Marketing

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Universität und damit auch der Kurs Marketing beruhen auf einem semivirtuellen Lernformat. Der virtuelle Lernanteil des Kurses findet auf einer auf Moodle basierenden Plattform statt.

Die Studierenden bearbeiten auf dieser Plattform die dort hinterlegten, kursspezifischen Inhalte. Dabei werden sie durch virtuelle didaktische Lernelemente unterstützt. Dies sind u.a. virtuelle Klassenzimmer, kursspezifisch erstellte Lehrvideos, vertonte Präsentationen, Audios (Texte in gesprochener Form), NaviCards (Kurzchecklisten), Tests und Aufgabenbearbeitung. Die virtuelle soziale Interaktion kann durch ein Nachrichtenforum, die Einrichtung von Kurs-Blogs, Wikis oder virtuellen Abstimmungen in sogenannten Google-Hangouts gezielt gefördert.

Der virtuell stattfindende Lernprozess wird in drei je einwöchige Präsenzphasen pro Semester integriert. In diesen Präsenzphasen vertiefen die Studierenden mit dem Dozenten die Entwicklung von Fach- und Schlüsselkompetenzen.

Gerade das semivirtuelle Lernformat (trotz Vollzeitstudiums) kann durch seinen hohen „Freiheitsgrad“ (Zeit- und Ortsunabhängigkeit) auf die unterschiedlichsten Motive, Beweggründe und Bedürfnisse von Studierenden flexibel reagieren. Damit eignet sich ein derartiges Konzept auch für Berufstätige.

Kurzzusammenfassung

Die virtuelle Lehre an der Privat Universität Seeburg – ebenso wie die Präsenzphasen – werden einer umfassenden Qualitätssicherung unterzogen, die ebenfalls in die Digitalisierungsstrategie der Universität integriert ist. Richtungsweisend auch für den Kurs Marketing sind Modulhandbücher, die Lerninhalte und Lernziele definieren. Die Qualitätssicherung besteht aus der Evaluation der Lehre, der Auswertung dieser Evaluation und der Ableitung von Qualitätssicherungs-Maßnahmen. Die in die Plattform integrierte Evaluation umfasst die qualitative Evaluation durch die Modulverantwortlichen und die studentische Evaluation der Lehrenden. Die Umsetzung der Erkenntnisse aus den Evaluationen und die Nachhaltigkeit der Qualitätssicherungsmaßnahmen werden von der Universität überprüft.

Nähere Beschreibung

In diesen Kurs wird großen Wert darauf gelegt, in Echtzeit-Dialog mit den Studierenden zu kommen. Als Instrumente werden Tools und Medien wie z.B. Google-Hangouts oder Skype, bei denen sich die Studierenden und der Dozent in einer Art „virtuellem Klassenzimmer“ zu einer vereinbarten Zeit treffen, verwendet. Die ideale Dauer eines fertigen Meetings ist maximal eine Stunde. Technisch loggen sich die Teilnehmer/innen dazu auf der Plattform ein. Bei eingeschalteter Webcam am PC sehen sich alle Beteiligten und der jeweilige „Sprecher“ kann auf ein gemeinsames „White Board“ Präsentationen etc. schieben, die alle Beteiligten sehen.
Die Sprecher/innenrolle kann während der Sitzung an andere übergeben werden. Derartige Sessions können aufgezeichnet werden und als Movies fehlenden Teilnehmer/innen zur Verfügung gestellt werden. Die Entfernung zwischen den Beteiligten spielt damit keine Rolle mehr.

Virtuelle Klassenzimmer müssen jedoch anders als ein klassischer Frontal-Unterricht mit Power Point aufgebaut werden. In meinem Kurs habe ich die Erfahrung gemacht, dass virtuelle Treffen sehr gut vorbereitet werden müssen. Das Ziel muss die Interaktion sein. Ich lasse dazu die Studierenden einen bestimmten Themenbereich im Vorfeld des virtuellen Klassenzimmers selbständig erarbeiten (z.B. Lesen im Selbststudium).
Ein gutes Beispiel ist hier das selbständige Erarbeiten strategischer Analyse-Tools wie SWOT-Analyse oder der Aufbau des Five Force Modell. Im virtuellen Klassenzimmer liegt dann der Fokus auf der Aktivität – also der Einsatz des Tools an einem Praxisbeispiel.
Jetzt zeigt sich, ob die Studierenden den Lerninhalt verstanden und praxisorientiert anwenden können.

Ein nächster Schritt im Bereich Dialog in der Lehre, wird der Aufbau einer hochschuleigenen Community sein (z.B. Komponente Yammer).
Entscheidender Vorteil dieser Komponente ist, dass die Hochschule beliebige (private und öffentliche) Gruppen einrichten könnte. Damit können Studierende sich nicht nur kursübergreifend austauschen, sondern vor allem auch Gruppen bilden, die tutoriell entweder von Lehrenden begleitet werden oder unter Ausschluss stattfinden.  Solche Funktionen werden von den Studierenden heute wie schon erwähnt vielfach in Facebook genutzt. Durch eine hochschuleigenen Community besteht jedoch der Vorteil der Integration der online-Kollaboration mit dem direkten Bezug zu Lerninhalten und Materialien. Dies gilt es in Zukunft anzustreben.


Fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen (Interdisziplinarität) im Kurs

Die Digitalisierung und die damit verbundene Medienexplosion macht es im Marketing tätigen Personen in der Praxis immer schwerer Schritt zu halten. Die Organisationen befinden sich in einem fortwährenden Lernprozess (Big Data, Google, Social Communities, E-Commerce, veränderte Vertriebskanäle, Transparenz usw.) Aus diesem Grunde bin ich davon überzeugt, dass der einzige Ruhepol in diese Dynamik der Mensch, der Kunde/die Kundin der Konsument/die Konsumentin ist. Die psychologische Wahrnehmung und Verarbeitung der unendlichen Kommunikationsreize hat sich im Grunde nicht verändert. Im Kurs Marketing steht deshalb den Fokus Mensch im Zentrum. Marketing ohne den Menschen funktioniert nicht. 


Semester- Kurs Highlight Eyetracking

Zur Förderung der fachübergreifende Kompetenzen und Qualifikationen der Studierenden
wird in der letzten Präsenz die Verbindung von Marketing und Psychologie durch den Einsatz der Methode des Eyetracking angeboten. Dazu wird Eyetracking nicht nur theoretisch dargestellt, sondern die Studierenden arbeiten selbst mit einem Eyetracker (Blickregistrierung). Dazu einen Fragestellung aus der Praxis (z.B. Usability in einem E-SHOP). Damit setzen sich die der Studierenden problemorientiert mit einer praktischen Aufgabe auseinander. Im Idealfall werden sie damit kursübergreifend zu selbstständigen forschungsrelevanten Tätigkeiten motiviert. 


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.