Vertiefungsmodul Bildungsmanagement - Lehrveranstaltung Einführung in die Pädagogik/Didaktik und Berufspädagogik - Anwendung von Unterrichtsmethoden, Bachelor-Studium Pflegewissenschaft (Schwerpunkt Pflegepädagogik)

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Ziele

• Biographie- und studierendenzentrierte Vermittlung grundlegender Kompetenzen und Skills für eine erfolgreiche und teilnehmerorientierte Lehre

• Weiterentwicklung der Lehrkompetenz der Studierenden

• Vermittlung der Grundlagen zur Erlangung der Lehrberechtigung in der Gesundheits- und Krankenpflege

 

Motivation

Die Lehrveranstaltung „Einführung in die Pädagogik/Didaktik und Berufspädagogik – Anwendung von Unterrichtsmethoden“ ist curricular im Vertiefungsmodul Bildungsmanagement II im vierten Semester des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft (Schwerpunkt Pflegepädagogik) verankert.

Alle in diesem Vertiefungsmodul eingefassten Lehrveranstaltungen zielen auf die Weiter-entwicklung der Lehrkompetenz der Studierenden ab. Hier werden die Grundlagen zur Erlangung der Lehrberechtigung im Rahmen der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege sowie die grundlegenden Kompetenzen und Skills für eine erfolgreiche und teilnehmerorientierte Lehre vermittelt. Neben didaktischen und pädagogischen Konzepten werden als weiterer wichtiger Baustein „Unterrichtsmethoden“ erprobt, eingeübt, analysiert, kritisch reflektiert und evaluiert. Dieser Lehr-/Lernzugang stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung einer eigenen Lehrpersönlichkeit dar und dient somit als Voraussetzung für eine kritische Auseinandersetzung der persönlichen Lehrtätigkeit mit Auszubildenden.

Ausgangslage

Eine Besonderheit des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegepädagogik ist dessen Gleichhaltung mit der Sonderausbildung für Lehraufgaben in der Gesundheits- und Krankenpflege nach der österreichischen Rechtslage. Damit einhergehend bzw. diesen gesetzlichen Vorgaben mit geschuldet, stellt sich die Studierendengruppe entsprechend heterogen dar. Die Studierenden kommen zumeist aus der Pflegepraxis, mit unterschiedlichen beruflichen als auch pädagogischen Vorkenntnissen und Erfahrungswerten. Das Portfolio und die Heterogenität spiegeln sich bereits in der Analyse der Erfahrungen in der Unterrichtstätigkeit der Teilnehmer/innen wieder. Neben Studierenden mit langjähriger pflegepädagogischer Erfahrung, teils mit bereits entsprechenden, absolvierten Bildungsmaßnahmen finden sich auch Personen mit keinerlei Lehrerfahrung in der Studierendengruppe. Ein verbindendes Element der Kohorte bzw. deren gemeinsame Klammer stellt allerdings das Asset ggst. Studiums dar, ergänzend zum pflegewissenschaftlichen Studienabschluss auch die Berufungsbefähigung zur Ausübung der Lehrtätigkeit in der Gesundheits- und Krankenpflege zu erhalten.

Die Vielfalt der Studierendengruppe mit ihren unterschiedlichen Bildungs- und Berufsbiografien ist Herausforderung, Chance und Bereicherung für die Ausgestaltung der Lehrveranstaltung zugleich.

Beschreibung

Das Modul Bildungsmanagement II ist ein Vertiefungsmodul im Bachelorstudium Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegepädagogik. In diesem Modul erlangen Studierende ihre pflegepädagogische Hochschulqualifizierung für ihre Tätigkeit als Lehrende in der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Studierenden erlernen im Rahmen der Lehrveranstaltung Anwendung von Unterrichtsmethoden die Theorie der Unterrichtsmethoden, erleben selbst innerhalb aller Sozialformen und Unterrichtsphasen die unterschiedlichen Methoden und entwickeln einen kritischen Umgang mit diesen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Profil und die Tätigkeit der Lehrenden jedoch nicht als Rezept pauschal dargelegt bzw. vermittelt werden kann. Vielmehr wird im Rahmen der Lehrveranstaltung den Studierenden der Raum geboten, sich zu Lehrenden zu entwickeln und sich dahingehende Kompetenzen sukzessive anzueignen. Die Hochschullehrenden in ggst. Modul nehmen somit die Rolle der Lernbegleiter bzw. Entwicklungsbegleiter ein. Durch die unterschiedlichen (Bildungs-) Biographien der Studierenden besteht dabei die größte Herausforderung darin, jeden Studierenden mit seinem individuellen Wissensstand und Erfahrungsschatz abzuholen, aktiv einzubinden und in seinem individuellen Lernfortschritt zu begleiten.

Hintergrund

Die Lehrveranstaltung Einführung in die Pädagogik/Didaktik und Berufspädagogik – Anwendung von Unterrichtsmethoden ist curricular im Vertiefungsmodul Bildungsmanagement II des Schwerpunktes Pflegepädagogik im vierten Semester des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft verankert.

Alle in diesem Vertiefungsmodul eingefassten Lehrveranstaltungen zielen auf die Weiterentwicklung der Lehrkompetenz der Studierenden ab. Hier werden die Grundlagen zur Erlangung der Lehrberechtigung im Rahmen von Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie die grundlegenden Kompetenzen und Skills für eine erfolgreiche und teilnehmerorientierte Lehre vermittelt. Neben didaktischen und pädagogischen Konzepten werden als weiterer wichtiger Baustein „Unterrichtsmethoden“ erprobt, eingeübt, analysiert, kritisch reflektiert und evaluiert. Dieser Lehr-/Lernzugang stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung einer eigenen Lehrpersönlichkeit dar und dient somit als Voraussetzung für eine kritische Auseinandersetzung der persönlichen Lehrtätigkeit mit Auszubildenden.

 

Alleinstellungsmerkmale

Eine Besonderheit des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegepädagogik ist dessen Gleichhaltung mit der Sonderausbildung für Lehraufgaben in der Gesundheits- und Krankenpflege nach der österreichischen Rechtslage. Damit einhergehend bzw. diesen gesetzlichen Vorgaben mit geschuldet, stellt sich die Studierendengruppe entsprechend heterogen dar. Die Studierenden kommen zumeist aus der Pflegepraxis, mit unterschiedlichen beruflichen als auch pädagogischen Vorkenntnissen und Erfahrungswerten. Das Portfolio und die Heterogenität spiegeln sich bereits in der Analyse der Erfahrungen in der Unterrichtstätigkeit der Studierenden wieder. Neben Studierenden mit langjähriger pflegepädagogischer Erfahrung, teils mit bereits entsprechenden Qualifikationen, finden sich auch Personen mit keinerlei Lehrerfahrung in der Studierendengruppe. Ein verbindendes Element der Kohorte bzw. deren gemeinsame Klammer stellt allerdings das Asset ggst. Studiums dar, ergänzend zum pflegewissenschaftlichen Studienabschluss auch die Berufungsbefähigung zur Ausübung der Lehrtätigkeit in der Gesundheits- und Krankenpflege zu erhalten.

Die Vielfalt der Studierendengruppe mit ihren unterschiedlichen Bildungs- und Berufsbiografien ist Herausforderung, Chance und Bereicherung für die Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen zugleich.

 

Didaktischer Aufbau der Lehrveranstaltung

Basis bildet der institutionelle Rahmen der ausrichtenden Universität. Hier können für die Lehrveranstaltung und den Kompetenzaufbau die unterschiedlichen (Bildungs-) Biographien der Studierenden berücksichtigt werden. Die verschiedenen Vorkenntnisse in Bezug auf Lehrerfahrung, Berufserfahrung oder pädagogische Kenntnisse, als auch die verschiedenen sozialen Determinanten wie Alter, Herkunft und kultureller Kontext stellen für die Lehrenden die Herausforderung dar, jeden Studierenden im individuellen Wissens- und Erfahrungskontext abzuholen.

Die Studierenden mit ihren unterschiedlichen beruflichen und sozialen Hintergründen können in der Lehrveranstaltung Grundlagen zur Unterrichtsgestaltung erwerben. Der Unterricht besteht aus den drei großen Bausteinen Ziele, Methoden und Inhalte. Alle drei Komponenten sind interdependent und beziehen sich in allen Ebenen wechselseitig aufeinander. „Guter Unterricht“ kann also nicht allein mit einer Kompetenz in Unterrichtsmethoden funktionieren, sondern bedarf auch Wissen über Ziele, Lernergebnisse und Inhalte. Die Auswahl von Unterrichtsmethoden hängt daher maßgeblich von den Zielen der Unterrichtseinheit und den jeweiligen zu vermittelnden Inhalten ab. „Guter Unterricht“ führt die Teilnehmer/innen zum im Bildungskontext geforderten aufrechten Gang. Die Studierenden der Lehrveranstaltung, als zukünftige Lehrpersonen für „guten Unterricht“, sollen daher die Kompetenz im Umgang mit Unterrichtsmethoden frühzeitig erlernen.

Lehrziel der Lehrveranstaltung ist der Aufbau von methodischer Handlungskompetenz mit dem Fokus der Handlungssicherheit im Umgang mit Unterrichtsmethoden als Inszenierungsmuster von Unterricht. Vorrangige Aufgabe von Lehrpersonen ist die erfolgreiche Gestaltung von Unterricht. Durch eine unterschiedliche Anwendung von Unterrichtsmethoden kann die Lehrperson eine Methodenkultur entwickeln und somit eine symbolische Vermittlung der Wirklichkeit leisten.

 

Für gegenständliche Lehrveranstaltung wurden folgende Lernziele formuliert:

Die Studierenden…

• erlernen eine unterrichtsmethodische Handlungskompetenz bestehend aus der Fähigkeit, in immer wieder neuen, nie genau vorhersehbaren Unterrichtssituationen Lernprozesse der Auszubildenden zielorientiert, selbständig und unter Beachtung der institutionellen Rahmenbedingungen zu organisieren.

• erkennen die Bedeutung von Unterrichtsmethoden und können diese im Kontext der didaktischen Ausrichtung von Unterricht reflektieren.

• können den Begriff der „Methode“ von Sozial- und Handlungsformen unterscheiden.

• erkennen die Ansätze der Methodenlehre hinter der Inszenierung von Unterricht.

• begründen den jeweiligen Einsatz von bestimmten Methoden im unterrichtsmethodischen Gang von Einstieg, Erarbeitung und Ergebnissicherung.

• entwickeln eine Arbeitsdefinition für Unterrichtsmethoden gemäß dem methodischen Gang.

• entwickeln Unterrichtsmethoden gegenüber eine kritische Haltung.

Zum Aufbau der methodischen Handlungskompetenz werden neben der Theorie der Methoden auch unterschiedliche Unterrichtsmethoden im methodischen Gang von Unterrichtseinstieg, Erarbeitungsphase und Schlussphase in der Lehrveranstaltung durchlebt. Durch das selbständige Erleben der Unterrichtsmethoden und einer jeweils anschließenden Reflexion der Unterrichtsmethode wird den Studierenden ermöglicht über die Methoden nachzudenken. Leitfragen hierzu sind:

• War Disziplinierung notwendig?

• Welche Kompetenzentwicklung wurde verfolgt?

• Wie hat sich die Motivation der Teilnehmer verhalten?

• Wie wurde die Ergebnissicherung innerhalb der Methode gewährleistet?

Neben der Beachtung des methodischen Gangs werden die Unterrichtsmethoden auch in allen Sozialformen angewendet und reflektiert. Im Speziellen sind dies Methoden in Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Partnerarbeit und Frontalunterricht. Diese unterschiedlichen Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts zwischen Lehrperson und Teilnehmer/innen. Zur Festigung der Unterrichtsmethoden erhalten die Studierenden im individuellen Selbststudium den Auftrag eine Unterrichtsmethode auszuwählen, diese schriftlich zu erklären und eine Reflexion der Methode zu formulieren. Die unterschiedlichen Unterrichtsmethoden werden dann gesammelt, besprochen und in Form eines Methodenhandbuchs an die Studierenden zurückgegeben. Dieses dient sowohl zur Vorbereitung von Unterrichtsentwürfen in weiterführenden Lehrveranstaltungen als auch für den beruflichen Kontext der Studierenden.

Als Ergebnissicherung wird die Prüfungsform der schriftlichen Thesenverteidigung gewählt. Dazu erarbeiten die Studierenden im individuellen Selbststudium vor der Lehrveranstaltung eine Verteidigung zu ausgewählten Thesen zum Thema Unterrichtsmethoden. Das Wissen und die individuellen Erfahrungen der Studierenden zu diesen Thesen werden in die Lehrveranstaltung eingebunden. Als Ergebnissicherung sollen die Studierenden selbst eine These zum Thema Unterrichtsmethoden formulieren und diese kritisch verteidigen. Der richtige Umgang mit Unterrichtsmethoden ist die Basis für, die in einem weiterführenden Modul zu erstellende Lehrprobe.

 

Ablauf der Lehrveranstaltung

Zur Vorbereitung der Lehrveranstaltung erstellen die Studierenden zu vorgegebenen Thesen eine schriftliche Thesenverteidigung. Die Ergebnisse, Erfahrungen und Meinungen der Studierenden zu diesen Thesen werden dann in der Lehrveranstaltung diskutiert.

Der erste Tag der Lehrveranstaltung beginnt mit einem forschungsbasierten Advanced Organizer zum Thema Unterrichtsmethoden im Kontext des Bachelorstudiums Pflegewissenschaft (Schwerpunkt Pflegepädagogik) und im Kontext der allgemeinen Unterrichtsdidaktik. Anschließend beschäftigen sich die Studierenden mit der Theorie der Unterrichtsmethoden. Zusätzlich werden Unterrichtsmethoden im methodischen Gang der Eingangsphase angewendet und reflektiert.

Am zweiten Tag der Lehrveranstaltung wird das Diskussions- und Reflexionsniveau über Unterrichtsmethoden angehoben. Es erfolgt ein weiterer theoretischer Input zur Theorie der Unterrichtsmethoden. Zudem werden auch hier Unterrichtsmethoden im methodischen Gang der Erarbeitungsphase durchlebt und reflektiert. In dieser Phase wird auch die Unterrichtsmethodensammlung erstellt.

Am dritten Tag der Lehrveranstaltung werden Methoden im methodischen Gang der Schlussphase ausprobiert und reflektiert, sowie weitere methodische Großformen besprochen und diskutiert.

Die Studierenden stellen eine reflektierte Unterrichtsmethode schriftlich dar. Aus den unterschiedlichen Unterrichtsmethoden wird dann für die Studierenden ein eigenes Methodenhandbuch entwickelt und für die weitere Lehrausbildung zur Verfügung gestellt.

Eine Berücksichtigung der individuellen (Bildungs-) Biographien der Studierenden ist in dieser Lehrveranstaltung unerlässlich. Jeder Studierende muss am eigenen Wissens- und Erfahrungsstandpunkt abgeholt werden. Nur durch die hermeneutische Herangehensweise, Wissen und Erfahrungen aufzubauen, können alle Studierenden die methodische Handlungskompetenz erreichen.

 

Folgende Biographie- und Studierendenorientierte Eckpunkte finden Berücksichtigung:

• Durch die Erstellung eines gemeinsamen Advanced Organizer (forschungsbasiert) im Kontext der Pädagogik und Didaktik werden alle Studierenden am jeweiligen Erfahrungsstandpunkt in Bezug auf Unterrichtsmethoden abgeholt.

• Eine freie Methodenwahl bei der Erstellung des Methodenhandbuchs ermöglicht eine Entscheidung im kulturellen Kontext. Unterrichtsmethoden müssen in den jeweiligen Unterrichtskontext passen (Bedingungsanalyse) und anhand der Auszubildenden gewählt werden (abhängig von Sozialisation, Alter, Setting usw.).

• Die Thesenverteidigungen zum Thema Unterrichtsmethoden ermöglichen einen individuellen und kritischen Blick und beziehen somit die unterschiedlichen Erfahrungshorizonte der Studierenden ein. Die Begründungen werden aus wissenschaftlicher Perspektive dargelegt. Die Studierenden profitieren somit durch die Thesendiskussionen im Plenum von den jeweiligen Erfahrungen und Wissensschatz der anderen Teilnehmer.

• Das Einbringen der unterschiedlichen Erfahrungen kann auch bei der Erstellung der Methodensammlung erfolgen. Hier spiegelt sich auch die Heterogenität der Studierenden in der Lehrveranstaltung wieder, wenn über die jeweilige Unterrichtsmethode diskutiert wird.

• Durch das gemeinsame Erleben und Reflektieren der Unterrichtsmethoden im methodischen Gang von Unterrichtseinstieg, Erarbeitungs- und Schlussphase werden ebenfalls Erkenntnisse unterschiedlichen Niveaus ausgetauscht und kritisch beleuchtet.

• Auch ein Erfahrungsaustausch unter den Studierenden mit reichlich Lehrerfahrung und Studierenden mit keiner oder kaum Lehrerfahrung fördert den Lerngewinn in der Entwicklung einer Lehrpersönlichkeit.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor Pflegewissenschaft, Vertiefungsschwerpunkt Pflegepädagogik

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.