Implementierung von Blended Learning in das bestehende didaktische Konzept der Lehrveranstaltung „Personalmanagement“ mit immanentem Prüfungscharakter im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen-Baumanagement

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Ziel der Neukonzeption des methodischen und didaktischen Konzepts der Lehrveranstaltung PERSONALMANAGEMENT mit immanentem Prüfungscharakter war es, den Lern- und Leistungsfeststellungsfokus von der Ausarbeitung einer einzigen Seminararbeit und einer schriftlichen Prüfung zu einem kontinuierlichen Lernprozess über den gesamten Zeitraum der Lehrveranstaltung anzuregen. Durch diesen kontinuierlichen Kompetenzentwicklungsprozess sollen Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Studierenden im persönlichen und sozialen Lernprozess gestärkt werden.

 

Im Sinne der studentenzentrieten Ausrichtung der Lehre sollen die Lernenden nicht nur die dargebotenen Lerninhalte wiedergeben, sondern in realen Problemstellungen anwenden können. Ziel ist es die Handlungskompetenz der Studierenden zu erhöhen, wofür ein Lernen im sozialen Umfeld notwendig und die Nutzung von kollaborativen Social Softwaretools förderlich ist.

 

Die Studierenden sollen eine transparente Orientierung in ihrem Lernprozess vorfinden. Daneben sollen der dialogische Austausch mit anderen Studierenden und die Eigenverantwortung im Lernprozess gefördert werden. Unterschiedliche Wissensstände und Kompetenzausprägungen sollen nivelliert werden. Mittels teilweiser Verlagerung des Lernprozesses ins Netz soll den Studierenden eine zeitliche und örtliche Flexibilität zuteilwerden.

Beschreibung

DITAKTIK & METHODIK WIRD VON LERNERGEBNIS- UND KOMPETENZORIENTIERUNG GELEITET.

 

Die konkrete Definition der zu erreichenden fachlichen Kenntnisse und Kompetenzen trägt zur Orientierung im Lernprozess für Studierende bei und bietet so die erforderliche Transparenz und Basis für die Stärkung der Eigenverantwortung im persönlichen Lernprozess.

 

Die gestellten Anforderungen zur Entwicklung überfachlicher Kompetenzen reichen von allgemeiner Methodenkompetenz (Neue Medien), Sozialkompetenz (Wissens- und Erfahrungsaustausch und Teamarbeit) bis hin zur Selbstkompetenz in Form von Steigerung der persönlichen Lernkompetenz.

 

Das Angebot an Lehr- und Lernmethoden ist sehr breit und wird in den Präsenzphasen spontan an die individuellen Bedürfnisse der gesamten Lerngruppe angepasst. Demnach weicht einer anregenden Diskussion vielleicht die eine oder andere geplante Übung. Die Präsenzveranstaltungen der Lehrveranstaltung werden mit praxisbezogenen Aufgabenstellungen in Form von Gruppen- und Einzelübungen über die Lernplattform Moodle begleitet.

 

Fragen und Aufgabenstellungen sorgen nicht nur für Orientierung im Lernprozess, sondern fördern den dialogischen Austausch mit anderen Studierenden und das selbstorganisierte Lernen. Unterschiedliche Wissensstände und Kompetenzausprägungen werden dadurch nivelliert. Die teilweise Verlagerung des Lernprozesses ins Netz kommt den Studierenden durch zeitliche und örtliche Flexibilität zu Gute.

Ziel der Neuausrichtung der Lehrveranstaltung „Personalmanagement“ mit immanentem Prüfungscharakter im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen-Baumanagement war es, das didaktische Konzept mit eLearning-Elementen anzureichern. Mit dem neuen Blended Learning-Ansatz sollte der Lern- und Leistungsfeststellungsfokus von der Ausarbeitung einer einzigen umfangreichen Seminararbeit und einer schriftlichen Prüfung zu einem kontinuierlichen Lernprozess über den gesamten Zeitraum der Lehrveranstaltung angeregt werden. Der kontinuierliche Lernprozess sollte aber nicht nur der Aneignung von Wissen, sondern der intendierten Entwicklung von vorab definierten Kompetenzen dienen.

Im Hinblick auf die studentenzentriete Ausrichtung der Lehre sollen die Studierenden über die einfache Wiedergabe der dargebotenen Lerninhalte hinaus, das neu erworbene Wissen in realen Praxisfällen anwenden können. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung die Handlungskompetenz der Studierenden zu erhöhen, wofür ein Lernen im sozialen Umfeld notwendig und die Nutzung von kollaborativen Social Softwaretools förderlich ist. Daneben soll durch den kontinuierlichen Kompetenzentwicklungsprozess die Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Studierenden im persönlichen und sozialen Lernprozess gestärkt werden. Die Lernenden sollen einen roten Faden in ihrem Lernprozess erkennen und sich einfach daran orientieren können. Ungleiche Wissensstände und Kompetenzausprägungen sollen ausgeglichen werden. Mittels teilweiser Verlagerung des Lernprozesses ins Netz soll den Studierenden eine zeitliche und örtliche Flexibilität ermöglicht werden.

 

Kontextbedingungen

? Die Lehrveranstaltung wird als Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter geführt und ist mit 2 ECTS bewertet.

? Die Zielgruppe ist heterogen hinsichtlich Vorbildung, Alter, Geschlecht, Medienkompetenz und Berufserfahrung und besitzt kaum bis kein Vorwissen.

? Die Lehrveranstaltung findet im 6. und damit letzten Semesters des Bachelorstudienganges Bauingenieurwesen-Baumanagement statt.

? Die Anzahl der Studierenden beträgt rund 25.

 

Wesen der Inhalte der Lehrveranstaltung

Die Inhalte haben in erster Linie fachspezifischen Charakter. Es handelt sich schwerpunktmäßig um Faktenwissen, da die Studierenden nicht zu Personalistinnen bzw. Personalisten ausgebildet werden sollen. Die Inhalte werden in Teilgebiete strukturiert und geben einen sachlogischen Aufbau der Lehrveranstaltung vor.

 

Formulierung der Lernziele / Lernergebnisse

Die zu erreichenden fachlichen Kenntnisse und Kompetenzen werden vorab genau definiert und tragen wesentlich zur Orientierung im Lernprozess der Studierenden bei. Um die erforderliche Transparenz für die Entwicklung von Eigenverantwortung im persönlichen Lernprozess und damit generell zur Persönlichkeitsentwicklung sicherzustellen werden die definierten Lernziele schriftlich bereitgestellt und im Rahmen der ersten Präsenzveranstaltung ausführlich besprochen.

Die Anforderungen zur Entwicklung überfachlicher Kompetenzen sind mit allgemeiner Methodenkompetenz im Hinblick auf die Nutzung neuer Medien, Sozialkompetenz im Sinne von Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie Teamarbeit bis hin zur Selbstkompetenz in Form von Steigerung der persönlichen Lernkompetenz abgegrenzt.

a) Fachliche Kenntnisse

Nach Absolvierung der Lehrveranstaltung verfügen die Studierenden über ein Grundverständnis über Personal als wichtige Unternehmensressource (Human Ressource Management) und haben einen Überblick über Ziele, Funktion und Struktur des Personalmanagements. Sie verstehen den Prozess der Personalbedarfsermittlung und die darauf basierenden notwendigen Maßnahmen der Personalbedarfsdeckung: Personalbeschaffung und/oder Personalentwicklung. Sie kennen Instrumente zur Personalbeschaffung und Methoden zur Personalentwicklung. Sie haben ein Basiswissen zum Thema Mitarbeitermotivation erworben und sich ein Verständnis für Führungsstile und –techniken angeeignet.

 

b) Fachliche Kompetenzen

Nach Absolvierung der Lehrveranstaltung können die Studierenden folgende fünf Fragen, die nach Scholz das Personalmanagement beantworten können muss, erläutern:

? Wie gewinne ich die richtigen Leute für mein Unternehmen (Akquisition)?

? Wie bezahle ich Mitarbeiter leistungsadäquat (Kompensation)?

? Wie entwickle ich Mitarbeiter weiter (Qualifikation / Kompetenzen)?

? Wie halte ich die guten Leute in meinem Unternehmen (Retention)?

? Wie begeistere ich die guten Leute für mein Unternehmen (Motivation)?“

(Scholz, Christian (2011): Grundzüge des Personalmanagements. München, S. 13 f.)

 

c) Überfachliche Kompetenzen

? Allgemeine Methodenkompetenz: Diverse Medien (Web2.0-Tools) anwenden können (Medienkompetenz)

? Wissensvisualisierung und –austausch (z.B. Forum)

? kollaborative Wissensgenerierung (z.B. Google-Docs)

 

d) Sozialkompetenz

? Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Hilfe von Web2.0-Tools

? kollaboratives Arbeiten und Lernen

? gemeinsame Generierung von Wissen

 

e) Selbstkompetenz

Steigerung der persönlichen Lernkompetenz

 

Didaktik und Methodik

Die Didaktik und Methodik wird von Lernergebnis- und Kompetenzorientierung geleitet. Das Angebot an Lehr- und Lernmethoden ist vielfältig ausgelegt und wird in den Präsenzphasen situativ auf Basis der individuellen Bedürfnisse der gesamten Lerngruppe ausgerichtet. Die Präsenzveranstaltungen werden mit praxisbezogenen Aufgabenstellungen in Form von Gruppen- und Einzelübungen über die Lernplattform Moodle (BLENDED LEARNING) begleitet.

Die gezielten Aufgabenstellungen geben den Studierenden Orientierung in ihren Lernprozessen und fördern den dialogischen Austausch mit anderen Lernenden sowie die Eigenverantwortung in deren persönlichen Entwicklungsprozessen. Unterschiedliche Wissensstände und Kompetenzausprägungen werden dadurch nivelliert. Die teilweise Verlagerung des Lernprozesses ins Netz heißen die Studierenden wegen der zeitlichen und örtlichen Flexibilität willkommen.

Die begleitende eLearning Maßnahme reichert den Präsenzunterreicht in mehrerer Hinsicht an. Im Sinne der studentenzentrieten Ausrichtung der Lehre sollen die Lernenden nicht nur die dargebotenen Lerninhalte wiedergeben, sondern in realen Problemstellungen anwenden können. Ziel ist es die Handlungskompetenz der Studierenden zu erhöhen, wofür ein Lernen im sozialen Umfeld (SOCIAL LEARNING) notwendig und die Nutzung von kollaborativen Social Softwaretools förderlich ist. Die Lernprozesse in den Online-Phasen werden stets von der Lehrperson flankiert.

Mögliche Lernwiderstände können nicht mehr nur im Rahmen der Präsenzveranstaltungen, sondern ebenfalls durch die Online-Lernphasen zwischen den Präsenzveranstaltung von der Lehrperson frühzeitig erkannt und zeitnah aufgegriffen werden.

a) Folgende didaktische Methoden kommen zum Einsatz:

? Darbietend: Vortrag, Videos

? Erarbeitend: Aufgaben und Übungen (in Präsenzveranstaltung und in Form von eLearning)

? Explorativ: komplexe Aufgabenstellung

 

b) Die Lehr-/Lernaktivität wird doch folgende Settings unterstützt und geleitet:

? Sozialform des Lernens: einzeln und in Gruppe

? Didaktisches Setting: Präsenz und online

 

c) Web2.0-Tools:

? Forumsdiskussionen im Online-Forum auf Moodle

? Online-Tools für kollaboratives Arbeiten (z.B. Google Docs, Dropbox)

? Online-Datenbank auf Moodle für erledigte Gruppenaufgaben mit Feedbackmöglichkeit

 

Aufbau der einzelnen Kapitel auf Moodle

Jedes Kapitel stellt einen logischen in sich geschlossenen Lernabschnitt dar und verfügt über einen kurzen Titel mit Nummerierung zur besseren Orientierung. Die Lernergebnisse nach Absolvierung jedes Moduls werden detailliert, nachvollziehbar und kompetenzorientiert beschrieben (z.B.: Hauptziele des Personalmanagements kennen und verstehen; Träger des Personalmanagements benennen und deren Bezug dazu erklären können;). Daneben werden die in dem Modul eingesetzten didaktischen Methoden (z.B.: Vortrag, Diskussion, Bearbeitung eines Fallbeispiels, etc.) und die Form der Leistungsüberprüfung (z.B.: eLearning-Aufgabe) aufgelistet. Unter dem Punkt „Lehr-/Lernressourcen“ finden die Studierenden alle erforderlichen Lernressourcen (z.B.: Folien, Skripten, Artikel) zum direkten downloaden und Links zu relevanten Textstellen oder Videos im Internet.

 

Transparenz des Lehrkonzepts

a) Offenlegung des Lehrkonzepts und der zu erzielenden Lernergebnisse

Der Studyguide gibt einen zentralen Überblick über die gesamte Lehrveranstaltung und steht als pdf-Datei auf Moodle zur Verfügung. Das Lehrkonzept und die zu erzielenden Lernergebnisse werden zusätzlich pro Kapitel auf Moodle transparent gemacht (siehe Kapitel „Aufbau der einzelnen Kapitel auf Moodle“).

 

b) Aufbau und Abfolge der Lehr-/Lernaktivitäten

Die für die Studierenden relevanten Termine werden auf Moodle pro Kapitel bzw. eLearning-Aufgabe angekündigt und zusätzlich in Form eines Zeitplans übersichtlich dargestellt, der über Moodle zum Download bereit steht.

 

c) Lernunterlagen und Literatur

Die zur Verfügung gestellten Folien und Materialien sind für die schriftliche Leistungsüberprüfung relevant. Als ergänzende Wissensquellen werden Links bereitgesellt. Hinweise auf weiterführende Literatur werden auf Moodle in Form einer Literaturempfehlungsliste gegeben. Alle zur Verfügung gestellten Unterlagen und Links sind als Arbeitsgrundlage für die eLearning-Aufgaben zu verstehen.

 

d) Kontaktmöglichkeit

Außerhalb der Präsenzveranstaltungen besteht Kontaktmöglichkeit mit der Lehrperson über ein entsprechendes Forum auf Moodle. Die versprochene Reaktionszeit beträgt maximal 24 Stunden. Vorteil der Nutzung des Forums für Fragen und Anliegen ist es, dass hinsichtlich der angesprochenen Thematik alle Studierenden gleichzeitig informiert sind.

 

Leistungsüberprüfung

a) Methoden der Leistungsüberprüfung

? Leistungsüberprüfung: summativ

? formativ (lernprozessbegleitend)

 

Im Rahmen der formativen Leistungsüberprüfung kann auf dessen Resultate reagiert werden und so der weitere Lernprozess wesentlich beeinflusst werden. Über die Moodle-Plattform werden dazu folgende Konzepte bzw. Methoden eingesetzt:

? Lernwegflankierung

? Forum für Fragen

? Feedback pro E-Learning-Aufgabe

 

b) Zweck der Leistungsüberprüfung

? Notenfindung

? Sichtbarmachung des Lernerfolgs

? Überprüfung des Faktenwissens sowie von fachlichen Kenntnissen und Kompetenzen

? Permanenter Feedbackprozess fördert einen durchgängigen Lernprozess

 

Evaluierung der eingesetzten Methoden und Überprüfung der Nachhaltigkeit der gesetzten Maßnahmen

Auf Basis der Intensität, der in der Aufgabe der ersten Online-Phase geforderten Forumsdiskussion rund um ein bestimmtes Thema, kann bereits während der Maßnahme ein eindeutiger Rückschluss über den Grad der Auseinandersetzung der Studierenden mit den Lerninhalten gezogen werden. In diesen Prozess kann durch den Lehrenden jederzeit entsprechend steuernd eingegriffen werden. Die aktive Vernetzung zwischen neuen Lerninhalten und persönlicher Praxis wird in jeder Aufgabe aktiv gefordert und gefördert. Daneben liefert die Beteiligung an den Diskussionen zu den bearbeiteten Inhalten in den Präsenzveranstaltungen zeitnahe Informationen zum Lernfortschritt der Studierenden.

Wie bei herkömmlichen Lehrveranstaltungen auch, können aus dem generellen Online-Feedback zur Lehrveranstaltung der Studierenden über das Portal wichtige Informationen gezogen werden. Diese können allerdings erst für den nächsten Jahrgang im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung des Lehrkonzepts Berücksichtigung finden.

 

Ressourcen

Es werden ausschließlich vorhandene bzw. kostenlose webbasierte Tools eingesetzt. Es fallen daher keine Anschaffungskosten für Software an. Vorausgesetzt wird, dass alle Studenten über einen PC bzw. Laptop mit Internetzugang verfügen.

Die erstmalige Entwicklung des didaktischen Konzepts und die Erstellung des Moodle-Kurses nimmt im Vergleich zu einer herkömmlichen Lehrveranstaltungsvorbereitung deutlich mehr Zeit in Anspruch. Daneben muss die laufende und vor allem zeitnahe Betreuung während der Online-Lernphasen sichergestellt werden.

 

Fazit

Die didaktische Kombination zwischen Online- und Präsenzphasen sind für die Studierenden betreffend Lerninhalte und Praxisbezug gut aufeinander abgestimmt und unterstürzen damit den Kompetenzzuwachs der Lernenden entsprechend den festgelegten Zielen. Zudem begrüßen die Studierenden das teilweise zeitliche und ortsunabhängige Lernen.

Der Lernerfolg mit eLearning kann nur bei hohem Engagement der Studierenden erreicht werden und setzt Akzeptanz der Methode voraus. Die Verbindlichkeit im Lernprozess ist allerdings durch die kollaborativen Online-Phasen zwischen den Präsenzveranstaltungen ganz automatisch gegeben.

Auf Basis der eLearning-Übungen besteht ein laufender Überblick, welche Lerninhalte verstanden wurden und welche nicht und ob der Transfer in die Praxis gelingen könnte. Mittels Feedback, nochmaliger Darstellung der Inhalte und Beschreibung weiterer Beispiele kann in den Präsenzphasen konkret auf offensichtliche Wissenslücken bzw. Verständnismankos eingegangen werden.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor / 6.Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.