Design for All - From the caring environment to "Design for Life"

Umgesetztes Projekt

Ziele

In einem Gespräch zwischen Neil Harkess, Studiendekan und Leiter des Bachelorstudiengangs für Innenarchitektur & 3D Gestaltung, und Sandra Dittenberger, Professorin für Designforschung und Human-Centred Design, über ihre Forschungsarbeit am EU-Forschungsprojekt „RelaxedCare“ wurde unter anderem die Wahrnehmung, Reflexion und Bearbeitung der im Wandel begriffenen Thematik von "Design for All" zu „Design for Life“ thematisiert. Die Wichtigkeit, dass Studierende einen kritischen Blick auf ihre Praktiken, Wertehaltungen und Auswirkungen ihrer gestalterischen Handlungen auf Mensch und Gesellschaft entwickeln, inspirierte Harkess und Dittenberger dazu, ein gemeinsames Semesterprojekt mit den Bachelor Studierenden des vierten Semesters zu realisieren, bei dem Sandra Dittenberger die Leitung des Designstudios, dem zentralen Hauptfach dieses Studiengangs, übernahm.

 

Als Professorin für Designforschung und Human-Centred Design liegt es Sandra Dittenberger besonders am Herzen, Studierende bei der Arbeit mit und für Menschen anzuleiten und zu unterstützen. Für künftige GestalterInnen ist es essentiell wichtig, Fragestellungen unserer Gesellschaft pro-aktiv wahrzunehmen. Nach dem Studium gibt es kein Briefing für diese Art der Projektarbeit. Daher adressiert ihre Lehre besonders das Einbeziehen von Menschen in den Gestaltungsprozess, das Denken in Kontexten und die kreative Interpretation der gewonnenen Ergebnisse aus der Arbeit mit Menschen in aktuelle Gestaltungsprojekte. Denn, zukünftige erfolgreiche Innovationen zeichnen sich durch ganzheitliche intelligente Produktkreisläufe und Dienstleistungsprozesse aus.

Kurzzusammenfassung

"Design for All" – From the caring environment to „Design for Life“ lautete der Titel des Semesterprojektes für die Studierenden des vierten Semesters des Bachelorstudiengangs Innenarchitektur & 3D Gestaltung. Die Fragen, wie das Thema "Design for All" im Studienprogramm von Design-Studierenden grundsätzlich verankert werden kann und welchen Wert speziell die Innenarchitektur in diesem Zusammenhang erfährt, bildeten die Grundlage für den didaktischen Aufbau dieses forschungsgeleiteten Semesterprojektes. Die Aufgabe der Studierenden war es, speziell Design- und Raumlösungen zu entwerfen, die die Alltagserfahrungen älterer Menschen und ihre Lebensqualität in allen Aspekten verbessern sollte.

Nähere Beschreibung

Die Forschungsarbeit von Sandra Dittenberger am EU-Projekt RelaxedCare – unobtrusive connections in care situations eröffnete den Studierenden die Möglichkeit, Einblicke in die Human-Centred Design Prozessmethodologie, aktuelle Studien und Forschungsergebnisse innerhalb des demografischen Wandels und Design for All zu gewinnen.

 

Das Meistern der Aufgabenstellung die Semesterprojekte durch direkten Kontakt mit Personen der Zielgruppe zu entwickeln, erforderte intensive Betreuungsarbeit in Hinblick auf die Wahl der passenden Design-Forschungsmethoden und die Ausgestaltung der jeweiligen Forschungsmethodik der einzelnen gewählten Methoden der Studierenden. Doch die Wahl der Methoden und die Definition der Methodik für deren Umsetzung umfassten nur den theoretischen Teil der Arbeit mit Menschen der Zielgruppe. Das Durchführen der Forschungsmethoden würde die Studierenden ebenfalls vor die Herausforderung stellen auf ungeplante Situationen und Fragen der ProbandInnen rasch reagieren zu müssen. Aus diesem Grund wurden durchgeführte Studien mit ProbandInnen, die im Rahmen der Forschungsarbeit des Projektes RelaxedCare durchgeführt wurden, intensiv diskutiert. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf den Umgang mit Menschen während der Durchführung einer Studie gelegt und anhand von Beispielen erläutert.

 

Nachdem die Studierenden sich intensiv mit dem Thema vertraut gemacht und erste Erfahrungen beim Durchführen von Methoden der Designforschung gesammelt hatten, konnte rasch beobachtet werden, dass ihnen die gesamte Palette menschlicher Verschiedenartigkeit bewusst wurde – nicht nur in Bezug auf das Alter, sondern auch unter den Gesichtspunkten Lebensgestaltung, kultureller Hintergrund und Geschlecht. Bei den ProbandInnen wurden die Aspekte der Beibehaltung von Autonomie und Selbstbestimmung im Kontext Wohnen im Alter am häufigsten genannt.

 

Um den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis weiterhin lebendig im Designstudio zu gestalten, wurden die Studierenden selbst zu forscherischer Tätigkeit während ihrer Projektarbeit motiviert und der intensive Kontakt bzw. die Auseinandersetzung mit Personen ihrer Zielgruppe angeregt. Durch den Einsatz von frei wählbaren Methoden der Designforschung näherten sich die Studierenden ihrer Zielgruppe und widmeten sich dem Erheben des Alltagslebens von älteren Menschen in ihrem Wohnumfeld.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 nominiert.