Das Fach "Digital Governance" im Universitätslehrgang "Professional MSc Management und IT"

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Das Projektfach „Digital Governance“ befasst sich mit der Auseinandersetzung mit dem aktuellen technologischen bzw. digitalen Wandel und der damit einhergehenden Theorie der Disruption. Lehrziel ist es, die Relevanz und die Potentiale der Digitalisierung aller Lebensbereiche aufzuzeigen, dies auch mit und durch den Einsatz neuer Kommunikationstools und -techniken. Lehrinhalt ist die Betrachtung der digitalen Transformation in den Bereichen „Gesellschaft“, „Unternehmen/Organisation“ und „Produkt/Prozess/Dienstleistung“. Dieses Fach ist eingebettet in den Universitätslehrgang "Professional MSc Management und IT" und basiert auf den Leistungen eines gesamten Lehrteams, welches die Blended-Learning Infrastruktur und eine innovative Didaktik während des gesamten Studiums sicherstellt und fachlich vertreten kann. Diese Fachdidaktik ist damit in der Lage, die unterschiedlichen Bildungsbiografien und unterschiedlichen Vorkenntnisse aufzugreifen, Studienmotivation aufrechtzuerhalten und zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen.

Beschreibung

Im „Professional MSc Management und IT“ wurde ein kompetenzbasiertes fachdidaktisches Blended-Learning-Konzept von Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Parycek, MSc MAS entwickelt, laufend evaluiert und umgesetzt. Es verbindet technologiegestützte und personale Elemente der Lehre, die durch eine outcomeorientierte Anordnung von Präsenz- und Distanzphasen integriert werden. In der Phase der Distanz mit Nähe zum eigenen beruflichen Handeln erarbeiten sich die Studierenden selbstständig die theorieorientierten Inhalte mittels didaktisch aufbereiteter Studientexte, die an den Präsenztagen (Seminaren) vertieft und eingeübt werden. Das im Lehrteam entwickelte und gemeinsam mit den Studierenden und AbsolventInnen laufend evaluierte Konzept führt zwar zu einer Erhöhung der Flexibilität in der individuellen Lernorganisation der Studierenden birgt aber auch die Herausforderung den Lernprozess durchzuhalten und auf die legitimen (motivierenden) Bezüge zur eigenen Arbeitswelt nicht verzichten zu wollen. Seit WS 2014/2015 hat er digitale Lernkarten eingeführt, die Übeprozesse algorithmisch unterstützen aber auch eine spezifische Adaption auf eigene Geschäftsfelder, Branchen und Anforderungen erlauben. Weitere didaktische Innovationen zum Umgang mit Heterogenität und zum Erreichen der im Curriculum angezielten Lernergebnisse sind:

 

- Der Selbstevaluierungstest (SET) als Maßnahme zur Harmonisierung unterschiedlicher Wissensstände

- Kollaborative Projektarbeit und

- "Boost Camps".

Studierende des Universitätslehrgangs sind Personen mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen und Beschäftigungsprofilen und damit auch unterschiedlichen Bildungsverläufen und –biografien, die dementsprechend ein disparates Vorwissen mitbringen:

 

1. MitarbeiterInnen, die im operativen Bereich der Informationstechnik tätig sind und Kompetenzen zur Unternehmensführung erwerben wollen. Sie besitzen in der Regel eine gute technische Ausbildung und spezielle Berufserfahrung, aber nur geringe bis mittlere Kenntnisse der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

2. MitarbeiterInnen, die in unterschiedlichen betriebs- oder verwaltungswirtschaftlichen Bereichen in Organisationen der Wirtschaft und Verwaltung tätig sind, die aber noch über wenig oder keine Erfahrung in der Erfüllung von Führungsaufgaben verfügen. Sie besitzen eine gute betriebswirtschaftliche Ausbildung und ausreichend spezielle Berufserfahrung, aber nur geringe bis mittlere Kenntnisse der Formal - und Informationswissenschaften.

 

Aufbauend auf deren Vorbildung und mit beruflicher Erfahrung erworbenen Wissen und Können der Studierenden - Ausgangspunkt bietet immer ein Assessment des betriebswirtschaftswissenschaftlichen Wissensstatus im Zulassungsprozess - wird im „Professional MSc Management und IT“ in den ersten zwei Semestern (Kerncurriculum) deshalb die Kompetenz zur wissenschaftsbasierten gesamtheitlichen Unternehmensführung unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien aufgebaut. Im dritten Semester wird eine praxis- und berufsfeldorientierte Spezialisierung unterstützt; dies ist nur möglich in dem in dieser Phase des Studiums eine konkrete Zielgruppenansprache seitens der Lehrenden erfolgt.

 

Oft sind Frauen in Leitungsfunktionen in Kombination mit technologiebasierten Arbeitsumwelten noch unterrepräsentiert. Deshalb bildet dieses Studienangebot einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag Karriereverläufe unter Einbeziehung von Gender- und Diversitätsaspekten zu entwickeln, festigen und/oder überhaupt aufzubauen.

Positionierung des Lehrangebots

"Digital Governance" ist ein Fach (6 ECTS) im Kerncurriculum des modular aufgebauten Universitätslehrgangs "Professional MSc Management und IT", der 90 ECTS umfasst (siehe SKZ 620, Mitteilungsblatt 63/13.09.2010).

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.