Internationalisierung durch innovative Sprachlehre und Sprachzertifizierung

Umgesetztes Projekt

Ziele

Grundlegendes Motiv ist die Umsetzung eines Internationalisierungskonzeptes und die Gewährleistung der didaktischen Qualitätssicherung in der Fremdsprachenlehre im österreichischen Fachhochschul-Sektor unter Berücksichtigung der Vorgaben des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) des Europarates. Dadurch soll ein Beitrag zur Erweiterung und Vertiefung des Europäischen Hochschulraums geleistet werden.

 

Dafür war es wichtig, enge Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der FH des BFI und den Kulturinstituten der jeweiligen Botschaften herzustellen. Die FH des BFI kann seit 18 Jahren eine enge und erfolgreiche Partnerschaft mit dem „Institut Français d´Autriche“ vorweisen und ist seit 8 Jahren Prüfungszentrum der spanischen DELE Sprachzertifikate. Seit 2012 arbeitet die FH des BFI Wien mit dem Puschkin Institut Moskau zusammen; im September 2017 wurde ein neuer Vertrag für die nächsten 3 Jahre geschlossen. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorbereitung neuer Lehrmaterialien für Zertifikatsprüfungen und Blended Learning Plattformen (Niveau A2 und B1).

 

Ein weiteres Ziel ist die kontinuierliche Innovation der Fremdsprachenlehre in den berufsbegleitenden und Vollzeitstudiengängen durch Weiterentwicklung und Förderung der kooperativen und autonomen Lern- und Arbeitsformen zwischen Studierenden und Lehrenden, wobei dem Einsatz von Blended Learning, digitalen Medien und differenzierter Pädagogik besondere Bedeutung zukommt.

 

Seit dem Studienjahr 2016/17 läuft im Studiengang LOGT – Logistik- und Transportmanagement ein Projekt, in dem die Lehre auf Blended Learning umgestellt wurde. Ziel ist es, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, bequem von zu Hause aus, die Sprache weiter zu üben. Dafür wurde für die Online Phase eine spanischssprachige „Aula Virtual“ entwickelt, wo verschiedene Arten von Übungen vorbereitet wurden, um die 4 Sprachfertigkeiten vertiefen zu können. Die Studierenden werden von ihrem Lektor bzw. ihrer Lektorin in der Onlinephase weiter betreut. Die LOGT- Studierenden haben, vor allem die berufsbegleitenden Studierenden, dieses Angebot sehr gerne in Anspruch genommen.

 

Für die Vorbereitung der offiziellen spanischen DELE Sprachzertifikate wurde ein erster E-Learning Pilotversuch im Sommersemester 2017 durchgeführt. Die Studierenden konnten auf E-Learning Basis Übungen für die Vorbereitung der Prüfung von zu Hause durchführen.

Um die technologische Weiterentwicklung der Sprachlehre zu forcieren hat der Fachbereich russische Sprache an einer Ausschreibung des „Forums neue Medien in der Lehre Austria“ teilgenommen und Fördermittel für die Weiterentwicklung der Sprachdidaktik erhalten. Mit diesen Mitteln werden seit Beginn 2018 in Kooperation mit der Johannes-Kepler-Universität Linz und dem Puschkin Institut Moskau neue Lehrinhalte im Rahmen eines neuen Moodle-Kurses entwickelt, der als Open Educational Resource unter einer Creative Common Lizenz angeboten wird. Dieses Angebot wird nach Fertigstellung für Hochschulen im deutschsprachigen Raum, die für Zertifikatsprüfungen Business Russian B1 vorbereiten, zur Verfügung stehen.

 

Im Fachbereich Französisch werden im 6. Semester Fallstudien, videogestützte globale Simulationen (z.B. eines Vorstellungsgesprächs) und aufgabenorientierte Methoden erfolgreich eingesetzt. Bei aufgabenorientierten Unterrichtsmethoden stellt die Lehrkraft die Lernenden mit ihrem Wissen, ihren Fähigkeiten und sprachlichen Kompetenzen ins Zentrum und erlaubt ihnen, den weiteren Verlauf schrittweise zu beeinflussen oder im Sinne des selbstorganisierten Lernens selbst mitzugestalten. Damit wird die Autonomie der Lernenden gefördert.

 

Seit 2012 bzw. 2015 haben Studierende in Russisch bzw. Spanisch darüber hinaus die Möglichkeit, einwöchige Studienreisen in die betreffenden Länder zu unternehmen und dort an Vorbereitungskursen für die Zertifizierung und verschiedenen Landeskundeprogramme teilzunehmen.

 

Die FH des BFI Wien bietet den Studierenden zusätzliche kostenlose Vorbereitungskurse, damit die Studierenden mit den Prüfungen vertraut werden.

 

Das schlußendlich wichtigste Motiv für die Stärkung der Sprachlehre ist der Nutzen für die Studierenden. Sprachzertifikate können die Studierenden ihre Sprachkompetenzen auf transparente Weise nachweisen. Dadurch verfügen die Studierenden über bessere Chancen für den Arbeitsmarkt. Durch die offiziellen Sprachzertifikate haben die Studierenden vermehrt Möglichkeiten, in internationalen Arbeitsmärkten tätig zu sein.

Kurzzusammenfassung (dt.)

Hauptziel des Projekts ist die Integration von internationalen Sprachzertifikaten in Studienprogramme sowie einerseits die Betonung und Gewährleistung der Qualitätssicherung der Lehre für drei Fremdsprachen durch internationale weltweit anerkannte und standardisierte Sprachzertifizierungen, und andererseits die Umsetzung und Weiterentwicklung innovativer Lehrkonzepte, insbesondere der differenzierten Pädagogik, des E-Learning und moderner kooperativer Lehr- und Lernformen für Studierende und Lehrende.

 

Die Curricula orientieren sich, je nach Niveau, an den im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GERS) verbindlich definierten Fertigkeiten und Kompetenzen. Davon ausgehend wurden, je nach Niveaus, die Lernziele für die gesamte Sprachausbildung (Bachelor vom 1. bis zum 6. Semester und Master (1. und 2. Semester) definiert und festgelegt. Diese Lernziele bzw. deren Erreichen werden durch standardisierte interne Prüfungen, vor allem aber durch externen Sprachzertifikate überprüft.

 

Durch den Bezug auf den Referenzrahmen des Europarates werden bei den Studierenden neben den sprachlichen Kompetenzen (mündliche Produktion, mündliche Interaktion, Leseverständnis, schriftliche Produktion, Hörverständnis) auch die Kompetenzen im Bereich des kritischen Denkens, des interkulturellen Handelns und der Lernautonomie gefördert.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The aims of the project are to ensure quality of teaching for the three languages through internationally recognized and standardized language certifications, as well as to implement and enhance innovative teaching concepts, in particular differentiated pedagogy and modern cooperative forms of teaching and learning for students and teaching staff alike.

 

For each course level, the curricula are based on the skills and competences as defined in the Common European Framework of Reference for Languages (CEFR). This applies to all courses, i.e. Bachelor's degree from the 1st to the 6th semester and Master's degree for the 1st and 2nd semesters. The achievement of these learning objectives is verified through standardized internal tests, but above all by means of external language certificates.

 

By systematically implementing the provisions of the Council of Europe's frame of reference for languages, we encourage our students not only to acquire language skills (oral production, oral interaction, reading comprehension, written production, listening comprehension) but also enhanced competences in the areas of critical thinking, intercultural acting, and learning autonomy.

Nähere Beschreibung

Das seit 2012 durchgeführte Projekt zur Internationalisierung durch Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen wurde in den Jahren 2016 und 2017 durch ein eineinhalbjähriges, vom Team der Sprachlektor/innen umgesetztes Forschungsprojekt erweitert. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts wurde die Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts im österreichischen FH-Sektor untersucht. Dieses Projekt mit dem Titel „Zertifizierung im Rahmen der zweiten Fremdsprachenausbildung im österreichischen FH-Sektor“ ist in gewisser Hinsicht den Höhepunkt der Mit- und Zusammenarbeit des gesamten Lehrkörpers der letzten 15 Jahre und wurde in dieser Form zum ersten Mal im österreichischen Fachhochschulsektor durchgeführt (FH BFI Wien 2017).

 

Weltweit anerkannte staatliche Sprachzertifikate sind ein wichtiges Thema in der Bildungspolitik Europas, da sie wesentlich zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Hochschulbildung im Sinne des Bologna-Prozesses beitragen.

 

Die europäische Dimension bildet seit der Gründung der Fachhochschule des BFI Wien im Jahr 1996 einen Kernpunkt ihrer strategischen Entwicklung. Ein wesentlicher Teil davon ist die Fremdsprachenausbildung in zwei Studiengängen (EWUF und LOGT). Das Erlernen von Fremdsprachen hat an Bedeutung gewonnen, tragen sie doch in hohem Maße zum gegenseitigen Verständnis und friedlichen Zusammenleben bei und sind Voraussetzung für Mobilität und Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Die immer größere Internationalisierung der Fachhochschulen in Österreich sowie die Globalisierung des Arbeitsmarktes machen fundierte Fremdsprachenkenntnisse unumgänglich (vgl. Peyrat & Wala 2009). Diese stellen mittlerweile keine zusätzliche Qualifikation mehr dar, sondern gehören zum Basisprofil von Hochschulabsolvent/innen.

 

Sprachzertifikate erlauben, Sprachkenntnisse mit objektiven Methoden unabhängig von Dauer, Intensität oder Effizienz des Unterrichts oder der eingesetzten Lehrmittel und unabhängig vom individuellen Talent der Lernenden zu bewerten und mit international üblichen Testverfahren zu vergleichen. Internationale Sprachdiplome richten sich an alle Personen, die aus verschiedenen, nicht zuletzt aus beruflichen Gründen, ihre Fremdsprachenkenntnisse nachweisen möchten oder müssen. Das erfolgreiche Abschneiden bei diesen Prüfungen weist zudem die Fähigkeit nach, die jeweilige Sprache im akademischen und beruflichen Kontext angemessen verwenden zu können. Der international anerkannte Nachweis über Fremdsprachenkenntnisse trägt zur internationalen Mobilität der Studierenden bei.

 

Die Zertifikatsprüfung, die aus mehreren Teiltests besteht, überprüft und belegt in Anlehnung an die Vorgaben des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) die Fähigkeit zur selbstständigen Sprachverwendung in Situationen des Alltags und des Berufs. Hauptaugenmerk liegt auf der kommunikativen Kompetenz, doch wird auch hinreichend auf die formale Korrektheit geachtet. Der GERS wurde 2001 vom Europarat eingeführt, um den Stand der Sprachkenntnisse in allen Sprachen vergleichbar zu machen.

Ausgehend vom GERS werden alle bekannten europäischen Sprachzertifikate und Sprachtests in sechs Schwierigkeitsstufen eingeteilt: Elementare Sprachverwendung A1 (Einstieg) und A2 (Grundlagen); Selbständige Sprachverwendung B1 (Mittelstufe) und B2 (gute Mittelstufe); Kompetente Sprachverwendung C1 (fortgeschrittene Kenntnisse) und C2 (annähernd muttersprachliche Kenntnisse).

 

Sprachzertifikate als Ziel der zweiten Fremdsprachenausbildung gibt es an der Fachhochschule des BFI Wien seit dem Jahr 2000. Damals wurden die ersten Sprachzertifikate (in Französisch) im Haus eingeführt. In den Folgejahren konnten die Qualitätsstandards der Sprachangebote für die zweite Fremdsprache (Französisch, Russisch und Spanisch) durch die Zertifizierungen erweitert und gefestigt werden. Die an der Fachhochschule des BFI Wien angebotenen Sprachprüfungen DELF/DALF (für Französisch), sowie DELE (für Spanisch) und Sprachzertifikate des Puschkin Institutes orientieren sich an obigem Rahmen.

 

An der Fachhochschule des BFI Wien wird die zweite Fremdsprache als Bestandteil der Curricula der Studiengänge EWUF und LOGT angeboten. Diese Organisationsform erlaubt eine effiziente Organisation des Lehrprozesses und bietet folgende Vorteile:

 

- Die Ziele der Ausbildung in der zweiten Fremdsprache sind klar formuliert; die Ziele und das Studienprogramm können sich an den internationalen Standards, wie z.B. den Anforderungen der Zertifikatsprüfungen, orientieren.

- Das Programm wird für das ganze Bachelor- bzw. Masterstudium erstellt, wobei die Kursinhalte systematisch auf den Inhalten des vorangegangenen Kurses aufbauen.

- Studierende werden motiviert, Zertifikatsprüfungen abzulegen: Sie haben die freie Wahl zwischen einer internen Prüfung und der Zertifikatsprüfung. Beide Prüfungen haben denselben Schwierigkeitsgrad, jedoch bietet die Zertifikatsprüfung den Vorteil einer offiziellen externen Bestätigung der Fremdsprachenkenntnisse auf einem bestimmten Niveau, welche bei Bewerbungen vorgelegt werden kann.

 

Was die Ziele der Ausbildung in der zweiten Fremdsprache betrifft, ist das am häufigsten angestrebte Zielniveau für Anfänger A2 bzw. für StudentInnen mit Vorkenntnissen B1 / B2 im Bachelorprogramm bzw. B1 oder B2 bis C1 im Masterstudium.

 

Im Durchschnitt verfügt die zweite Fremdsprache pro Semester über ca. 40 bis 60 Lehreinheiten, was für AnfängerInnen das Erreichen der Niveaustufe A2 ermöglicht. Da alle Studierenden Englisch und die meisten eine weitere Fremdsprache beherrschen, lernen sie in der Regel eine zusätzliche Fremdsprache schneller, da sie bereits Erfahrung im Sprachlernen haben.

Das Erreichen der Zielniveaus B1 und B2 ist nur unter der Voraussetzung möglich, dass gleich zu Beginn der Sprachausbildung eine präzise Einstufung und Bildung homogener Gruppen je nach Ausgangsniveau erfolgen.

 

Aus eigener Erfahrung wissen die SprachlektorInnen, wie effizient die richtige „Diagnose“ der Fremdsprachenkenntnisse am Anfang des Studiums sein kann: Ist die Bildung homogener Gruppen nicht möglich, kann mit individualisiertem Zugang gegengesteuert werden: SprachlektorInnen der FH des BFI Wien haben Erfahrung mit differenzierter Pädagogik, in deren Rahmen innerhalb einer Gruppe Unterricht auf zwei und manchmal drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen geführt wird.

 

Der zweite Aspekt ist die Modularisierung und der Aufbau der internen Prüfung. Die Modularisierung ist für die gesamte europäische Bildungspolitik von großer Bedeutung; sie erfolgte 2017 im Master-Studiengang EWUF – Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung und lieferte einen wichtigen Impuls für die Entwicklung des Fachbereichs Wahlpflichtsprache. Die Beschreibung der Module in der zweiten Fremdsprache orientiert sich gleichfalls an den Kompetenzen im Sinne des GERS. Lehrziele und Curricula mussten im Prozess der Modularisierung neu formuliert werden. Folglich haben die Lehrenden ihren Unterricht bewusst auf den Erwerb von Kompetenzen und nicht nur von Kenntnissen ausgerichtet.

 

Der Aufbau der internen Prüfung ist die zweite Komponente der Qualitätssicherung: Jede FH-Prüfung muss vier Sprachfertigkeiten (Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen) beinhalten und reale kommunikative Situationen widerspiegeln. Werden nicht alle Sprachfertigkeiten überprüft, wird das wichtigste Prinzip des modernen Fremdsprachenunterrichts verletzt: Im GERS werden die Zielkompetenzen in jeder der vier Sprachfertigkeiten definiert, die Wichtigkeit aller, sowohl passiver (Lesen und Hören), als auch aktiver (Schreiben und Sprechen), Sprachfertigkeiten wird besonders betont. Die interne Prüfung in allen vier Fertigkeiten ist somit die zweite wichtige Voraussetzung für den Erfolg in der Zertifizierung.

 

Die Fachhochschule des BFI Wien fördert die Sprachzertifizierungen zusätzlich durch folgende Bestimmungen bzw. Angebote:

- Die Curricula und Lernziele orientieren sich an den Zertifikatsprüfungen.

- Die Studierenden der FH werden auf die Zertifikatsprüfung im regulären Unterricht, Stützunterricht oder in einem speziellen Vorbereitungskurs gezielt vorbereitet.

- Die FH kooperiert eng mit den jeweiligen zuständigen Kulturinstituten und Botschaften.

- Die Organisation und Koordination der Prüfungen erfolgt über die Verantwortlichen der Fachhochschule (fachbereichsübergreifend).

 

Für unsere Fachhochschule sind folgende Rahmenbedingungen kennzeichnend:

- Die zweite Fremdsprache wird als Pflichtfach im Rahmen des Studienprogramms unterrichtet.

- Die Modularisierung wurde bereits umgesetzt.

- Die Lernziele sind streng kompetenzorientiert und nach GERS formuliert.

- Die interne Prüfung umfasst alle vier Fertigkeiten.

 

Die FH des BFI Wien nimmt eine besondere Stellung ein, da sie alle oben genannten Kriterien erfüllt. Die Zertifizierung findet systematisch in allen drei Fremdsprachen (Französisch, Russisch, Spanisch) mit hoher Erfolgsquote statt, was in den geführten Statistiken klar sichtbar wird.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden, wenn sie die Wahl zwischen internen FH-Prüfungen und „externen“ Sprachzertifikatsprüfungen haben, sich mit deutlicher Mehrheit für die Sprachzertifikate entscheiden. Die Ergebnisse im Bachelor (4. Semester) und im Master (2. Semester) sind seit Jahren beeindruckend: Die Erfolgsquoten liegen in allen drei Sprachen zwischen 88 und 100%. Im Jahr 2014/2015 lag die Erfolgsquote bei 95-100%, im Jahr 2015-2016 bei 92-100% und letzten Jahr zwischen 88% und 100% in allen drei Sprachen.

 

Die Fachbereichsleiter/innen für die jeweiligen Sprachen haben folgende Erfolgsfaktoren für diesen Gesamtprozess hervorgehoben: In erster Linie sind es hoch motivierte Lehrkräfte, die nicht nur über das Wissen um Sprache, sondern auch über hohe Kompetenz in Kommunikation und Didaktik verfügen. Auch modern aufgesetzte Curricula sind von großer Bedeutung. Den Studierenden soll die hohe Wertigkeit der Fremdsprachen bewusst gemacht werden. Sie werden zu Studienbeginn durch viele Präsenzstunden und in höheren Semestern häufig durch Aufenthalte im Land der Zielsprache (Studienreisen und Auslandssemester) motiviert; auch die Zertifikatsprüfungen selbst werden als starker Motivator in der Sprachausbildung erlebt. Das Selbststudium schließlich soll den Studierenden mit Hilfe zeitgemäßer Tools, z.B. mit Moodle und modernen Online-Ressourcen, erleichtert werden.

 

Die Zertifizierung in der zweiten Fremdsprache (Französisch, Russisch, Spanisch) ist im Studienprogramm bundesweit nur an der Fachhochschule des BFI Wien integriert. Die Implementierung der Zertifizierung im Lehrprozess war und ist nur mit der aktiven Unterstützung der Geschäftsführung, des Rektorats und des Kollegiums sowie der Studiengangsleitungen möglich.

 

Zur Grundlegung der systematischen Weiterentwicklung der Sprachlehre führte die FH ein jüngst abgeschlossenes Forschungsprojekt durch, in dem der Stellenwert der zweiten Fremdsprache sowie der aktuelle Stand und das Entwicklungspotenzial der Sprachzertifizierung im österreichischen Fachhochschulsektor untersucht wurde. Die Erhebung wurde in Form einer Befragung aller für die Sprachlehre zuständigen Einrichtungen an österreichischen Fachhochschulen durchgeführt. Ein weiteres Ziel war die Förderung der Vernetzung und des Erfahrungsaustauschs unter Verantwortlichen für Fremdsprachen im gesamten Fachhochschulsektor. Die Ergebnisse belegen den Status der FH des BFI Wien als Pionierin im Bereich der Sprachausbildung: Sie ist die erste und einzige Fachhochschule in Osterreich, welche die Zertifizierung von Fremdsprachenkompetenzen in Curricula von Studienprogrammen implementiert hat und ist damit führend in Österreich.

 

Referenzen:

 

FH BFI Wien (2017) Zertifizierungen im Rahmen der zweiten Fremdsprachenausbildung im österreichischen FH-Sektor, Wien.

 

Peyrat, P. & Wala, Th. (2009) Internationalisierung durch Sprachenvielfalt – Erfahrungen und

Problemfelder beim Angebot einer Wahlpflichtsprache in einem Fachhochschul-Studiengang. In: Riebl, B. et al. (Hgg.) Internationalisierungsmaßnahmen an Fachhochschulen. Probleme – Ideen – Erfahrungsberichte, Wien; Lexis Nexis, 81 ff.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltungen „Wahlpflichtsprachen Französisch, Russisch und Spanisch“ bieten im Rahmen des Curriculums der berufsbegleitenden und Vollzeit-Bachelorstudiengänge EWUF - Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung und LOGT - Logistik und Transportmanagement im 4. Semester die Möglichkeit des Erwerbs eines internationalen Sprachzertifikats. Im Rahmen des Curriculums des berufsbegleitenden Masterstudiengangs EWUF besteht diese Möglichkeit im Rahmen des Moduls "Wahlpflichtsprachen" und „Critical Thinking Skills“ im 2. Semester. Das Projekt wurde vom Team der Sprachlehrenden der Studiengänge EWUF und LOGT durchgeführt. Sprecher der Sprachlehrenden in den Studiengängen EWUF ist Herr Mag. Patrick Peyrat, MA, Französisch, Fachbereichsleiter Wahlpflichtsprachen. Sprecherin der Sprachlehrenden im Studiengang LOGT ist Frau Mag.a Itziar Grau Mena, Spanisch, Fachbereichsleiterin Wahlpflichtsprachen.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.