Family Business Forum, Integrative LV

Konzept

Ziele

Ziel der Lehrveranstaltung im Masterprogramm der beiden Studiengänge („Entrepreneurship und Tourismus“ und „International Business & Management“) ist zum einen studiengangsübergreifendes Lernen zu fördern, zum anderen Studierende mit Familienunternehmer in Kontakt zu bringen, d.h. Studierende treffen in einem ‚Forschungslabor‘ auf Familienunternehmer und interviewen diese in studiengangsübergreifenden Kleingruppen zu unterschiedlichsten Themen im Bereich familiengeführte Betriebe

Kurzzusammenfassung

Vorliegendes Lehrveranstaltungsformat hat zum Ziel, dass Masterstudierenden sich a) interdisziplinär und studiengangsübergreifend austauschen, b) mit Unternehmern in direkten Kontakt treten, und c) dadurch das gelernte theoretische Wissen in Erfahrungswissen umsetzen. Im Sinne des Kompetenzerwerbs wird den Studierenden Basiswissen im Bereich familiengeführter Unternehmen zu vermitteln. Die Studierenden werden auf Problemfelder sensibilisiert und lernen Familienbetriebe mit all Ihren spezifischen Merkmalen kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Die direkte Bearbeitung von Unternehmen führt zur Vertiefung der bereits im Studium gelehrten Inhalte zu familiengeführten Unternehmen bzw. deren Anwendung in der Praxis (Handlungskompetenz). Zudem werden Studierende für Problembereiche in der praktischen Anwendung sensibilisiert

Nähere Beschreibung

Die Kompetenzorientierung steht im Mittelpunkt des vorliegenden Lehrveranstaltungsformats. Basierend auf der Erfahrungstheorie nach Dewey (1938) und Lewin (1951), zählen neben dem effektiven Transfer technischen Know-Hows und akademischer Methoden vor allem die Anwendung des erlernten Wissens in realen Situationen. Das Ziel von experimentellem Lernen ist es, theoretisches Wissen auf ausgewählte Praxisbeispiele anzuwenden. Experimentelles Lernen folgt der Denkweise:

 

“For the things we have to learn before we can do them, we learn by doing them.“ (Aristoteles)

 

“Tell me, and I will forget. Show me, and I may remember. Involve me, and I will understand.” (Benjamin Franklin)

 

Dabei bedient das vorliegende Konzept Forum Family Business aus lernpsychologischer Sicht alle vier Lerntypen von Kolb (1984) – konkrete Erfahrung, Reflexion und Beobachtung, Abstraktion sowie aktives Experimentieren. Studierende lesen zunächst einen wissenschaftlichen Artikel zu einem Thema im Bereich Familiengeführte Unternehmen, können dieses Thema in einem weiteren Schritt mit Unternehmern diskutieren und im Gespräch Herausforderungen kennenlernen sowie aus deren Fehlern lernen. Eine tiefgehende Reflektion des Gelesenen, Gehörten, Gesehenen und Erfahrenen sowie die Möglichkeit, Problemstellungen aus der Industrie mit theoretischen Erkenntnissen zu verbinden, stimuliert Studierende, kritisch zu denken und kreative Problemlösungen zu entwickeln.

 

Ein weiteres wichtiges Element des vorliegenden Projektes ist das interdisziplinäre und studiengangsübergreifende Lehr- und Lernformat, welches die Perspektiven der Studierenden erweitert.

 

 

Das Lehrveranstaltungsformat besteht im Wesentlichen aus vier Teilen.

 

Teil 1 ist die Einführung und Vorbereitung, in welcher die Lehrveranstaltungsleiter die Lernziele darlegen, die Studierenden sich kennenlernen (kurzes Kennenlern-Spiel) und die Lehrveranstaltungsbeurteilung (ein kurze wissenschaftliche Stellungnahme à 800 Wörter mit Literaturteil und Praxisteil) vorgestellt wird. In der Vorbereitungsphase bearbeiten die Studierenden in Kleingruppen à 5 Studierende 7 ausgewählte Themen rund um familiengeführte Unternehmen in Form von Fachartikeln (2 Studierendengruppen pro Thema). Dabei definiert die Kleingruppe Problemstellung, Zielsetzung, Forschungsfrage(n) und bereitet die Interviewfragen für das Forschungslabor vor.

 

Teil 2 ist das Forschungslabor mit Familienunternehmern, in welchem die Studierenden die 10 Familienunternehmen gruppenweise zu den aufbereiteten Themen und den vorbereiteten Fragen interviewen (World Café). Alle 20 Minuten wechseln die Gruppen (je 2 Gruppen zu einem Thema) den Unternehmer. Damit spricht jeder Unternehmer mit jeder Studierendengruppe und wird damit zu 7 unterschiedlichen Themen befragt.

 

Teil 3 ist die Nachbereitung, in welcher die Studierendengruppen die Interviewergebnisse im Plenum in einer Kurzpräsentation vorstellen und ihr Feedback zum Forschungslabor mit ihren StudienkollegInnen sowie der Lehrveranstaltungsleitung teilen.

 

Teil 4 ist die Verschriftlichung der Erkenntnisse aus Literatur und Praxis je Gruppe in einer wissenschaftlichen Stellungnahme von 800 Wörtern. Dabei ist das Papier nach den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens aufzubauen (Einleitung – Literature Review – Erkenntnisse aus der Praxis – Schlussbetrachtung).

Positionierung des Lehrangebots

Masterstudiengang „Entrepreneurship und Tourismus“ sowie Masterstudiengang „International Business & Management“, jeweils im 2. Semester des 4-semestrigen Masterprograms.

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.