Didaktik-Tag der Instrumental- und Gesangspädagogik. Vernetzung-Kooperation-Fortschritt

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

ZIELE/MOTIVE/AUSGANGSLAGE

Herausforderungen in der Hochschulausbildung der IGP

Ziel des IGP-Studiums ist die Berufsvorbildung zu Lehrenden für Instrumental- und Gesangsunterricht an öffentlichen und privaten Institutionen sowie im freiberuflichen Bereich. Das Studium umfasst die Entwicklung und Förderung wissenschaftlicher, künstlerischer und pädagogischer Kompetenzen. Diese Ausrichtung spiegelt sich auch curricular in den Lehrveranstaltungen wider.

Die meisten Studierenden legen ihren Fokus zunächst auf die Entwicklung ihrer künstlerisch-praktischen Kompetenzen – unterstützt durch die Lehrenden der zentralen künstlerischen Fächer, die durch die zunehmende Kompetitivität und Leistungs-Akzeleration unter Druck stehen. Das Prestige des Musiklehrberufs wird in der Gesellschaft eher an der Zugehörigkeit zu einem künstlerischen Bereich festgemacht, denn an pädagogischen Kompetenzen. Für theoretische bzw. pädagogische und didaktische Lehrinhalte müssen die Studierenden durch eine zeitgemäße Hochschuldidaktik im Laufe des Studiums erst motiviert werden.

Die Lehrveranstaltungen eines IGP-Studiums sollten deshalb die Herausforderungen der Berufspraxis im Blick haben. Praxisbezug allein kann jedoch nicht die einzige Lösung für die Musiklehrerausbildung sein. Der Theorie-Praxis-Bezug nimmt in der Fachdiskussion der Lehrerbildung einen breiten Raum ein. Um über professionelle Entscheidungs-, Handlungs- und Reflexionskompetenz zu verfügen, ist das Studium der Theorie (allgemeine Pädagogik, Entwicklungs- und Lernpsychologie, allgemeine Didaktik, Fachdidaktik) unerlässlich. Die entscheidende Frage hierbei sei, wie jenes theoretische Wissen in die Praxis transferiert werden kann. Ein forschendes Lernen und Lehren im Studium kann die Studierenden auf ein lebenslanges Lernen vorbereiten.

 

- Verschiedene Instrumentengruppen, Genres und Fachdidaktiken

Insgesamt belegen ca. 320 Bachelor- und 80 Masterstudierende ein IGP-Studium an der Kunstuniversität Graz. Die Aufgliederung des IGP-Studiums in die unterschiedlichen Genres Klassik, Jazz und Volksmusik ist eine Besonderheit an der Kunstuniversität Graz. Die Studien erfordern jeweils spezifische Curricula.

Unabhängig von den Genres bestehen für die Hochschullehre zusätzliche Herausforderungen darin, dass die Einstellungen und Präkonzepte zum Unterrichten der Studierenden durch ihre unterschiedlichen Lernbiografien, Musizier- und Übeformen am Instrument und Lehrer-Schüler-Beziehungen geprägt sind. Dadurch sind die Bedürfnisse und Erwartungen der Studierenden sehr unterschiedlich.

Die pädagogischen Lehrveranstaltungen gliedern sich in instrumentenübergreifende Lehrveranstaltungen (Musikpädagogische Psychologie, Instrumental(Gesangs)pädagogik, Lehrverhaltens- und Präsentationstraining) und die Fachdidaktiken der verschiedenen Genres und Instrumentengruppen (allgemeine Fachdidaktik der Instrumentengruppe sowie spezifische Didaktik des Instrumentes). Jene fachspezifische Struktur sowie der Umstand, dass diese Lehrveranstaltungen an mehreren Unterrichtslokationen (Graz, Expositur Oberschützen und Johann-Joseph-Fux Konservatorium) stattfinden, führt zu einer hohen Anzahl von Lehrenden (ca. 75 Lehrkräfte) für diese Bereiche.

Durch die Vielzahl der fachdidaktischen Lehrveranstaltungen und der dafür zuständigen Lehrpersonen fehlte es teilweise an inhaltlichen Absprachen zwischen den Lehrenden. Die dadurch entstandene intransparente Leistungserwartung führte zu fehlender Orientierung und Unzufriedenheit bei den Studierenden – welches sich vor allem in der Vorbereitung auf die didaktischen Abschlussprüfungen widerspiegelt.

 

- Diversität und Heterogenität in der Lehrpraxis und in der didaktischen Abschlussprüfung

Ein Herzstück der IGP-Ausbildung stellt die Lehrveranstaltung Lehrpraxis dar. Hier erproben die Studierenden vier Semester lang ihre erworbenen künstlerisch-pädagogischen Fähigkeiten mit Instrumental- oder Gesangsschüler/-innen und unter der Leitung von Lehrpraxislehrenden. Maximal zwei Studierende werden pro Einheit von einer bzw. einem Lehrpraxislehrenden betreut. Die Studierenden unterrichten Instrumental- bzw. Gesangsschüler/-innen und erhalten dabei von der bzw. dem Lehrenden Feedback. Die Lehrpraxislehrenden, welche zusätzlich an den Musikschulen tätig sind, vertreten im Studium die Berufspraxis und geben ihr Erfahrungswissen an die Studierenden weiter.

Jede/r Lehrpaxislehrende kommt aus einem anderen Kontext mit unterschiedlichem Niveau an Fachwissen und didaktischer Kompetenz. Wenn ihr theoretisches Vorwissen niedrig ist, besteht die Gefahr, dass subjektive Präkonzepte unreflektiert an die Studierenden weitergegeben werden. Des Weiteren schaffen nur wenige Lehrende berufsfeldähnliche heterogene Lehr- und Lernsettings für Studierende indem sie z.B. unterschiedliche Sozialformen (Einzel-, Partner- und Gruppenunterricht) oder unterschiedliche Alters- und Leistungsstufen in ihren Lehrpraxisunterricht einbeziehen. Dies scheitert meist nicht an ihrer Motivation, sondern es fehlen auch die nötigen Rahmenbedingungen oder Ressourcen z.B. aufgrund einer geringen Schülerinnen- und Schülerzahl bei so genannten „Mangelinstrumenten“. Es kann festghalten werden, dass IGP-Studierende sehr differente Erfahrungsgelegenheiten in ihrer Rolle als Pädagogin und Pädagoge erfahren.

 

Die Vorbereitung auf die didaktische Abschlussprüfung benötigt – bei aller Akzeptanz von Heterogenität – einen Grundkonsens zwischen den Lehrenden. Vorab sei der Aufbau dieser Prüfung skizziert:

- Abfassen einer schriftlichen didaktischen Erläuterung

- Praktisches Vor-Unterrichten mit einer Schülerin/einem Schüler oder einer Schüler/-innengruppe

- Theoretische Reflexion über die gehaltene Lehrprobe und Diskussion mit dem Prüfungssenat

 

Studierende sind in der Reflexionseinheit mit unterschiedlichen Interessengruppen, diskrepanten Fragestellungen der Kommissionsmitglieder konfrontiert. So kann es innerhalb des Prüfungssenats zu einerseits sehr eng gefassten normativen Fragestellungen bis hin zu offenen Fragestellungen kommen.

 

Es besteht insgesamt eine fehlende Transparenz in den Beurteilungskriterien der Lehrpraxis und der didaktischen Abschlussprüfung. Es ist zu beobachten, dass Studierende sehr gute Benotungen in ihrer Lehrpraxis während des Studiums erfahren und in der Abschlussprüfung dann durch eine schlechte Beurteilung überrascht werden, ohne dass sich die Leistung geändert hätte.

 

Optimierung der Hochschuldidaktik bedeutet, gemeinsam mit Kolleg/-innen durch fachlichen und wertschätzenden Austausch nach Lösungen für fehlende Rahmenbedingungen und noch intransparente Situationen zu schaffen. Um inhaltliche Absprachen bezüglich Curricula, Inhalten von Lehrveranstaltungen und Transparenz von Kriterien der Bewertung zu ermöglichen, müssen Strukturen geschaffen und Ressourcen bereitgestellt werden. Ein gemeinsamer Austausch im Rahmen eines Didaktik-Tags bildet hierbei großes Potential. Durch Wertschätzung und inner- und intrainstitutionellen Austausch zwischen Theorie und Praxis steigt die Wertigkeit der Didaktik an der Kunstuniversität Graz.

 

 

Beschreibung

Der Didaktik-Tag an der Kunstuniversität Graz ist ein Hochschuldidaktisches Projekt, welches zu struktureller Vernetzung und inhaltlichem Austausch unter den Lehrenden aller pädagogischen Lehrveranstaltungen des Studiums der Instrumental(Gesangs)pädagogik (kurz: IGP) beiträgt. Die Vernetzung von Lehrveranstaltungen, fachlicher Austausch zwischen den Lehrenden, lebenslanges Lernen und das Postulat des Theorie-Praxis-Bezugs sind als wichtige Merkmale einer zeitgemäßen Hochschuldidaktik in diesem Projekt vereinigt. Ausgangslage bilden die Theorie-Praxis-Polarität im Fach, die heterogenen didaktischen Konzepte unter den Hochschullehrenden, die Diversität der Genres, Instrumente und Evaluationskriterien von Prüfungen und die schließlich daraus resultierende geringe Transparenz für Studierende. Diese Herausforderungen führten zur Initiation eines jährlichen Didaktik-Tags. Durch den intensiven Austausch von ca. 45 Lehrenden und StudienvertreterInnen aus den verschiedenen Genres (Klassik, Jazz und Volksmusik) des Instrumental(Gesangs)pädagogikstudiums konnte eine Optimierung in der inter- und intrainstitutionellen Vernetzung innerhalb der Universität erzielt sowie eine Reform der IGP- Curricula erreicht werden. In diesem umfassenden kollaborativen Prozess der Curricula-Entwicklung zusammen mit den Lehrenden und StudienvertreterInnen konnten neben einer wissenschaftlichen Ausrichtung zur Weiterentwicklung des Faches zugleich die Berufsfähigkeit und die Anforderungen des Berufsfeldes.

GRUNDSTEINE, KONZEPTION UND DURCHFÜHRUNG DES DIDAKTIK-TAGES

Um den oben dargestellten Herausforderungen und Problemen produktiv entgegen zu treten, fanden seit 2010 einmal pro Semester gemeinsame Treffen aller Fachdidaktik- und Lehrpraxislehrenden statt. In diesem Rahmen wurde die oben genannte Heterogenität und Diversität der pädagogischen Lehrveranstaltungen diskutiert, um gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Protokolle dieser Treffen dokumentieren eine große Unzufriedenheit und Spannung unter den Lehrenden der künstlerisch-pädagogischen Ausbildung der Kunstuniversität Graz. Dies ist einerseits auf die Probleme selbst, anderseits auf eine geringe Wertschätzung ihrer Arbeit von Seiten der künstlerischen Ausbildung an der Kunstuniversität zurückzuführen. Auf Grund von kontraproduktiven Spannungen wurde klar, dass viele Aspekte nur gemeinsam in einem intensiveren Austausch gelöst werden können. Mit einem Didaktik-Tag sollte für die Lehrenden der pädagogischen Fächer (Fachdidaktiken, Lehrpraxis) hierfür eine Plattform geschaffen werden. Die Professur für IGP fällt hierbei eine konstruktive Aufgabe zu, indem die fachlichen Herausforderungen geordnet und gebündelt werden, um die in einzelnen Fachdidaktiken entwickelten Ideen mit instrumentenübergreifendem Modellcharakter zusammenzuführen.

 

Die Diversität der teilnehmenden Lehrenden und Genres sollte im Rahmen dieses gemeinsamen Didaktik-Tages großes Potential bieten, über Inhalte und Struktur der Studienpläne zu diskutieren.

Der erste Didaktik-Tag im Oktober 2014 wurde inhaltlich folgendermaßen strukturiert:

• Abstimmung und zueinander in Beziehung Setzen von Inhalten und Zielen der einzelnen Lehrveranstaltungen

• Diskussion über Adaptierungen der IGP-Curricula

• Neuorganisation der Lehrpraxiskonzerte

 

- Vorbereitung

Nach der Konzeption durch den Fachbereichsteil IGP und die Curricula-Kommission IGP wurden die Lehrenden aller pädagogischen Fächer eingeladen und über die Veranstaltung des Didaktik-Tags am 3. Oktober 2014 informiert. Über das Thema Abstimmung der Lehrinhalte der einzelnen pädagogischen Lehrveranstaltungen wurden die Teilnehmer/-innen in einem Einladungsbrief über den Ablauf und die Inhalte des Didaktik-Tags informiert. Das ausgeschickte Material beinhaltete die Learning Outcomes, Inhalte aller pädagogischen Lehrveranstaltungen und Leitfragen für die Gruppendiskussionen, mit denen sich die Teilnehmer/-innen im Vorfeld auseinandersetzen konnten. Des Weiteren wurde ihnen signalisiert, dass sie am Didaktik-Tag die Möglichkeit hätten, sich zu den Curricula, Lehrpraxiskonzerten und der didaktischen Abschlussprüfung fachlich einzubringen.

Um eine größere inhaltliche Dichte in den Diskussionen zu erzielen, wurden Arbeitsgruppen gebildet und die Lehrenden nach Instrumentengruppen eingeteilt. Lehrende aus der Gruppe der Saiteninstrumente, Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente, Schlagwerk, Gesang usw. konnten sich fachspezifisch zu den einzelnen Themen austauschen und gemeinsam reflektieren. In jeder Arbeitsgruppe waren jeweils ein Mitglied des IGP-Teams sowie eine Person der Studienvertretung anwesend. Jede Teilnehmerin bzw. jeder Teilnehmer erhielt eine Arbeitsmappe mit den Arbeitsunterlagen inkl. Timetable und Schreibmaterial. Die Unterlagen beinhalteten Vorschläge der Curricula-Kommission IGP zu einer Neukonzeption der didaktischen Bachelorprüfung.

Der Ablauf des Didaktik-Tags wurde insgesamt abwechslungsreich strukturiert, so dass auch Gelegenheiten für den informellen Austausch gegeben waren. Mit der Unterstützung des Rektorates der Kunstuniversität konnten wir schließlich ein kulinarisches Highlight mit einem einladenden und gesunden Buffet anbieten.

 

- Ablauf des ersten Didaktik-Tages

Von ca. 70 Lehrenden nahmen 45 Lehrpersonen am ersten Didaktik-Tag teil.

Die Begrüßung der Teilnehmer/-innen erfolgte durch den Vizerektor für Lehre, Mag. Eike Straub, und Prof. Dr. Silke Kruse-Weber. Letztere stellte in einem Impulsreferat sowohl das Fach als auch den geplanten Studienplanentwurf inhaltlich und strukturell vor und gab Einblick in Inhalte und Ziele ihrer eigenen Lehrveranstaltungen. Auf das Impulsreferat folgte die Bildung von Arbeitsgruppen, in welchen die vorgegebenen Themen und Probleme anhand der Leitfragen diskutiert wurden. Zur Diskussion standen die Learning Outcomes der Lehrveranstaltungen, die didaktische Abschlussprüfung, Lehrpraxiskonzerte und geplante Neuerungen im Curriculum.

 

- Arbeitsgruppen diskutieren Learning Outcomes und Lehrinhalten

In die Diskussion über Zuteilung und Ausdifferenzierung von Lehrveranstaltungsinhalten konnte sich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Arbeitsgruppe einbringen. Auch Studierendenvertreter/-innen trugen Erfahrungen und Anregungen aus der Studierendensicht bei. Am Ende dieser Diskussion wurden erste Ergebnisse erzielt und eine erste Abgleichung bzw. Abgrenzung der Lehrinhalte erreicht. Dabei wurde ersichtlich, dass es leichter fällt, die Inhalte der fachspezifischen Didaktik abzugrenzen, da in dieser Lehrveranstaltung nur die Didaktik eines spezifischen Instruments Thema ist und vorrangig psychomotorische sowie instrumentenspezifische Bereiche behandelt werden. Je mehr eine Lehrveranstaltung allgemein-didaktisch ausgerichtet ist, desto schwieriger wurde die Ausdifferenzierung und Abstimmung der Lehrinhalte. Die unterschiedliche instrumentale Zusammensetzung in den Didaktiken der Instrumentengruppen und die schwierige Abgrenzung zu Themen der Grundlagenlehrveranstaltung führte dazu, dass in diesem Bereich noch keine zufriedenstellenden Lösungsvorschläge erzielt werden konnten.

 

- Arbeitsgruppen diskutieren die didaktische Abschlussprüfung

Die didaktische Abschlussprüfung erwies sich als ein weiteres zentrales Thema. Die Arbeitsgruppen diskutierten die geplante Neukonzeption der Prüfung und tauschten Erfahrungen und Ideen aus. Für folgende Punkte wurde ein Konsens gefunden:

• Jedes Kommissionsmitglied soll die didaktische Erläuterung der Studierenden für die Prüfung gelesen haben, um gemeinsam und fächerübergreifend über deren Benotung zu entscheiden.

• Das Unterrichten eines Stückes aus dem Jazz- oder Pop-Genre für Klassik-Studierende wird in der Abschlussprüfung gefordert, ohne darauf im Studium vorbereitet zu werden. Hier wurde von allen Teilnehmer/-innen eine curriculare Lösung gefordert.

• Die Prüfung soll sich an die Situation eines realen Hearings annähern und direkter auf die Berufsfähigkeit zielen. Damit die Lehrsituation nicht inszeniert werden kann, sollten die Schüler/-innen für den Studierenden unbekannt sein und von der Prüfungskommission eingesetzt werden. Hiermit lernen die Absolvent/-innen flexiblel und spontan auf die Unterrichtssituation einzugehen.

 

- Arbeitsgruppen diskutieren die geplanten Neuerungen in den Curricula

Die Teilnehmer/-innen setzten sich mit den geplanten Neurungen der Curricula des Faches IGP auseinander. Vor allem Musikschullehrende brachten neue Blickwinkel und Argumentationen zu den Lehrveranstaltungen ein, welche die Praxistauglichkeit in Frage stellten. Die Durchführung der Klavierpraxis , die Anforderungen in der didaktischen Abschlussprüfung am Klavier und die dafür notwendige inhaltliche Vorbereitung im Studium waren hier ebenso Thema wie die Vereinbarkeit von künstlerischer Entwicklung der Studierenden und des großen Workloads des IGP-Studiums.

 

- Arbeitsgruppen präsentieren ihre Ergebnisse dem Plenum

Die Ergebnisse der Diskussionen in den Arbeitsgruppen wurden dem Plenum präsentiert. Bei gleichen Fragestellungen in den Arbeitsgruppen wurden unterschiedliche Aspekte in den Mittelpunkt gerückt: Das geforderte Begleiten am Klavier im Rahmen der didaktischen Abschlussprüfung wurde in den Arbeitsgruppen der Bläser intensiv kritisch diskutiert, da die Vorbereitung auf das geforderte Niveau in der Lehrveranstaltung Klavierpraxis als nicht genügend empfunden wird. Verständlicherweise war dies kein Diskussionspunkt in der Arbeitsgruppe der Tasteninstrumente. Die Abstimmung der Lehrinhalte in den einzelnen Lehrveranstaltungen stellte die Lehrenden der Holzbläser-Arbeitsgruppe vor eine größere Herausforderung, als z.B. für die Lehrenden der Zupfinstrumente. Die Begründung dafür liegt in der instrumentalen Zusammensetzung; die Gruppe der Holzbläser umfasst sechs unterschiedliche Instrumente und eine entsprechend große und heterogene Lehrendengruppe. Demgegenüber stehen die Zupfinstrumente mit lediglich zwei unterschiedlichen Instrumenten.

Konsens herrschte innerhalb der Arbeitsgruppen, sich unabhängig von einem organisierten Didaktik-Tag zu treffen, um Lehrinhalte in Zukunft transparenter und in Absprache mit allen Betroffenen zu gestalten.

 

- Fazit

Am Ende der Veranstaltung gab jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in einer sogenannten Blitzlichtrunde ein kurzes Statement zum Tag ab. Alle Teilnehmer/-innen sahen den Austausch und die Vernetzung zwischen wissenschaftlicher Professur, Fachdidaktik und Lehrpraxis als wesentlichen Punkt für die Qualitätssteigerung im Studium an.

Überaus positiv wurde die schnelle und unkomplizierte Vernetzungsmöglichkeit zwischen den Kolleg/-innen durch die Initiierung einer derartigen Veranstaltung erwähnt. Viele Lehrenden äußerten zudem den Wunsch, dass diese Form der Vernetzung unbedingt weitergeführt und eventuell durch die Vertiefung in einzelne Punkte bzw. gezielte Fortbildungen für die Lehrenden ergänzt werden soll.

 

- Dokumentation

Die gemeinsamen Runden am Didaktik-Tag wurden mit Einverständnis der TeilnehmerInnen videografiert, sodass die gewonnenen Ideen und Diskussionen gut dokumentiert und weiter verarbeitet werden konnten.

Positionierung des Lehrangebots

Der Didaktik-Tag bezieht die Lehrenden des Bachelor- und des Masterstudiums ein.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.