Forschungspraktikum „Virtualisierung der Gesellschaft“

Würdigung der Jury

Ausgezeichnet wird mit dem Forschungspraktikum „Virtualisierung der Gesellschaft“ ein äußerst erfolgreich etabliertes Lehrforschungsformat des Bachelorstudiengangs Soziologie der Universität Graz.
Prof. Dr. Moebius und Martin Griesbacher nutzen das Modul, um Studierenden die Chance zu bieten, mit eigenen Projekten einen kompletten Forschungszyklus abzuschließen. Hierzu bietet die gewählte Thematik aufgrund ihrer vielfältigen Aspekte einen besonders günstigen Rahmen, da sowohl vielfältigen Fragen nachgegangen als auch der Austausch zwischen den Projekten angeregt werden kann. Auf der Basis kultursoziologischer Theorien zu rezenten gesellschaftlichen Transformationsprozessen, fokussiert auf konkrete, gleichwohl interdisziplinäre zu fassende Fragestellungen wie zum Beispiel den Impact digitaler Bezahlung auf Praktiken des Einkaufens werden die Studierenden zur Erprobung eines Methodenmix ermutigt. Dabei werden die Studierenden tendenziell als Kolleginnen und Kollegen adressiert, denen nicht nur selbstgesteuerte Forschungsprozesse anvertraut werden, sondern die auch ihre individuellen Erkenntnisinteressen in einbringen. Für die hohe Attraktivität dieses klug komponierten Praktikums spricht nicht nur die begeisterte studentische Resonanz, sondern auch der wissenschaftliche Ertrag, der sich in hochschulöffentlich zugänglichen Forschungsbänden materialisiert. Mit ihrem Forschungspraktikum „Virtualisierung der Gesellschaft“ setzen die Lehrenden und die Studierenden ein ermutigendes Zeichen, dass gezielter Kompetenzerwerb und hohe Selbstständigkeit studentischer Forschungspraxis keine Widersprüche sein müssen.

Auszug aus dem Gutachten von
Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart
Institut für deutsche Literatur

alt text
Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Durch Forschung geleitete Lehre:

An den Universitäten hebt man gerne hervor, dass Forschung und Lehre die zentralen Aufgaben der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darstellen. Hin und wieder gewinnt man dabei den Eindruck, als handle es sich dabei um zwei zwar prinzipiell irgendwie zusammenhängende, aber doch sehr getrennte Angelegenheiten. Wenn geforscht wird, so hat das nur selten etwas mit den Studierenden zu tun und wenn gelehrt wird, so stehen sich nicht Forschende, sondern Lehrende und Lernende gegenüber. Im Lehrplan des Instituts für Soziologie an der Universität Graz hat sich aber eine erfolgreiche Brücke zwischen Lehre und Forschung etabliert: das zweisemestrige Forschungspraktikum. Seit 2001 sind über 30 Forschungsberichte in Buchform aus den Forschungspraktika des Instituts entstanden, die davon zeugen, wie seit über 15 Jahren Soziologiestudierende wissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten nicht nur durch Lehre vermittelt bekamen, sondern durch selbständig geführte Forschung im Feld.

 

Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man heute von einem tiefgreifenden Wandel der Vergesellschaftungsprozesse ausgeht, der mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft einhergeht. Aufgrund der aktuellen Brisanz dieser Entwicklung, widmeten wir uns im Sommersemester 2016 und Wintersemester 2016/17 im Forschungspraktikum aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen unter dem Leitthema „Virtualisierung der Gesellschaft“. Dabei war uns besonders wichtig, den Studierenden die Gelegenheit zu geben, ihre eigenen Forschungsthemen zu entwickeln und die Konstruktion der Methoden sowie die Erhebung und Auswertung der Daten möglichst selbständig durchführen zu können.

Beschreibung

Forschungsgeleitete Lehre setzten wir im zweisemestrigen, sogenannten „Forschungspraktikum“ (Fopra) um. Im Forschungspraktikum bekommen Studierende die Gelegenheit, einen vollständigen Forschungsprozess, angefangen von der Konkretisierung der Fragestellung über die Entwicklung der Forschungsmethoden und Erhebung der Daten bis hin zur Auswertung und Präsentation der Forschungsergebnisse zu durchlaufen. Je nach den Forschungsschwerpunkten der Lehrenden werden dabei für jedes Forschungspraktikum unterschiedliche Schwerpunktthemen vorgegeben. Im von uns im Sommersemester 2016 und Wintersemester 2016/17 geleiteten Fopra zur „Virtualisierung der Gesellschaft“ an der Uni Graz untersuchten die Kursteilnehmenden mit kultursoziologischer Theoriebildung und empirischen Forschungsmethoden (Fragebögen, Interviews, Diskursanalysen) selbst gewählte Phänomene der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft. Der thematische Fokus lag auf der Analyse gesellschaftlicher Wandlungsprozesse durch digitale und soziale Medien auf den Alltag und die Berufswelt der Menschen. So wurden etwa Untersuchungen zur veränderten Wahrnehmung von Sexualität durch Pornographiekonsum, zur Selbstdarstellung im Internet, zu Fitness-Apps und zur Selbstoptimierung in der Arbeitswelt umgesetzt. Dabei wurden die Wandlungsprozesse theoretisch in einen größeren gesellschaftlichen Kontext eingebettet und ihre Wirkungen auf die sozialen Praktiken mithilfe unterschiedlicher empirischer Forschungsmethoden rekonstruiert.

Im Forschungspraktikum gehen die Studierenden gemeinsam mit den Lehrenden mit empirischen Forschungsmethoden der zunehmenden "Virtualisierung der Gesellschaft" nach. Virtualisierung betrifft heute immer weitere gesellschaftliche Bereiche: von einfachen sozialen Beziehungen wie Freundschaften und Berufskontakten (z.B. Facebook oder Academia.edu), über die Formung von neuen medialen Öffentlichkeiten (z.B. Foren, Blogs, Twitter) bis hin zu basalen alltäglichen Interaktionen (z.B. einkaufen mittels bargeldloser Bezahlsysteme). Exemplarisch haben wir zu Beginn folgende erkenntnisleitende Fragestellungen aufgeworfen: In welchen Bereichen und in Form welcher Prozesse findet eine Virtualisierung der Gesellschaft statt? Wie verändern neue Informations- und Kommunikationstechnologien alltägliche soziale Interaktionen? Welche sozialen Folgen entstehen aus der zunehmenden Virtualisierung sozialer Beziehungen? In der Folge haben die Studierenden in Kleingruppen (2-4 Personen) auf Basis dieser Fragen selbst konkrete Forschungsprobleme entworfen, Forschungsgruppen gebildet und die Fragestellungen dann mit qualitativen und quantitativen Befragungsmethoden sowie diskursanalytischen Forschungszugängen bearbeitet. Besonderes Augenmerk haben wir auf die Kombination verschiedener Forschungsmethoden gelegt („Mixed Methods“).

 

Innovative Didaktik:

Die Teilnehmenden des »Forpra« wurden zu selbstgesteuertem und -organisiertem Lernen angeregt: Alle Arbeitsschritte einer empirischen Studie – von der Konzeption des Forschungsdesigns und der Entwicklung der Erhebungsinstrumente über die Durchführung der Erhebungen, der Analyse der Daten bis hin zur Erstellung des Forschungsberichts – wurden eigenständig durchgeführt, wobei wir die Studierenden durch Feedback-Schleifen begleiteten. Um ihre Forschungs- und Problemlösungskompetenz zu fördern, verhelfen wir Studierenden zur Reorganisation des Erlernten. Das bedeutet, dass die Studierenden dazu befähigt und angeregt werden, Sachverhalte zu erklären, zu interpretieren, zuzuordnen und mögliche gesellschaftliche Entwicklungen vorauszusagen oder abzuschätzen. Dabei soll vermittelt werden, wie soziologisches Wissen angewendet wird und wie es auf neuartige Situationen übertragen werden kann. Die Studierenden erwerben in diesem Lehr-Lern-Setting die Fähigkeit, das Gelernte zu bewerten, eigenständige Problemlösungen zu entwickeln und zu begründen, neue Fragen zu konstruieren und sie in diskursiven Formen (Diskussionen, Artikeln, Hausarbeitsjournal, Projektplanungen) zu synthetisieren.

 

Kompetenzorientierung:

Im „Fopra“ soll den Studierenden im Sinne eines aktiven Lernens Fachwissen ebenso wie Methodenkompetenz vermittelt werden, also die Fähigkeit zur Wiedergabe und praktischen Handhabung von wichtigen soziologischen Schlüsselbegriffen, Theorien, Methoden und Prinzipien. Dabei werden explizit verschiedene Perspektiven und Sichtweisen soziologischen Wissens und auch angrenzender Gebiete angesprochen, um einerseits die Vielfalt des Faches darzulegen und andererseits die Studierenden zu vernetztem Denken anzuregen. Es wird darauf fokussiert, aktuelle soziologische Theorien hinsichtlich ihrer praktischen Anwendung in der empirischen Forschung verständlich zu machen, um die oftmals künstlich aufgebaute Kluft zwischen theoretischer und empirischer Forschung zu überbrücken. Auf diese Weise wird nicht nur die erkenntnisleitende Funktion von Theorien fassbar, sondern es wird auch deutlich, wie sie sich bewusst für die Formulierung von Forschungsfragen und die Analyse empirischer Daten im Rahmen eines systematischen Forschungsprojektes produktiv machen lassen.

Langfristige Ziele dieser forschungsgeleiteten Lehre bestehen darin, dass die Studierenden in ihrem Studium sowohl verschiedene wissenschaftliche Lernmethoden als auch soziologische Theorien und Forschungsmethoden kennenlernen, die sie dazu befähigen, selbstständig oder im Team in ihrem jeweiligen Berufsfeld Problemkonstellationen zu erkennen, Fragen zu formulieren, sich weiterzubilden und Probleme und Aufgabenstellungen zu lösen. Hierbei wird auch besonderes Augenmerk auf Geschlechteraspekte (Geschlechterungleichheit, Gender Mainstreaming, geschlechtersoziologisches Wissen etc.) gelegt. Insofern verstehen wir unsere Lehre neben der Motivierung zur Soziologie und des Wissenstransfers insbesondere als eine Lebens- und Berufsvorbereitung, die den Soziologiestudierenden Schlüsselqualifikationen wie Sozial- und Kommunikationskompetenz, theoriegeleitete Handlungskompetenz, Teamfähigkeit, Selbstorganisation, soziale und wissenschaftliche Verantwortung sowie Theorien/Methoden für weitere Forschungen oder für lebenslange Bildungs- und Lernprozesse vermittelt.

 

Studierendenzentrierung:

Wir versuchen eine Dozentenrolle einzunehmen, die nicht einen prinzipiellen Unterschied zwischen Dozierenden/Studierenden macht, sondern von einer graduellen Differenz ausgeht. Wir denken, dass Lernprozesse und Motivation insbesondere dann ermöglicht werden, wenn man mit den Studierenden in einem reziprok-dialogischen Verhältnis steht, das eine gemeinsame Lernatmosphäre erleichtert und Lernprozesse „sokratisch“ initiiert. Die Studierenden werden in diesem Sinne als Lernende betrachtet, die trotz unserer Begleitung eigenverantwortlich für ihr Lernen und Forschen sind. Im „Fopra“ wird darüber hinaus eine persönliche Atmosphäre geschaffen, in der Studierende keine Furcht haben müssen, verspottet oder bloßgestellt zu werden, sondern in der sie vielmehr zur Beteiligung an Diskussionen oder Projekten ermutigt werden. Ferner führen wir »feedback«-Runden der Studierenden zum Seminarablauf durch, weil wir dadurch wichtige Rückversicherungen erfahren, Vorschläge und Hinweise für weitere Veranstaltungen berücksichtigen und unsere Rolle als Dozenten reflektieren können.

Besondere Motivation versuchen wir durch den Praxisbezug herzustellen: Die Studierenden entwickeln dann ein Interesse für das Fach, wenn sie sowohl die verschiedenen Praxisfelder (innerhalb und außerhalb der Universität) als auch den Anwendungsbezug der Soziologie kennenlernen. Im Forschungspraktikum wählen die Studierenden „ihre“ Themen aus. Praxisbezug bedeutet darüber hinaus, in der Lehre die Erfahrungen der Studierenden einzubeziehen und die Studierenden selbst durch problemorientiertes und entdeckendes Lernen am Lernprozess kreativ teilhaben zu lassen. Lernprozesse werden auch über planvolle Irritationen oder Überraschungen initiiert. Die Neugierde wird dann geweckt, wenn nicht schon fertige Problemlösungen für Forschungsfragen angeboten werden, sondern die Studierenden sowohl an der Fragenkonstruktion als auch an den Problemlösungsversuchen beteiligt werden. Ebenso versuchen wir eine möglichst große Vielfalt an didaktischen Methoden zu gewährleisten, indem wir Lehrformen wie Textseminar, problemzentriertem Seminar etc. abwechseln, um die Aufmerksamkeit der Studierenden zu erhöhen.

 

Sozialwissenschaftliche Methodik zwischen Kompetenz- und Studierendenorientierung:

Hat man nun – wie wir – das Glück, unter den richtigen Bedingungen ein Forschungspraktikum leiten zu können, darf man sich die Frage stellen, wie es möglich ist, forschungsgeleitete Lehre zu betreiben. Wenn wir davon ausgehen, dass zwischen Lehrenden und Lernenden nur eine graduelle Differenz besteht, so erscheint nun weniger die Frage der „richtigen“ Lehre als die Frage nach den Bedingungen gemeinsamer Forschung relevant. Da die Studierenden bereits eine Reihe von Methodenkursen absolviert hatten, um sich für das Forschungspraktikum zu qualifizieren, verfügten sie bereits über Grundkenntnisse hinsichtlich der Konstruktion und Anwendung empirischer Forschungsmethoden. Allerdings wird die Lektüre von Lernunterlagen und Methodenhandbüchern von Studierenden oft als leidlich steril erfahren. Der tatsächliche Prozess, der zu Forschungsergebnissen führt, wird in Publikationen allzu oft unter den Teppich gekehrt (siehe dazu Wagner: Uni-Angst und Uni-Bluff. Wie studieren und sich nicht verlieren, Hamburg 2002). Wolf Wagner unterscheidet in diesem Zusammenhang den Entstehungs- und den Rechtsfertigungsprozess wissenschaftlicher Forschung. Während im Entstehungsprozess die persönlichen Eigenschaften der Forscher und Forscherinnen, Zufälle, spontane Problemlösungen, Sackgassen und viele andere ungeplante Momente im Vordergrund stehen, so wird im Rechtfertigungsprozess ein Bericht erstellt, in dem der Eindruck einer unpersönlichen, geradlinigen und planmäßigen Generierung von Forschungsergebnissen hergestellt wird. Während dies für den Austausch wissenschaftlicher Ergebnisse eine durchaus sinnvolle Angelegenheit darstellen kann, wird man mit solch sterilen Publikationstechniken den Studierenden kaum vermitteln können, wie Forschungsprozesse tatsächlich ablaufen.

So kann in Methodenkursen mitunter nur schwer vermittelt werden, wie man Forschungsprozesse so organisiert, dass die jeweils fälligen Schritte rechtzeitig begonnen und abgeschlossen werden. Ein Bewusstsein des tatsächlichen Arbeitsaufwandes eignet man sich in der Regel erst mit den ersten selbständig durchgeführten Projekten an, also „learning by doing“. So haben wir darauf geachtet, in Form von Zielvorgaben und schriftlichen Zwischenberichten eine zeitliche Struktur vorzugeben, über die sicher gestellt wurde, dass am Ende der zwei Semester ein erfolgreicher Projektabschluss steht. Von diesen zeitlichen Vorgaben abgesehen, hatten die Studierenden weitestgehend freie Hand bei der Gestaltung ihrer Forschung. Dies bedeutete für uns Lehrende auch, das Ruder teilweise aus der Hand zu geben. Folgen wir der Formel „Lehre als Forschung“, so wird deutlich, dass nicht mehr gezielt vorbereitete Lehrinhalte und ausgeklügelte Lehrtaktiken, sondern vielmehr die Forschungsarbeiten den Lernerfolg tragen. Die Forschung findet zum größten Teil außerhalb des Seminarraums statt und entzieht sich mitunter auch der vollständigen Kontrolle der Lehrenden. Wenn wir dann berichtet bekommen, wie zum Beispiel im Rahmen einer kriminalsoziologischen Untersuchung Interviews mit verurteilten Mördern in Gefängnissen abgelaufen sind, so werden wir Zeugen, wie bei Studierenden Lebenserfahrungen eindrücklich und überaus effektiv zur Entwicklung von Forschungskompetenzen beitragen können. Diese Form des Lernens wird am besten dann möglich, wenn die anfallenden Arbeiten tatsächlich selbständig von den Studierenden durchgeführt werden, wozu auch administrative Arbeiten wie die Koordination und satztechnische Umsetzung eines Endberichts und die Organisation der Abschlusspräsentation gehören.

 

Zu den Rahmenbedingen der forschungsgeleiteten Lehre:

Wer im Bibliothekskatalog der Universität Graz nach dem Serientitel „Berichte aus den Forschungspraktika des Instituts für Soziologie an der Karl-Franzens-Universität Graz“ sucht, wird auf eine Liste von mittlerweile über 30 Bänden stoßen, die seit 2013 auch geschlossen unter der Signatur „SOZ-722“ auf der Bibliothek der Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften aufgestellt sind. Seit 2001 erscheinen jährlich neue Bände, in denen Studierende der Soziologie von ihrer eigenen im Rahmen des Bachelorstudiums durchgeführten Forschung berichten. Inhaltlich reihen sich dort empirische Soziologien der Stadt, der Wirtschaft, des Alter(n)s, der Emotionen, der Religion, des Krieges und vieler mehr aneinander. Alle Berichte zeugen davon, wie seit über fünfzehn Jahren Soziologiestudierende wissenschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten nicht nur durch Lehre vermittelt bekamen, sondern durch selbständig geführte Forschung im Feld.

Damit Studierende im Rahmen einer Lehrveranstaltung tatsächlich vollständige Forschungsprojekte durchführen können, braucht es auch die richtigen Rahmenbedingungen. Das Forschungspraktikum des Grazer Instituts für Soziologie läuft über zwei Semester und ist hinsichtlich der Lehre mit vier Semesterstunden ausgestattet, sodass in der Regel zwei Lehrende das Praktikum leiten können. Für jedes Semester sind zehn ECTS veranschlagt, was einem Arbeitsrahmen von 250 Stunden pro Semester für die Studierenden ergibt. Erst dieser Rahmen macht es möglich, dass die Studierenden, angefangen bei der Themensuche, über die Entwicklung der Fragestellungen, der Erhebungsmethoden, der Durchführung der Erhebungen, der Datenanalyse bis hin zur schriftlichen und mündlichen Präsentation der Forschungsergebnisse den gesamten Forschungsprozess durchlaufen können. Ohne einen solchen Rahmen kann man Studierenden in der Regel keine eigenständige Forschung vermitteln, sondern nur die eine oder andere Forschungsaktivität ausprobieren lassen.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor Soziologie

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 in der Kategorie Forschungsbezogene Lehre, insbesondere die Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens während des Studiums nominiert.