Kosten- und Leistungsrechnung / Controlling

Umgesetztes Projekt

Ziele

Der Kurs Kosten- und Leistungsrechnung/Controlling vermittelt einen Überblick über das betriebliche Rechnungswesen und gibt einen vertieften Einblick in das interne Rechnungswesen. Die Studierenden wissen, wie die KLR in das Gesamtsystem der Unternehmensrechnung einzuordnen ist und welche Anforderungen an eine zweckdienliche Informationserzeugung für betriebliche Entscheidungen gestellt werden.

 

Der Kurs thematisiert zunächst die Grundlagen und Grundbegriffe des internen Rechnungswesens. Er fokussiert dann auf die Ermittlung der Kosten in der Kostenartenrechnung und vermittelt das Konzept der kalkulatorischen Kosten. In der Folge werden die Kostenstellenrechnung und die innerbetriebliche Leistungsverrechnung mit mehreren Methoden dargestellt. Im Bereich der Kostenträgerrechnung wird die Kalkulation und die Ermittlung des Periodenerfolges dargestellt. Im Bereich Controlling werden die Grundlagen von Planung, Steuerung und Kontrolle vermittelt.

 

Der Kurs stellt an die Didaktik besondere Anforderungen, da die Methoden der Kostenrechnung einer bestimmten Vorgehensweise und Rechenmethoden folgen, deren Beherrschung Grundlagenwissen darstellt. Da der Wissensstand der Studierenden heterogen ist, muss besonders darauf geachtet werden, eine Balance zu wahren, die weder über- noch unterfordert.

Kurzzusammenfassung

* Innovative Ansätze

- semivirtuelle Vermittlungsform

- Classroom Response

- Kurs und Vorkurs: zweitägigen Präsenzkurs + Online-Kurs

- Audio-Tutorials (vertonte Foliensätze)

- Tatbestände erläutert und die Übungsaufgaben besprochen

- Links auf Beispiele, Verweise auf Online-Quellen und Online-Tests zur Selbstreflexion, Volltextskriptum, Nachrichtenforum und optionale Chats können in den Präsenzphasen Fragen besprochen und Interaktion sichergestellt werden

- In den Präsenzterminen werden stets aktuelle Forschungen

- Selbsttests nach jeder Lerneinheit den eigenen Lernerfolg zu prüfen, Schwächen zu erkennen und durch Erfolge eine positive Verstärkung zu erfahren trägt wesentlich zur motivierenden Didaktik bei.

- Verwendung von Fallstudien mit direktem Bezug zur Lebenswirklichkeit der Studierenden

- Einsatz von Peercoachings und eine Evaluation des Online-Kurses anhand definierter Kriterien erreicht kontinuierliche Verbesserung der Lehrveranstaltung

- Videos von Interviews mit Fachleuten aus dem Rechnungswesen und deren Einbindung in die Plattform, Virtual Classrooms und der Einbezug von Gastrednern

 

* Kompetenzkonzept

 

* Herausbildungen von Wissensverknüpfungen

Nähere Beschreibung

Innovative Ansätze

1) Das Lehrkonzept setzt auf die semivirtuelle Vermittlungsform. Dabei wird den Studierenden neben der Präsenzzeit die Möglichkeit gegeben, über die Lernplattform „Moodle“ Inhalte zu vertiefen und zu wiederholen.

2) Um den Kurs auch in der Präsenzphase interaktiv zu gestalten, wird ein Classroom Response System eingesetzt. Hierzu erhalten die Studierenden ein Abstimmungsgerät und können zu entsprechend vorbereiteten Aufgaben direkt und in Echtzeit eine Lösung wählen. Dadurch wird der Wissensstand visualisiert und es erfolgt eine unmittelbare Rückmeldung zu den erarbeiteten Ergebnissen. Zudem wird der Unterricht dadurch aufgelockert, ein spielerisches Element hinzugefügt und damit die Aufmerksamkeit und Teilnahmebereitschaft über den Tag hinweg erhöht.

3) Die Studierenden haben vor Semesterstart die Möglichkeit, einen zweitägigen Präsenzkurs als Vorbereitung auf die Vorlesung zu besuchen. Wie alle Kurse ist auch hier ein Online-Kurs eingerichtet, der den Studierenden zusätzliches Lehrmaterial bietet. Im Online-Teil des Vorkurses können die Studierenden über einen Selbsttest ihre Kenntnisse prüfen und entscheiden, ob sie an dem Präsenztermin teilnehmen wollen. Der Online-Kurs besteht aus zehn Lerneinheiten, die die Grundlagen des externen und internen Rechnungswesens vermittelt.

4) Für alle Lerneinheiten sind Audio-Tutorials eingestellt, die eine interaktive Vermittlungsform auch im Distant Learning ermöglichen. Da die Tutorials orts- und zeitungebunden abgespielt werden können, ist hiermit auch ein Mobile Learning möglich. Der Online-Kurs enthält zusätzlich zu jeder Lerneinheit Skripten, Literaturhinweise und Übungsaufgaben. Zusätzlich ist ein jeder Lerneinheit ein Online-Selbsttest enthalten, der den Studierenden die Möglichkeit eröffnet, ihre erworbenen Kenntnisse sofort einer Reflexion zu unterziehen.

5) In dem zweitägigen Präsenztermin werden kritische und komplexe Tatbestände erläutert und die Übungsaufgaben besprochen. Zudem besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu klären und sich mit dem Dozenten auszutauschen.

6) Nach dem Vorkurs wird in der Vorlesung im Semester ebenfalls die Mischung aus Online- und Präsenzlehre angewendet. Der Kurs KLR im regulären Curriculum besteht aus drei Präsenzterminen (zwei Vorlesungstage von 0900-1800 Uhr und eine schriftliche Prüfung von 120 Minuten). Der Online Kurs gliedert sich in zehn Lerneinheiten. Jede Lerneinheit beinhaltet eine konkrete Benennung der Inhalte, Lernziele und des durchschnittlichen Lernaufwandes.

7) In jeder Lerneinheit steht erneut ein Audio-Tutorial zur Verfügung. Diese Audio-Tutorials sind vertonte Foliensätze, die mithilfe einer Screencast-Software (Camtasia) produziert werden. Insgesamt stehen in dem Kurs ca. zehn Stunden in diesem Format zur Verfügung. Hierdurch wird es ermöglicht, auch im DL-Format eine Aktivierung der Studierenden für den Stoff zu erreichen. Weitere Elemente des Kurses sind Links auf Beispiele, Verweise auf Online-Quellen und Online-Tests zur Selbstreflexion. Um auf unterschiedliche Lerntypen abzustellen, sind neben den Audio-Tutorials alle Unterlagen auch als Volltextskriptum enthalten. Durch eine Reihe von Beispielen und Verweisen wird der Kurs praxisbezogen gestaltet. Über das Nachrichtenforum und optionale Chats können in den Präsenzphasen Fragen besprochen und Interaktion sichergestellt werden.

8) In den Präsenzterminen werden die komplexen Sachverhalte vom Dozenten erläutert, die wissenschaftliche Relevanz diskutiert und mit den Studierenden kritisch beleuchtet. Dies erfolgt vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Diskussion zu den Themenkreisen des Rechnungswesens. Dabei werden stets aktuelle Forschungen (z.B. Integrated Reporting, Behavioral Accounting, Digitalisierung im Rechnungswesen) herangezogen und die Methoden daran gespiegelt und kritisch hinterfragt. Ziel ist es, den Studierenden nicht nur die Methodik der KLR zu vermitteln, sondern sie zu einem kritischen Blick auf die Vorgehensweisen ebenso zu befähigen, wie zu einem Transfer des Gelernten auf Praxisfälle.

9) Die Möglichkeit über Selbsttests nach jeder Lerneinheit den eigenen Lernerfolg zu prüfen, Schwächen zu erkennen und durch Erfolge eine positive Verstärkung zu erfahren trägt wesentlich zur motivierenden Didaktik bei. Zu den einzelnen Testfragen sind Feedbacks eingesteuert, die weiterführende Erklärungen und Verweise auf das Lehrmaterial enthalten. So können die Studierenden auch aus Fehlern lernen und Lernstrategien ableiten und verbessern.

10) Durch die Verwendung von Fallstudien mit direktem Bezug zur Lebenswirklichkeit der Studierenden, kann eine geringe Interventionsschwelle genutzt werden.

11) Durch den Einsatz von Peercoachings und eine Evaluation des Online-Kurses anhand definierter Kriterien wird eine kontinuierliche Verbesserung der Lehrveranstaltung erreicht.

12) Weitergehende Möglichkeiten, stellen Videos von Interviews mit Fachleuten aus dem Rechnungswesen und deren Einbindung in die Plattform, Virtual Classrooms und der Einbezug von Gastrednern dar. Im Rahmen des Serviceversprechens der Hochschule erhalten Studierende innerhalb von 24 Stunden eine Antwort auf Emails.

 

 

 

Kompetenzkonzept

 

Die Studierenden sollen in dem Online-Kurs sich entsprechend ihrer Kompetenzen vertieft mit den Fachgebieten auseinandersetzen, in denen sie Nachholbedarfe haben und aus den Zusatzthemen die Unterlagen bearbeiten, die ihren Neigungen entsprechen. Kombiniert mit der Möglichkeit aus unterschiedlichen Lehrmaterialien diejenigen herauszusuchen, die dem eigenen Lernstiel entsprechen, wird hierdurch der konstruktivistische Ansatz im Lehr-/Lernkontext gefördert. Die Studierenden konstruieren ihre eigene Lernumgebung, flankiert von den Lernzielen und überprüfbar im Wege der Selbsttests. Die Orientierung des Lehrstoffes erfolgt an den Anforderungen des wissenschaftlichen Diskurses, der praktischen Anwendung und den Kompetenzprofilen der Studierenden. In der Präsenzlehre können Probleme der Studierenden aus dem Online-Kurs aufgegriffen und besprochen werden. Hierzu erfolgt eine anonymisierte Auswertung der Ergebnisse der Selbsttests, die eine Analyse der Schwächen und der Stärken der Studierenden durch Mittelwerte und Standardabweichungen ermöglichen. So kann der Lehrende sich gezielt vor dem Präsenztermin auf die Themenfelder vorbereiten, die einer gezielten Intervention bedürfen. So kann eine Fokussierung auf die Studierenden und deren Lehr- und Nachholbedarfe erfolgen, die in einer reinen Präsenzlehre sich meist erst in der Prüfung zeigen. Der Online-Anteil des Kurses fördert das eigenverantwortliche Lernen und schafft innerhalb der didaktischen „Leitplanken“ den nötigen Freiraum, um selbstgesteuert und –organisiert sich Wissen anzueignen und dieses zu vertiefen. Durch das semivirtuelle Konzept und die Mischung der Präsenzphasen mit Online-Anteilen kann eine sehr individuelle Studienorganisation erfolgen, die es auch berufstätigen Studierenden ermöglicht, dem Studium zu folgen. Der Kontakt mit dem Dozenten wird durch die Präsenzphasen, Emailkontakt, Nachrichtenforen und Sprechstunden (in Präsenz und virtuell) auch während der Online-Phasen sichergestellt.

Die Kompetenzorientierung kommt in dem Kurs auch durch den stringenten Aufbau, die Verwendung von wiederkehrenden Strukturelementen (Lernzielüberblick in jeder Lerneinheit, detaillierte Lernziele vor jedem Kapitel, Literaturhinweise, ausführliche Beispielaufgaben, Übungsaufgaben) und die Verwendung von anschaulichen Praxisbeispielen zum Ausdruck.

 

Herausbildungen von Wissensverknüpfungen

Innerhalb des Kurses werden durch Anknüpfungen an verwandte Bereiche Bezüge hergestellt, so dass neben der Wissensverbreitung und Wissensvertiefung besonders auch die die eine Wissenserschließung und die Verknüpfung gefördert wird, um das fachliche Wissen in ein Gesamtbild integrieren zu können. Hierzu wird den Studierenden an geeigneten Stellen der Bezug zu den Bereichen des externen Rechnungswesens, die Verbindungen zur Investitions- und Finanzierungslehre, aber auch zu den Bereichen der Produktionstheorie erläutert. So können die Studierenden die Bezüge herstellen und die Schnittstellen mit anderen Bereichen erkennen. Dadurch wird die Randschärfe des Themas zwar ausreichend herausgestellt, jedoch eher im Sinne einer Zentralprägnanz der Kern der Thematik dargestellt und mit den Ausläufern der anderen Bereiche verknüpft.

Auch die Bezugnahme auf die Ergebnisse der eigenen Forschung des Lehrenden und der Publikationen im Fachgebiet fördert die Wissensverknüpfung. Um auch internationale Aspekte einfließen zu lassen, werden den Studierenden gezielte Literaturempfehlungen auf Fachzeitschriften aus dem englischsprachigen Raum gegeben

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor 2. Semester (Studiengänge BWL, Wirtschaftspsychologie und Sport- & Eventmanagement)

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 nominiert.