Inverted Classroom zur Förderung der fachdidaktischen und fachinhaltlichen Kompetenz im berufsbegleitenden Masterstudium Wirtschaftspädagogik

Umgesetztes Projekt

Ziele

Universitätsabsolvent/innen sollen kompetent sein. Kompetenz entwickelt sich bei Studierenden als reflektierte Lernerfahrung durch das Zusammenspiel der drei Aktivitäten Informationsverarbeitung, Aufgabenbearbeitung und Feedback in den Präsenz- und Selbststudienphasen einer Lehrveranstaltung.

Wie alle berufsbegleitenden Masterprogramme steht der Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik an der WU Wien vor der Herausforderung, Studierenden mit starken zeitlichen Restriktionen ein vollwertiges und qualitativ hochwertiges Hochschulstudium in der vorgesehenen Studienzeit zu ermöglichen. Mit Blick auf ihre Kompetenzentwicklung, braucht es dafür innovative Lehr-Lerndesigns wie das Konzept des Inverted Classrooms. Anders als bei einem klassischen Lehr-Lernsetting, erfolgen bei einem Inverted Classroom die Informationsverarbeitung sowie die Reflexion der Lernerfahrungen in den Selbststudienphasen, die Aufgabenbearbeitung und das Feedback stehen im Mittelpunkt der Präsenzphase.

Für die Umsetzung dieser Konzeption müssen im Sinne des Blended Learnings digitale und traditionelle Lehr-/Lernelemente auf eine Weise verzahnt werden, die es erlauben, Aktivitäten der Studierenden in den Präsenz- und Selbststudienphasen optimal zu unterstützen. Durch den Einsatz digitaler Lehr-/Lernelemente in den Selbststudienphasen, kann die Informationsverarbeitung sowie die Reflexion der Lernerfahrungen im Sinne einer Flexibilisierung zeit- und ortsungebunden, selbstgesteuert und eigenverantwortlich erfolgen. Dadurch wird es möglich, in den Präsenzphasen die Bearbeitung von Aufgaben zu fokussieren und die Anwesenheit der Lehrenden bzw. der anderen Studierenden für ein unmittelbares, auf die individuellen Kompetenzentwicklungsfortschritte abgestimmtes Feedback zu nutzen.

Das Institut für Wirtschaftspädagogik schöpft das volle Potential dieses gleichermaßen auf fordern und fördern ausgerichtete Konzept aus, um den Lernertrag der Studierenden in der begrenzten Lehrveranstaltungszeit zu optimieren.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Im Masterstudium Wirtschaftspädagogik wurde der Programmschwerpunkt Inverted Classroom eingeführt, um die geforderte Kompetenzentwicklung, insbesondere der berufsbegleitend Studierenden, die erhebliche zeitliche Restriktionen aufweisen, gezielt zu fördern.

Kompetenz entwickelt sich als reflektierte Lernerfahrung durch das Zusammenspiel der drei Aktivitäten Informationsverarbeitung, Aufgabenbearbeitung und Feedback in den Präsenz- und Selbststudienphasen. Beim innovativen pädagogischen Konzept des Inverted Classrooms erfolgt die technologiegestützte Informationsverarbeitung sowie die Reflexion der Lernerfahrungen in den Selbststudienphasen, die Aufgabenbearbeitung und das Feedback stehen im Mittelpunkt der Präsenzphase. In den Selbststudienphasen ermöglicht dieses Setting den Studierenden selbstgesteuertes Lernen und eine flexible Zeiteinteilung. In der Präsenzphase ist eine intensive Betreuung möglich, weil die Lehrenden individualisiertes, unmittelbares Feedback über die Qualität der Aufgabenbearbeitung geben können. Zudem wird die Kooperation mit Kolleg/innen und die Reflexionskultur gefördert.

Das Inverted Classroom-Konzept wird in den Pflichtlehrveranstaltungen „Methoden der Wirtschaftsdidaktik II“ und „Didaktik des Rechnungswesens“ seit mehreren Semestern erfolgreich umgesetzt. Ausgezeichnete Evaluierungen von Seiten der Studierenden sowie mehrfache Lehrauszeichnungen der im Projektteam engagierten Personen bestätigen den Erfolg des Programmschwerpunkts.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The program focus Inverted Classroom has been introduced into the Master program Business Education in order to support the development of the expected competency of students, particularly those who work full time and have limited time resources. Competency is the result of a reflected learning experience of the three activities information processing, task-processing and feedback during the periods of attendance and self-study phase. The innovative concept of an Inverted Classroom is based on the idea to process the information and to reflect the learning experiences during the self-study phase and to focus on task-processing and feedback in the attendance phase. This setting enables students to plan, organise and structure their time for studying and allows instructors to focus on the application of knowledge, the problem-solving process and on individual feedback. Furthermore, cooperation with colleagues and a culture of reflection is supported. An inverted classroom has been successfully implemented in the mandatory courses „Methods of business didactics II“ and „Didactics of Accounting“. Outstanding student ratings of these courses and a number of teaching awards for the instructors confirm the high level of instructional quality.

Nähere Beschreibung

1 Pädagogische Fundierung

 

Heute geht die Erwartung an Universitätsabsolvent/innen über die Fähigkeit, deklaratives Wissen wiederzugeben oder Prozeduren routiniert auszuführen, weit hinaus und zielt auf den Erwerb und die Weiterentwicklung von Kompetenz ab. Kompetenz lässt sich nur bedingt in direkten instruktionalen Lehr-Lern-Arrangements entwickeln. Vielmehr braucht es neben einer gut fundierten theoretischen Wissensbasis ein Tun, ein reflexionsgeleitetes Erproben durch die Studierenden, sowie individualisiertes und unmittelbares Feedback bei der Bearbeitung realitätsbezogener komplexer Aufgaben durch die Lehrenden. Die Entwicklung von Kompetenz ist somit gebunden an Lehr-Lernbedingungen, die zeit- und kommunikationsintensiv sind.

Die hier beschriebenen Pflichtlehrveranstaltungen „Methoden der Wirtschaftsdidaktik II“ und „Didaktik des Rechnungswesens“ des Masterstudiums Wirtschaftspädagogik (Studienplan 2015) setzen den Programmschwerpunkt des Inverted Classroom-Konzepts erfolgreich um. Sie fokussieren dabei einerseits auf die Erstellung von Unterrichtsplänen und die Entwicklung von fachdidaktischen Materialien für Lehr-Lern-Arrangements, die in der Literatur als „Handlungsorientierte Methoden“ beschrieben werden. Andererseits wird die inhaltliche Fachkompetenz durch die praktische Anwendung der unterschiedlichen Methoden geschärft.

 

2 Die Idee des Inverted Classrooms

 

Kompetenz entwickelt sich bei Studierenden als reflektierte Lernerfahrung durch das Zusammenspiel der drei Aktivitäten Informationsverarbeitung, Aufgabenbearbeitung und Feedback in den Präsenz- und Selbststudienphasen.

Beim innovativen pädagogischen Konzept des Inverted Classrooms wird die Präsenzphase für die Bearbeitung komplexer Aufgaben und das individuelle Feedback genutzt. In der zweiphasigen Selbststudienzeit (before und after class) erfolgt die technologiegestützte Informationsvermittlung bzw. die Nachbereitung der Präsenzzeit. Damit wird das Ziel verfolgt, die Studierenden bei den selbstgesteuerten Lernprozessen zu unterstützen und die wertvolle, begrenzte Kontaktzeit zwischen den Lehrenden und den Studierenden für jene Prozesse zu nutzen, bei denen die Lehrenden unersetzlich sind, nämlich unterstützendes Feedback bei der Unterrichtsplanung bzw. der Erstellung des fachdidaktischen Materials zu geben.

 

3 Learning Outcomes

 

Die LVs zielen darauf ab, Theorie und Praxis der Wirtschaftspädagogik vielfältig miteinander zu verknüpfen. Mit Blick auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden, wird dabei deklaratives, prozedurales und strategisches Wissen schrittweise aufgebaut und akademisches Reflexionsvermögen ausgebildet.

 

Nach diesen LVs sind die Studierenden in der Lage:

- ausgewählte handlungsorientierte Methoden an konkreten Themenfeldern aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Unternehmensrechnung für verschiedene Zielgruppen von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu planen und kritisch zu analysieren,

- Erklärungen zielgruppengerichtet unter Zuhilfenahme geeigneter Visualisierungstechniken einzusetzen,

- ihre Lernerfahrungen zu reflektieren,

- fachdidaktische Materialien für den ökonomischen Unterricht zu entwickeln,

- Case Studies für den Einsatz bei verschiedenen Zielgruppen selbst zu erstellen,

- Prüfungen auf unterschiedlichen Lernzielniveaus und Kompetenzstufen zu erstellen, zu reflektieren und zu benoten.

 

Die angestrebten Learning Outcomes bedingen eine konsequente Verschränkung der – üblicherweise getrennten – Vermittlung von Fachinhalten mit dem Aufbau von methodisch-didaktischer Kompetenz. Dazu seien hier einige Beispiele für die Verschränkung von Fachinhalten und Methoden angeführt:

- Methode Case Studies anhand des Fachinhalts Internationalisierung

- Methode Pro-Contra-Debatte anhand des Fachinhalts Rechtsformen

- Methode Prüfungsdidaktik anhand des Fachinhalts Bilanzierung

- Methode Visualisierungen anhand des Fachinhalts Bargeldbewegungsverordnung

 

4 Umsetzung des Inverted Classroom-Konzepts

 

Die erfolgreiche Durchführung eines Inverted Classrooms-Konzepts ist an mehrere Gelingens-bedingungen gebunden:

- klare Abfolge der Präsenz- und Selbststudienphase

- Bestimmung der Sozialformen

- Entwicklung von aufeinander aufbauenden Aufgabentypen in Abstimmung mit den kognitiven Niveaus der Learning Outcomes, die in den verschiedenen Lernphasen erreicht werden sollen

- Verfügbarkeit einer digitalen Lernumgebung

 

Jedes LV-Design beinhaltet mehrere Sequenzen, die hinsichtlich ihrer zeitlichen Abfolge entweder verschränkt oder hintereinander in der Präsenz- oder Selbststudienphase abgearbeitet werden. Beim Inverted Classroom beinhaltet eine Sequenz eine vorbereitende Distanzphase (before class), einer anwendungsorientierten Präsenzphase (in class) und eine nachbereitende bzw. reflektierende Distanzphase (after class). Insgesamt wurden in den beiden hier vorgestellten Lehrveranstaltungen zehn Sequenzen erarbeitet.

Als Sozialformen wurden Einzelarbeit und Gruppenarbeit bestimmt. Innerhalb jeder Lehrveranstaltung wurden Gruppen gebildet, die über das gesamte Semester alle in dieser Sozialform zu erledigenden Aufgaben in unveränderter Zusammensetzung ausgeführt haben.

 

Für jede Lernphase wurden eigene Aufgabentypen für die Erreichung unterschiedlicher Learning Outcomes entwickelt:

- Before class fokussiert die Aneignung der Grundlagen von Unterrichtsmethoden bzw. Fachinhalten. Die Aufgabentypen für die “before class“-Phase sind dem Aufbau von deklarativem und prozeduralem Methoden-, Fachinhalts- und Zielgruppenwissen gewidmet.

- In class hat das Ziel, das im Selbststudium „before class“ angeeignete deklarative bzw. prozedurale Wissen in strategisches Wissen zu transferieren. Die Kontaktzeit wird zur Bearbeitung der Aufgabe der Unterrichtsplanung bzw. der Entwicklung fachdidaktischer Materialien auf der Basis von Heuristiken genutzt. Die zentrale Rolle der Lehrenden besteht in der individuellen, bedarfsorientierten Unterstützung der Studierenden.

- After class ist der Festigung und Reflexion des während der „in class“-Phase entwickelten strategischen Wissens nach jeder Einheit gewidmet, um auf diese Weise die Kompetenzentwicklung der Studierenden in einem Lernfeld abzuschließen.

 

Der Kompetenzentwicklungsfortschrittsprozess der Studierenden braucht eine digitale Lernumgebung, die den Studierenden zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung steht, um so selbstständiges und eigenverantwortliches Lernen zu ermöglichen und die Kommunikation zu erleichtern. Dazu bietet die von der WU entwickelte Lernplattform „Learn@WU“ zahlreiche Tools, die einen lernförderlichen, flexiblen Rahmen schaffen.

 

Zur Veranschaulichung werden im Folgenden zwei Beispiele beschrieben:

Beispiel 1: Methode Case Studies zum Fachinhalt Internationalisierung.

 

Before class. Die Studierenden machen sich mit Hilfe von Leseaufträgen, Best Practice-Beispielen und Lernvideos, die auf der Lernplattform der WU Wien learn@wu zur Verfügung gestellt werden, mit den theoretischen Grundlagen zu Case Studies vertraut. Zur Überprüfung des Lernerfolgs erledigen sie in Gruppen verschiedene Aufgabentypen, die der Entwicklung von prozeduralem Wissen gewidmet sind: anwendungsorientierte Multiple Choice-Fragen, theoriegeleitete Konfrontation der Methode Case Studies mit einer Lerntheorie in der Form einer schriftlichen Diskussion, Anleitung für den gelingenden Einsatz der Methode Case Studies für Kolleg/innen in der Form eines Methodenbausteins bzw. Self- und Peerfeedback, anhand argumentierter Kriterien.

 

In class. Jede Gruppe erstellt eine Case Study für eine vorher festgelegte Zielgruppe (Fachschule, Handelsakademie, Bachelorstudium, Betriebliche Weiterbildung). Die Lehrenden interagieren mit den verschiedenen Gruppen und steuern die Entwicklungsarbeiten über individualisiertes, unmittelbares Feedback.

 

After class. Die Gruppen stellen die fachdidaktischen Materialien fertig. Zusätzlich reflektieren die Studierenden ihren individuellen Lernerfolg durch die Führung eines onlinegestützten Lerntagebuchs (siehe unten).

 

Beispiel 2: Methode Prüfungsdidaktik zum Fachinhalt Bilanzierung.

Before class. Die Studierenden machen sich mit mehreren Leseaufträgen mit der Prüfungsdidaktik inhaltlich vertraut. Zur Sicherstellung der Aufgabendurchführung müssen die Studierenden Fragen auf unterschiedlichen Komplexitätsniveaus beantworten. Die Leseaufträge bilden die fachliche Basis für das Rollenspiel „in class“. Zusätzlich werden die Studierenden ermutigt, eigenverantwortlich fachliche Wissenslücken im Themenbereich der Bilanzierung unter Miteinbeziehung inhaltlicher Gesetzesänderungen zu schließen. Als Hilfestellung werden Materialien zur Verfügung gestellt.

 

In class. Die Leseaufträge werden anhand eines Rollenspiels im Plenum aufgearbeitet. Im Rollenspiel nehmen die Studierenden entweder die Rolle eines Prüflings oder eines Prüfers/einer Prüferin ein. Die verschiedenen Positionen und die daraus abgeleiteten Maßnahmen werden im Rahmen einer fiktiven Prüfungsdurchführung diskutiert und reflektiert. Die Lehrperson moderiert. Anschließend erstellen die Studierenden in Partnerarbeit ihre erste Prüfungsangabe zu einem konkreten, gemeinsam definierten Bilanzierungslehrziel, wobei die Lehrperson bei inhaltlichen und fachdidaktischen Fragen die Lern-Paare berät.

 

After class. Die Studierenden erhalten über die Lernplattform individuelles, schriftliches Feedback auf ihre Leseaufträge und können anknüpfend auf die in der Präsenzphase erworbenen Kompetenzen ihre erste eigene Prüfung finalisieren. Diese wird sodann an ein vorab zugeteiltes Peer-Feedback-Team digital übermittelt. Mithilfe eines online zur Verfügung gestellten standardisierten Feedbackbogens müssen die einzelnen Teams wechselseitig ihre Prüfungen begutachten und Verbesserungsvorschläge abgeben. Gleichzeitig stellt diese Evaluierung die „before class“ Aktivität einer neuen Sequenz dar.

 

5 Reflexion des Lernfortschritts und Peer Feedback-Elemente

 

Die Studierenden werden dazu angehalten, auf mehreren Ebenen ihren eigenen Lernfortschritt zu reflektieren. Einerseits werden die Lernerfahrungen nach jeder Sequenz in einem digital geführten Lerntagebuch festgehalten, andererseits wurden in das LV-Design zwei verschiedene Feedback-Elemente integriert:

- Das Lerntagebuch ist digital als Online-Formular umgesetzt, für das nur die Person selbst schreibberechtigt ist. Darin beschreiben die Studierenden, wie sie den Arbeitsprozess gestaltet haben und welche Aktivitäten für ihren Lernfortschritt förderlich waren.

- Die Formate Peer- und Self-Feedback fördern die Bildung des kompetenten Professionswissens, weil sie den kritisch distanzierten, reflexiven Blick auf eigene und fremde Arbeiten entwickeln.

 

6 Leistungsfeststellung und -beurteilung

 

Die Notengebung ist prozess- und ergebnisorientiert. Sie speist sich aus der Summe aller aufeinander aufbauenden Lernschritte, die während der gesamten Lehrveranstaltung in allen Phasen getätigt werden und der Qualität der fachdidaktischen Entwicklungsarbeiten.Alle Ausarbeitungen müssen verpflichtend über Learn@WU abgegeben werden. Die Leistungsfeststellung der einzelnen Aufgabenbausteine erfolgt über ein digital geführtes Notenbuch, wodurch eine transparente und stets aktuelle Notengebung gewährleistet ist.

 

7 Beschreibung der digitalen Lernumgebung

 

Durch den Einsatz von digital vielfältig aufbereiteter Informationsmaterialien, variierender Aufgaben und verschiedener Feedbackformate werden die Studierenden in der Selbststudienphase gezielt unterstützt. Der Anspruch besteht darin, unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen in Hinblick auf Vorwissen, Lernstrategie und Lerntempo auszugleichen.

Die Lernplattform Learn@WU erfüllt in diesem Zusammenhang zwei Funktionen, die für das Design eines Inverted Classrooms unverzichtbar sind: Einerseits ist die Plattform essenziell für die Bereitstellung vielfältiger Selbstlernangebote, andererseits erfüllt sie zentrale Kommunikationsaufgaben während der Distanzphasen.

Im gegenständlichen Programmschwerpunkt Inverted Classroom, reicht das Angebot der Informationsmaterialien von einfachen Downloads (wissenschaftliche Artikel, begleitende Arbeitsblätter, Musterbsp.) bis hin zu aufwendig produzierten Lernvideos unterschiedlicher Art. Darunter fallen 2- bis 15-minütige animierte Erklärvideos („Study Clips“; „Key-note Präsentationen“), aber auch mitgefilmte Unterrichtssequenzen („Lecture Casts“). Neben zahlreichen asynchronen Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. Foren, Ankündigungsmöglichkeiten mit Push-Funktion), gibt es auch das Angebot von synchronen Hilfestellungen in Form von Chats oder Online-Prüfungseinsichten. Zudem werden die Einzel-, Partner- bzw. Gruppenaktivitäten wie theoriegeleitete Diskussionen, Peer-Feedback, Self-Evaluation oder Lerntagebücher über Learn@WU koordiniert und rückgemeldet.

Das elaborierte Design der digital gestützten Selbststudienphase ist die unbedingte Voraussetzung für gelungene Präsenzphasen, das Gesamtpaket des LV-Design ermöglicht die Entwicklung der geforderten Kompetenz der Studierenden.

Positionierung des Lehrangebots

Das Masterstudium Wirtschaftspädagogik an der WU Wien qualifiziert sowohl für die Lehrtätigkeit in wirtschaftlichen Fächern an berufsbildenden Schulen als auch für verschiedene wirtschaftsakademische Berufe. Die Absolvent/inn/en verfügen sowohl über ein fundiertes und breit vernetztes betriebs- und volkswirtschaftliches Grundlagenwissen als auch über ein fachdidaktisches Professionswissen. Im Programmschwerpunkt Inverted Classroom werden die Lehrveranstaltungen „Methoden der Wirtschaftsdidaktik II“ und „Didaktik des Rechnungswesens“ im 2. Semester des Masterstudiums angeboten. Die Lehrveranstaltungen verfolgen die Zielsetzung, die Kompetenz der Studierenden im Bereich Einsatz von Unterrichtsmethoden, die eine wesentliche Voraussetzung für gelungene Lehr-Lernarrangements darstellt, zu fördern. Dies geschieht durch die Konzeption und Erprobung diverser Methoden (z.B. Gruppenunterricht, Case Study, Planspiel, etc.) anhand unterschiedlicher wirtschaftlicher Fachinhalte.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.