Digital Archaeological Documentation - DAD

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Das Lehreprojekt Digital Archaeological Documentation – Digital Grabungsdokumentation verfolgt das Ziel, Studierenden der archäologischen Disziplinen sowie deren verwandten Fächern Methoden der Grabungsdokumentation anhand modernster digitaler Technologien zu vermitteln. Beim vorliegenden Lehreprojekt handelt es sich um ein innovatives Lehrekonzept, das Forschung und Lehre in seinem gesamten Spektrum verbindet. Die Methoden spannen den Bogen von der Aufnahme bis zur Auswertung und Printlegung der materiellen Hinterlassenschaften unter besonderer Berücksichtigung von Open Hard- und Software. Die Lehrinhalte bedienen sich originaler Grabungsunterlagen, die dem open access Idee folgend unter der Creative Common Lizenz veröffentlicht sind.

Beschreibung

Den Studierenden wird im Unterricht mit offenen Inhalten und Open Source Software ein theor. Grundgerüst vermittelt, das den Einstieg und die nachhalt. Konkurrenzfähigkeit i.d. Arbeitswelt erleichtert u. unterstützt, als die Vertiefung des Erlernten sowie die selbstständige method. Weiterentwicklung durch die Aufrechterhaltung einer offenen Vernetzung zwischen Alumni und der betreff. Forschungsinst. an der Universität gefördert werden und für letztere wertvolle Nutzeffekte entstehen. Die Professionalität des Lehreprojekts zeichnet sich durch das klar strukturierte Lehrkonzept aus. Es umfasst 10 Module, die im Präsenzunterricht als lehrebegleitende eTutorials eingesetzt werden. Die Module beinhalten den gesamten Umfang der digitalen Grabungsdokumentation von der Aufnahme des Befundes bis zur digitalen Printlegung u.Publikation. Die Tutorials werden durch Videos mit genauer Schrittabfolge ergänzt. Die Module und die dazugeh. Tutorials bauen aufeinander auf u. sind nach Schwierigkeitsgrad geordnet. Die Übungsbeispiele bedienen sich originaler Grabungsunterlagen der laufenden Grabungen der Vorderasiatischen Archäologie in Armenien, Georgien, Iran u. Irak. Der Lernerfolg wird durch Modulklausuren geprüft. Das Abhalten der Lehre kann im Rahmen eines virtuellen Klassenzimmers erfolgen. Dieser Aspekt ist gerade in Hinblick auf die Internationalität von größter Wichtigkeit, als die Grabungen u. Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landesuniversitäten v.Ort erfolgen.

Interdisziplinarität in Forschung und Entwicklung auf Basis des Open Access

 

Die Tutorials orientieren sich am Open Access Prinzip. Das Prinzip des Open Access ist für das vorliegende Projekt ideal, können Lernmaterialien zur Grabungsdokumentation in Hard- und Softwarebereich frei bezogen werden; zudem wirken sich eine offene Wissensvernetzung und die Möglichkeit, schnell auf wissenschaftliche Neuerungen im Hard- und Softwarebereich zu reagieren, positiv auf die Entwicklung des Projektes sowie auch für den Wissensbezug der Studierenden aus.

Zudem wird durch das Open Access Prinzip auch ermöglicht, ein mögliches wissenschaftliches Fehlverhalten aufzudecken. Es wird daher auch stets zum kritischen Denken angeregt.

 

Das Projekt arbeitet auf Basis laufender Grabungs- und Forschungsarbeiten (in Armenien, Georgien, Iran und Irak) und ist angeregt, sich stets die neusten Forschungsmethoden zu orientieren.

 

Den Studierenden wird anhand des vorliegenden Projektes die Möglichkeit geboten, sich in einen Teilbereich der Archäoinformatik einzuarbeiten, zu betätigen und zu spezialisieren und anhand immerzu neuer und originaler Ergebnisse das erworbene Know-how zu erweitern. Begleitet und ergänzt wird die Archäoinformatik im Bereich der Vorderasiatischen Archäologie zudem durch regelmäßige Veranstaltungen innerhalb des „Archäoinformatischen Forums“, das Gespräche und Vorträge zu neuen Forschungsprojekten und Fragestellungen in Wissenschaft und Wirtschaft organisiert, sowie auch einen direkten Einblick zur Berufspraxis gibt. Durch die Kenntnis der höchstqualifizierten Vortragenden, die auch oftmals in der Präsenzlehrveranstaltung des Projektes teilnehmen, ist es zudem möglich, einen direkten Kontakt zwischen den Studierenden und Betrieben als potentielle zukünftige Arbeitsgeber herzustellen, der in Rahmen herkömmlicher Forschungsveranstaltungen, etwa Tagungen nicht gleichermaßen zu erzielen ist. Im Rahmen der Lehrveranstaltung war es bereits öfter möglich Exkursionen an Tiroler und Südtiroler Unternehmen zu tätigen, damit der Einblick in den Praxisalltag gewährt wird. Dies stellt für das Projekt zur Digitalen Grabungsdokumentation - Digital Archaeological Documentation eine enorme Bereicherung dar.

 

Die Lehrveranstaltung Digital Archaeological Documentation ist aufgrund der Wahl, nur mit originalen Daten der Ausgrabungen zu arbeiten, besonders praxisnah. So versteht es das Lehreprojekt besonders Wissenschaft, Forschung, Lehre und Wirtschaft effektiv zu verbinden. Das Projekt Digitale Grabungsdokumentation sowie das Archäoinformatische Forum bieten hierzu die beste Basis.

 

Das Projekt ist Teil des im Masterstudium Alte Geschichte und Altorientalistik angebotenen eLearning-Wahlmoduls und als Modul Archäologische Schule im Orient auch in den Bachelorstudiengängen Classica et Orientalia und Archäologien integriert.

 

Zudem stehen die Lerninhalte des Projektes jedem Studierenden und Interessierten weltweit frei für ein autodidaktisches Selbststudium zur Verfügung. Die Lerninhalte können auch außerhalb der vorgegeben Curricula erworben und abgeprüft werden. Die Nominierten sind jeder Zeit erreichbar und stehen den Studierenden für Fragen und Antwort offen zur Verfügung.

 

Das Lehreprojekt versteht es, gerade den archäoinformatischen Bereich auch jenen Studierenden mit wenig PC-Kenntnissen näher zu bringen, in dem sie etwa auf die Breite des Faches der Vorderasiatischen Archäologie und den möglichen Anwendungsbeispielen hindeuten (Beispiel 3D Rekonstruktion des Turmes von Borsippa und Babylon). Darüber hinaus wird stets ersichtlich, welch große Liebe zum Fach und Interesse die Vorderasiatische Archäologie besteht, und die versucht wird, jedem näher zu bringen, was unweigerlich auch ansteckend wirkt.

 

Innovation, Weiterentwicklung der Lehre, Verbesserung der Ausbildungsqualität und Kompetenzorientierung.

 

Die Lehrveranstaltung Digitale Grabungsdokumentation - Digital Archaeological Documentation bietet den Studierenden die Möglichkeit in hohem Grade eine Ausbildung in der Archäoinformatik zu erwerben, indem sie alle Phasen der wissenschaftlichen Befundaufnahme erlernen. Aufgrund der nach Schwierigkeitsgrad aufeinander abgestimmten Module und Tutorials ist es dem Studierenden zudem möglich, darin Vertiefungsschwerpunkte entsprechend den individuellen Interessen zu bestimmen.

 

Die Praxisnähe ist insofern gegeben, als dass jedem Tutorial ausschließlich Übungsbeispiele aus laufenden Forschungsgrabungen zur Verfügung stehen, die sich eindeutig auf aktuelle Forschungsergebnisse und –fragen beziehen. An diesen Beispielen kann der Lehrinhalt geübt und gleichzeitig der Forschungsfrage nachgegangen werden. Die Übungsbeispiele sind dabei auch nach Schwierigkeitsgrad gestaffelt. Die Übungsbeispiele erfordern ein problemorientierte Herangehensweise, die zu selbständigen Erarbeiten des Stoffes motiviert. Abschließend kann das erworbene Wissen durch eine Prüfung abgefragt werden.

 

Das Projekt zeugt zudem im höchsten Maße von praxisnähe, da alle Schritte der digitalen Grabungsdokumentation gleichermaßen berücksichtigt werden. Das Wissen zur digitalen Grabungsdokumenation kann freiwillig durch die Teilnahme an der Archäologischen Schule im Orient intensiviert werden. Beide Projekte agieren stark miteinander und zeugen von starker Interdiszplinarität.

Die Nominierten sind stets darauf bedacht, das Projekt an den neuesten Forschungen in Soft- und Hardwarebereich zu adaptieren und zu erweitern und mit neuen Beispielen aus aktuellen Forschungskontexten zu versehen.

 

Zudem wird die besondere praxisnähe dadurch unterstrichen, indem die Lerninhalte des Projektes Digital Archaeological Documentation aus dem Umfeld der Archäologischen Schule im Orient stammen, das in den Curricula Alte Geschichte und Altorientalistik sowie Archäologien verankert ist. So kann nicht nur das Modul des eLearning Projektes absolviert, sondern es kann auch begleitend die Archäologische Schule im Orient besucht werden.

 

Das Projekt verfolgt das Prinzip der Open Access, d.h. es wird ausschließlich Open Source Software verwendet. Die Nominierten stellen dabei die von ihnen erforschten und erarbeiteten Ergebnisse frei zur Verfügung.

 

Die Anwendung des erworbenen Wissens und die Handhabe von Open Source Software ist des Weiteren besonders zu begrüßen, da die Studierenden auch nach dem Studium die zur freien Verfügung stehende Software beziehen und nutzen können, ohne, wie etwa bei kommerzieller Software der Fall, anfallende Zusatzkosten wie Ankaufpreise oder Lizenzgebühren stemmen zu müssen.

Der Einsatz der Lehrveranstaltung als neues Medium ermöglicht es dem Studierenden auch außerhalb des Lehrkonzepts neue Methoden in Forschungen kennenzulernen und ortsunabhängig sowie ohne zeitlichen Vorgaben Wissen zu erwerben, was besonders auch für diverse NutzerInnengruppe (etwa Berufstätige) die Möglichkeit bietet, an der Lehrveranstaltung teilzunehmen.

Die Studierenden sind durch das Absolvieren der Tutorials in den aktuell durchgeführten Forschungsprojekten eingebunden.

Die im Projekt Digitale Grabungsdokumentation - Digital Archaeological Documentation entwickelten Methoden finden auch außerhalb der Universität Innsbruck zunehmend Beliebtheit und Akzeptanz, da es eine international vernetzte Plattform für Wissenstransfer bildet.

 

Praxisnähe, Forschungsbezug, Methodik.

 

Das Projekt Digitale Grabungsdokumentation – Digital Archaeological Documentation ist innovativ, bietet es stetig und auf den neuesten Forschungsstand angepasste Tutorials zur Methodik der digitalen Grabungsdokumentation im Software-und Hardware Bereich.

Als Innovation ist dabei nicht nur das Lehrkonzept an sich zu betrachten, bestehend aus aufeinander abgestimmte, zu durchlaufende Module, sondern besonders auch die darin enthaltenen Tutorials, die Übungsbeispiele enthalten, deren Daten aus laufenden Forschungsgrabungen entstammen.

 

Die Grabungsdokumenation stellt mitunter auch unpubliziertes Dokumentationsmaterial zur Verfügung, welches einen Einblick in die Forschungsmethode der Nominierten ermöglicht. Dies ist besonders für die Studierenden hilfreich, da sie auf diesem Wege aktiv am Forschungsprozess einer Grabung teilnehmen können. Dies führt zu kritischen und problemorientierten Denken.

 

Dass das Abhalten der Lehre auch im Rahmen eines virtuellen Klassenzimmers erfolgen kann, ist gerade in Hinblick auf die Internationalität des Lehrkonzepts von größter Wichtigkeit, als die Grabungen und Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landesuniversitäten vor Ort erfolgen.

 

Studierendenzentrierung: Förderung der Fertigkeiten und Schlüsselqualifikationen der Studierenden.

 

Die Lehrveranstaltung verfolgt das Lernen, Anwenden und Entwickeln von Hard- und Software im Bereich der digitalen Grabungsdokumentation. Dies stellt für die/den angehenden ArchäologIn einen wesentlichen Punkt in der persönlichen Entwicklung dar, da heutzutage beinahe nur noch mit digitalen Medien gearbeitet wird.

 

Die Studierenden sind beim Durcharbeiten der Tutorials aufgefordert eigenständig und eigenverantwortlich einen gestaffelt nach Schwierigkeitsgrad aufgebauten Lehrgang zu durchlaufen.

 

Bei Fragen, stehen die Nominierten jeder Zeit zur Verfügung und geben ein ausführliches Statement zur Lösung der Beispiele sowie Verbesserungsmöglichkeiten.

 

Zudem fördert das Projekt auch Qualifikationen zur Problemlösung am PC und im Feld (auf einer Grabung). In einem eigenen Modul werden hierzu Beispiele angeboten und weitere Themen und Lerninhalte zum interdisziplinären Arbeiten, etwa in der Geoinformatik, besprochen.

Die Studierenden können durch die Möglichkeit des Selbststudiums das zeitliche und örtliche Umfeld selbst bestimmen.

 

Besonderes Engagement in der Lehre.

 

Die Nominierten engagieren sich, die neuesten Methoden zur Grabungsdokumentation im Bereich Hard- und Software in das Projekt einzubauen und auf den neuesten Stand zu halten. Dies ist besonders für die Studierenden von großem Nutzen, da die Studierende dadurch stets über die neuesten wissenschaftlichen Diskussionen informiert sind und die neuesten Methoden der digitalen Grabungsdokumentation im Hard- und Software Bereich kennen lernen, was besonders bei angehenden Stellenbewerbungen ein Alleinstellungsmerkmal bilden kann.

Die Nominierten zeigen besonders großes Engagement, die Studierenden zur Mitarbeit zu motivieren und das Erlernte sogleich am Objekt anzuwenden bzw. an der Verbesserung der Inhalte in den Tutorials mitzuwirken.

Daraus können unabhängig von den Interessen der Nominierten neue Projekte und Kooperationen mit Wissenschaft und Wirtschaft entstehen, die besonders für die Studierenden und ihr zukünftiges Berufsumfeld wichtig sein können und an denen bereits während des Studiums aktiv mitgearbeitet werden kann.

 

Mehrwert

 

Das Projekt Digital Archaeological Documentation bildet eine Interaktionsplattform für Forschung, Lehre und Wirtschaft. Die Module mit den Tutorials sind insofern einzigartig, als durch die offene, globale Vernetzung die neuesten Standards und Methoden der digitalen Grabungsdokumentation gewährleistet werden, und durch das Bespielen der Übungsbeispiele mit originalen Grabungsunterlagen eine einmalige Praxisnähe im Lernprozess erzielt wird. Das Projekt bietet zudem im Zusammenhang mit der Archäologischen Schule im Orient und dem Archäoinformatischen Forum ein exzellentes Beispiel für interdisziplinäres Arbeiten. Es entsteht eine aktive Plattform für Lehrende, Studierende und Personen aus der Wirtschaft, wo auf einer neutralen Ebene kommuniziert, Ideen ausgetauscht, Kooperationen geschlossen, bestehende Projekte ausgebaut und neue Projekte injiziert werden können. Das Projekt bietet den Studierenden die Möglichkeit auf unterschiedlichen Ebenen aktiv an einem forschungsrelevanten Projekt mitzuarbeiten und zwar unter Berücksichtigung des jeweils angestrebten Berufsfeldes.

Darüber hinaus stellt das Projekt eine Plattform für die Entwicklung neuer Ideen im Bereich Soft- und Hardware dar. Es konnten schon mehrere Projekte verwirklicht werden; unter anderem wurden zwei Methoden der digitalen Grabungsdokumentation erarbeitet, die über die Universität Innsbruck hinaus bereits an weiteren internationalen Universitäten gelehrt werden.

Das Projekt ist der Open Access Bewegung zuzuordnen.

Die Nominierten verstehen es besonders gut, dass sich die Studierenden und Interessierten des Fachbereichs Vorderasiatische Archäologie eingebunden fühlen.

Weiterführende Information


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.