Lehrprojekt: "Culture & Health", basierend auf der Lehrveranstaltung "Diet, Society, Culture & Cross-Cultural Competence" (ILV)

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Das Lehrprojekt „Culture & Health“, ein gemeinsames Projekt der beiden Studiengänge „Diätologie“ und „Gesundheitsmanagement im Tourismus“, entstand in seiner heutigen Form in den Jahren 2010/11 in Zusammenhang mit zwei zentralen Anliegen der damals noch recht „jungen“ Studiengänge am Standort Bad Gleichenberg (Start „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ 2001; Start „Diätologie“ sowie „Ergotherapie“ 2006): der Förderung der Internationalisierung einerseits und dem Wunsch nach Innovation und mehr Nachhaltigkeit in der Lehre andererseits.

 

Hintergrund (1): Internationalisierungsstrategie

Gerade in den noch relativ jungen Gesundheitsstudiengängen des Standorts war und ist die Internationalisierung von Lehre und Forschung nicht nur von persönlicher und beruflicher Bedeutung für Studierende und Lehrende, sondern ganz allgemein ein wichtiges Element zur Weiterentwicklung von Ausbildung, Berufsfeld und Profession. Zudem verlangt die relative Kleinheit und Abgeschiedenheit des Standorts nach besonderen Anstrengungen im Blick nach außen. Internationalisierung wurde und wird am Campus Bad Gleichenberg daher mit Nachdruck betrieben.

Was die Studierendenmobilität betrifft, gab /gibt es jedoch gerade in den „therapeutischen“ Gesundheitsstudien wie Diätologie und Ergotherapie erschwerende Momente, und dies nicht nur in Österreich: Die Gebundenheit der Ausbildung an Berufsverordnungen (MTD Gesetz) erschwert Anrechnungen, die enge Verschränkung zwischen Studium und Praktika in allen höheren Semestern entspricht nicht dem Muster der klassischen Erasmus Mobilitäten, die entweder das eine oder das andere vorsehen, das vorgeschriebene therapeutische Beratungsgespräch erfordert hohe (fremd-)sprachliche Kompetenz im Praktikum. Am Standort gab es zudem anfangs kaum englischsprachige Lehrveranstaltungen. Zwar gibt es inzwischen auch an den Gesundheitsstudiengängen eine ansehnliche Zahl von Outgoing Mobilitäten, dennoch schreck(t)en international interessierte Studierende oft vor einem Auslandsstudium zurück, und vor allem die Incoming Mobilität blieb weit hinter den Wünschen zurück, obwohl intensive Kontakte zu Partnerhochschulen bestanden.

 

Aus genannten Gründen wurde von den Institutsleiterinnen und uns – wir sind nicht nur Leiter des vorliegenden Lehrprojektes, sondern auch die Beauftragen für Internationales an den Instituten des Standortes - die „Internationalisation@home“ als wichtiger Bereich innerhalb der Internationalisierungsstrategie des Standortes festgelegt.

Als eine der Maßnahmen wurde das vorliegende Projekt entwickelt, in welchem Studierende der Diätologie 2-3 Wochen lang gemeinsam mit Studierenden einer amerikanischen Partneruniversität sowie Erasmus-Incoming Studierenden des Standortes im Rahmen einer für allen anrechenbaren Lehrveranstaltung lernen, erleben, diskutieren und reflektieren – Thema: Soziokulturelle Einflüsse auf Gesundheit und Ernährung. Weitere Studierende am Standort (aller Studienrichtungen) sind als „Buddies“ oder durch das Rahmenprogramm (gemeinsame Aktivitäten, großteils in Zusammenhang mit dem Grundthema „Kultur und Gesundheit“) in die internationale und interkulturelle Begegnung eingebunden.

 

Hintergrund (2): Fachlich-didaktische Motivation

Das Verständnis für den Einfluss soziokultureller Faktoren auf Gesundheit und Ernährung wird in Gesundheitsberufen immer mehr zur unverzichtbaren Einsicht, ebenso wie ausgeprägte interkulturelle und interdisziplinäre Kompetenzen. Die demographischen Entwicklungen unterstreichen dies ebenso wie der rasante Anstieg nicht übertragbarer Krankheiten wie Adipositas und Diabetes, trotz aller medizinischen und therapeutischen Fortschritte. Wir wollten als Lehrende die genannten drei Kompetenzen fördern. Zudem hatten wir beobachtet, dass unseren Studierenden – im Bereich der Diätologie ohnehin eher naturwissenschaftlich-medizinisch orientiert - der Zugang zu holistischen, soziokulturellen Sichtweisen (wie z.B. der Einsicht, dass Ernährung keine rein individuelle Entscheidung ist) recht schwer fiel, trotz „traditioneller“ Lehre („Einführung in die Soziologie“).

Wir entscheiden daher, den Studierenden direkte „Alternativerfahrungen“ zu bieten, um Konzepte wie kulturelle Determiniertheit besser verstehen zu können, und Interkulturalität sowie Interdisziplinarität als Strukturelemente in eine neu geschaffene Lehrveranstaltung einzubauen, die als Basis für das Lehrprojekt dient: „Diet, Society & Culture and Cross-Cultural Competence“. Bestärkt wurden wir durch Befunde in der wissenschaftlichen Literatur, die belegen, das internationales / interkulturelles Lernen nicht nur die interkulturelle Kompetenz fördern, sondern auch den Erwerb anderer Schlüsselqualifikationen sowie fachlicher Kompetenzen (vgl. z.B. Kniel, S., Evaluating intercultural learning: Developing key skills through the International Dukenet Markstrat Programme, S. 95-96, 2009).

Beschreibung

„Culture & Health“ ist ein Lehrprojekt der Studiengänge „Diätologie“ und „Gesundheitsmanagement im Tourismus“, in welchem 2½ Wochen lang Studierende der FH JOANNEUM, der University of Wisconsin Stevens Point (USA) sowie Erasmus-Incomings gemeinsam interdisziplinär, interkulturell, erfahrungsorientiert und selbstgesteuert lernen und arbeiten.

Organisatorische Basis für das Projekt ist die verpflichtende Lehrveranstaltung (3 ECTS) „Diet, Society, Culture & Cross-Cultural Competence“ für Studierende der Diätologie im 4. Semester. Diese wird für das Lehrprojekt durch ein thematisch abgestimmtes soziales Rahmenprogramm ergänzt (z.B. Spa Besuch, Exkursion zu regionalen Lebensmittelerzeugern, gemeinsames Kochen). Durch Teilnahme am Rahmenprogramm und / oder durch ihre Tätigkeit als „Buddies“ für die Incomings profitieren weitere Studierende aller Studienrichtungen am Standort von der interkulturellen Begegnung.

Kern des Lehrprojekts ist die transkulturell-vergleichende Betrachtung, Analyse und Erfahrung soziokultureller Einflussfaktoren auf die Gesundheit. Studierende arbeiten, präsentieren und diskutieren jeweils in kulturell gemischten Teams. Das Lehrendenteam ist ebenfalls interkulturell (USA, Österreich) und wird über Teaching Mobilities von Lehrenden aus Partneruniversitäten ergänzt.

Die didaktischen Ansätze machen die Lehrinhalte und die Verbindung zwischen Theorie und Praxis im zu vermittelnden Gegenstand anschaulich und erlebbar.

Das von den Studiengängen „Diätologie“ und „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ (GMT) getragene Lehrprojekt „Culture & Health“ besteht in seiner heutigen Form seit 2010 und verfolgt zwei Hauptziele auf unterschiedlichen Ebenen: Einerseits die Belebung und Förderung der „Internationalisation@home“ am Campus Bad Gleichenberg und der damit verbundenen Kompetenzen für die beteiligten Studierenden, andererseits Nachhaltigkeit und Breite des Kompetenzerwerbs durch interkulturelles, interdisziplinäres und erfahrungsgeleitetes Lernen, welches die Verbindung zwischen Theorie und Praxis im zu vermittelnden Gegenstand veranschaulicht und erlebbar macht.

 

Geschichte des Programms:

Anlässlich der European Public Health Association Conference in Graz in 2005 gab Prof. John Munson (University of Wisconsin Stevens Point (UWSP), einer der führenden amerikanischen Hochschulen im Bereich Gesundheitsförderung) auf Einladung von James Miller einen Gastvortrag am Studiengang GMT in Bad Gleichenberg. Aus diesem Kontakt entstand eine Kooperation zwischen den beiden Universitäten, und FH JOANNEUM unterstützte in der Folge UWSP in der Organisation von Studienreisen nach Österreich.

Im Jahr 2006 kamen die beiden neuen Studiengänge „Diätologie“ und „Ergotherapie“ an den Standort Bad Gleichenberg; ab 2007 auch eine Beauftrage für Internationales (Elisabeth Fattinger), die wie James Miller über einen Hintergrund in Sozial- und Kulturwissenschaften sowie interkultureller Kommunikation verfügt. Dies erschloss neue Möglichkeiten. Gleichzeitig zeichneten sich im Laufe der ersten Jahrgänge der neuen Studiengänge spezifische Bedürfnisse und Desiderata sowohl im Bereich der Internationalisierung als auch curricular ab.

Darauf aufbauend wurde die Kooperation mit UWSP in gemeinsamer Arbeit von James Miller und Elisabeth Fattinger inhaltlich und organisatorisch auf komplett neue Beine gestellt. Die FH übernimmt seit 2011 nicht nur die Organisation, sondern die gesamte Lehre für UWSPs Intensivprogramm „Culture & Health“. Jährlich kommt eine UWSP Studentengruppe für das Programm nach Bad Gleichenberg und wird von Mag. Fattinger und Dr. Miller im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studiengangs Diätologie gemeinsam mit heimischen Studierenden unterrichtet. Die erworbenen Credits werden an der Heimatuniversität angerechnet.

 

Die zentralen Strukturelemente:

Studentische Teilnehmer/innen und Nutznießer/innen des Lehrprojekts:

• Jeweils das gesamte 4. Semesters des Studiengangs „Diätologie“ (17 Studierende)

• 12-15 Studierende der Diätologie sowie anderer Gesundheitsstudien (z.B. Health Promotion, Health Education) der UWSP

• 6-12 Erasmus Incoming Studierende des Standorts Bad Gleichenberg, vor allem von GMT und „Diätologie“.

• Als „Buddies“: 15-20 weitere Studierende aller Studienrichtungen am Standort, welche als Buddies die Incoming Studierenden betreuen und mit ihnen an Aktivitäten des Rahmenprogramms teilnehmen.

Dauer: Jeweils ca. 20. Mai bis ca. 6. Juni jedes Jahres.

Lehre: Organisatorische Basis für das Lehrprojekt ist die verpflichtende Lehrveranstaltung (3 ECTS) „Diet, Society, Culture & Cross-Cultural Competence“ für Studierende der Diätologie im 4. Semester mit den Schwerpunkten Intercultural Studies, Soziologie der Ernährung und Gesundheitssoziologie.

Inhalte: Kern des Lehrprojekts ist die ländervergleichende Betrachtung, Analyse und Erfahrung soziokultureller Voraussetzungen und Wertvorstellungen, welche entweder gesundheitsfördernd oder der Gesundheit abträglich sind. Weiters werden Aspekte der interkulturellen Kommunikation behandelt.

 

Inhalte laut Syllabus: The focus of the class is on the connections between nutrition, health, culture and society. Two rather distinct ways in which culture influences your future roles as dietitians or health promoters will be discussed:

• How do culture and socio-cultural aspects shape and affect health and health-related behaviors, including diet?

• How does culture affect communication, values, and health beliefs? What does this mean for intercultural client encounters?

 

Multicultural comparison of health determinants in relation to society and culture (Austria, the US, selected European countries of the incoming students--Belgium, Poland, Hungary, Italy, Turkey, etc.) regarding the following topics:

• attitudes and value systems in connection with health

• traditions of alcohol & tobacco use / policies

• food supply, foodways and agricultural systems

• health insurance, health care systems, and policies such as maternity leave

• traditions and limitations concerning leisure & physical activity

• obesity

• work-life balance and workplace health promotion

• parenting, health & nutrition

• poverty and health

• eating habits & daily routines

• health behaviors, infrastructure and the environment

 

Angestrebte Ziele und Kompetenzen für Studierende: Diese sind orientiert an der Verbindung fachlicher, fachsprachlicher, sozialkommunikativer (interkultureller), wissenschaftlicher und Selbstkompetenzen. Das Lernprojekt fördert auch interdisziplinäres Denken, fächerübergreifende Kompetenzen und kritisches Denken (Vergleich und Hinterfragen von Wertvorstellungen), was für die spätere Tätigkeit als Multiplikator/innen von Gesundheitswissen im Bereich Prävention besonders wichtig ist.

Der Syllabus führt u.a. folgende Kompetenzziele an:

By the end of the course, students will

• have trained their self-awareness as “cultural beings”, which will enable them to perceive cultural differences in a more differentiated manner

• have gained insights into and first-hand experience of cultural aspects of nutrition, lifestyle and health

• have a better understanding of how social and economic structures frame individuals’ opportunities to pursue a healthy lifestyle

• be better able to place their country’s approaches to health and health care into an international context

• have improved their English and research skills by reading and discussing academic texts related to their fields, presenting both theoretical concepts and practical aspects connected with nutrition and health

• have gained a better understanding of the concept of culture and what it means in human communication in general, and in the field of health care in particular

 

Beschreibung der Methoden und der didaktischen Zugänge in Lehrprojekt:

Bei der Methodenwahl kam es uns darauf an, die Verbindung zwischen den wissenschaftlichen Inhalten der Lehrveranstaltung und der gelebten Praxis (der Lebenswelt der Studierenden, der Gesundheitssysteme, den Barrieren und förderlichen Faktoren für öffentliche Gesundheit) in den unterschiedlichen Ländern deutlich zu machen, und die Inhalte für die Studierenden anschaulich und erlebbar zu machen. Dabei kam der Nutzung der Ressourcen der Gruppe für das gemeinsame Lernen eine große Bedeutung zu.

 

Didaktische Elemente:

Interkulturelles Lernen und Lehren: Studierende arbeiten, präsentieren und diskutieren jeweils in kulturell gemischten Teams. Das Lehrendenteam ist ebenfalls interkulturell (USA, Österreich) und wird über Teaching Mobility von Lehrenden aus Partneruniversitäten ergänzt.

Die Bedeutung von Interkulturalität und die Elemente der interkulturellen Kompetenz werden sowohl explizit thematisiert als auch in den Diskussionen immer wieder angesprochen. Auch interaktive Übungen aus dem Methodenpool der interkulturellen Kommunikation werden dem Thema gemäß adaptiert und eingebaut.

Interdisziplinäres Lernen: Studierende entstammen unterschiedlichen Gesundheitsstudien und sind aufgerufen, jeweils ihre spezifischen Standpunkte einzubringen.

Peer-based learning (peer-teaching) und selbstgesteuertes Lernen: Studierende erarbeiten sich einen großen Teil der Lehrziele durch Diskussionen (auf Basis von Lektüre, Input, Leitfragen von den Lehrenden oder ihnen selbst), sowie durch gemeinsam erarbeitete Präsentationen und dazu passenden „Workshops“. Studierenden haben also einen großen Anteil an Gestaltung des eigenen Lernprozesses.

Cross-cultural, experiential learning - Beispiele:

• „Culture & Health Scavenger Hunt & Hike“: Wanderung, während derer die Studierenden in gemischtkulturellen Teams anhand von Aspekten der Landschaft und bebauter Umgebung vorgegebene Fragen gemeinsam beantworten, die zum Überthema „Culture & Health & Lifestyle“ passen, z.B. Auswirkungen landwirtschaftlichen Strukturen auf Lebensmittel-nahversorgung; Konsumverhalten; Energie, Mobilität; Kosten im Gesundheits- und Erziehungssystem, …

• Gemeinsame Koch-Lehreinheiten

• Vergleich und Analyse der daheim erstellten Ernährungsprotokolle (inkl. Herkunft der Lebensmittel)

• Österreichische und Erasmus Incoming-Studierende sind für einzelne Programmpunkte mitverantwortlich (z.B. Welcome lunch, Ortsführung, Einkaufstipps, EDV Einschulung, Ausflugstipps)

• Gemeinsames Wohnen im Studierendenheim

Blended learning: Das gesamte Lehrprojekt wird auf der e-learning Plattform Moodle abgebildet. Einzelne Elemente werden auf Moodle vor- und nachbereitet bzw. in Foren ausgetauscht und diskutiert.

 

Rahmenprogramm: Für die Incoming-Studierenden (Erasmus und USA) gibt es ein ergänzendes Rahmenprogramm, welches auf das Thema „Culture & Health“ abgestimmt ist. Beispiele: Besuch der Therme in Bad Gleichenberg; Ausflüge nach Graz und Wien um gesundheitsfördernde urbane Lebensräume zu erkunden; Wanderwochenende in einem steirischen Naturpark (Gesundheit und Tourismus; Gesundheit und Nachhaltigkeit). Die österreichischen Studierenden können an manchen der Aktivitäten teilnehmen, müssen aber nicht; nur für Buddies sind manche der Aktivitäten verpflichtend.

 

Finanzierung und bilateraler Studierendenaustausch mit Partneruniversität in Wisconsin, USA:

Das Programm hat einen sehr positiven Nebeneffekt für FH JOANNEUM Studierende. Da die amerikanischen Student/innen Studiengelder an ihrer Heimatuni zahlen müssen, werden ihre Studiengelder in einer Art „Tuition Bank“ an der UWSP angespart. Aus diesem Topf werden dann Studienplätze für FH Studierende von „Diätologie“ und GMT an der UWSP finanziert. Jährlich ergeben sich auf diese Weise 3-4 begehrte Studienplätze für FH Studierende aus Bad Gleichenberg für ein Auslandssemester in Wisconsin.

 

Nutzen und Mehrwert

Ebene der Internationalisierung:

• Beitrag zur Internationalisation@home am Standort Bad Gleichenberg durch Erhöhung der Zahl von Incoming Studierenden. Damit einhergehend Buddy Tätigkeit der FHJ Studierenden aller Studiengänge

• Beitrag zur Internationalisierung am Studiengang Diätologie: durch intensive gemeinsame Lehre mit Incoming-Studierenden (3 ECTS), Steigerung der interkulturellen Kompetenz und englischer Fachsprachenkompetenz

• Beitrag zu Internationalisierung auch durch Förderung der Outgoing Mobilitäten (siehe oben)

 

Fachlich-didaktische Perspektive:

Das Feedback der Studierenden ergab und ergibt ein äußerst positives Bild. Das Lehrprojekt wird als intensive interkulturelle Erfahrung, als Veranschaulichung und Erleben bisher abstrakt gebliebener Modelle, als Motor für fremdsprachliche und kritische Kompetenz und die persönliche Entwicklung gesehen (siehe Stimmen der Studierenden, weiter unten). Interessanterweise bestätigte sich darüber hinaus, dass der erlebte interkulturelle Vergleich und die Relativität von Wertsystemen von einigen Studierenden direkt als hilfreiche Erfahrung für ihre Beratungstätigkeit auch für österreichische Patient/innen gesehen werden.

 

Stimmen der Studierenden (einsehbar auf Nachfrage):

“Thank you for having us here in Austria! You were both extraordinary to us and we appreciate everything you helped us with. We especially appreciate the extreme leadership you provided, and the opportunity to sit in your classrooms and learn about culture & health between countries. We want to thank you for an unforgettable trip and experience!” (UWSP students, 2014)

 

“From a professional perspective, it was very interesting to learn about the mentality of foreign people. I think it makes it easier to understand different types of people and this is the key to good nutrition counselling.” (Austrian student, 2014)

“To spend time with people from other cultures is probably the best way to recognize the connections between nutrition, culture and society.” (Austrian student, 2015)

 

“Participating in the Culture and Health Program was an amazing opportunity. It was better than I could have imagined. What made it so interesting is that we were mixed with students from different countries: Austria, America, Italy, Syria and Belgium. Another reason is that the program was very diverse, not only were there discussions in class but also different excursions and assignments in class. They made it possible for me to understand the differences and the similarities between health, culture and the way of living between the different countries. It increased my aptitude in varied fields such as team work, my knowledge base in general and about the vision every individual has about culture and health. It also improved my English.” (Albanian-Belgian student 2016)

Mehrwert

Ein ganz wesentlicher Mehrwert aus dem Projekt sind die erworbenen Studienplätze an der Partneruniversität in den Vereinigten Staaten. Wegen den Opportunitätskosten (Verlust von Einkommen durch Nebenbeschäftigung während des Semesters) ist es besonders schwierig, amerikanische Studierende für ein Auslandssemester zu gewinnen. Da Joint Study Agreements aber auf der Basis von Parität aufgebaut sind, ist es oft schwierig für österreichische Universitäten Outgoingmobilität nach den USA aufrecht zu erhalten. Das Projekt ist ein Best-Practice Beispiel für asymmetrische Mobilität, da Intensivprogram-Mobilität gegen Semester-Mobilität getauscht wird.

Profitierende

  • Studierende
  • Lehrende

Aufwand

Die Betreuung der amerikanischen Studierenden bedeutet einen wesentlichen Mehraufwand für uns als Organisatoren, der zum Teil auf Kosten unserer Freizeit geht. Während der drei Wochen des Programms sind wir im Dauereinsatz. Die Lehre im Programm selbst bedeutet kaum Mehraufwand, da die Lehrveranstaltung auch ohne amerikanische Beteiligung unterrichtet werden müsste. Die Kosten für Unterkunft, Transport und Verpflegung werden von den amerikanischen Studierenden in Form von einer Programmgebühr getragen, die von der UWSP einkassiert und dann an der FH JOANNEUM überwiesen wird. Es entstehen durch das Programm daher für die FH JOANNEUM nur minimale zusätzliche direkte Kosten.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor, 4. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2017 in der Kategorie Umsetzung hochschulischer Internationalisierungskonzepte in der Lehrveranstaltung nominiert.