Integrierte Lehrveranstaltungen in den Fachbereichen "Informationssysteme" sowie "Digitale Geschäftsmodelle"

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Ziel ist es die Studierenden, die alle berufsbegleitend studieren, optimal beim Lernen zu unterstützen, sowie eine praxisnahe und für die berufliche Tätigkeit relevante Anwendung der Lerninhalte zu ermöglichen und zu fördern.

Beschreibung

Das eingereichte Projekt spiegelt sich in mehreren Lehrveranstaltungen für berufsbegleitend Studierende wider und baut auf drei Säulen auf.

 

Die erste Säule ist Einheitlichkeit. Dies bedeutet, dass die Art des Unterrichts, die Gestaltung und Struktur der Präsentationsfolien sowie des zugehörigen Moodle-Kurses für alle Lehrveranstaltungen gleich ist. Dadurch können sich Studierende besser auf die eigentlichen Lehrinhalte und Lernziele konzentrieren.

 

Die zweite Säule sind Screencasts. Diese unterstützen und erleichtern das Lernen, sprechen mehr Lernkanäle an als Skripten (sehen, hören und lesen) und können u.a. im Sinne von Podcasts zum Beispiel auch bei Autofahrten zum Lernen verwendet werden.

 

Die abschließende dritte Säule ist Motivation. Dies ist besonders wichtig, weil Studierende mehr lernen, wenn sie direkt einen Nutzen darin erkennen. Die Aufgabenstellung einer Projektarbeit, die in allen Lehrveranstaltungen durchgeführt wird, hat daher stets eine hohe Praxisrelevanz und ermöglicht es den berufsbegleitend Studierenden im besten Fall zur Gänze Projekte aus deren realer Berufswelt zu bearbeiten. Die Projektarbeiten festigen außerdem den Kompetenzerwerb, weil dadurch eine dreifache Befassung mir den Lerninhalten ermöglicht wird (im Unterricht, bei der Durchführung der Projektarbeit, bei der Präsentation aller Projektarbeiten). Des Weiteren werden dabei weitere Lernkanäle angesprochen (selber tun, andere lehren).

Das eingereichte Projekt spiegelt sich insbesondere in den Lehrveranstaltungen „Digitale Geschäftsmodelle 1“, „Digitale Geschäftsmodelle 2“, „Informationssysteme 1“ und „Informationssysteme 2“ wider. Es baut auf den drei Säulen Einheitlichkeit, Screencasts und Motivation auf.

 

Die erste Säule, Einheitlichkeit, bedeutet, dass die Art des Unterrichts, die Gestaltung und Struktur der Präsentationsfolien sowie des zugehörigen Moodle-Kurses für alle Lehrveranstaltungen gleich ist. Jede Lehrveranstaltung ist dabei wie folgt aufgebaut: Erklärung der Organisation der Lehrveranstaltung (Lehrinhalte, Lernziele, Termine, Aufgabenstellung der Projektarbeit, Beurteilungskriterien), Frontalunterricht mit laufenden Übungen im Hörsaal, Durchführung der Projektarbeit, Präsentation der Projektarbeit, abschließende Klausur. Die verwendeten Foliensätze sind dabei stets gleich strukturiert und haben dasselbe Format. Ebenso ist der zugehörige Moodle-Kurs in allen Lehrveranstaltungen gleich aufgebaut: allgemeine Information, Projektarbeit, die einzelnen Lehrinhalte je Lehrmodul, Klausur. Die Lehrveranstaltungen folgen außerdem einem strukturierten und nachvollziehbaren kompetenzorientierten Konzept. Damit die Studierenden dieses Konzept erkennen, wird bei den Präsentationsfolien und im Moodle-Kurs speziell darauf geachtet, dass besonders die Lernziele der Lehrveranstaltung klar und deutlich dargestellt werden. Diese Einheitlichkeit in den verschiedenen Bereichen liefert für die Studierende ein nachvollziehbares Konzept und da organisatorische Rahmenbedingungen klar sind und auch Informationen schneller erkannt und gefunden werden, kann ein lernzielorientierteres Lernen erfolgen.

 

Die zweite Säule des eingereichten Konzepts sind Screencasts. Anstelle eines Skriptums oder bloßer Literaturempfehlungen werden in den Lehrveranstaltungen Screencasts für die einzelnen Teile der Module erstellt. Diese vertonten 10 bis 30 minütigen Videos sind eine vereinfachte Version des Unterrichts aus dem Hörsaal. Das heißt, im Screencast werden die Folien und ggf. weitere externe Inhalte ebenso wie im Hörsaal präsentiert. Übungen, Fragerunden etc. entfallen dabei natürlich. Die Screencasts werden mit Camtasia Studio erstellt, wobei jedes Software-Tool zum Aufzeichnen des Screens eingesetzt werden kann. Jeder Screencast ist in zwei Versionen verfügbar: eine HTML Version, die ein Inhaltsverzeichnis und eine Suchfunktion bietet, sowie eine speicherplatzoptimierte MP4 Version zum Lernen unterwegs. Der Aufwand für die Erstellung der Screencasts ist vergleichbar mit dem Erstellen eines Skriptums. Der Aufnahmeprozess kann jedoch zusätzlich als Übung für den/die Lehrende/n für seinen/ihren Präsenzunterricht angesehen werden. Es empfiehlt sich deshalb auch, dass die Screencasts vor der zugehörigen Präsenzphase aufgezeichnet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Erfahrungen gezeigt haben, dass es nicht notwendig ist perfekte und geschnittene Screencasts zu erstellen. Ein natürlicher Vortrag mit kleinen Sprechfehlern oder Denkpausen erfüllt den Zweck bereits mehr als ausreichend, denn für die Studierenden bieten diese Screencasts mehrere Vorteile. Zunächst werden im Vergleich zu Skripten mehrere Lernkanäle angesprochen. Die Studierenden haben die Möglichkeit zu lernen, in dem sie die Präsentationsfolien lesen, sich die Screencasts anhören oder die Screencasts ansehen und anhören. Für verschiedene Lerntypen wird also eine Lernunterstützung zur Verfügung gestellt. Außerdem sind die Screencasts sehr ähnlich zu den Vorträgen im Hörsaal. Haben Studierende Teile im Frontalunterricht nicht verstanden, können Sie sich die Erklärungen erneut und mehrfach im Screencast anhören und ansehen. Des Weiteren konnte anhand des Feedbacks der Studierenden erkannt werden, dass einige beruflich viel mit dem Auto unterwegs sind und während längerer Fahrten die Screencasts zum Lernen nutzen. Für diesen Zweck ist die einleitend erwähnte MP4-Version gedacht. Diese kann auch bei längeren Zugfahrten, ähnlichen Reisen oder in Pausen zwischendurch (bspw. beim Warten auf den Bus etc.) verwendet werden. Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass die Screencasts den Lernprozess für die Studierenden unterstützen und auch erleichtern.

 

Die abschließende dritte Säule ist Motivation und stellt die wohl wichtigste Säule dar. Studierende lernen mehr, wenn sie direkt einen Nutzen darin erkennen, da dies zum Selbststudium und zur Eigeninitiative anregt. Aufgabenstellungen der Projektarbeiten in den Lehrveranstaltungen des eingereichten Konzepts haben daher stets eine hohe Praxisrelevanz und bieten im besten Fall die Möglichkeit, dass die Studierenden zur Gänze Projekte aus ihrer realen Berufswelt bearbeiten können. Beispielsweise müssen die Studierenden im Rahmen einer Gruppen-Projektarbeit in den Lehrveranstaltungen „Digitale Geschäftsmodelle 1“ und „Digitale Geschäftsmodelle 2“ ein digitales Geschäftsmodell entwickeln und einzelne Aspekte des Geschäftsmodells bearbeiten. Dabei werden die Studierenden dazu motiviert, Ideen zu entwickeln, die während oder nach dem Studium tatsächlich in der realen Welt umgesetzt werden und diese Chance wird von den Studierenden auch wahrgenommen. Dabei zeigt sich die erhöhte Motivation in den Ergebnissen der Projektarbeiten. Ein Nebeneffekt der Projektarbeiten ist die Festigung des Wissenserwerbs. Wie zu Beginn beschrieben, teilt sich jede Lehrveranstaltung in die aufeinander folgenden Phasen Erklärung der Organisation der Lehrveranstaltung, Frontalunterricht mit laufenden Übungen im Hörsaal, Durchführung der Projektarbeit, Präsentation der Projektarbeit und abschließende Klausur auf. Dabei wird bewusst bei der Lehrveranstaltungsplanung darauf geachtet, dass zwischen den Phasen Frontalunterricht, in der Wissen vermittelt wird, und der Phase Präsentation der Projektarbeit ausreichend Zeit für die Bearbeitung der Projektarbeit gegeben ist. Die Studierenden verfügen also bei der Bearbeitung bereits über alle notwendigen theoretischen Kenntnisse, die für die Durchführung notwendig sind. Die Projektarbeit kann also als erste Wiederholung der Lehrinhalte gesehen werden und bei der Bearbeitung wandelt sich erworbenes Wissen in Fähigkeiten und Kompetenzen. Da am Ende der Lehrveranstaltung die Ergebnisse der Projektarbeiten im Hörsaal vor dem gesamten Jahrgang präsentiert werden müssen, ergibt sich eine zweite intensive Wiederholung der Lehrinhalte. Auch dies trägt zur Motivation der Studierenden bei der Durchführung der Projektarbeiten bei, da die Studieren erkennen, dass die mehrfache Wiederholung der prüfungsrelevanten Lehrinhalte eine optimale Vorbereitung für die abschließende Klausur darstellt. Des Weiteren werden im Zuge der Projektarbeit (selber tun) und der Präsentation (anderen lehren) weitere Lernkanäle angesprochen. Übungen im Zuge des Frontalunterrichts folgen ebenfalls wenn immer möglich diesem Konzept. Das heißt auch hier wird darauf geachtet, dass die Aufgaben eine hohe Praxisrelevanz haben und Studierende den Wissenserwerb durch die eigenständige Bearbeitung und einer Präsentation festigen.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor Wirtschaftsinformatik, 3.-5. Semester

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.