Wissenschaftliches Arbeiten: Eine Einführungslehrveranstaltung im Blended Learning Format

Umgesetztes Projekt

Ziele

Dieses LV-Konzept verbindet digitale Lehr- und Lernelemente mit traditionellen Vermittlungsformen im Fachbereich „Wissenschaftliches Arbeiten“. Die Lehrveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“ ist seit dem Wintersemester 2017 für Lerufsbegleitend- und Vollzeitstudierende gleichermaßen in einem Blended Learning Format aufgesetzt. Dieses Lehr-/Lernformat wurde als Resultat eines mittlerweile sechs Jahre andauernden internen Evaluationsprozesses durch die Lehrende entwickelt. In dessen Verlauf wurde die vorher reine Präsenzlehre in einem ersten Schritt kontinuierlich mit dem Angebot von E-Content angereichert und in einem zweiten Schritt mit dem Angebot von asynchronen Fernlehrelementen erweitert. Das hier vorliegende didaktische blended-learning Konzept ist somit das Resultat aller, über die Jahre hinweg angesammelter Erfahrungen. Es antwortet auf Anforderungen an die Lehre dieses Faches, die hier seitens der Lehrenden er-kannt wurden. Im Zentrum stehen die folgenden zwei Ziele, jedes in sich komplex:

 

Ziel 1: Effektiv, ressourcenschonend und bedarfsgerecht lehren

Ziel 2: Studierende an ein selbstverantwortliches Lernen heranführen

 

Im Folgenden werden diese zwei Ziele weiter ausgeführt, aber immer gleich in Hinblick auf die Maßnahmen diskutiert, die im Rahmen dieses Lehrveranstaltungskonzeptes bereits ergriffen werden, um sie zu erreichen.

 

Zentrales Element dieses blended-learning Konzeptes ist eine Lernstrecke über Moodle realisiert, die von Studierenden nach einem vorgegebenen Schema durchlaufen werden muss. Im Rahmen dieser Lernstrecke, werden Lerninhalte so aufbereitet präsentiert, dass damit den unterschiedlichsten Lerntypen Rechnung getragen wird. Damit ermöglicht dieses didaktische Blended Learning Lehrkonzept Lehrenden ökonomisch mit ihren Lehreinheiten umzugehen, und Studierenden, die hierfür angesetzten ECTS bedarfsorientiert und möglichst effektiv in diverse Lernaktivitäten zu investieren.

 

Da diese Lehrveranstaltung als ein, in sich geschlossenes und didaktisch gut durchdachtes Konzept in einem Moodlekurs aufgesetzt worden ist, kann sie schnell und unkompliziert - in der hier vorliegenden Fassung - immer wieder neu realisiert werden. Über den Export und Import des Moodlekurses wird die Lernstrecke als Ganzes übernommen. Lehrende werden damit entlastet. Es steht ihnen frei, das begleitende Präsenzangebot nach eigenen Vorstellungen mit Vertiefungs- und Übungsangeboten anzureichern. Über den Fokus auf die Fernlehrelemente ist eine Vorortanwesenheit der Lehrenden über weite Strecken der Lehrveranstaltung auch nicht mehr nötig. Sie können von überall auf den Moodlekurs zugreifen, Bewertungen vornehmen und Rückmeldungen auf studentische Ausarbeitungen schreiben. Und dennoch bleiben Lehrende über die Fortschrittsanzeige aller KursteilnehmerInnen immer „ganz dicht“ an ihren Studierenden dran. Sie sehen wer was im Kurs macht; wer welche Leistung erbringt; und auch, wer zurückfällt. Das ermöglicht den Lehrenden einzelne Studierende gezielt anzusprechen und rechtzeitig ein Unterstützungsangebot zu unterbreiten.

 

Studierende werden in diesem didaktischen Blended Learning Lehrkonzept sowohl individuell gefördert, als auch persönlich gefordert. Es obliegt in ihrer Entscheidung, ob es ihnen ausreicht nur die Theorie zu lernen, oder ob sie zusätzlich an stärker anwendungsbezogenen Kompetenzen arbeiten möchten. Das Durchlaufen der vorgegebenen Lernstrecke in Kombination mit einem rein optionalen Präsenzangebot, lässt die Entscheidungshoheit immer bei den Studierenden selbst. Neben den im Fokus dieser Lehrveranstaltung stehenden Fachkompetenzen des „Wissenschaftlichen Arbeitens“, werden damit gleich zu Beginn des Studiums auch weitere wichtig Kompetenzen eingeübt, die sich auf die allgemeine Studierfähigkeit auswirken. Zu diesen Kompetenzen zählen v.a. die Kompetenz aktiv Fragen zu stellen und die Kompetenz selbstverantwortlich zu lernen. Sind doch Lehrende aller Fachdisziplinen, und über alle Hochschulen hinweg, in einem immer stärkeren Ausmaß damit konfrontiert, dass Studierende eine zum Teil sehr passive Haltung beim Lernen einnehmen. Das Lernen wird oft als eine „Bringschuld“ der Lehrenden gesehen. Ist nicht gelernt worden, so die konsequente Argumentation der Studierenden, dann lag es daran, dass nicht ausreichend gut und verständlich gelehrt worden ist. Mit dem hier vorliegenden didaktischen Lehrkonzept wird dieser Haltung entgegengewirkt. Studierende müssen selbstverantwortlich lernen. Dazu gehört dann auch, dass sie sich selber dazu motivieren, sich mit Lerninhalten aktiv auseinanderzusetzen; dass sie ihr Lernen eigenverantwortlich planen; und, dass sie selber die Verantwortung für ihr Lernen auch übernehmen. Gerade im Wissenschaftlichen Arbeiten zeigt sich, dass ein sogenanntes „Bulimie-Lernen“ für den Studienerfolg nicht zielführend ist. Studierende sollten hier in der Lage sein, die Kompetenzen, die sie im Rahmen dieser Lehrveranstaltung erarbeitet haben, durchgängig in ihrem Studium zu zeigen.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Im Studienjahr 2016 schrieb die FHWien der WKW ein sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ zum ersten Mal aus. Im Rahmen dieses Projektes erhielten ausgewählte Lehrende die Möglichkeit sich didaktisch im Bereich des E-Learnings fortzubilden. Gleichzeitig wurde von ihnen erwartet, dass sie Blended Learning Konzepte und einen dazu passenden E-Content für ihre Lehre entwickeln. Dieses Unterstützungsangebot der FHWien hat den Grundstein für das hier vorgestellte Blended Learning Lehrkonzept gelegt. Der im Rahmen dieses Projektes erarbeitete E-Content, das E-Book „Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten“ wurde um weitere Texte, Tests und Quiz von der Antragstellerin ergänzt. Die Lernmaterialien wurden von der Antragstellerin in eine Lernstrecke eingebettet, die über eine Fortschrittsanzeige überschaubar ist. Die Lernstrecke wurde mit motivierenden Elementen angereichert, z.B. mit Textfeldern, die bei sehr guten Testerfolgen eine Gratulation aussprechen. Selbstlernphasen und Distance-Learning Angebote wurden immer dann mit Präsenzangeboten angereichert, wenn das didaktische Potenzial der Gruppe ausgeschöpft werden sollte. In der jetzigen Form geht das hier vorgestellte Blended Learning Lehrkonzept weit über die Anforderungen des damaligen Leuchtturmprojektes hinaus. Es ist ein perfekt getimtes und minutiös ausgearbeitetes Instrument, mit dem ein Wissenschaftliches Arbeiten ressourcenschonend aber effektiv unterrichtet werden kann.

Kurzzusammenfassung (engl.)

In the academic year 2016, the FHWien der WKW announced a so-called "lighthouse project" for the very first time. Within the framework of this project, selected teachers were given the opportunity to further their didactic training in the field of e-learning. At the same time, they were expected to develop blended-learning concepts and matching e-content for their teaching. This support offered by the FHWien has laid the foundation for the blended learning concept presented here. The e-content, the E-Book „Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten“, developed in the context of this project was supp-lemented by the applicant by further texts, tests and quizzes. The learning materials were embedded in a learning track by the applicant, which is manageable via a progress bar. The learning path has been enriched with motivational elements, e.g. with text fields that congratulate on very good test results. Self-learning phases and distance learning offers were always enriched with presence offers if the didac-tic potential of a group setting seemed beneficial to the teaching goals. The blended learning concept presented here goes far beyond the requirements of the lighthouse project of the time. It is a perfectly timed and meticulously crafted instrument that can be used to effectively teach scientific research and writing methods, while saving valuable resources of all involved.

Nähere Beschreibung

Die Lehrveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“ vermittelt Inhalte zu den Themenfeldern: [1] Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, [2] Themenfindung und Forschungsfrage, [3] Aufbau und Gliederung, [4] Literaturrecherche, [5] Zitieren, [6] Text-Erarbeitung und [7] Text-Überarbeitung. Die Minimalanforderung an Studierende ist auf der Bloomschen Taxonomie auf den Stufen „erinnern“ und „verstehen“ angesiedelt. Das heißt, dass Studierende über die Auseinandersetzung mit dem Lernstoff dazu in der Lage sein sollten, relevante Inhalte zu den oben genannten Themenfeldern hinreichend wiederzugeben und auch zu erklären. Im Rahmen des Leuchtturmprojektes wurde sich Fachdisziplinübergreifend darauf geeinigt, welchen zentralen Kompetenzen des Wissenschaftlichen Arbeitens, welche Lernergebnisse zugeordnet werden sollten. Mit dieser umfassenden Liste an Lernzielen hat sich ein Autoren- und Autorinnen-Team daran gemacht einen Inhalt zusammenzustellen, der über das Medium „E-Book“ dann allen Studierenden zur Verfügung gestellt wurde. Die Beschäftigung mit diesem E-Book, an dem die Lehrende auch inhaltlich mitgearbeitet hat, befähigt Studierende einmal prinzipiell dazu, wissensbasierende Kompetenzen im Wissenschaftlichen Arbeiten aufzubauen. Dieses E-Book stellt das gemeinschaftlich erarbeitete Output der KOLEWIS Arbeitsgruppe im Leuchtturmprojekt dar. Alle anderen blended-learning Elemente, die hier nachfolgend vorgestellt werden, wurden von der Antragstellerin alleine entwickelt und in ein ganz eigenes, didaktisches Lehr- und Lernsetting integriert. Wissen ist zwar gut, aber etwas wirklich können ist natürlich immer noch besser.

 

Um Studierende dazu zu motivieren, darüber hinausgehend, auch den Aufbau von anwendungsbezogenen Kompetenzen anzugehen, wurden auch Inhalte entwickelt, die eine praktische Auseinandersetzung mit den Themenfeldern fördern. So gibt es praktische Arbeitsaufträge zu allen Themenfeldern ab dem Thema [2]. Die ersten drei Arbeitsaufträge beziehen sich auf Themen, die die Forschungskonzeption betreffen. Um Studierende bei dieser doch recht fordernden Konzeptionsarbeit angemessen zu unterstützen, gibt es das Angebot einer persönlichen Rückmeldung von der Lehrenden. Nach Abschluss der praktischen Konzeptionsphase folgt die praktische Erhebungsphase. Hier setzt ein Präsenzlehrangebot an, wo Studierende in der Durchführung ihrer Literaturrecherche angeleitet werden. Eine allererste Textfassung wird dann alleine geschrieben, weil sie so individuell ist. Erst in der Phase der Textüberarbeitung ist weiteres Feedback vorgesehen. Um Studierende daran zu gewöhnen, dass ein wissenschaftlicher Text mehrerer Überarbeitungsschritte bedarf, ist die praktische Textüberarbeitung in sechs Schritte unterteilt. Zu den ersten vier Überarbeitungsschritten geben sich Studierende ein gegenseitiges Textfeedback. Es folgt ein Präsenzlehrangebot bei dem Studierende mit ihren überarbeiteten Texten sich zu Gruppen von 4-5 Personen zusammenfinden und sich anhand eines Feedback-Leitfadens gegenseitig ein umfassendes „Friendly Feedback“ geben. Nachdem sie ihren Text nach dieser praktischen Feedbackrunde noch feingeschliffen haben, erhalten sie die Option ihren Text für eine Begutachtung durch die Lehrende einzureichen. Im Anschluss daran können sie von der Lehrenden im Rahmen einer kurzen Nachbesprechung eine face-to-face Rückmeldung auf ihren fertigen Text einholen. Hier wird der Text dann aus einer Bewertungsperspektive beurteilt. Studierende haben also die Wahl, ob sie nur wissensbezogene Kompetenzen aufbauen möchten oder, ob sie darüber hinausgehend auch anwendungsbezogene Kompetenzen aufbauen möchten. Diejenigen, die sich für die Minimalanforderungen entscheiden, können im abschließenden Test maximal so viel Punkte erhalten, dass dies ein „ausreichend“ ergibt. Diejenigen, die auch anwendungsbezogene Kompetenzen aufbauen möchten erhalten darüber die Möglichkeit, im Sinne eines „Constructive Aligments“, bis zu 40 weitere Punkte zu erarbeiten. Ihr Extra-Engagement wird also damit belohnt, dass ihnen hier auch der Weg zu einem „sehr gut“ prinzipiell offen steht. Die Lehrveranstaltung wird über einen Moodlekurs gesteuert. Dieser ist in 12 Abschnitte unterteilt. Bevor die Komposition der Lernstrecke erläutert wird, erfolgt ein Überblick über die zentralen Elemente dieses Kurses.

 

Alle DATEIEN im Kurs enthalten Lernmaterialien, meist als Kapitelausschnitte aus dem E-Book zum wissenschaftlichen Arbeiten. Ein MOODLE-BOOK enthält einen Gesamtüberblick über die Kursgestaltung und alle damit zusammenhängenden Fragen. LINKS führen zu QUIZ Matrizen die jeweils zwischen 6 und 16 einzelne Quiz enthalten. Zu diesen Quiz gehören u.a. Gruppen- und Paarzuordnungen, Multiple-Choice Quiz, Einfache Reihenfolge, Gruppen-Puzzle, Tabellen zum Aus-füllen, Paar-Spiel, Millionenspiel, Lückentexte, Audio/Video mit Einblendung, Sequenz bzw. Ordnung und Zuordnung auf Bild. Die Quiz können beliebig oft von Studierenden aufgerufen und gelöst werden, wobei jedeR Studierende selbständig darüber entscheiden kann, ob der Quizerfolg beibehalten oder zurückgesetzt werden soll. Inhaltlich orientieren sich die Quiz an den Themen der Lehrveranstaltung. Alle Quiz enthalten standardisierte Antworten, z.T. aber mit ausführlichen Erklärungen wenn eine falsche Antwort angeklickt wurde. Über einen Link ist ein kollaborativ bearbeitbares PADLET im Pinnwand-Design hinterlegt, der als Wissensspeicher für Recherchetipps im Netz fungiert. DATEIORDNER enthalten die Aufgabenstellungen und alle dafür notwendigen Zusatzmaterialien (z.B. Formatvorlagen, Ausarbeitungsbeispiele, Selbst-Checklisten) für die Durchführung der anwendungsbezogenen Aufgaben. Mit TEXTFELDERN werden drei Ziele erreicht. Über Textfelder werden Hinweise eingeblendet. Einerseits gibt es ein Gratulationsfeld mit Icon das immer dann aufscheint, wenn die volle Punktezahl bei der Zwi-schenlernzielkontrolle erreicht wurde, andererseits werden Textfelder aber auch dafür eingesetzt Studierende darauf hinzuweisen, dass sie entweder sehr früh oder sehr spät im Bearbeitungsprozess stehen. In einzelne Textfelder sind auch Videos eingebettet, z.B. ein Screencast der Präsentation zum Kick-Off. Textfelder werden aber auch dazu genutzt, Studierende etwas bestätigen zu lassen, z.B., dass sie aktiv ihre Fragen während des Kick-Offs gestellt haben oder, dass sie bestimmte Arbeitsaufträge gemäß der Aufgabenstellungen erarbeitet haben. In die AUFGABEN erfolgen die Einreichungen zu den persönlichen Rückmeldungen durch die Lehrende. Alle Aufgaben sind terminisiert, damit die Lehrende sich die Zeit für die Rückmeldungen selber auch einplanen kann. Das Peer-Feedback wird automatisiert über die GEGENSEITIGE BEURTEILUNG gesteuert. Jedem Teilnehmer/jeder Teilnehmerin werden zeitgesteuert und vollständig automatisiert zwei andere Einreichung zum Feedback zugeordnet. Die Zeitfenster für die Einreichung und das Feedback-Geben schließen sich jeweils automatisch. Zusammen mit den Ausarbeitungen erhalten die Feedback-Gebenden immer ein kleines Regelwerk zum Feedback-Geben, sowie drei Dinge auf die sie, gemäß der jeweiligen Aufgabenstellung der Überarbeitungsphase, achten sollen. Nach Abschluss der Beurteilungsphase liest sich die Lehrende den Ausgangstext und die zwei Feedbacks darauf durch und schreibt jedem Feedback-Geber/ jeder Feedback-Geberin eine persönliche Rückmeldung darauf, wie fokussiert, umfassend, wertschätzend formuliert und informiert gegeben das jeweilige Feedback war. Pro Feedback werden bis zu 5 Punkte von der Lehrenden vergeben. MOODLE-TESTS sind einerseits als „Zwischenlernzielkontrollen“ konzipiert und andererseits als Ersatz einer abschließenden schriftlichen Prüfung zum ersten und zweiten Prüfungsantritt. Die hierin enthalten Fragen bestehen aus Lückentext-Fragen, Zuordnungsfragen, Rankingfragen, Multiple-Choice Fragen, Ja/Nein Fragen und Drag & Drop auf Bild und Text Fragen. Alle Antworten sind standardisiert. Die Tests der Zwischenlernzielkontrollen enthalten jeweils 10 Fragen. Studierende haben 30 Minuten Zeit für einen Testversuch und insgesamt drei Testversuche, wobei der beste Versuch zählt. Sobald mehr als 80% aller Fragen korrekt beantwortet wurden gilt der Test als erfolgreich bestanden. Bei dem abschließenden Test gibt es 20 Fragen. Studierende haben hier 45 Minuten Zeit und zwei Versuche, wobei wieder der beste Versuch gezählt wird. Ein weiterer Test stellt den zweiten Prüfungsantritt dar. Hier sind die Bedingungen nochmals verschärft. Diesmal müssen die 20 Fragen bei einem einzigen Versuch beantwortet werden. In der linken Leiste befindet sich ein Block mit einem KALENDER. In diesem werden alle termingebundenen Aufgaben abgebildet. Ein weiterer Block beinhaltet die FORTSCHRITTSANZEIGE. Dort scheinen alle Aufgaben auf, bei denen Studierende etwas aktiv tun müssen. Die Fortschrittsanzeige ist so eingestellt, dass sie immer den Fortschritt der Aktivitätsbearbeitung in Prozent für die bereits sichtbargeschalteten Inhalte anzeigt, und nie für den ganzen Kurs. Damit wird den Studierenden immer ganz genau der Hinweis gegeben, was ihr nächster Arbeitsschritt hier zu sein hat. Es gibt einige UMFRAGEN im Kurs. Zwei Umfragen sind dafür da die Stimmung der Studierenden im Arbeitsprozess einzufangen. Die einzige Frage hier: „Wie geht es Ihnen?“ Eine taucht nach Erarbeitung des Themenfelds „Literaturrecherche“ auf, die andere taucht nach Erarbeitung des Themenfeldes „Texterarbeitung“ auf. Zwei weitere Umfragen dienen der internen Evaluation des Lehrveranstaltungskonzeptes und werden erst zu Semesterende freigeschaltet. Im Folgenden wird die Konzeption der Lernstrecke beschrieben.

 

Ab den „Organisatorischen Hinweisen“ ist an die Sichtbarkeit eines jeden Kurselementes mindestens eine Bedingung geknüpft. Für jedes Kurselement wurden hier die Voraussetzungen der (eigenen) Sichtbarkeit, sowie die Indikatoren eines (erfolgreichen) Abschlusses, definiert. Wenn Studierende über das Setzen eines Häkchens bestätigen, dass sie die Organisatorischen Inhalte gelesen und verstanden haben, schalten sie darüber alle Inhalte zur Vorbereitung des Kick-Off Treffens frei. Diese sind bereits nach genau dem Muster aufgebaut, wie es für die Erarbeitung eines jeden Themenfeldes vorangelegt ist. Da Studierende diese kleine Lernstrecke einmal vor dem einzig verpflichtenden Präsenzlehrveranstal-tungstermin durchlaufen müssen, können sie austesten, ob ihnen dabei alles klar ist, oder ob noch Fragen dazu offen sind. Die Inhalte, die immer wieder in einem gleichen Muster aufeinander folgen, und die einheitlich mit Icons versehen sind, sind:

1. E-Content zur Selbstlernphase zum Thema A

2. Option von Quiz zum Thema A

3. Zwischenlernzielkontrolle zum Thema A

Wurde die Zwischenlernzielkontrolle A positiv absolviert, dann wird der nächste Kursabschnitt damit sichtbargestellt. Werden 100% der Fragen in der Zwischenlernzielkontrolle korrekt beantwortet, dann wird das Gratulationsfeld eingeblendet.

4. Textfeld zur Gratulation

Sofern Arbeitsaufträge an die Themen angekoppelt sind, tauchen diese als zusätzlicher Content nach positivem Testabschluss auch noch mit auf, z.B.

5. Arbeitsauftrag

6. Bestätigung, dass der Arbeitsauftrag erarbeitet wurde

Nur wenn die Bestätigung angehakt wird schaltet sich die Möglichkeit zur Einreichung frei, z.B.

7. Rückmeldung von der Lehrenden

Ebenso erscheinen mit dem positiven Absolvieren einer Zwischenlernzielkontrolle auch alle auf das nächste Thema bezogenen Inhalte, z.B.

8. Neue Abschnittsüberschrift zum Thema

9. E-Content zur Selbstlernphase zum Thema B

10. Option von Quiz zum Thema B

11. Zwischenlernzielkontrolle zum Thema B

Dieses Kreisspiel, von einer Zwischenlernzielkontrolle zur nächsten, zieht sich über alle Themenabschnitte hinweg und endet dann mit dem positiven Absolvieren der Zwischenlernzielkontrolle zur Textüberarbeitung. Diese schaltet gleich vier Arbeitsaufträge und die vier Peer-Feedback Optionen frei und zusätzlich den abschließenden Moodle-Test. Dessen Bearbeitbarkeit ist aber an eine weitere Bedingung geknüpft: an das Erreichen eines bestimmten Datums. Damit soll verhindert werden, dass Studierende alle Zwischenlernzielkontrollen und den abschließenden Test an nur einem einzigen Tag erledigen, was wieder einem Bulimie-Lernen zu ähnlich käme. So, wie auch der abschließende Moodle-Test am Endpunkt einer Reihe von Tests steht, die als Zwischenlernzielkontrollen konzipiert sind, so steht auch der letzte, persönliche Textrückmeldungstermin am Endpunkt einer Reihe von Rückmeldungen. Nur wer kontinuierlich im Prozess der praxisbezogenen Erarbeitung der Aufgabenstellung immer angehakt hat „Ja, ich habe den Arbeitsauftrag xy erarbeitet“, der bzw. die sieht überhaupt die Option zur Textabgabe. Damit soll verhindert werden, dass Texte zur Begutachtung gelangen, an denen Studierende nicht durchgängig und gemäß der Aufgabenstellung gearbeitet haben.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung „Wissenschaftliches Arbeiten“ wird für Bachelorstudierende des Studiengangs „Personalmanagement“ im 1. Semester des 1. Studienabschnittes angeboten. Sie soll berufsbegleitend und in Vollzeit Studierenden, gleich zu Beginn ihres Studiums, in die Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens einführen. Lehrende erhalten dafür 36 Lehreinhei-ten. Studierende erhalten für das positive Absolvieren dieser Lehrveranstaltung 3 ECTS. Im derzeit noch geltenden Studienplan, steht diese Lehrveranstaltung am Anfang einer didaktisch gut konzipierten Reihe von aufeinander aufbauenden Lehrveranstaltungsangeboten im Bereich des Wissenschaftlichen Arbeitens. Nach dieser Einführungslehrveranstaltung folgen im 2. Semester Lehrveranstaltungen in denen Studierende qualitativ forschen. Im 3. Semester forschen sie, basierend auf dieser qualitativen Vorstudie, quantitativ. Und im 4. Semester beginnt für die Studierenden bereits die Beschäftigung mit ihren Bachelorarbeiten.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.