel.

Im Vordergrund steht neben der Aktualität der Themen auch die Verbindung von Theorie mit der Praxis, die im Einklang die Studierenden auf dynamische Prozesse am Arbeitsmarkt bestmöglich vorbereiten soll. Die Themen sind nicht verpflichtend, jedoch idealerweise chronologisch zu bearbeiten.

Die verpflichtende Literatur besteht aus aktuellen, ausgewählten Artikeln aus Fachzeitschriften, passenden Kapiteln aus Büchern und relevanten (aktuellen) Publikationen von Expert_innen.

Kurze You-Tube Videos werden unterstützend als Einstieg in die Themen eingesetzt.

Online-Interview und Gastvortrag: Zu einem der sechs Themen können Studierende im Online-Campus (Moodle) neben der Literatur und der aktuellen Fachartikel auch ein eigens für die LV erstelltes und aufgezeichnetes Video downloaden und ansehen. Es beinhaltet einerseits ein durch die Lehrende geführtes Interview mit einer Expertin zum vertiefenden Thema, sowie ihren theoriegeleiteten und praxisnahen Vortrag.

Eine durch die Lehrende moderierte und ausschließlich als freiwilliges Zusatzangebot anzusehene Webkonferenz mit einem Experten der HR-Branche bietet den Studierenden zudem die Möglichkeit ihre Fragen zu aktuellen und auch persönlichen HR-Themen zu klären. Terminlich wird dabei besonders darauf geachtet, dass frühzeitig (ca. 8 Wochen zuvor) der Abendtermin angekündigt wird. Die Webkonferenz wurde in der Vergangenheit aufgezeichnet, wodurch die Studierenden, die nicht daran teilnehmen konnten, die Möglichkeit hatten zu einem späteren Zeitpunkt diese anzusehen.

 

3) Leistungserbringung

Nach Selbststudium des zur Verfügung gestellten Lehr-/Lernmaterials zum jeweiligen Thema, bearbeiten Studierende verschiedene „Hausarbeiten“, die zur begleitenden Leistungserbringung zählen. Diese „Hausarbeiten“ orientieren sich an der Praxisnähe und der Aktualität sowie an jeder/jedem Studierenden selbst und deren beruflicher Erfahrungen.

Die erste Aufgabenstellung ist einem Thema zugeordnet und intendiert eine stark selbstreflektierte und praxisnahe Auseinandersetzung mit dem eigenen Werdegang, den eigenen Potenzialen und der beruflichen Weiterentwicklung anhand der vorgegebenen Literatur und Lernmaterialien.

Die zweite Einsendeaufgabe („Hausaufgabe“) ist eine theoriegeleitete Praxisarbeit zu einem der sechs Themen nach eigener Wahl. Studierende arbeiten zu zweit oder in Kleingruppen virtuell miteinander. Dafür stehen unterschiedliche virtuelle Räume und Tools zur Verfügung. Jede/r Studierende wählt eine aktuelle Problemstellung der HR-Praxis und beschreibt seinen Vorschlag zur Problemlösung. Der/Die andere(n) erarbeiten weitere mögliche Lösungen anhand der Literatur und der eigenen Praxiserfahrung. So werden unterschiedliche Sichtweisen einer aktuellen Problemstellung der HR-Praxis interaktiv und virtuell diskutiert und bringen – wie die Erfahrung zeigt – oftmals neue Lösungen ans Tageslicht, die danach tatsächlich umgesetzt werden können.

 

4) Endprüfung

Zur Vorbereitung auf die Endprüfung stehen den Studierenden rechtzeitig vor dem Prüfungstermin einige Musterfragen zur Bearbeitung zur Verfügung. Es ist möglich und erwünscht, dass Studierende diese Fragen auch im Diskussionsforum diskutieren. Diese Fragen sind keinesfalls Prüfungsfragen, dabei geht es lediglich um eine Orientierung für die Studierenden, wie Prüfungsfragen aussehen können.

Die Fragen der Endprüfung (sowie auch die Musterfragen zur Prüfungsvorbereitung) verbinden gezielt die Theorie mit der Praxis. Das Gelernte soll idealerweise von den Studierenden in Fallbeispielen und/oder einer Case-Study angewendet werden. Die Endprüfung ist 2-teilig und beinhaltet offene Fragestellungen zur Theorie und deren Anwendung sowie eine Mini-Case-Study.

Positionierung des Lehrangebots

Fernstudium an der Ferdinand Porsche FernFH Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie Master Vertiefung HR Management 3.Semester 5 ECTS

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.