Block Seminar: Global Stakeholder Management and Corporate Responsibility

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Das übergeordnete Ziel der LV ist es, Corporate Responsibility (CR, unternehmerische Verantwortung) im Kontext globalen Stakeholder-Managements kritisch zu hinterfragen, die sich daraus ergebenden Management-Implikationen zu reflektieren und die notwendigen Kompetenzen zu erarbeiten. Im globalen Kontext bedeutet Stakeholder-Management hohe Diversität unterschiedlichster Stakeholder, die über nationale und kulturelle Grenzen hinausgeht. Dadurch ergeben sich für Unternehmen teils widersprüchliche Anforderungen, besonders das Global-Lokal-Dilemma. Einerseits ist es notwendig, dass globale Unternehmen ihre CR-Ansätze aus Konsistenz- und Effektivitätsgründen weltweit standardisieren, andererseits erfordern verschieden- und teilweise einzigartige Stakeholder-Bedürfnisse gezielte lokale Anpassung.

 

Um mit diesen widersprüchlichen Anforderungen kompetent und zielführend umgehen zu können, müssen Manager/innen in der Lage sein, das Global-Lokal-Dilemma zu lösen und die richtige Balance zu finden. Dafür sind neben Fachwissen auch systemische, vernetzte und problemlösende Herangehensweisen erforderlich. Das LV-Design kombiniert entsprechend kognitiv-orientiertes Lernen, das besonders auf die Erarbeitung von Fachwissen über globales Stakeholder-Management und internationale CR abzielt, mit affektiv-verhaltensorientiertem Lernen, welches Studierende animiert, die notwendigen Kompetenzen zu entwickeln.

 

Die affektiv-verhaltensorientierten LV-Elemente haben gemeinsam, dass sie auf affektives und/oder verhaltensbasiertes Lernen in der Gruppe abzielen und sich nicht (ausschließlich) auf den traditionellen Unternehmenskontext beziehen. Durch diese Kontextveränderung erleben die Studierenden die LV-Inhalte aus anderen (Stakeholder-)Perspektiven, was für systemisches, vernetztes und problemlösendes Denken förderlich ist. Ein wichtiges Instrument dabei ist Kreativität und der Einsatz von Kunst in verschiedenster Form (angewandt, zeitgenössisch, darstellend, musikalisch, etc.). Dadurch werden die Studierenden häufig mit für sie ungewöhnlichen und unkonventionellen LV-Elementen konfrontiert und dazu motiviert, die eigene Komfortzone zu verlassen. Dies führt in der Regel zu mehr Offenheit für die LV-Inhalte und zu individueller Kompetenzförderung. Zudem lernen Studierende auf mehreren Ebenen – kognitiv, affektiv, verhaltensbasiert –, was umfangreichere und tiefergehende Lernerfahrungen unterstützen soll.

Beschreibung

Die LV „Global Stakeholder Management and Corporate Responsibility“ animiert Studierende durch die synergetische Kombination von kognitiv-orientierten mit affektiv-verhaltensorientierten LV-Elementen, Stakeholder-Management im globalen Kontext und im Zusammenhang mit Corporate Responsibility zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und die Implikationen sowie die notwendigen Kompetenzen für Manager/innen abzuleiten. Für die affektiv-verhaltensorientierten Elemente sind Kreativität und der Einsatz von Kunst wichtige Instrumente, um die Analyse- und Perspektivenfähigkeiten sowie das Kontext-, Nachhaltigkeits- und Systemverständnis der Studierenden zu fördern. Dazu zählen die Erarbeitung kreativer Collagen, ein Besuch eines Kunstmuseums oder die Reflexion der eigenen Lernerfahrungen durch unkonventionelle, kreative Präsentationsformen. Durch die Konfrontation mit ungewöhnlichen LV-Elementen werden Studierende angeregt, die eigene Komfortzone zu verlassen, was in der Regel mehr Offenheit und eine breitere Sichtweise auf die LV-Inhalte schafft. Durch die Erarbeitung und das Erfahren der LV-Inhalte auf mehreren Lernebenen, wird den Studierenden ein breites Repertoire unterschiedlicher didaktischer Methoden angeboten, innerhalb derer sie, unterstützt durch den LV-Leiter, eigenverantwortlich die LV-Inhalte und die damit in Zusammenhang stehenden Kompetenzen im Sinne individueller Kompetenzorientierung erarbeiten. Die Lernerfahrungen werden dadurch umfangreicher und tiefergehend.

Lernziele

Das übergeordnete LV-Ziel ist es, Corporate Responsibility (CR) im Kontext globalen Stakeholder-Managements und die sich daraus ergebenden Managementimplikationen kritisch zu reflektieren. Im globalen Kontext werden Manager/innen mit Stakeholdern über nationale und kulturelle Grenzen hinaus konfrontiert. Dadurch entstehen widersprüchliche CR-Anforderungen, welche Manager/innen verstehen und sinnvoll in Einklang bringen müssen. Die Forschung zeigt, dass sich die verschiedenen Stakeholder-Ansprüche im Global-Lokal-Dilemma zusammenfassen lassen. Einerseits müssen globale Unternehmen CR-Ansätze aus Konsistenz- und Effektivitätsgründen weltweit standardisieren, andererseits erfordern die verschiedenartigen Stakeholder-Bedürfnisse gezielte lokale Anpassung. Dadurch ergeben sich eine Reihe von Anforderungen und notwendige Kompetenzen, welche in die LV als weitere Lernziele übernommen wurden:

• Analysefähigkeit: Die Studierenden sollen globale Stakeholder-Netzwerke im CR-Kontext analysieren und mit der sich daraus ergebenden Komplexität mit Hilfe von Theorien und konzeptionellen Werkzeugen umgehen können.

• Perspektivenfähigkeit: Die Studierenden sollen die Sichtweisen verschiedenartiger Stakeholder einnehmen, um darauf aufbauend entsprechende

CR-Ansätze ableiten zu können.

• Kontextverständnis: Die Studierenden sollen Bewusstsein für Kontextabhängigkeit erlangen und verstehen, dass einheitliche, standardisierte Lösungen nicht unbedingt zielführend sind.

• Nachhaltigkeitsverständnis: Die Studierenden sollen sowohl die Herausforderungen von globalem Stakeholder-Management in Bezug auf CR erfahren als auch das sich daraus ergebende Potential, zu nachhaltiger Entwicklung beitragen zu können.

• Systemverständnis: Die Studierenden sollen die LV-Inhalte kritisch reflektieren und ganzheitlich betrachten, um Verständnis für den systemischen Charakter von globalem Stakeholder-Management und CR zu erlangen.

 

Struktur und Inhalte

Die LV besteht aus verschiedensten aufeinander abgestimmten Elementen, die kognitiv-orientiertes durch affektiv-verhaltensorientiertes Lernen mit Fokus auf Kreativität und Kunst synergetisch ergänzen. Dadurch sollen Lernerfahrungen auf mehreren Ebenen erreicht werden. Folgende Übersicht gibt einen Einblick in eine beispielhafte Seminarwoche (mit „?“ sind affektiv-verhaltensorientierte Elemente hervorgehoben):

Montag

• Einstiegstest: Schriftliche Überprüfung der Grundlagenliteratur zur Gewährleistung eines einheitlichen konzeptionellen Wissensstandards

• Begrüßung zum Block Seminar: Kennenlernen der Studierenden untereinander und Diskussion der LV-Inhalte und -Anforderungen

? „Responsible Global Company“-Collagen: Erarbeiten einer kreativen Collage, die ein verantwortungsvolles globales Unternehmen zeigt

? Computerbasierte Stakeholder-Simulation: Virtuelles Interagieren mit Stakeholdern einer Kupfermine in Südamerika in der Rolle eines/r Managers/in

• Zeit in den Arbeitsgruppen

Dienstag

• Kurz-Lecture „Foundations of Stakeholder Management“

? „UN Global Compact Dilemma“-Spiel: Brettspiel, bei dem die Studierenden mit unterschiedlichen Dilemma-Situationen des Stakeholder-Managements konfrontiert werden

• Fallbeispiel aus dem Finanz- und Bankenbereich durch einen/eine Unternehmensvertreter/in und Diskussion

• Zeit in den Arbeitsgruppen

Mittwoch

• Fallbeispiel aus dem Social-Entrepreneurship-Bereich durch einen/eine Unternehmensvertreter/in und Diskussion

• Kurz-Lecture „Foundations of Corporate Responsibility“

• Besonders positives Fallbeispiel eines Unternehmens im Sinne der LV-Inhalte und Diskussion

? Museumsexkursion: Besuch eines Kunstmuseums und Reflexion der Eindrücke im Rahmen der LV-Inhalte

• Zeit in den Arbeitsgruppen

Donnerstag

• Fallbeispiel aus der Papierverarbeitungsbranche durch einen/eine Unternehmensvertreter/in und Diskussion

• Kurz-Lecture „Social Embeddedness of the Firm“

• Zeit in den Arbeitsgruppen

Freitag

• Unternehmensexkursion und -präsentation eines konkreten Fallbeispiels aus der erdölverarbeitenden Branche durch den/die Unternehmensvertreter/in und Diskussion

• Präsentation der kritischen Unternehmensanalysen: Die Arbeitsgruppen präsentieren ihre Unternehmensanalysen ausgewählter multinationaler Unternehmen

? Kreative Präsentation der Gruppenreflexion: Die Arbeitsgruppen präsentieren die Reflexionen ihrer Lernerfahrungen auf möglichst kreative Art

 

Didaktisch-methodisches Konzept

Der kognitiv-orientierte Ansatz entspricht klassischem Lernen basierend auf Fakten- und Wissenserwerb und fördert lineare, logische und rationale Herangehensweisen. Er hat Konformitätscharakter im Sinne der LV-Inhalte und reflektiert die globale Standardisierungskomponente des Global-Lokal-Dilemmas. Die entsprechenden LV-Elemente sind der Einstiegstest zur Grundlagenliteratur, Kurz-Lectures, Fallbeispiele und Präsentationen von Unternehmensvertreter/innen, Diskussionen sowie die Präsentation der kritischen Unternehmensanalysen. Der affektiv-verhaltensorientierte Ansatz fördert Lernen auf emotionaler Ebene und durch das Erleben der LV-Inhalte, vor allem durch verhaltensbasiertes Lernen in der Gruppe. Er hat Kreativitätscharakter und reflektiert die lokale Anpassungskomponente des Global-Lokal-Dilemmas. Kreativität und der Einsatz von Kunst in verschiedenster Form sind dabei wichtige Instrumente und sollen den Studierenden ermöglichen, neue (Stakeholder-)Perspektiven wahrnehmen und interpretieren zu können. Entsprechende LV-Elemente sind die „Responsible Global Company“-Collagen, die computerbasierte Stakeholder-Simulation, das „UN Global Compact Dilemma“-Spiel, der Besuch eines Kunstmuseums und die kreative Präsentation der Gruppenreflexion. Im Sinne der LV-Ziele konfrontieren beide Lernansätze die Studierenden mit einer Vielzahl verschiedener LV-Elemente. Im Folgenden werden die affektiv-verhaltensorientierten Elemente und ihr Kreativitätscharakter näher beschrieben:

 

• „Responsible Global Company“-Collagen: Die Studierenden bringen Bilder, Fotos und Impulse aus Zeitungen, Magazinen, dem Internet, etc. mit, die sie persönlich mit einem idealtypischen verantwortungsvollen Unternehmen verbinden. Sie bekommen den Auftrag, in ihren Arbeitsgruppen und mit den mitgebrachten Materialien ein verantwortungsvolles globales Unternehmen in Form einer Collage möglichst kreativ darzustellen. Durch die Diskussion in der Gruppe werden die Studierenden mit unterschiedlichen, oft unbewussten Sichtweisen zu den Seminarinhalten konfrontiert, die im Plenum gemeinsam interpretiert, diskutiert und anhand ausgewählter Literatur reflektiert werden. Durch die kreative Herangehensweise sind die Collagen in der Regel völlig unterschiedlich und zeigen so die Vielzahl und gleichzeitig die Einzigartigkeit der theoretischen und praktischen Sichtweisen im Sinne der LV-Inhalte auf.

• Computerbasierte Stakeholder-Simulation: In ihrer Rolle eines/r Kupferminen-Managers/in in Südamerika werden die Studierenden virtuell mit unterschiedlichsten Stakeholdern konfrontiert. Durch diese simulierte Interaktion lernen die Studierenden deren Sichtweisen kennen und beziehen diese für den Entwicklungsplan der Mine ein. Unter Berücksichtigung des gesamten Stakeholder-Netzwerks über den klassischen Unternehmenskontext hinausgehend kommt es so zu ganzheitlicheren Problemlösungen. Die Limitationen der Simulation (z.B. vorgegebene Handlungsmöglichkeiten) sind zudem Impulse für das Erarbeiten kreativerer Alternativen im Managementalltag. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie man bestehende Pfade trotz Widerstandes verlassen und neue, unkonventionelle Wege gehen kann.

• „UN Global Compact Dilemma”-Spiel: In diesem Brettspiel werden die Studierenden mit verschiedenen Dilemma-Situationen aus dem Managementalltag konfrontiert und müssen diese lösen. Zudem bewerten sie die Lösungen ihrer Mitspieler/innen in immer wieder neu und zufällig zugeteilten Rollen unterschiedlicher Stakeholder (z.B. Geldgeber, Mitarbeiter, NGO, etc.) und mit Bezug auf den UN Global Compact. Dadurch wird die Unternehmens- den verschiedenen Stakeholder-Perspektiven gegenübergestellt, was Impulse zur Reflexion im Sinne der LV-Inhalte gibt und den kreativen Lösungsprozess sowie systemisches Denken anregt. Die Studierenden lernen zudem, sich in verschiedene Stakeholder-Rollen hineinzuversetzen und die Welt aus unterschiedlichen Sichtweisen zu betrachten, was ihre Perspektivenfähigkeit fördert.

• Museumsbesuch: Der Besuch eines Kunstmuseums und Vermittlung durch fachkundige Expert/innen konfrontieren die Studierenden häufig mit neuen Eindrücken. Der Auftrag, diese kreativen Impulse im Sinne der LV-Inhalte zu interpretieren und zu reflektieren, stimuliert die Studierenden, andere Zugänge zu den LV-Inhalten zu entwickeln und den persönlichen Denkhorizont zu erweitern. In der Vergangenheit hat sich vor allem die moderne Kunst, bedingt durch die verschiedenartigen Interpretationsspielräume, als besonders geeignet erwiesen. Bei der mumok-Ausstellung „Blühendes Gift“ haben die Studierenden durch den Feminismus-Fokus beispielsweise Assoziationen zu CR im Sinne gesellschaftlicher (Un-)Gleichheit hergestellt. Die Ausstellung „Painting 2.0“ zeigte die Expansion digitaler Technologien im historischen Zusammenhang und gesellschaftliche Entwicklungen, die aktuell für Unternehmen aus CR-Sicht relevant sind.

• Kreative Präsentation der Gruppenreflexion: Die Studierenden reflektieren in ihren Arbeitsgruppen ihre Lernerfahrungen und präsentieren diese am Ende der Woche. Dabei geben sie auf kreative, unkonventionelle Weise einen Einblick in ihre Lerneindrücke. Bisher wurden Kurzfilme produziert, Lieder komponiert, Stakeholder-Rollenspiele aufgeführt, interaktive Ratespiele veranstaltet, eine kleine Kunstausstellung in einem Projektraum initiiert oder Ausdruckstanz gezeigt. Das unkonventionelle Präsentationsformat führt schon in der Vorbereitung zu einem breiteren Reflexionszugang als bei einer rein schriftlichen Reflexionsarbeit und motiviert die Studierenden, ihre Lernerfahrungen tiefergehend zu betrachten.

 

 

Innovative Hochschuldidaktik

Die LV enthält eine Reihe unkonventioneller Elemente, besonders die affektiv-verhaltensorientierten Komponenten. Der LV-Leiter hat die Aufgabe, diese mit konventionellen und den Studierenden vertrauten Elementen synergetisch zu verknüpfen, vor allem mit den kognitiv-orientierten Komponenten, um die Sinnhaftigkeit und fachliche Orientierung sicher zu stellen. Die Studierenden haben während der Seminarwoche die Aufgabe, sich ihre Lernerfahrungen bewusst zu machen und die Seminarinhalte entsprechend zu reflektieren und zu interpretieren. Als Werkzeuge erhalten sie dazu ein großes Repertoire unterschiedlicher Elemente auf verschiedenen Lernebenen, aus denen sie auswählen können.

 

Von Forschung geleitete Lehre und Kompetenzorientierung

Das LV-Konzept basiert auf neuesten Erkenntnissen aus der Forschung zu internationaler CR, vor allem bezogen auf das Global-Lokal-Dilemma (z.B. Filatotchev&Stahl, 2015; Miska, Witt, & Stahl, 2016), und der Kompetenzforschung aus dem Global-Leadership-Bereich (z.B. Jokinen, 2005; Miska, Stahl, & Mendenhall, 2013). Thematisch verknüpfen diese Felder internationales Management mit Ethik, Strategie, Nachhaltigkeit und Leadership. Auf Kompetenzebene werden die für diese Bereiche notwendigen Fähigkeiten – Analyse- und Perspektivenfähigkeit sowie Kontext-, Nachhaltigkeits- und Systemverständnis – durch die synergetische Verknüpfung mit den affektiv-verhaltensorientierten LV-Elementen gefördert. Diese Kompetenzen können als Metafähigkeiten angesehen werden, da sie im weiteren Studienverlauf und in der Berufspraxis relevant sind. Durch die Praxisbeispiele und den Input von Unternehmensvertreter/innen wird zudem die Relevanz dieser Kompetenzen im Speziellen und der LV-Inhalte im Allgemeinen für zukünftige berufliche Perspektiven sichtbar gemacht. Insgesamt bietet die LV den Studierenden die notwendigen Rahmenbedingungen, diese Kompetenzen zu entwickeln und ihr Erreichen zu reflektieren bzw. im Sinne individueller Kompetenzorientierung zu erarbeiten, wie diese über die LV hinausgehend zukünftig weiterentwickelt werden können.

 

Studierendenzentrierung

Während der Seminarwoche arbeiten die Studierenden in Arbeitsgruppen selbstständig an zwei Abschlusspräsentationen – der kritischen Unternehmensanalyse und der kreativen Gruppenreflexion. Die Studierenden setzen sich dabei problemorientiert sowohl mit der oben beschriebenen Forschung und entsprechender Literatur als auch mit der Unternehmenspraxis auseinander, und zwar sowohl auf kognitiver als auch auf affektiv-verhaltensorientierter Ebene. Das bedeutet, dass die Studierenden einen Teil der Woche selbstorganisiert und selbstgesteuert gestalten, um ihre Lernerfahrungen systematisch und zielorientiert zu erarbeiten. Der LV-Leiter unterstützt die Studierenden in ihren Arbeitsgruppen durch tägliche Coachings, kritisches Hinterfragen des Erarbeiteten, Aufzeigen alternativer Sicht- und Herangehensweisen und Hilfestellung im Bedarfsfall.

Mehrwert

Für die Studierenden hat sich durch die LV neben intensiven persönlichen Lernerfahrungen und der Kompetenzförderung eine sehr vertraute Atmosphäre untereinander und ein engeres persönliches Netzwerk ergeben. Die affektiv-verhaltensorientierten LV-Elemente führen bei vielen Studierenden häufig dazu, dass sie die eigene Komfortzone verlassen. Dadurch werden sie in der Regel nicht nur offener für die Lerninhalte, sondern werden sich auch der Bedeutung des Studierendennetzwerks bewusster. Dies ist vor allem am Anfang des CEMS MIM Programms ein wichtiger Mehrwert.

 

Für die Unternehmensvertreter/innen ergibt sich durch die kritischen Diskussionen mit den Studierenden der Mehrwert, dass sie unbefangene Reaktionen und Rückmeldungen zu ihrer Arbeit bekommen und ihnen oftmals auch neue Perspektiven und Sichtweisen von den Studierenden aufgezeigt werden. Im Sinne des Employer Brandings der Unternehmen besteht zudem die Möglichkeit, potentielle zukünftige Mitarbeiter/innen frühzeitig kennen zu lernen. Die Studierenden bekommen vor dem Hintergrund der LV-Inhalte durch den Austausch mit den Unternehmensvertreter/innen einen Einblick in zukünftige berufliche Perspektiven.

 

Für den LV-Leiter haben sich durch die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden und deren Interaktion mit den Unternehmensvertreter/innen interessante Einsichten und Perspektiven ergeben, die für die Forschung relevant waren und Mehrwert geschaffen haben. Besonders die Vielzahl unterschiedlicher Sichtweisen und Interpretationen der LV-Inhalte waren hierfür besonders relevant. Zudem hat die enge Zusammenarbeit mit den Studierenden während der Seminarwoche, insbesondere die täglichen Coachings, wichtige Erfahrungen zur Kompetenzentwicklung von Studierenden im kulturell heterogenen Umfeld gebracht.

Profitierende

  • Studierende
  • Lehrende

Aufwand

Die LV ist vor allem in der Vorbereitung zeitaufwändiger als vergleichbare LVs, insbesondere bedingt durch das vorgegebene geblockte Format auf eine Woche, und erfordert hohen Koordinations- und Organisationsaufwand von Seiten des LV-Leiters. Das zugrundeliegende didaktische Konzept kann allerdings grundsätzlich in LVs mit unterschiedlichem Format umgesetzt und je nach Zeit- und Ressourcenverfügbarkeit abgeändert realisiert werden.

Positionierung des Lehrangebots

Die LV ist eines von drei Eingangsseminaren, aus denen die Studierenden zu Beginn des CEMS Master in International Management wählen und damit ins Masterprogramm starten. Die LV findet einmal jährlich im September statt (1 Woche geblockt).

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 in der Kategorie Persönlichkeitsorientierte und/oder kreativitätsfördernde Ansätze in Lehrveranstaltungen und Studierendenbetreuung nominiert.