Praktikumsbegleitung bei Role-Emerging Placements im Bereich Ergotherapie – Arbeit mit Flüchtlingen

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Die praktische Ausbildung spielt in den Gesundheitsberufen allgemein eine sehr große Rolle. Im Rahmen der Praktika erlernen die Studierenden bisher theoretisch erworbene Kompetenzen in die Praxis umzusetzen. Durch gesellschaftlichen Wandel ergeben sich dabei speziell für die Ergotherapie mögliche neue Arbeitsfelder, in welchen weitgehend noch keinE ErgotherapeutIn tätig war oder ist. An der FH Wiener Neustadt werden den Studierenden des Studiengangs Ergotherapie die Möglichkeiten geboten an solchen Stellen Wahlpraktika zu absolvieren, und somit neue Arbeitsfelder durch diese „Role-Emerging Placements“ zu erschließen.

Die ErgotherapiestudentInnen erfassen dabei, mit Unterstützung der Lehrenden, weitgehend selbständig die Bedürfnisse der Einrichtung und etablieren ein ergotherapeutisches Aufgabengebiet, oder entwickeln ein Projekt, welches die ergotherapeutische Arbeit widerspiegelt, und somit der Einrichtung und auch den KlientInnen von Nutzen ist.

Praktika dieser Art sind sowohl für Studierende, aber auch für Lehrende, welche die Studierenden in den Praktika betreuen, herausfordernd und zeitintensiv. Die Vorteile dieser Praktika liegen jedoch klar auf der Hand: Studierende die ein derartiges Praktikum absolvieren setzen sich besonders problemorientiert damit auseinander und werden zu selbstgesteuertem Lernen und selbständigem Handeln motiviert. Ein konkretes und hochaktuelles Beispiel stellt hier die Arbeit mit geflüchteten Menschen dar.

Beschreibung

Die praktische Ausbildung spielt in den Gesundheitsberufen eine sehr große Rolle. Im Rahmen der Praktika erlernen die Studierenden bisher theoretisch erworbene Kompetenzen in die Praxis umzusetzen. Durch gesellschaftlichen Wandel ergeben für die Ergotherapie laufend neue Arbeitsfelder. An der FH Wiener Neustadt werden den Studierenden des Studiengangs Ergotherapie die Möglichkeiten geboten in diesen Bereichen Wahlpraktika zu absolvieren, und somit neue Arbeitsfelder durch diese „Role-Emerging Placements“ zu erschließen. Die Ergotherapiestudierenden erfassen dabei, mit Unterstützung der Lehrenden, weitgehend selbständig die Bedürfnisse der Einrichtung und etablieren ein ergotherapeutisches Aufgabengebiet, oder entwickeln ein Projekt, das die ergotherapeutische Arbeit widerspiegelt. Im eingereichten Best-practice-Beispiel entwickelten Studierende, unter Begleitung von Mag. Georg Gappmayer, ein ergotherapeutisches Konzept für die Arbeit mit jugendlichen AsylwerberInnen, unter besonderer Berücksichtigung von interkulturellen und Gender-Aspekten. Die Studierenden setzten sich besonders problemorientiert mit dem Thema auseinander und wurden zu selbstgesteuertem Lernen und selbständigem Handeln motiviert. Neben der praktischen Umsetzung des Projekts konnten die Studierenden unter Anleitung in weiterer Folge eine Publikation über das Projekt veröffentlichen, sowie einen Vortrag bei einer internationalen Konferenz in Irland mit großem Erfolg durchführen.

An der FH Wiener Neustadt wird den Studierenden des Bachelorstudiengans Ergotherapie bereits seit mehreren Jahren die Möglichkeit geboten im Rahmen eines Wahlpraktikums neue Arbeitsfelder für die Ergotherapie kennenzulernen, und diese somit durch „Role-Emerging Placements“ zu erschließen.

Praktika dieser Art sind sowohl für Studierende, aber auch für Lehrende, welche die Studierenden in den Praktika betreuen, herausfordernd und zeitintensiv. Die Vorteile dieser Praktika liegen jedoch klar auf der Hand: Studierende die ein derartiges Praktikum absolvieren setzen sich besonders problemorientiert damit auseinander und werden zu selbstgesteuertem Lernen und selbständigem Handeln motiviert.

Durch die individuelle Betreuung durch Lehrende des Studiengangs wird der/die einzelne Studierende zu angeregt, vor allem hinsichtlich der Verbindung von wissenschaftlichen Theorien und der angewandten Praxis, was die professionelle Weiterentwicklung sowohl der Studierenden, als auch des Berufes im Allgemeinen dient.

 

Dieses Praktikum erfolgte in der Einrichtung „Prosa- Projekt Schule für alle“, einer Schule mit dem Ziel geflüchteten Menschen in Österreich den Pflichtschulabschluss zu ermöglichen.

Die Studierenden arbeiteten eng mit jugendlichen AsylwerberInnen und entwickelten im Rahmen dieses Praktikums ein ergotherapeutisches Konzept zur nachhaltigen Freizeitgestaltung unter besonderer Berücksichtigung von interkulturellen und Gender-Aspekten. Ziel war die jungen Menschen selbst zu ermächtigen Freizeitaktivitäten zu finden und durchzuführen, die sie auch ohne Unterstützung und mit geringen oder keinem finanziellen Aufwand selbst durchführen können. Es wurde daran gearbeitet diese Aktivitäten auch wirklich in die individuelle Tagesstruktur zu integrieren, um zu gewährleisten, dass die Intervention auch eine nachhaltige Wirkung haben kann.

 

Die Studierenden entwickelten vorab ein Konzept, dass im Laufe des Praktikums immer wieder neu evaluiert und mit dem Lehrenden an der FH besprochen und adaptiert wurde. Ein zentraler Lernbenefit für die Studierende war auch die angeleitete Reflexion über die eigenen Vorannahmen über die spezifische Lebens- und Wertewelt der geflüchteten Jugendlichen, und die Auswirkung dieser Vorannahmen auf das eigene therapeutische Tun.

 

Die Studierenden wurden in Folge dazu motiviert ihre Praktikumserfahrungen weiter zu reflektieren und aufzubereiten. Um die Erfahrungen und das Erlernte einem großem Publikum zugänglich zu machen, wurde von den Studierenden in Kooperation mit dem Lehrenden ein Artikel zu diesem Role Emerging Placement – Ergotherapie mit AsylwerberInnen verfasst, der im Jänner 2017 in der deutschen Fachzeitschrift „ergopraxis“ (Samwald, M.; Draxler, A.; Gappmayer, G. (2017): Walzer auf syrisch. Ergotherapieprojekt mit jungen Flüchtlingen. Ergopraxis 1/17; 42-44) veröffentlicht wurde.

Zusätzlich wurde zum Thema für einen englischsprachigen Vortrag bei der internationalen Konferenz des European Network of Occupational Therapy in Education (ENOTHE) in Galway (Irland) eingereicht, und auch angenommen. Auch hier wurden sie sowohl bei der Erstellung des Vortrags als auch bei der tatsächlichen, äußerst erfolgreichen Umsetzung vor Ort von Mag. Gappmayer begleitet und unterstützt.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor/ 3. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 nominiert.