"ORTE KRITISCHER KÜNSTLERISCHER PRODUKTION" (Künstlerischer Unterricht, Projekt 1)

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

- Die Teilnehmer_innen entwickeln eigene künstlerische Verfahrensweisen (Projekte), individuelle Themen und Zugänge anknüpfend an die Themenstellung der Lehrveranstaltung. Sie lernen diese in Bezug setzt zu kunsttheoretischen Diskursen und der Geschichte künstlerischer Strömungen und theoretisch zu reflektieren.

 

- Die Studierenden lernen, sich an unterschiedlichsten Orten innerhalb der Akademie aber auch im Stadtraum zu orientieren und diese Orte als mögliche Bezugspunkte und Materialität der eigenen künstlerischer Arbeit zu sehen. Sie üben die unterschiedlichen Bedingungen künstlerischer Arbeit einzuschätzen und diese für die eigene Praxis selbst zu gestalten bzw. zu definieren. Sie entwickeln eine Souveränität sich in verschiedenen künstlerischen Kontexten und Praxisfeldern zu bewegen.

Beschreibung

Ateliergemeinschaft, Museum, Galerie, Krankenhaus, Universität, Flüchtlingslager, öffentlicher Raum, Forschungsbüro, Künstler_innenvereinigung, Wohnzimmer, Off Space, ...

 

Welche Perspektiven und Möglichkeiten bieten unterschiedliche Räume? Die Lehrveranstaltung ist eine Aufforderung, künstlerische Praxis als divers, situiert und voller Verzweigungen zu begreifen, aber auch die eigene künstlerische Arbeit und Sichtweise zu schärfen, zu üben und in Produktion zu gehen.

 

Wir begaben uns an unterschiedliche Orte der Stadt. Die Besuche thematisieren die Wechselwirkungen zwischen Bedingungen, Kontext und Inhalt künstlerischer Arbeit. Was sind die Anforderungen verschiedener künstlerisch-vermittelnder Projekte und deren spezifische Bedingungen und Kontexte?

 

Übungen zur Raumwahrnehmung, performative Aneignungen und eine vernetzte Praxis ... Die Einheiten haben zum Teil experimentellen Charakter und werden von den teilnehmenden Studierenden mitgestaltet.

Wir finden uns in der Ateliergemeinschaft OKAPI ehemaliger Studierender des Fachbereichs Kunst und Bildung wieder... oder Backstage im Museum... Eine in Entstehung befindende Ausstellung in der Kunsthalle Wien als experimenteller Raum lässt uns den Ausstellungsaufbau als experimentellen gestalterischen Prozess betrachten. Der spannende Moment indem sich eine Ausstellung zu materialisieren beginnt, bzw. Form annimmt und in unserer Vorstellung entsteht. Die Installation im Raum als künstlerischen Prozess sehen... Die KünstlerInnen des Marktstandes am Schwendermarkt sehen sich mit dem Vorwurf der Gentrifizierung konfrontiert...

Wir besuchen die Räumlichkeiten der KünstlerInnenvereinigung IG Bildende Kunst und erfahren von den Aktivitäten. In der Aula der Akademie der bildenden Künste haben künstlerisch forschende Doktoratsstudierenden ihre Zelte aufgeschlagen haben und stellen Arbeit zur Diskussion. Zu Gast in den Bildhauerateliers in der Kurzbauergasse nähern wir uns Skulpturbegriff... In einer Ausstellung in der Kunsthalle Exnergasse, welche die Ökonomie des Kunstbetriebs selbst zum Thema hat, treffen wir die KünstlerInnen und formen einen Sprechchor zum „Manifesto for Maintainance Art“ von Mierle Laderman Ukeles.

 

Welchen Kunstgehalt bringen verschiedene Orte selbst mit? Welche reflexive Positionen lassen sich dazu entwickeln? Nach Lefebre fassen wir die Kategorie "Ort" als diskursiver Vektor. Es entstand ein Reader der die durchwanderte(n) Orte, Literatur und Kunsttheoretische Diskurse aus der LV als Prozess nachvollziehbar macht und eine Verbindung zu den Projekten (und Themen) der TeilnehmerInnen aufnimmt.

 

 

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor Kunst und Bildung, erster Studienabschnitt

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.