Einführungs ins Rechnungswesen, REW 1,2,3, Kostenrechnung, Bilanzanalyse

Umgesetztes Projekt

Ziele

Verständnis und Begeisterung schaffen für die Welt der Zahlen

Kurzzusammenfassung (dt.)

Die Lehrveranstaltungen Rechnungswesen erstrecken sich über 3 Semester im Rahmen des Lehrgangs Public Management. Begonnen wird mit der Einführung in die doppelte Buchhaltung (rechtliche Grundlagen und laufende Buchungen), im 2. Semester sind Abschlussbuchungen Inhalt der LV und im 3. Semester wird das Programm mit Bilanzierung/Bilanzanalyse und einer Einführung in die Kostenrechnung beendet.

Die Herausforderung besteht im 1. Semester vor allem darin, Studierende, die noch nie mit Rechnungswesen zu tun hatten, das System der doppelten Buchhaltung verständlich zu machen. Im 2. Semester mischt sich die Gruppe mit erfahrenen Studierenden und hier muss unbedingt darauf geachtet werden, dass Überforderung bzw. Unterforderung je nach Wissensstand vermieden wird. Im 3. Semester wird das Bilanzlesen gelernt. Außerdem wird hier auch vom externen zum internen Rechnungswesen gewechselt und mit der Kostenrechnung ein völlig neues Kapitel eröffnet.

Buchhaltung bzw. Bilanzierung wirkt durch das enge rechtliche Korsett manchmal wenig anziehend. Wenn man zusätzlich keine Begeisterung für Zahlen hegt, stehen vermeintlich trockene, schwierige Stunden bevor, die absolviert werden müssen. Was viele übersehen: die Rechnungswesen steckt voller Überraschungen. Hier gibt es viele Geschichten zu erzählen, Rätsel zu lösen, Eselsbrücken zu kreieren. Wichtig ist einfach, dass der Vortrag lebendig gestaltet wird, um den Stoff auch lebendig wirken zu lassen.

Kurzzusammenfassung (engl.)

The teaching sessions Accounting extend over 3 semesters as part of the course Public Management. It starts with the introduction to double-entry bookkeeping (legal bases and ongoing bookings), in the 2nd semester final bookings are included in the content of the course and in the 3rd semester the program ends with balance sheet analysis and an introduction to cost accounting.

The challenge in the first semester is above all to make the system of double-entry accounting understandable to young people who have never dealt with accounting before. In the second semester, the group mixes with experienced students and here it must absolutely be ensured that overstraining or under-demanding of knowledge is avoided. In the 3rd semester, the balance sheet reading is learned and thus it remains exciting because balance sheets hide many a secret. In addition, it also switches from external to internal accounting and opens with cost accounting a completely new chapter .

Accounting is sometimes very daunting due to the tight legal corset. In addition, if you have no enthusiasm for numbers, there are supposedly dry, difficult hours ahead, which must be completed. What many overlook: accounting is full of surprises (even for accounting students). There are many stories to tell, puzzles to solve, mnemonic aids to create. It is simply important that the lecture is made alive, to make the syllabus look alive. There is left a lot of space for discussion and questions.

Nähere Beschreibung

Jedes Jahr besteht die Herausforderung aufs neue, jungen Menschen, die noch nie mit Rechnungswesen zu tun hatten, die Welt der Zahlen näher zu bringen. Oft ist es so, dass in diesem Gegenstand trockene Materie erwartet wird und auch eine gewisse Angst vor Zahlenlastigkeit herrscht, vor allem dann, wenn Mathematik in der Schule nicht zu den Lieblingsfächern gehörte. Drei Semester lang begleite ich die Studierenden – vom einfachen Buchungssatz bis zur Auswertung einer fertigen Bilanz und zu den Grundzügen der Kostenrechnungen

Was viele übersehen: die Buchhaltung steckt voller Überraschungen! Hier gibt es viele Geschichten zu erzählen, Rätsel zu lösen, Eselsbrücken zu kreieren und sie ist keinesfalls fad. Geschichten erzählen (Storytelling) ist das um und auf, um die Welt der Buchungssätze verständlicher zu machen. Hier finden sich Liebesgeschichten innerhalb von Buchungssätzen, Konten, die zum Fremdgehen neigen, überzeugte Singles. Manchmal (z.B. bei den Abschlussbuchungen) geht es sogar um Mord und die Wahl der passenden Mordinstrumente.

Aber auch jeder einzelne Beleg erzählt eine Geschichte und vor allem bei größeren Buchungssätzen fordere ich die Studierenden immer wieder dazu auf, die Geschichte während des Buchens mit zur Hilfenahme von Fragen zu erzählen: z.B. Wer müsste was zahlen, warum tut er es nicht zur Gänze, welche Folgen hat dies für die Buchung, wo entstehen Lücken, wie können die geschlossen werden?

Auch fordere ich die Studierenden immer wieder auf, bei Buchungen Anker zu setzen. Das bedeutet, dass sie mit jenen Konten beginnen sollen, bei denen sie sich sicher sind: wenn sie den Anker gesetzt haben, sollen sie mit Fragen, die restlichen Konten finden und dann mit den Spielregeln überprüfen, ob wirklich jedes Konto auf der richtigen Seite steht. Der Anker soll Sicherheit geben, und dazu verhelfen, einfach einmal anzufangen zu buchen. Damit wird der Anspruch reduziert, sofort in der richtigen Reihenfolge alle notwendigen Konten zu schreiben. Vor allem bei komplizierteren Buchungssätzen eine wichtige Hilfestellung und ein Faktor zum Entstressen.

Eselsbrücken sollen helfen, die Spielregeln der Buchhaltung zu behalten bzw. Buchungssätze zu entwickeln. Ziel ist es, keinesfalls Buchungssätze auswendig zu lernen, sondern das Grundprinzip der doppelten Buchhaltung verstehen zu lernen. Diese Eselsbrücken sind auch ganz wichtige Hilfestellungen im 2. Semester, wenn Abschlussbuchungen am Programm stehen. Hier treten die Geschichten oftmals in den Hintergrund und mit Hilfe der Eselsbrücken sollen Arbeitsabläufe (z.B. bei Rechnungsabgrenzungen) standardisiert werden und auch die Angst vor Problemstellungen genommen werden.

In der Bilanzanalyse analysieren wir die Bilanz der Manner-AG. Dieses Unternehmen wurde gewählt, da grundsätzlich positive Assoziationen zu diesem Unternehmen bestehen und die Studierenden deshalb auch sicher neugieriger darauf sind, welche Kennzahlen hier ermittelt werden können. Der – marketingtechnisch - äußerst kreativ gestaltete Geschäftsbericht ist angenehm zu lesen, bietet ganz viele Querverbindungen zur BWL und stimmt gut auf das Unternehmen ein. Beim Bilanzlesen wird vor allem auch auf die möglichen versteckten Bewertungsmöglichkeiten wert gelegt. Was kann eindeutig aus Bilanzen gelesen werden, wo wird es mangels Informationen für Außenstehende schwierig.

Was mir (als gelernter Betriebswirtin) auch immer wichtig ist, diese Querverbindungen zu anderen Disziplinen herzustellen. Hier ist sicher in erster Linie Finanzierung zu nennen. Die Studierenden haben zu diesem Zeitpunkt schon einiges in diesem Bereich gelernt. Mit Skonto, Abschreibung etc. schließt sich so mancher Kreis. Aber auch das Marketing spielt das eine oder andere Mal herein. Und ich denke, dass sich damit auch das Gesamtverständnis ganz anders entwickelt.

In der Kostenrechnung arbeite ich auch vor allem mit Eselsbrücken und mit -geistigen - Bildern, die ich während des Erarbeitens der Theorie entstehen lassen möchte. In der Kostenrechnung ist es besonders gefährlich, Gesamtzusammenhänge aus den Augen zu verlieren, deshalb habe ich als Grundgerüst den AST entworfen, der den Studierenden einen Anker bieten soll. AST setzt sich einfach aus den Anfangsbuchstaben von Arten-, Stellen, - und Trägerrechnung zusammen und nur durch dieses Bild merkt man sich die Reihenfolge der KORE einfach besser.

Zusätzlich zu den Geschichten, Bildern und Eselsbrücken sind natürlich auch die herkömmlichen „normalen“ Instrumente einzusetzen, Power-point, Übungsbeispiele. Bei Power-Point achte ich auf möglichst viele Bilder. Dies können Karikaturen sein, die z.B. zum Thema Rechnungsabgrenzung gewählt werden. Oder auch selbstgestaltete Zeichnungen um z.B. den Unterschied zwischen Bezug und Versand darzustellen. Während der LV sind die Studierenden auch immer wieder angehalten, alleine, oder in kleinen Gruppen zu üben. Hausübungen sind freiwillig, aber sehr ans Herz gelegt, da Buchhaltung, aber auch die Kostenrechnung ganz viel mit Übung zu tun hat. Was zusätzlich nicht fehlen darf, ist auch die Zeit für mindestens ein großes Beispiel, dass die Gesamtzusammenhänge zeigt und das gemeinsam gelöst wird.

Am Ende des 3. Semesters gibt es traditionell eine von mir – mit Power-Point - gestaltete Millionenshow, in der das Wissen der letzten drei Semester in 15 schwierig werdender Fragen noch einmal getestet werden kann, und als Belohnung Naschereien von Manner winken.

Richtig abgeschlossen werden die einzelnen LVs mit Klausuren, in der sowohl Theorie abgefragt wird als auch Beispiele zu lösen sind. Dies ist auch die einzige Überprüfungsform in den LVs.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor, 1.-3. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2018 nominiert.