eLearning/Blended Learning – Fallorientierte Lehre – und OSCE zur inhaltlichen Abstimmung von Lehrinhalten

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Im Europäischen Hochschulraum hatten folgende Deklarationen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Bildungswissenschaften und der Medizinischen Ausbildung: die Verwendung der Informations- und Kommunikationstechnologien (Prag 2001), die Konzentration auf den Lernprozess (Leuven 2009) und die Förderung einer einheitlichen, standardisierten internationalen Implementierung (Budapest-Wien 2010). Zur inhaltlichen Abstimmung von Lehrinhalten eignen sich Strategien zur Umsetzung von Fall-basiertem Lernen (Gagnier et al., 2013).

Beschreibung

Den EHR-Prämissen folgend wurde das eLearning/blended case-based Learning Projekt (ab 2014) umgesetzt, um die (Leit)Fallorientierte Lehre auszubauen, Lehrfälle aus der Krankenhausroutinedokumentation (AKIM) aufzubereiten, über die Wissenschaftsdatenbank (RDA) zu pseudonymisieren und in die etablierte Moodle-Lernplattform zu integrieren. Mithilfe der AKIM-Lehre- Arbeitsgruppe wurde die Überleitung von Routine-Fällen anonymisiert in das Lehrsystem ermöglicht, die Lehrverantwortlichen erarbeiteten zu ihren Curriculumelementen lernzielrelevante Lehrfälle, um prototypische Fälle (entlang epidemiologisch wichtiger Erkrankungen) den Studierenden in Moodle zugänglich zu machen. Durch gezielte Übungsfragen können sich Studierende durch Bearbeitung der Fälle auf Seminare vorbereiten, die den Fällen zugeordnet sind (blended learning). In ebendiesen Seminaren wird der Inhalt LV-immanent geprüft. In Analogie zu den prototypischen Leitfällen können in den Seminaren mit Lehrfall-identen SimulationspatientInnen diagnostische und professionell-kommunikative Schritte (clinical reasoning und clinical authentic care) geübt werden. In weiteren LV oder Prüfungssituationen sind Routine-Lehrfälle übergeleitet zur Übung zur Verfügung. Die Wissensüberprüfung erfolgt anhand solcher Routinefälle an OSCE Stationen, in Tertialprüfungen; in den Jahren 1-4 fließen die Inhalte in die Gesamtprüfungen und vor allem in die OSCE des 4.SJ ein.

Publikationen aus der Arbeitsgruppe zu diesem Projekt:

 

Turk Bela R., Krexner Rabea, Otto Ferdinand, Wrba Thomas, Löffler-Stastka Henriette (2015). Not the ghost in the machine: transforming patient data into e-learning cases within a case-based blended learning framework for medical education. Procedia - Social and Behavioral Sciences, 186, 713-725. www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1877042815023666

 

Seitz Tamara & Löffler-Stastka Henriette (2015). "Do our medical students even want e-learning? A user rated evaluation of case based e-learning in undergraduate medical education at the medical university of Vienna." Advances in Social Sciences Research Journal, 2(3), 156-161. DOI:10.14738/assrj.23.1003.

 

Wadowski PP, Steinlechner B, Schiferer A, and Löffler-Stastka H (2015). From clinical reasoning to effective clinical decision making – new training methods. Frontiers in Psychology – Educational Psychology, 6: 473. DOI: 10.3389/fpsyg.2015.00473

 

Turk, B. R., Gschwandtner, M. E., Mauerhofer, M., & Löffler-Stastka, H. (2015). Can we clinically recognize a vascular depression? : The role of personality in an expanded threshold model. Medicine 05/2015; 94(18), e743. DOI:10.1097/MD.0000000000000743

 

Magalie Chéron, Mirlinda Ademi, Felix Kraft and Henriette Löffler-Stastka (2016). Case-based learning and multiple choice questioning methods favored by students. BMC Medical Education 16:41. DOI 10.1186/s12909-016-0564-x

 

Löffler-Stastka, Henriette; Ulrich, Johanna; Miksch, Robert; Bruckner, Dietmar (2016): ''Creating Tools for Evaluating Microprocesses in Student’s Learning Progress''. Paper-Presentation at The 7th International Conference on Education, Training and Informatics: ICETI 2016 - Society and Information Technologies: ICSIT 2016, March 8 - 11, 2016; Orlando, Florida, USA.

 

 

Weiterentwicklung:

Insgesamt ist die Struktur der Lehrfälle unter den Fachvertretern abgestimmt, von Curriculumdirektion, -Kommission und Senat befürwortet. Da die Lehrplattform Moodle das zentrale System (auch von Lehrkrankenhäusern nutzbar) ist, werden und wurden die zusätzlich vorhandenen eLearning Elemente der MedUni Wien (Unified Patient, Clinical Rounds, Lecture Movies) sukzessive integriert und mit den Lernzielen des Österreichischen Lernzielkatalogs und der m3e-Datenbank verknüpft. Somit ist eine Abbildung der erreichten Lernziele und erworbenen Kompetenzen möglich, wie sie durch Absolvierung der Lehrfälle und der zugeordneten Curriculumelemente (SE) erreicht werden. Um eine internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden die erworbenen Kompetenzen auch in Form der CanMeds-Kompetenzen abgebildet. Ein Portfolio dazu ist in Ausarbeitung (dzt. für das 6.Jahr/AbsolventInnenprofil) und soll mittelfristig als ePortfolio eingerichtet werden.

Positionierung des Lehrangebots

2.Studienabschnitt Humanmedizin, Ausweitung 1.+ 3. Studienabschnitt laufend, The International Vienna Summer School on Oncology (2., 3. Studienabschnitt)

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.