OPEN ONLINE COURSE JEAN MONNET / Lehrveranstaltung „EU Integration and Ethics“

Umgesetztes Projekt

Ziele

Das MCI Management Center Innsbruck ist Teil der „United Nations Principles for Responsible Management Education (PRME)“ Initiative, deren Ziel die Stärkung der Verantwortung im Bereich der Management Ausbildung ist. Dieser ganzheitlicher Ansatz ist auch Teil der Mission des MCI, wo unter anderem die „Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“ betont wird. Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, möglichst viele Studierende aus möglichst vielen Studienrichtungen für die Bedeutung des EU Rechts einerseits, sowie für ethische Herausforderungen in ausgewählten sensiblen Bereichen andererseits zu sensibilisieren, und sie so zu kritischem Denken anzuleiten und zu motivieren. Im Sinne einer sich gegenseitig befruchtenden Verknüpfung von Forschung und Lehre profitiert dieses Projekt auch von der Forschung (EU und Ethik allgemein, bzw. in konkreten Anwendungsfeldern), die im Rahmen des von der Europäischen Kommission am MCI eingerichteten Jean Monnet Lehrstuhls durchgeführt wird.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Eingebettet in die Ideen der PRME (Principles for Responsible Management Education) Initiative und der Mission des MCI, die beide die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft betonen, ist es Ziel dieses Projektes, Studierende aus möglichst vielen Studienrichtungen für die Bedeutung des EU Rechts einerseits, sowie für ethische Herausforderungen in ausgewählten sensiblen Bereichen zu sensibilisieren, und sie so zu kritischem Denken anzuleiten.

Die Lehrveranstaltung beginnt mit einer allgemeinen Einführung (Präsenz, wird auch aufgezeichnet) zu den Grundlagen des Rechts, des EU Rechts sowie zu den Querbezügen betreffend Ethik und Moral. Vier online Einheiten (via Adobe Connect; werden ebenfalls aufgezeichnet) befassen sich mit Fragen der Fairness im Kontext von positiven Formen der Diskriminierung (sog. affirmative action), Fragen der Menschenwürde und den moralischen Grenzen von Märkten im Kontext von Leihmutterschaft und anderen Reproduktionstechniken, sowie ethischen Fragen der aktuell wichtigen Situation von Migration und Flüchtlingen.

Um möglichst viele Studierende anzusprechen, ist diese Lehrveranstaltung einerseits sowohl im Format blended learning (Präsenz und online), als auch rein online verfügbar; dies sowohl synchron (d.h. gleichzeitig), als auch asynchron (Aufzeichnungen aller Teile). Andererseits wird das für die einzelnen Termine notwendige Wissen im Sinne von pre-readings definiert (flipped classroom Konzept), um Studierende aller Fachrichtungen anzusprechen.

Kurzzusammenfassung (engl.)

Embedded in the ideas of the PRME (Principles for Responsible Management Education) initiative and MCI’s mission, which both emphasize responsibility towards society, this project aims at raising awareness of students of various backgrounds for the relevance of EU law on the one side, as well as for ethical challenges in selected sensitive areas, thus guiding and motivating them towards critical thinking.

This course starts with a general introduction (on site, recordings for those not onsite) concerning the basics of law, EU law, as well as their relation with ethics and morality. Four online session (via Adobe Connect; also recorded) deal with issues of fairness in the context of forms of positive discrimination (affirmative action), issues of human dignity and the moral limits of markets in the context of surrogacy and other reproductive technologies, as well as with the ethics of migration and refugees, a very important topic at the moment.

In order to reach out to as many students as possible, this course, on the one side, is available both in form of blended learning (on site and online), as wells as online only; in addition, this course is available both synchronous, as well as asynchronous (recordings of all parts). On the other side, the knowledge necessary for the different sessions is defined in terms of pre-readings (flipped classroom concept), in order to address students from various disciplines.

Nähere Beschreibung

Ausgangssituation:

Junge Menschen die derzeit an einer Hochschule studieren werden sich künftig mit zwei zunehmend wichtiger werdenden Phänomenen konfrontiert sehen: so wird einerseits das nationale Recht der einzelnen Staaten durch das EU-Recht weiterhin stark beeinflusst werden, andererseits wird die Bedeutung der Ethik für das EU-Recht weiter steigen. Dies nicht nur durch die hohe Geschwindigkeit technischer Entwicklungen („internet of things“ und Digitalisierung, selbstfahrende Autos, neue Möglichkeiten in der Reproduktionsmedizin), sondern auch durch sonstige aktuelle Herausforderungen (z.B. Migration und Flüchtlingsströme). Im ersten Bereich (rasche technische Entwicklung) ist es zunehmend zu beobachten, dass das Recht (sowohl national wie auf EU-Ebene) vielfach nicht in der Lage ist, auf die durch diese neuen Entwicklungen neu geschaffenen Herausforderungen entsprechend zu reagieren. So ist bspw. festzustellen, dass das EU-Recht immer öfter bei sensiblen Themen auf die Begriffe der Ethik und der Moral verweist, um im Endeffekt eine zufriedenstellende Situation herbeizuführen. Im zweiten Bereich (Migration und Flüchtlinge) ist es wichtig, in die ganzen Diskussionen verstärkt auch die Gesichtspunkte der Menschenrechte (EU Charta der Grundrechte) und der ebenfalls seit 2009 verbindlich auf europäischer Ebene festgelegten Werte, insb. der Würde eines jeden Menschen, einzubringen.

Dieses Projekt deckt sich auch mit der PRME (Principles for Responsible Management Education) Initiative und der Mission des MCI, die beide die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft betonen. Ziel dieses Projektes ist es, Studierende aus möglichst vielen Studienrichtungen für die Bedeutung des EU Rechts einerseits, sowie für ethische Herausforderungen in ausgewählten sensiblen Bereichen zu sensibilisieren, und sie so zu kritischem Denken anzuleiten und zu motivieren.

 

Sprache:

Um möglichst viele Studierende (insb. auch incoming-Studierende mit einem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund) ansprechen zu können, findet diese Lehrveranstaltung ausschließlich in englischer Sprache statt.

 

Aufbau und Struktur:

• Da sich diese Lehrveranstaltung an Studierende aller Fachrichtungen richtet, erfordert sie eine allgemeine Einführung, sowie als didaktisches Konzept den sog. flipped classroom-Ansatz. Nach Letzterem findet das Eigenstudium schwerpunktmäßig vor der Lehrveranstaltung statt und nicht zwischen dem Ende der Lehrveranstaltung und der anschließenden Klausur. Diese allgemeine Einführung findet vor Ort statt und wird als Video aufgezeichnet und am nächsten Tag zum Download zur Verfügung gestellt. Um auch ein nachträgliches Studium des Videos für die Studierende zu ermöglichen, die an diesem ersten Tag zeitlich verhindert waren, findet einen Tag nach dieser allgemeinen Einführung kein Termin statt. Inhaltlich behandelt diese Einführung die Grundlagen des Rechts allgemein, bzw. des EU Rechts im Speziellen, sowie die Begriffe der Ethik und der Moral allgemein, bzw. ihrer Rolle im Rahmen der EU. Diese Einführung umfasst auch die Grundrechte sowie die Werte der EU (insb. Menschenwürde).

• Vier online Einheiten (via Adobe Connect; werden ebenfalls aufgezeichnet) befassen sich mit Fragen der Fairness im Kontext von positiven Formen der Diskriminierung (sog. affirmative action), Fragen der Menschenwürde und den moralischen Grenzen von Märkten im Kontext von Leihmutterschaft und anderen Reproduktionstechniken, sowie ethischen Fragen der aktuell wichtigen Situation von Migration und Flüchtlingen.

• Eine fünfte online Einheit steht für verbleibende Fragen zu den vier davor online diskutierten Themenbereichen zur Verfügung (Q&A). Dies nicht nur zur ergänzenden Diskussion, sondern auch zur Vorbereitung auf die Präsentationen (samt Diskussionen), die diese Lehrveranstaltung abschließen.

• Nach dieser letzten online Einheit sind einige Tage für die Vorbereitung der Präsentationen reserviert, wo die Studierenden (nach Abklärung des konkreten Themas, Feedback sowie ggf. noch ergänzenden Hinweisen durch den Lehrveranstaltungsleiter) am letzten Tag (wiederum vor Ort) eine konkrete Themenstellung der im Rahmen dieser Lehrveranstaltung behandelten Inhalte präsentieren und im Rahmen der anschließenden Diskussion auch verteidigen müssen (defensio).

 

Bewertung:

Am MCI eingeschriebene (reguläre und incoming) Studierende und sonstige TeilnehmerInnen (bspw. in der Vergangenheit aus Rumänien, Kenia, etc.), die an diesem letzten Tag nicht für eine Präsentation vor Ort sein können, schreiben ein Reflexionspapier zu einer auf die gleiche Art und Weise festgelegten konkreten Themenstellung. Dies ermöglicht wiederum die notwendige Flexibilität, um vor dem Hintergrund unterschiedlicher Studienpläne möglichst viele Studierende in diese Lehrveranstaltung einbeziehen zu können. Wichtig zu betonen ist, dass Präsentationen einerseits und Reflexionspapier andererseits vom Anforderungsniveau her gleich zu sehen sind (ebenso gibt es für beide Bewertungsformen genaue Hinweise zum erwarteten Niveau bzw. jeweils eine „rubric“ zur genauen Benotung).

Lehr- und Lernformat:

Wie soeben beschrieben ist zusammenfassend noch einmal zu betonen, welche Lehr- und Lernformate in diesem Zusammenhang zum Einsatz kommen: Um, wie erwähnt, möglichst viele Studierende ansprechen zu können, ist diese Lehrveranstaltung einerseits sowohl im Format blended learning (Präsenz und online), als auch rein online verfügbar. Dies sowohl in einer synchronen Form (d.h. gleichzeitig), als auch asynchron durch Aufzeichnungen aller Teile (d.h. sowohl der allgemeinen Einführung am ersten Tag, als auch der online Einheiten zu den inhaltlichen Vertiefungen). Andererseits wird das für die einzelnen Termine notwendige Wissen im Sinne von pre-readings definiert (flipped classroom Konzept), um Studierende aller Fachrichtungen ansprechen zu können.

Gastvorträge:

Kritisches Denken sollte von den einschlägigen objektiven Fakten ausgehen. Aus diesem Grund und um das breitgefächerte Spektrum von Studierenden auf einen einheitlichen Stand zu bringen (Ergänzung zum erwähnten flipped classroom Konzept), werden die beiden online Einheiten zu den Themen Reproduktionstechniken bzw. Migration jeweils von zwei ExpertInnen auf diesem Gebiet (Medizinerin und Bioethikerin im ersten Fall, Politikwissenschaftler im zweiten Fall) kurz eingeführt. Die Erfahrung zeigt wie wichtig es bspw. für die Diskussion von Fragen der Ethik und der Menschenwürde (nach Kant: Personen als Subjekt und nicht als reines Objekt zu sehen) im Kontext der Leihmutterschaft ist (Stichwort: „commodification“ des weiblichen Körpers), vorab über die genauen physischen und psychischen Herausforderungen einer solchen Prozedur Bescheid zu wissen.

 

Verbindung von Forschung und Lehre:

Darüber hinaus profitiert dieses Projekt auch von der Verknüpfung von Lehre und Forschung im Sinne der punktuellen Integration von Forschungserkenntnissen zu den Bereichen EU-Recht, EU-Recht und Ethik in diese Lehrveranstaltung. Die jeweiligen Publikationen werden den Studierenden auch über die Website des von der Europäischen Kommission eingerichteten Jean Monnet Lehrstuhls (https://jeanmonnet.mci.edu) frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

 

Dissemination / Verbreitung:

• Diese soeben erwähnte Website dient der Verbreitung der sonstigen Aktivitäten dieses Jean Monnet Lehrstuhls sowie der Information zum Angebot dieser Lehrveranstaltung inner- und außerhalb des MCI.

• Darüber hinaus wird auch das an sich hauptsächlich im Kontext der Forschung entstandene Netzwerk an Hochschulen genutzt, um für diese Lehrveranstaltung auch gezielt Personen von anderen Hochschulen anzusprechen: z.B.: Universität Bologna / Italien, Universität Sheffield / Vereinigtes Königreich, Erasmus University Rotterdam / Niederlande, Gillings School of Global Public Health in North Carolina / USA u.v.m.

• Zusätzlich werden auch soziale Medien wie Twitter oder Instagram verwendet, um über diese Lehrveranstaltung und damit zusammenhängende aktuelle Entwicklungen zu informieren; all diese Kanäle sind über die zentrale Webseite (https://jeanmonnet.mci.edu/home) zugänglich.

 

Digital badge:

Digital badges sind eine moderne Form der Darstellung, um Fähigkeiten zu belegen, die während des Studiums außerhalb des verpflichtend vorgegebenen Umfangs zusätzlich erworben worden sind. Diese digital badges sollen in der online Welt für Arbeitgeber aber auch sonstige Personen erworbene Fähigkeiten (aber auch weitere Informationen zu den Inhalten, zur Hochschule etc.) dokumentieren. Dieses Projekt ist Teil des digital badge „Responsible Management“, welcher am MCI angeboten wird.

Positionierung des Lehrangebots

Dieses Angebot richtet sich einerseits an • Bachelor- als auch an Master-Studierende aus dem Department “Management und Recht“ • an MCI-Studierende aus allen Studienprogrammen • an incoming-Studierende aus Partnerhochschulen • an Studierende aus und in Hochschulen innerhalb und außerhalb des EU-Raumes (z.B. Universität Bologna / Italien; Universität Sheffield / Vereinigtes Königreich; Erasmus University Rotterdam / Niederlande; Gillings School of Global Public Health in North Carolina / USA u.v.m. • Durch das didaktische Konzept des „flipped classroom“ wird kein Vorwissen vorausgesetzt und die Studierenden mittels der definierten pre-readings für die jeweiligen Termine auf ein einheitliches Niveau gebracht

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.