Lernen durch reale touristische Fallstudien

Umgesetztes Projekt

Ziele

Die Studierenden stellen sich aktuellen Herausforderungen touristischer Unternehmen und erarbeiten in der Gruppe eigenständig und selbstverantwortlich Lösungen. Dabei haben sie die Möglichkeit, Problemlösungstechniken kennen zu lernen, Teamarbeit zu praktizieren, Erfahrungen mit der Moderation von Besprechungen und Arbeitsgruppen zu machen und Eigenverantwortung für den Lehrprozess zu übernehmen.

 

Ziele der Veranstaltung:

 

• Moderationstechniken/-fähigkeiten kennen und anwenden können

• Eigenverantwortung für den Lernprozess übernehmen

• kompetent mit Wissensquellen umgehen und einen kritischen Umgang mit Gelesenem lernen

• Erfahren/Ausprobieren/Verinnerlichen einer Methode zur Lösungsfindung im Team

• Problemlösungskompetenz im Kontakt zur Wirtschaft entwickeln

• Lernen in Gruppen, Gruppenprozesse erkennen und verstehen

• Reflexion der eigenen Handlungsweisen in der Gruppe

• Fachdiskussionen führen

Kurzzusammenfassung

Nach einer Einführung in das Thema "Moderation", erarbeiten die Studierenden im Format des Problem Based Learnings (PBL) eigenständig Lösungen zu aktuellen, realen Fragestellungen touristischer Unternehmen. Die Studierenden übernehmen die Verantwortung für den Lernprozess und die Problemlösung. Die Lehrenden gestalten und organisieren die Lernumgebung und reflektieren mit den Studierenden den Lernprozess. VertreterInnen der Unternehmen diskutieren mit den Studierenden die erarbeiteten Lösungen und geben Feedback aus ihrer Sicht.

 

Nicht die erarbeiteten Lösungen sondern die Reflexion des Lernprozesses steht im Fokus.

 

PBL wird bereits seit 2013 in unterschiedlichen Formaten im Studienbereich Tourismus-Managment der FHWien der WKW durchgeführt.

Nähere Beschreibung

Die Lehrveranstaltung findet im 2. Semester des Bachelorstudiums Tourismus-Management an der FHWien der WKW. Die Studierenden (6 Gruppen á 14 Studierende) haben 8 Präsenttermine à 2 Lehreinheiten (=90 Minuten) an der Hochschule. Die Termine finden im Wochenrhythmus statt, d.h. ein Block ist nach 8 Wochen zu Ende.

 

Für jede Durchführung wird eine neue Fallstudie in Zusammenarbeit mit einem touristischen Unternehmen geschrieben, die als Ausgangspunkt bzw. Problembeschreibung dient.

 

In der ersten Einheit werden vom Coach die zu vergebenden Rollen erläutert und von der Gruppe eigenständig organisiert:

ModeratorIn: Übernimmt die Moderation und Führung der Gruppe, fasst zusammen, erteilt das Wort, behält den Überblick, erhält Moderationskärtchen zur Unterstützung, nimmt sich aber im Prozess inhaltlich zurück. Der/die ModeratorIn hält vor dem jeweiligen Moderationssetting Rücksprache mit dem Coach.

SchriftführerIn: Fasst in Abstimmung mit der/dem ModeratorIn die erarbeiteten Inhalte auf Flipcharts bzw. Whiteboards zusammen, dokumentiert die besprochenen Punkte, protokolliert die Lernziele und Arbeitspakete.

In der vorletzten Einheit werden die Ergebnisse vorgestellt und mit den Erfahrungen der BetriebsvertreterInnen verglichen. Die Moderation dieses Settings wird ebenfalls von Studierenden übernommen.

 

Ablauf der einzelnen Termine:

 

1. Termin: Einführung

Ziel der Einführung ist, den Studierenden die Arbeitsweise von PBL vorzustellen, grundlegende Informationen über Moderation (Nutzen, Rolle als ModeratorIn, Hintergrundwissen, Moderationstechniken, etc.) zu vermitteln und die organisatorischen Rahmenbedingungen (Leistungsbeurteilung, Moodle-Kurs, etc.) zu klären. Den Studierenden werden ein Handout zum Teilmodul, der Methode PBL und Unterlagen zur Moderation auf der begleitenden Lernplattform zur Verfügung gestellt.

 

2. bis 6. Termin: PBL Siebenschritt

Die Arbeitsmethode vom 2. bis zum 6. Termin ist der PBL-Siebenschritt: Als erster Schritt werden Begriffe geklärt. Es geht dabei nicht nur um die Definition von Begriffen, sondern darum eine "gemeinsame Sprache" zu finden. Danach wird das Problem bestimmt: "Worum geht es? Welche Aspekte hat das Problem?" Der dritte Schritt dient der Problemanalyse. Die TeilnehmerInnen erstellen erste Hypothesen und vorläufige Erklärungen, um das Problem zu analysieren. Danach ist es Zeit die Ideen und Ansätze zu ordnen und zu strukturieren. Nun kommt der entscheidende 5. Schritt: dabei werden die Lernfragen formuliert, die bis zur nächsten Einheit (6. Schritt) individuell bearbeitet werden müssen . Am Beginn des folgenden Treffens werden im siebenten Schritt die Erkenntnisse ausgetauscht.

(Agnes Weber (2007): Problem-Based Learning, hep-Verlag)

 

Die weiteren Termine haben die gleiche Struktur jedoch unterschiedliche Schwerpunkte:

 

2. und 3. Termin: Beobachten, wahrnehmen und beschreiben

4. Termin: Analysieren und Lösungsbilder generieren

5. Termin: Verdichten, bewerten und argumentieren

6. Termin: Entscheiden und umsetzen

7. Termin: Diskussion/Gespräch mit BetriebsvertreterInnen

8. Termin: Feedback zum gesamten Ablauf durch die Lehrenden

Das Teilmodul wird durch einen standardisierten Moodle-Kurs begleitet.

 

Leistungsbewertung:

Die Gesamtnote für das Teilmodul Moderation wird vom jeweiligen Coach vergeben. Insgesamt gibt es 100 Punkte – es werden jeweils 20 Punkte aus folgenden fünf Bereichen vergeben:

 

- Moderationsleistung (Vorbereitung, Anwendung von Moderationstools, Qualität der Durchführung)

- Fallbearbeitung (Bearbeitung Lernziele, Einhaltung von Vorgaben/Terminen, Qualität der Ausarbeitungen)

- Qualität der Beteiligung in den Settings (Qualität der Beiträge, Rollenannahme, Einhaltung der Spielregeln)

- strukturierte, systematische, analytische Arbeitsweise (Hinterfragen von Lösungen)

- Reflexionsfähigkeit/kritisches Feedback (-bereitschaft, Selbst- und Fremdbild, Entwicklung)

 

Die Benotung erfolgt im Schulnotensystem (1 bis 5) und entspricht dem Notenschlüssel der FHWien der WKW.

Mehrwert

Die Möglichkeit, aktiv Moderationsaufgaben zu übernehmen bzw. auszuprobieren und dazu Rückmeldungen zu bekommen, wird von den Studierenden begrüßt und gut angenommen. Die Verwendung von Praxisfällen und der Kontakt zu UnternehmerInnen sind eine weitere positive Komponente.

Profitierende

  • Studierende

Aufwand

Durch die geringe Gruppengröße und damit entsprechend große Anzahl an Lehrenden ist der Aufwand höher als bei Standardlehrveranstaltungen. Das Schreiben von Praxisfällen ist sehr interessant, verursacht jedoch einen hohen Zeitaufwand.

Positionierung des Lehrangebots

Die Lehrveranstaltung findet im 2. Semester des Bachelor Studienganges Tourismus-Management statt.

Weiterführende Information