Interprofessionelles Simulationstraining für Kindernotfälle

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

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Beschreibung

Um kritische Situationen in der Pädiatrie zu meistern, erfordert es Erfahrung, Routine und ein erfahrenes eingespieltes Team. Durch medizinische Simulation kann Erfahrung frühzeitig in einem geschützten Bereich aufgebaut werden, damit der ‚Erstfall nicht zum Ernstfall‘ wird.

Seit dem Wintersemester 2016 finden an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien interprofessionelle Simulationstrainings mit Studierenden der Medizinischen Universität Wien und Auszubildenden der Schule für Kinder-und Jugendlichenpflege am AKH Wien statt. In diesen Übungssequenzen wird ein pädiatrisches Simulationstraining mit dem Fokus auf Kindernotfälle durchgeführt, welches durch eine/n Lehrer/in für Gesundheits- und Krankenpflege und einer/m Mediziner/in interdisziplinär begleitet wird. Zielgruppe sind alle Studierenden der Medizinischen Universität Wien ab dem dritten Studienjahr sowie Auszubildende der Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege am AKH Wien in der Sonderausbildung für Kinderheilkunde.

Auf eine kurze Einführung zum Thema kritisch krankes Kind folgt ein praktisches Training an der Simulationspuppe. Kindernotfälle werden im Simulationsraum der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am „SimBaby“ trainiert. Die Szenarien werden per Video aufgezeichnet und anschließend mittels Videoanalyse und einer strukturierten Nachbesprechung („Debriefing“) besprochen, wobei der Fokus auf die Kommunikation und die Teamarbeit gelegt wird.

An der Klinik trainieren bereits Ärzte/Ärztinnen und Pflege gemeinsam, im Studium sind bisher aber nur Medizinstudierende in einem Simulationssetting aktiv. Nachdem aber genau diese interprofessionelle Zusammenarbeit im Sinne von guter Kommunikation, Teamwork etc. sehr wichtig für das Patientenoutcome ist, beginnen in diesem Pilotprojekt Medizinstudierende und Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege gemeinsam zu trainieren mit dem Fokus auf diese „human factors“ anstelle von nur rein medizinischen Inhalten. Neben der theoretischen Ausbildung wird hier bereits früh auch die praktische Umsetzung geübt, um hier das Zusammenspiel der beiden Berufsgruppen zu optimieren damit für den zukünftigen Arbeitsbeginn bereits ein guter Grundstock in Bezug auf diese Thematik gelegt ist.

Ca. 70 Prozent der Zwischenfälle in Notfallsituationen, welche mit einem schlechteren Outcome einhergehen, geschehen aufgrund von Defiziten im Bereich von „human factors“ und nicht auf Basis von mangelndem Fachwissen (Hunt EA, Walker AR, Shaffner DH, Miller MR, Pronovost PJ. Simulation of in-hospital pediatric medical emergencies and cardiopulmonary arrests: highlighting the importance of the first 5 minutes. Pediatrics. 2008;121(1):e34-43.2).

Das zeigt die Wichtigkeit, möglichst vielen angehenden Mediziner/innen und Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ein solches Simulationstraining zu ermöglichen. In diesen Trainings findet nicht nur ein hohes Maß an Theorie-Praxis-Vernetzung statt, sondern werden die Folgen einer gut funktionierenden interprofessionellen Zusammenarbeit auf das Patienten/innen-outcome unmittelbar sicht- und erlebbar. Kompetenzen werden trainiert und erweitert, die Kommunikation in der Notfallsituation perfektioniert, Fehlerquellen reduziert und entsprechend reflektiert. Es werden Thematiken aufgegriffen, die sonst im Studium bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben jedoch von großer Wichtigkeit sind.

Die Kurse werden mittels Fragebögen evaluiert und sollen ausgewertet und dadurch verbessert werden.

Positionierung des Lehrangebots

5. + 6. Studienjahr, 3. Studienabschnitt, Humanmedizin

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 nominiert.