Globalisation and Social Policy II

Würdigung der Jury

Ausgezeichnet wird mit dem Kurs „Globalisation and Social Policy II“ das erprobte Modell einer Lehrveranstaltung von Prof. August Österle und Prof. Ulrike Schneider am Institut für Sozialpolitik der Wirtschaftsuniversität Wien, die einerseits den Ansprüchen forschenden Lernens in vollem Umfang entspricht und die andererseits perfekt in das Studienprogramm des Masterstudiums „SocioEcological Economics and Policy“ integriert ist. Den rezenten Standards einer Didaktik forschenden Lernens entspricht bereits der Ansatz, dass die Forschungsfragen von kleinen Arbeitsgruppen Studierender eigenständig generiert werden. Dergestalt wird ein kompletter, interdisziplinär und multimethodisch ausgerichteter Forschungszyklus zu einem gesellschaftlich relevanten Themenbereich initiiert, der aktuellen Forschungsarbeiten der Lehrenden korrespondiert und zuvor erworbene Kenntnisse der Studierenden projektartig vertieft. Resultat der studentischen Forschung ist sowohl ein akademisches Produkt, nämlich eine wissenschaftliche Qualifizierungsarbeit der Studierenden, als auch ein die scientific community transzendierendes „going public project“, das im Zeichen des Wissenschaftstransfers steht und die Teilnehmenden zu einer Reflexion des gesellschaftlichen Impacts ihrer Studien treibt. -

Mit seinem elaborierten Design kann das Lehrveranstaltungsmodell als beispielhaft für eine Hochschuldidaktik gelten, die studentische Forschung nicht in extracurriculare Schonräume verbannt, sondern als wichtiges Ingrediens eines kompetenzorientierten Studienprogramms begreift.

Auszug aus dem Gutachten von

Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart

Humboldt- Universität zu Berlin

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Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Die Veranstaltung „Globalisation and Social Policy II“ ist als Teil eines Vertiefungsfachs ein wichtiger Baustein im SEEP (Socio-Ecological Economics and Policy) Masterprogramm der WU.

 

Studierende des SEEP Masterstudiums wählen zwei aus vier „Concentration Areas“ (Vertiefungsgebiete), die als Abfolge zweier Kurse angeboten werden. „Globalisation and Social Policy“ ist eine dieser Concentration Areas. Das vertiefende Lehrangebot beginnt im 2. Semester mit einem einführenden Kurs (2 SWS). Darauf aufbauend wird im Wintersemester (dem 3. Semester) ein zweiter Kurs im Umfang von 4 SWS angeboten (siehe dazu auch Abb.1 im Anhang).

 

Der Kurs „Globalisation and Social Policy II“ im 3. Semester betont die Umsetzung der bereits erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen durch eigenständige Forschungsarbeit. Dies wird dadurch unterstützt, dass Studierende zeitgleich im 3. Semester den zweiten Teil ihrer Metho-denausbildung durchlaufen und dort spezifische Fragen aus laufenden Eigenprojekten einbringen können.

 

Ein größerer Teil der Studierenden des Vertiefungsfachs baut später ihre Masterarbeit, die für das anschließende 4. Semester vorgesehen ist, inhaltlich und/oder methodisch auf ihrem Forschungsprojekt im Kurs „Globalisation and Social Policy II“ auf.

 

Mit dieser Lehrveranstaltung (LV) werden zwei zentrale Ziele verfolgt:

Erstens soll den Studierenden eine Vertiefungsmöglichkeit im Bereich der Sozialpolitik geboten werden, wobei im Hinblick auf des SEEP Programm vor allem internationale und globale Perspektiven und Dimensionen der Sozialpolitik angesprochen sind. Zweitens kommt der Veranstaltung eine integrative Funktion im Hinblick auf das SEEP Curriculum zu. Studierende sollen die im ersten Studienjahr erworbenen theoretischen und methodischen Kenntnisse in der Durchführung eigenständiger Forschungsarbeit nutzen und verknüpfen.

 

Um diese Ziele zu erreichen stellt die Veranstaltung „Globalisation and Social Policy II“ das Prinzip der forschungsgeleiteten Lehre und des forschenden Lernens in den Mittelpunkt des LV-Designs.

Beschreibung

„Globalisation and Social Policy“ ist eine von vier Vertiefungsmöglichkeiten im Rahmen des SEEP (Socio-Ecological Economics and Policy) Masterprogramms. In der Veranstaltung „Globalisation and Social Policy II“ definieren Projektgruppen mit jeweils etwa vier TeilnehmerInnen von einem vorgegebenen Themenfeld ausgehend eigenständig eine Forschungsfrage. Die gemeinsame Bearbeitung dieser Problemstellung im Laufe des Semesters mündet in zwei Ergebnissen: Zum Einen in einer schriftlichen Arbeit in der Form eines wissenschaftlichen Artikels („academic project“) und zum Anderen in einer Präsentation der Projektresultate, welche die breitere Öffentlichkeit anspricht, sei es über neue oder über traditionelle Medien („going public project“).

Der innovative Charakter der Lehrveranstaltung liegt darin, dass bei Bearbeitung der fachlichen Inhalte in komprimierter Form ein gesamter wissenschaftlicher Projektzyklus durchlaufen wird. Zentral für das Lehrveranstaltungsdesign ist die selbständige, problemorientierte Auseinandersetzung mit dem gewählten Forschungsthema. Dabei wird eine enge Anbindung an die von den Studierenden im ersten Masterstudienjahr absolvierten Veranstaltungen gewährleistet und der interdisziplinäre Anspruch des Programms gepflegt. Außerdem vermittelt die Lehrveranstaltung wesentliche Schritte und kreative Formen, um einer interessierten, breiteren Öffentlichkeit die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungsarbeit nahe zu bringen.

In der Veranstaltung „Globalisation and Social Policy II“ definieren Studierendengruppen (mit 3-4 TeilnehmerInnen) von einem vorgegebenen Themenfeld ausgehend eigenständig eine Forschungsfrage. Bei den Themenfeldern handelt es sich um aktuelle Forschungsfelder der LehrveranstaltungsleiterInnen. In einem ersten Schritt entwickeln die Projektgruppen nach einer Literaturrecherche eigenständig eine Forschungsfrage. Daran anschließend erarbeiten sie ein dazu passendes Studiendesign und setzen dieses um. Die gemeinsame Bearbeitung im Laufe des Semesters mündet in zwei Ergebnissen:

o eine schriftliche Arbeit im Format eines wissenschaftlichen Artikels („academic project“) und

o eine Präsentation der Projektergebnisse, die die breitere Öffentlichkeit anspricht, sei es über neue oder auch über traditionelle Medien („going public project“)

 

Der innovative Charakter der Lehrveranstaltung liegt darin, dass bei Bearbeitung der fachlichen Inhalte in komprimierter Form ein gesamter wissenschaftlicher Projektzyklus durchlaufen wird. Das forschende Lernen wird durch die Verwendung unterschiedlicher Lehr- und Lernformate systematisch unterstützt. Darüber hinaus werden die Notwendigkeit, wesentliche Schritte und kreative Formen vermittelt, einer interessierten, breiteren Öffentlichkeit die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungsarbeit nahe zu bringen.

 

Als Ergebnis des „academic project“ sind regelmäßig ausgezeichnete schriftliche Arbeiten entstanden. Studentische Forschungsprojekte bezogen sich u.a. auf die Themen Flüchtlinge und Asyl, die internationale Migration von Pflegekräften, den Zugang zu leistbaren Medikamenten für Menschen in weniger entwickelten Ländern oder die schwierige Standortwahl für soziale Infrastrukturen am Beispiel der ambulanten Hilfen für Menschen mit Suchtproblemen in Wien. Die Studierenden brachten dabei ein breites Spektrum von Forschungsmethoden zur Anwendung: qualitative Interviews, Regressionsanalysen (OLS, logit/probit), Dokumentenanalysen und zuletzt auch ein Feldexperiment. Ein guter Teil der Projekte wählte einen „mixed methods approach“ und kombinierte qualitative und quantitative Untersuchungsansätze. Für die zugehörigen „going public“ Projekte nutzen die Studierenden höchst effektive und attraktive Instrumente: Sie erstellten etwa websites, etablierten Blogs, Plakate und Broschüren, produzierten einen Radiobericht in englischer und deutscher Sprache oder Videos (youtube). In allen Fällen sind die Studierenden und die Lehrenden bemüht, die Ergebnisse der „going public“ Projekte auch tatsächlich zu publizieren (sofern dies mit dem gewählten Medium nicht ohnedies der Fall ist).

 

Zu den studentischen Forschungsprojekten zwei Beispiele: Bereits im Wintersemester 2014/15, noch vor dem starken Anstieg des Flüchtlingsstroms über die so genannte Balkanroute, setzten sich zwei Studierendengruppen mit dem Forschungsgebiet „Asylsuchende und Flüchtlinge“ auseinander. Dieses Thema war eines aus sechs von den beiden KursleiterInnen vorgeschlagenen Forschungsfeldern. Ein erstes Team untersuchte, wie das 4,8 Millionen EinwohnerInnen Land Libanon die Herausforderung von seinerzeit bereits 1,3 Millionen syrischen Flüchtlingen bewältigte. Diese Fragestellung gingen Sie mittels einer explorativen Fallstudie für die Provinz Akkar im Norden Libanons nach. Zur sekundären Dissemination der Ergebnisse verfassten sie einen Artikel für eine Tageszeitung, den sie RedakteurInnen nationaler und regionaler Zeitungen anboten. Ein zweites Team von Studierenden analysierte die Verteilung von Flüchtlingen auf potenzielle Aufnahmeländer auf Basis des „Refugee Burden Index“ (Czaika 2005). Dieser Index wurde mit Daten der UNHCR und der Weltbank aus 2012 neu kalkuliert sowie alternativen Zuweisungsschlüsseln gegenübergestellt. Für ihr „going public project“ wählte diese Gruppe das Format einer website und eines blogs (http://fairasylumeu.blogspot.co.at/). Für weitere studentische Forschungsprojekte siehe Anlage 3 im Anhang.

 

Didaktisches Konzept und methodische Umsetzung

Didaktisches Grundkonzept ist es, das Wissen aus vorangegangenen Lehrveranstaltungen im SEEP Masterprogramm (Theorien, Methodik) und die interdisziplinäre Orientierung dieses Programms bestmöglich in der Durchführung der Projekte zu nutzen. Damit erfüllt die Veranstaltung sowohl die thematische Vertiefungsfunktion im Bereich Sozialpolitik, als auch eine integrative Funktion im Hinblick auf das SEEP Curriculum.

 

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die selbstständige Durchführung eines Forschungsprojekts durch Studierendengruppen mit drei bis vier Gruppenmitgliedern. Dabei werden alle im Forschungsprozess relevanten Arbeitsschritte durchlaufen: beginnend mit der Literaturanalyse, über die Formulierung der Forschungsfrage, die Entwicklung und Begründung eines Projektdesigns, die Durchführung der empirischen Analyse, die mündliche Präsentation und Diskussion der (Zwischen)Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Konferenzformat (mit Discussants; siehe dazu Anlage 1 im Anhang) bis hin zur Erstellung einer schriftlichen Arbeit im Format eines wissenschaftlichen Artikels und der Aufbereitung der Projektergebnisse für eine breitere Öffentlichkeit.

 

Die Lehrenden setzen den thematischen und organisatorischen Rahmen. Entsprechend dem Prinzip forschungsgeleiteter Lehre vermitteln sie theoretisch-konzeptionelle Grundlagen zu den ausgewählten Forschungsfeldern und binden passende Gastvortragende ein. Sie arbeiten in den gemeinsamen Plenumsrunden inhaltliche und methodische Parallelen der Teilprojekte heraus. Sie sind weiters durch laufendes Feedback und Coaching in den Lehr- und Lernprozess eingebunden und organisieren Peer-Feedback zwischen den Studierenden. So wird etwa ein an das World Café angelehntes Format für die Generierung von Rückmeldungen genutzt (siehe dazu Anlage 2 im Anhang). Um den erwarteten Lernfortschritt zu sichern und im Hinblick auf die zeitliche Beschränkung eines Semesters wird den Projektgruppen zum Beginn der Veranstaltung ein detaillierter Zeitraster mit klar definierten Vorgaben zu den schriftlichen Einreichungen und den mündlichen Präsentationen vorgegeben.

 

Forschungsgeleitete Lehre und forschendes Lernen

Die Veranstaltung betont den Aspekt der forschungsgeleiteten Lehre und des forschenden Lernens erstens durch eine Anbindung der in der Veranstaltung behandelten Themen an aktuelle Forschungsschwerpunkte der LehrveranstaltungsleiterInnen, zweitens durch die strikte Orientierung des Lehrveranstaltungsdesigns an Forschungsprozessen und drittens in der Wahl der Formate für die Diskussion und das Feedback. Dabei sind vor allem folgende Aspekte hervorzuheben:

 

o Konfrontation mit aktuell durchgeführten Forschungsprojekten

Die Forschungsfelder, in deren Rahmen die Studierendengruppen ihre Forschungsfrage entwickeln, orientieren sich an den Forschungsschwerpunkten bzw. an konkreten laufenden Forschungsprojekten der LehrveranstaltungsleiterInnen. Damit haben die Studierenden über die fachlichen Inputs bzw. das Feedback der LehrveranstaltungsleiterInnen unmittelbaren Zugang zu aktuellen Forschungsprojekten und Forschungsergebnissen bzw. auch zu innovativen Forschungsansätzen.

 

o Selbständige, problemorientierte und forschungsrelevante Tätigkeiten

Die Studierenden entwickeln ausgehend von vordefinierten Forschungsfeldern, die sich mit den Forschungsschwerpunkten der LehrveranstaltungsleiterInnen decken, eine eigenständige Forschungsfrage und durchlaufen darauf folgend den gesamten Forschungsprozess. Von den Projektgruppen wird ein sehr hohes Maß an Selbständigkeit und Eigeninitiative erwartet. Im Hinblick auf die Laufzeit von nur einem Semester erhalten sie allerdings einen detaillierten Zeitplan mit konkreten Vorgaben zu den schriftlichen Einreichungen, den mündlichen Präsentationen sowie Peer Feedback Rollen. Die Aufgabe der LehrveranstaltungsleiterInnen besteht neben der Vorgabe des organisatorischen Rahmens für die Lehrveranstaltung vor allem in fachlichen Inputs zu Beginn der Veranstaltung und in laufenden und systematischen Rückmeldungen zu den einzelnen Arbeitsschritten (mündlich und schriftlich), in Coaching Sessions (individuelle Betreuung von Teams im Rahmen flexibel zu vereinbarender Termine) und der Nutzung kreativer Formen zur Generierung von Rückmeldungen (etwa in Form von adaptierten World Café Formaten zum Feedback zwischen Studierenden bzw. Studierendengruppen).

 

o Erprobung typischer Formate des Forschungsdiskurses / der akademischen Qualitätssicherung

Der wissenschaftliche Diskurs wird auf Konferenzen, in Workshops und in einschlägigen Fachzeitschriften in typischen Formaten geführt. Auf Konferenzen sind Kurzvorträge, darauf bezogene kurze Kommentare von Discussants und Posterpräsentationen verbreitet. Die Qualitätssicherung von Beiträgen in Fachjournalen fußt auf dem Prinzip des Peer Review (Begutachtungsverfahren). Alle diese Elemente werden systematisch in die Lehrveranstaltung eingebaut. Die Studierenden geben Werkstattberichte zu ihrem Studiendesign im Rahmen interaktiver Workshops ab. Sie präsentieren die Ergebnisse ihrer Forschung im Konferenzformat und schlüpfen in die Rolle von Discussants. Sie erstellen einen schriftlichen Review zum Report einer anderen Seminargruppe. Schließlich pflegen sie die Anmerkungen der Peers in die Entwurfsfassungen der Manuskripte ein.

 

o Innovative Hochschuldidaktik

Im Hinblick auf die Positionierung der Veranstaltung im 3. Semester des SEEP Masterprogramms betont die Veranstaltung die fächerübergreifende Verbindung von Theorien und methodischen Kompetenzen in der eigenständigen Durchführung eines Forschungsprojektes. Studierende sollen im ersten Studienjahr erworbenes inhaltliches und methodisches Wissen anwenden und thematisch in einem ausgewählten Bereich vertiefen, einen typischen Forschungsprozess im Team in allen wesentlichen Phasen durchlaufen, aktiv in die gegenseitigen Lernprozesse eingebunden sein und dabei gleichzeitig unterschiedliche Formate eines Lern- und Forschungsprozesses kennenlernen. Im Hinblick auf die Lernprozesse wird dies auch durch die Verwendung unterschiedlicher Lehr- und Lernformate (Plenarveranstaltungen, Konsultationen mit Projektgruppen, schriftliche und mündliche Feedbackformen, Coaching) und durch die direkte Einbindung der Studierenden in die Lernfortschrittskontrolle und Qualitätssicherung erreicht.

 

o Interdisziplinarität

Das SEEP Masterprogramm wie auch die Forschungsarbeiten der LehrveranstaltungsleiterIn-nen im Bereich der Sozialpolitik sind durch ein hohes Maß an interdisziplinärer Orientierung und durch eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen disziplinären Zugängen charakterisiert. Diese Interdisziplinarität wird auch in der Lehrveranstaltung betont, indem etwa in den fachlichen Inputs auf die Schnittstellen zu anderen Fachdisziplinen hingewiesen wird bzw. unterschiedliche disziplinäre Zugänge und Literaturstränge aufgezeigt werden, indem die Studierenden aufgefordert werden die unterschiedlichen disziplinären Zugänge im Rahmen des Studiums zu nutzen oder indem - von den konkreten behandelten Fragestellungen abhängig – gelegentlich auch Gastvortragende in die Veranstaltung eingeladen werden.

 

o Abstimmung mit den übrigen Lehrangeboten im Masterprogramm

Den Vertiefungsveranstaltungen kommt im Rahmen des SEEP Masterstudiums eine zentrale integrative Rolle zu. „Globalisation and Social Policy II“ bietet den Studierenden eine Vertiefungsmöglichkeit im Bereich der Sozialpolitik, die das im ersten Studienjahr erworbene Wissen, insbesondere zu Theorien und Methoden, systematisch nutzt. Dies wird systematisch etwa dadurch verankert, dass Studierende diffizilere methodische Fragen zu ihren eigenen Projekten an einem speziell dafür reservierten Termin der Lehrveranstaltung „Qualitative und quantitative Forschungsmethoden II“ zur Diskussion stellen und klären können. Dieses „Scharnier“ wurde von den Lehrenden beider Kurse gezielt eingerichtet und schafft hervorragende Synergien zwischen beiden Lehrangeboten.

 

o Going Public Project

Im Hinblick darauf, dass es sich um eine der letzten Veranstaltungen im Rahmen des SEEP Masterprogramms handelt, wird Wert darauf gelegt, einen an die Öffentlichkeit gerichteten Output zu produzieren, einerseits im Hinblick auf die scientific community als Abschlussarbeit in der Form eines wissenschaftlichen Artikels, andererseits im Hinblick auf die breitere Öffentlichkeit im Rahmen eines „going public“ Projekts. Im Rahmen dieses „going public“ Projekts sind die Studierenden in der Projektgruppe gefordert, ihre gewonnenen Erkenntnisse für Dritte aufzubereiten. Einerseits werden dadurch Wissenstransfer und eine Außenwirkung für studentische Forschungsarbeit erreicht. Andererseits werden die Studierenden durch den kreativen Anspruch besonders motiviert, ihr erworbenes Wissen zu bilanzieren und zu reflektieren. Es fließt damit eine affektive Komponente in den Lernprozess ein.

 

Auszug aus dem Gutachten von Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart
Humboldt- Universität zu Berlin:

Ausgezeichnet wird mit dem Kurs „Globalisation and Social Policy II“ das erprobte Modell einer Lehrveranstaltung von Prof. August Österle und Prof. Ulrike Schneider am Institut für Sozialpolitik der Wirtschaftsuniversität Wien, die einerseits den Ansprüchen forschenden Lernens in vollem Umfang entspricht und die andererseits perfekt in das Studienprogramm des Masterstudiums „Socio-Ecological Economics and Policy“ integriert ist. Den rezenten Standards einer Didaktik forschenden Lernens entspricht bereits der Ansatz, dass die Forschungsfragen von kleinen Arbeitsgruppen Studierender eigenständig generiert werden. Dergestalt wird ein kompletter, interdisziplinär und multimethodisch ausgerichteter Forschungszyklus zu einem gesellschaftlich relevanten Themenbereich initiiert, der aktuellen Forschungsarbeiten der Lehrenden korrespondiert und zuvor erworbene Kenntnisse der Studierenden projektartig vertieft. Resultat der studentischen Forschung ist sowohl ein akademisches Produkt, nämlich eine wissenschaftliche Qualfizierungsarbeit der Studierenden, als auch ein die scientific community transzendierendes „going public project“, das im Zeichen des Wissenschaftstransfers steht und die Teilnehmenden zu einer Reflexion des gesellschaftlichen Impacts ihrer Studien treibt.
Mit seinem elaborierten Design kann das Lehrveranstaltungsmodell als beispielhaft für eine Hochschuldidaktik gelten, die studentische Forschung nicht in extracurriculare Schonräume verbannt, sondern als wichtiges Ingrediens eines kompetenzorientierten Studienprogramms begreift.

Positionierung des Lehrangebots

MA

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 in der Kategorie Forschendes Lernen und Erschließung der Künste auf BA- und MA-Ebene nominiert.