Real Life Simulation (RLS), Integrative LV

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Eine global organisierte Wirtschaft erfordert zunehmend Ansätze zum Umgang mit offensichtlich transnationalen sozialen Herausforderungen. Die damit verbundenen Anforderungen an eine stärkere Europäische Kooperation im Sozial- und Gesundheitswesen erfordert eine entsprechende Vorbereitung zukünftiger Experten/-innen. Die Fähigkeit, in internationalen und interkulturellen Teams in der öffentlichen Verwaltung, in Profit- und Nonprofit-Organisationen zu arbeiten, ist von zentraler Bedeutung für den persönlichen Erfolg zukünftiger Absolventen/-innen sowie für die Organisationen und Länder in denen sie tätig sind.

 

Das Motto „Soft Skill sind die neuen Hard Skills“ ist daher die Richtschnur für die Real Life Simulation bei der sich Führungskräfte des Sozial- und Gesundheitswesens und zukünftige Verantwortungsträger treffen, um zusammen Aufgabenstellungen für die Praxis zu bearbeiten. Die Real Life Simulation ist damit eine Lernerfahrung, welche die Diskussion und Lösung anstehender Fragen aus der Praxis mit der Möglichkeit zur Entwicklung der eigenen interkulturellen Kompetenz verbindet.

 

Die RLS ermöglicht Studierenden

(1) im sozialen- und gesundheitspolitischen Bereich angewandt zu forschen,

(2) internationale und interkulturelle Arbeit in Teams zu erfahren,

(3) die Bedingungen für eine effektive Arbeit in diesem Kontext besser zu verstehen,

(4) Situationen, die zu Konflikten führen, besser zu erkennen und

(5) sich für eine Rolle in internationalen oder europaweit tätigen Organisationen vorzubereiten.

Beschreibung

Ca. 40 motivierte Studierende aus den Masterprogrammen „International Health & Social Management“ und „European Health Economics and Management“, die sich auf eine Karriere mit internationalem Bezug vorbereiten, nehmen an der jährlich Ende Oktober beginnenden RSL teil und konzentrieren sich für 6 Wochen (10 ECTS) gänzlich auf diese Aufgabe. Die Ergebnisse und Projektarbeiten zu den „Real Life-Aufgabenstellungen“ von 5-8 Praxispartnern aus dem europäischen Sozial- und Gesundheitssektor werden Anfang Dezember präsentiert. Zudem organisieren ca. 10 Teammitglieder (ab 2016 international zusammengesetzt) alle begleitenden Lehrveranstaltungen, koordinieren die damit verbundenen Konferenzbesuche und flankieren die Projektarbeiten mit Betreuungsarbeit. Die Reflexion der individuellen Erfahrungen findet im Rahmen eines follow-up-Workshops zum Thema „Career & Life Management“ am Beginn des 4. Semesters statt.

Krankenhäuser und integrierte Versorgungsorganisationen erwarten eine zunehmende Nachfrage nach Angestellten, welche bereits vertraut mit der entsprechenden Gesetzgebung und der EU-Politik sind. Internationalen Organisationen und Unternehmen, fragen explizit nach hochqualifizierten Mitarbeiter/-innen in den Bereichen Gesundheitsökonomie, Politik und Management. Zusätzlich zu den sogenannten „hard skills“, sind gut etablierte „soft skills“ der Schlüssel zu einer internationalen Zusammenarbeit. Die „Real Life Simulation“ gewährleistet beides.

 

Das MCI bietet gemeinsam mit den Universitäten Bologna, Erasmus Rotterdam und Oslo das Joint Program „The European Master in Health Economics & Management“ (www.eu-hem.eu) an. Jeweils im Wintersemester kommen die Studierenden des 3. Semesters aller vier Partnerhochschulen zu einem Semester mit Schwerpunkt „Decision Making in Health Care“ ans MCI und bearbeiten im Rahmen der Lehrveranstaltung „Real Life Simulation“ konkrete Fragestellungen aus der Praxis, die durch Unternehmen gestellt werden. In Kleingruppen zu je 4-5 Studierenden werden jeweils rund 125 Stunden in jedes Thema investiert.

 

Die Koordination und Projektplanung wird dabei durch die Studierenden weitestgehend selbstständig vorgenommen. Wesentliche Elemente sind ein Kick-Off Meeting zum persönlichen Kennenlernen und der Auftragsklärung sowie eine Endpräsentation vor hochrangigen Vertreter/-innen des beauftragenden Unternehmens. Die „Real Life Simulation“ fordert die Studierenden neben den inhaltlichen Herausforderung auch in den Bereichen Teamdynamik, sowie Führungs- und Kommunikationsprozesse. Dies stellt neben der fachlichen Ausbildung eine weitere wertvolle Qualifikation für eine spätere Praxistätigkeit dar

 

Als speziellen Anreiz wird den beteiligten Studierenden die Teilnahme an einer internationalen Konferenz ermöglicht. Der dafür erstehende finanzielle Aufwand wird weitgehend von Praxispartnern der Real Life Simulation gedeckt.

 

Die RLS bereitet zukünftige Führungskräfte für Positionen im europäischen Sozial- und Gesundheitssektor vor und verbindet dabei folgende Lernerfahrungen:

 

(1) Die Verbindung von „hard skills“ und „soft skills“ in einem praxisbezogenen Kontext hilft, zukünftige Führungskräfte auf die Arbeit mit Menschen in einem interkulturellen und internationalen Zusammenhang vorzubereiten.

 

(2) Die Kombination einer akademischen Ausbildung mit Fragestellungen und Herausforderungen aus der Praxis ermöglicht die Anwendung der im Studium erworbenen Kenntnisse.

 

(3) Die Begegnung zukünftiger Absolvent/-innen mit Vertretern unterschiedlicher Praxisorganisationen unterstützt den Karriereeinstieg.

Positionierung des Lehrangebots

Masterstudium, 3. Semester, follow up in Semester 4

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.