Orientierungskurs, Pflichtlehrveranstaltung der STEOP im Fachbereich Architektur

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Ausgangslage:

Architektur ist die in Österreich am stärksten nachgefragte technische Studienrichtung. Allein an der TU Wien liegt die Zahl der Inskribierten derzeit bei 6156 im Bachelor-, Master oder Doktoratsstudium. Die Zahl der neu Inskribierten lag in den letzten Jahren im Schnitt bei rund 1000 Studierenden, die Zahl der AbsolventInnen im Bachelor bei 320 und im Masterstudium bei 250. Der Frauenanteil liegt sowohl bei den BeginnerInnen als auch bei den Bachelor- und Masterabschlüssen bei rund 55%.

Nur knapp ein Drittel der Anfänger erreicht einen Bachelorabschluss und nur ein Viertel einen Masterabschluss. Die im Bachelor vorgesehene Studiendauer von 6 Semestern plus einem Toleranzsemester kann von 25% der AbsolventInnen eingehalten werden. Ein genauerer Blick auf die Kohortenstatistik zeigt, dass im Bachelorstudium rund 50 Prozent der Studierenden nach zwei Semestern das Studium abbrechen, zusätzliche knapp 20 Prozent nach weiteren zwei Semestern.

Diese Zahlen liegen prozentuell im Rahmen technischer Studienrichtungen im Allgemeinen, bedeuten aber durch die großen absoluten Zahlen eine besondere Herausforderung in Bezug auf Ressourcenplanung und Qualitätsmanagement. Eine Zulassungsprüfung, wie sie an vergleichbaren Technischen Universitäten üblich ist, hat die TU Wien für die Architektur bewusst nicht eingeführt.

Vor diesem Hintergrund wurde die Studieneingangs- und Orientierungsphase im Rahmen einer Neuformulierung des Bachelor-Studienplans ab dem WS 2013/14 grundsätzlich neu gestaltet. Ein Ziel der neuen StEOP ist es, einen „informierte Drop-Out“ zu einem Zeitpunkt zu erreichen, der einen Studienwechsel ohne großen individuellen Verlust, also möglichst nach Ablauf des ersten Semesters, ermöglicht.

Die neue StEOP bietet einen Pool von Pflichtfächern im Ausmaß von 34 ECTS-Punkten an, von denen Fächer im Ausmaß von 18 ECTS-Punkte für die StEOP zu absolvieren sind. Bei den Fächern handelt es sich um Grundlagenfächer aus technischen, architektur¬wissen-schaftlichen und entwurfsorientierten Bereichen, die einen breiten Überblick über das Fach geben. Durch die Auswahlmöglichkeit können Studierende ihre Stärken bei der Absolvierung der StEOP einbringen und Fächer, für die sie mehr Vorbereitung benötigen, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, ohne ein oder mehrere Semester zu verlieren.

Eine Sonderstellung im Fächerpool der StEOP nimmt der Orientierungskurs ein, da er als einziges Fach verpflichtend zur Absolvierung der StEOP ist. Er informiert die Studierenden über Basiskompetenzen und vermittelt ihnen Hilfestellung bei der Selbstreflexion über die Eignung für das Architekturstudium. Der Orientierungskurs wurde mit Unterstützung von MitarbeiterInnen der Fakultät für Psychologie der Universität Wien entwickelt, die auch einen seit 2013 verwendeten Online-Self-Assessment-Test für das Studium der Architektur konzipiert hat.

 

Aufbau und Ziele des Orientierungskurses:

Das StEOP Pflichtfach Orientierungskurs ist eine Vorlesungsübung im Umfang von 3 ECTS Punkten. Der Mentoringteil wird in Kleingruppen zu 15 Personen mit je einem/r Mentor/in abgehalten. Begleitend werden Vorlesungen für alle Studierenden im Audi Max angeboten, die als Screencasts in der Lehrplattform TUWEL bereitgestellt werden. Die Aufgabenstellungen für die praktischen Übungen sind ebenfalls in TUWEL als Download verfügbar. Die Vorlesungen und Übungen vermitteln einen Einblick in Studium und Berufswelt sowie über relevante Basiskompetenzen. In Kombination mit dem Mentoring wird den Studierenden Hilfestellung bei der Selbstreflexion über die Eignung für das Architekturstudium geboten. Erlerntes aus parallel laufenden, StEOP-relevanten Lehrveranstaltungen fließt in die Ausarbeitung der Übungsaufgaben ein.

Die Übungen umfassen die Bereiche „Wahrnehmen und Darstellen“, „Berufsfeld“ und „Entwurf“. Die erste Übung besteht aus zeichnerischen Recherchen im Stadtraum. In der zweiten Übung werden Texte über die Berufspraxis gelesen und Interviews in Architekturbüros geführt, die in eine vergleichende Reportage münden. In der dritten Übung bearbeiten die Studierenden individuelle Entwurfsaufgaben, die am Schluss gruppenweise zu einem Ensemble zusammengesetzt werden.

Als Ziele für den Orientierungskurs wurden formuliert:

(1) Aufforderung zur Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Fach Architektur vor Studienbeginn

(2) Förderung und Vermittlung von Strategien zur Studienbewältigung und zur Reflektion der Berufswahl

(3) Förderung der Studienmotivation und Berufswahlkompetenz

(4) Einblick in das Studium der Architektur und in die Berufswelt

(5) Vermittlung zentraler Informationen und Basiskompetenzen als auch der Selbstreflexion

(6) Hilfestellung geben, um eine persönliche Einschätzung über die Eignung für das Studium festzustellen

(7) Förderung von Teambildung

(8) Aufzeigen der breitgefächerten Inhalte und Anforderungen in Studium und Berufspraxis

(9) Anregung zur Selbstreflexion

(10) Feedback an die Studieninteressierten über ihre Stärken und Schwächen

Beschreibung

Der „Orientierungskurs“ ist ein Pflichtfach mit 3 ECTS-Punkten und Teil der StEOP. Bei einer Beginnerkohorte von jährlich 1000 Studierenden wird er in Kleingruppen zu 15 Personen mit je einem/r MentorIn abgehalten. Begleitende Vorlesungen und Übungen, die über die Lehrplattform TUWEL bereitgestellt werden, vermitteln einen Einblick in Studium und Berufswelt sowie über relevante Basiskompetenzen. In Kombination mit dem Mentoring wird den Studierenden Hilfestellung bei der Selbstreflexion über die Eignung für das Architekturstudium geboten. Erlerntes aus parallel laufenden, StEOP-relevanten Lehrveranstaltungen fließt in die Ausarbeitung der Übungsaufgaben ein.

Die Übungen umfassen die Bereiche „Wahrnehmen und Darstellen“, „Berufsfeld“ und „Entwurf“. Die erste Übung besteht aus zeichnerischen Recherchen im Stadtraum. In der zweiten Übung werden Texte über die Berufspraxis gelesen und Interviews in Architekturbüros geführt, die in eine vergleichende Reportage münden. In der dritten Übung bearbeiten die Studierenden individuelle Entwurfsaufgaben, die am Schluss gruppenweise zu einem Ensemble zusammengesetzt werden.

Die besondere Herausforderung besteht im Qualitätsmanagement für die große Zahl der betreuten Gruppen, in der Kooperation mit den Architekturbüros sowie in der computergestützten Generierung der Entwurfsaufgaben. Der Kurs wurde unter Einbindung der Fachschaft interdisziplinär, unter anderem mit Unterstützung durch die Fakultät für Psychologie der Uni Wien entwickelt.

Verortung innerhalb der StEOP:

Die Studieneingangs- und Orientierungsphase im Bachelorstudium Architektur umfasst 18 ECTS und besteht aus theoretischen, technischen und gestalterischen Lehrveranstaltungen des ersten und zweiten Semesters. Aus einem Angebot an Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 34 ECTS sind für die STEOP mindestens 18 ECTS zu absolvieren, wobei jedenfalls der Orientierungskurs sowie mindestens eine Übung enthalten sein müssen.

 

Ablauf

Bereits bei der Inskription werden die Studierenden darüber informiert, dass Sie als erste Aufgabe des Orientierungskurses ein kurzes Motivationsschreiben abgeben müssen. Das Motivatonsschreiben wird im Rahmen des Orientierungskurses thematisiert, fließt jedoch nicht in die Beurteilung mit ein. Diese Maßnahme fordert die zukünftigen Studierenden auf, sich bereits vor Studienbeginn mit dem Berufsfeld auseinanderzusetzen und eigene Stärken und Interessen zu identifizieren.

 

Die als Vorlesungsübung konzipierte Lehrveranstaltung findet geblockt innerhalb der ersten drei Monate des ersten Semesters statt. Der Orientierungskurs setzt sich aus verpflichtenden Präsenzzeiten bei Vorlesungen und Mentoringterminen sowie selbstständigen Übungen zusammen. Seine drei ECTS-Punkte entsprechen nach der TU-Regelung 75 Arbeitsstunden, von denen 16 Stunden für Vorlesungen, 4 Stunden für das Tutorium, 14 Stunden für das Mentoring und 41 Stunden für selbstständige Arbeit veranschlagt werden.

 

Lehrziele:

(1) Aufforderung zur Auseinandersetzung der Studierenden mit dem Fach Architektur vor Studienbeginn (Motivationsschreiben)

(2) Förderung und Vermittlung von Strategien zur Studienbewältigung und zur Reflektion der Berufswahl (Mentoring)

(3) Förderung der Studienmotivation und Berufswahlkompetenz (Tutorium, Mentoring, Übungen)

(4) Einblick in das Studium der Architektur und in die Berufswelt (Vorlesungen)

(5) Vermittlung zentraler Informationen und Basiskompetenzen als auch der Selbstreflexion (Vorlesungen, Mentoring)

(6) Hilfestellung geben, um eine persönliche Einschätzung über die Eignung für das Studium festzustellen (Beurteilungen Übung)

(7) Förderung von Teambildung (Gruppenarbeit in 5er bzw. 3er-Gruppen bei Übung 2)

(8) Aufzeigen der breitgefächerten Inhalte und Anforderungen in Studium und Berufspraxis (Vorlesungen und Übungsinhalte)

(9) Anregung zur Selbstreflexion (Mentoring)

(10) Feedback an die Studieninteressierten über ihre Stärken und Schwächen (Mentoring, Beurteilung der Übungen))

 

 

Kommunikationsformen:

 

(1) Face-to Face

- In den von höhersemestrigen Studierenden abgehaltenen Tutorien

- Die Kontaktzeiten in Kleingruppen à 15 Personen finden mit MentorInnen und TutorInnen statt, wo einerseits Reflektionen zu den Inhalten der Übungsaufgaben getätigt werden und andererseits klassische Mentoren-Mentee Situationen entstehen.

- Diskussionen im Team bei Übung 2

 

 

 

(2) Allen Studierenden steht die Lernplattform TUWEL (TU-Wien e-learning), die vom Zentralen Informatikdienst (ZID) der Technischen Universität Wien bereitgestellt wird, zur Verfügung, innerhalb derer ein umfassender Kurs mit einer Bandbreite unterschiedlicher Materialien aufgebaut wurde:

- Klassische Vorlesung im Hörsaal: Präsentation von Folien, die auch als PDF-Download verfügbar sind.

- Screencasts: Videos der abgehaltenen Vorlesungen, die jederzeit zur Verfügung stehen.

- Übungen: Drei Aufgabenstellungen mit zugehörigen Lernmaterialien, die alleine bzw. als Gruppenarbeit (Teilaufgabe von Übung 2) zu absolvieren sind und als pdf als Upload abzugeben sind. Die Bewertungen werden von den MentorInnen der Gruppen mit Hilfe eines eigens entwickelten Kriterienkatalogs vorgenommen und erfolgen innerhalb von drei Tagen nach Abgabedeadline. Das System ermöglicht es, die Bewertungen zu kommentieren und damit jedem Studierenden persönlich Feedback zu geben. Feedback erfolgt aber auch persönlich in den folgenden Mentoringterminen.

- Selbsttest auf freiwilliger Basis:

-Self-Assessment TU Wien (Anforderungen)

teachingsupport.tuwien.ac.at/self_assessment/

- Self-Assessment mygoal, der Weg zum idealen Lerner (Selbstreguliertes Lernen) my.goal-me.com/index.php

- Diskussionsforum: Offenes Forum für Fragen der Studierenden.

 

 

 

Inhalte:

 

Tutorium:

Als Begrüßung der Erstsemestrigen wird ein Begrüßungsfrühstück organisiert.

Das von höhersemestrigen Studierenden abgehaltene Tutorium trägt zur Teambildung und zum Erfahrungsaustausch bei. Die Tutoren teilen ihre Erfahrungen mit den Erstsemestrigen und bieten Orientierungshilfen und unterstützen die MentorInnen bei ihrer Arbeit.

Die Tutoren selbst, die jedes Jahr wechseln, werden in einem Wochenendseminar gebrieft.

 

Vorlesung E1 und E2: In den beiden Einführungsvorlesungen werden die Studierenden mit der Universitätsstruktur und dem Studienplan Architektur vertraut gemacht. Die Abteilungen der fünf Großinstitute stellen in Kurzvorträgen ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte vor. Des Weiteren findet eine Einführung in den Umgang mit den technischen Systemen TISS und TUWEL statt.

Vorlesung 1,2 und 3 In den Vorlesungen werden die Übungen inhaltlich vorgestellt sowie Termine und Abläufe erklärt. Bei Übung 2 sind als externe Vortragende drei Architekturbüros eingeladen, die ihre Arbeit vorstellen und in einer Podiumsdiskussion ihre eigenen Erfahrungen aus Studium und Berufsleben vorstellen.

 

Übung 1: Wahrnehmen und Darstellen: Die konkrete Begegnung mit einem Ort

Die Handzeichnung ist ein wesentliches Ausdrucksmittel von ArchitektInnen. In ihr drückt sich die bewusste Wahrnehmung der Zusammenhänge ebenso aus wie das Erfassen von Proportionen, die Betonung und Gewichtung des Wesentlichen und auch atmosphärische Aussagen. Die Fähigkeit, architektonische Gedanken zeichnerisch zu entwickeln, ist eine wichtige, nur teilweise trainierbare Voraussetzung für das Architekturstudium.

Aufgabenstellung:

Aus einem Folder mit 33 Orten in Wien, die in drei Zonen geordnet sind (Orte im Zentrum, Orte an der inneren Peripherie und Orte an der aktuellen äußeren Peripherie) wählen die Studierenden pro Bereich je einen Standort aus und fertigen in einem Skizzenblock Zeichnungen an. Diese sollen nicht nur abbildend sein, sondern auch analytisch in Bezug auf ein vorgegebenes Thema (z.B. „Übergänge“). Die Studierenden werden dazu angeregt, die Stadt zu erkunden und zu analysieren. Beurteilt werden nicht allein zeichnerischen Fähigkeiten, sondern auch die Qualität der Analyse und das Konzept der Recherche in Bezug auf das vorgegebene Thema.

 

Übung 2: Berufsfeld Architektur/Praxis:

ArchitektInnen entwerfen, planen und koordinieren, in der Regel gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Fachdisziplinen. Manche sehen die Rolle der ArchitektInnen auch in Zukunft als eine von Generalisten, welche die „Prozessführerschaft“ über komplexe Bauvorhaben über-nehmen; andere sehen ihre Rolle als Spezialisten für Teilbereiche, auch an den Schnittstellen zu Design, zur Szenographie oder zur Publizistik. In jedem Fall ist der kreative Anteil nur ein, wenn auch wichtiger, Teilbereich der architektonischen Praxis.

Aufgabenstellung:

Aufgabe ist die systematische Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld Architektur, indem Inputs aus vorgegebenen Texten verarbeitet und eigenständig über das Berufsfeld recherchiert wird. Auf dieser Basis werden Fragen generiert, die bei einem Bürobesuch bei in der Praxis tätigen ArchitektInnen und anderen für die Baukultur relevanten Berufsgruppen (Ingenieure, Bauämter, etc.) beantwortet werden sollen. Die Büros werden den Studierenden zugewiesen, die Kontaktaufnahme und Organisation des Besuchs erfolgt durch die Studierenden selbst in Fünfergruppen. In einer neuen Gruppenkonstellation zu dritt wird eine Reportage auf Basis der jeweils drei Bürobesuche erstellt. Ein zusätzlich individuell verfasstes Essay über die Arbeit von ArchitektInnen wird im Mentoring dem zu Beginn des Studiums verfassten Motivationsschreiben gegenübergestellt und diskutiert.

Bewertet werden die Qualität der Reportage und die Qualität des Essays.

 

Übung 3: gestalterische Aufgabe/Entwurf

Entwerfen ist ein komplexer rationaler wie künstlerischer Prozess, bei dem eine zukünftige Wirklichkeit konzipiert und in Form von Zeichnungen, Modellen und verbalen Beschreibungen vermittelt wird. Oft wird das Entwerfen als Kernkompetenz von ArchitektInnen bezeichnet.

Aufgabenstellung:

Für 10 unterschiedliche Nutzergruppen, aus denen die Studierenden eine wählen können, wird eine Wohnung als Implantat in ein vorgegebenes Raumgerüst entworfen. Für die Füllung des Raumgerüsts gibt es bestimmte Spielregeln (maximale Nutzfläche, Anschlussfähigkeit zu weiteren Modulen, etc. In TUWEL werden Informationspakete im Rahmen der Aufgabenstellung Informationspakete zu Spezialthemen angeboten (Treppen, Primärstruktur und Hülle, etc.). Der selbstständige Umgang der Studierenden mit diesen Informationen im Rahmen des Entwurfs ist eine wesentliche Grundlage für die Bewertung. Um allen Studierenden individuelle Aufgaben zuweisen zu können, wurde in einem CAD-System ein Variantengenerator implementiert, der im Rahmen eines Rasters sicherstellt, dass keine zwei identischen Aufgaben entstehen.

 

Für die Abgabe werden neben einem Modell auch Pläne und Innenraumperspektiven gefordert. Der Entwurf wird vor je zwei Mentoren präsentiert.

 

Als Lehrziele wurden formuliert:

- Schulung der Vorstellungskraft in Bezug auf Raumgrößen und konstruktive Struktur durch die Analyse eines vorgegebenen Wohnungsgrundrisses

- Testen der eigenen Fähigkeit zur Konzeption von räumlichen und inhaltlichen Veränderungen

- Fähigkeit zur räumlichen Abstraktion, insb. durch den Bau des Modells

- Überprüfung ob Raumideen gut dargestellt werden können

- Fähigkeit einen eigenen Entwurf zu präsentieren

 

Beurteilt werden die Qualitäten des Konzeptes, der Darstellung, des Modells und der Präsentation.

 

Präsentation:

Für die Präsentation werden je zwei Kleingruppen à 15 Personen zusammengelegt. Das bedeutet, dass die Studierenden nun vor einer Jury aus zwei MentorInnen ihren Entwurf vorstellen.

 

Beteiligte:

Für den Orientierungskurs gibt es eine Lehrveranstaltungsleiterin, die die gesamte Organisation durchführt, Vorlesungen gestaltet und selbst eine Gruppe betreut.

Die Lehrveranstaltung wird von rund 50 Personen, UniversitätsassistentInnen und ProfessorInnen, abgehalten. Diese stehen den Studierenden als MentorInnen zur Verfügung und bewerten die Übungsaufgaben. Um die Qualität der Lehre zu sichern, finden in der Vorbereitung, aber auch begleitend Zusammenkünfte der MentorInnen statt. Neben dem Briefing über Termine und Abläufe werden die zu vermittelnden Inhalte und die zugehörigen Materialien vorgestellt und diskutiert. Ein Austausch über Vermittlungsmethoden findet untereinander, aber auch mit eingeladenen ExpertInnen statt. Unterlagen zur Förderung der Studien- und Berufswahlkompetenz wurden eigens für Lehrende erarbeitet und dienen als Anregung für die Mentoringgestaltung.

Nach Abschluss der Lehrveranstaltung werden die Erfahrungen der einzelnen Mentoren gesammelt und ausgewertet, um Verbesserungen im nächsten Durchgang einfließen zu lassen.

Neben den Fakultätsangehörigen werden stets auch in der Praxis tätige ArchitektInnen als MentorInnen in Form externer Lehraufträge in den Orientierungskurs eingebunden.

Bei der Übung 2 ist es bis dato gelungen etwa 100 Architekturbüros zu gewinnen, die ihre Büros öffnen, um den Studierenden als Interviewpartner zur Verfügung zu stehen.

 

Wiederholung bei negativer Beurteilung:

Der Orientierungskurs endet bereits einen Monat vor Semesterschluss, damit Studierende sich in den letzten Wochen des Studiums auf Prüfungen und andere Übungen konzentrieren können. Studierende, die den Orientierungskurs nicht bestanden haben, erhalten die Möglichkeit einer Wiederholung in Form eines dreitägigen Workshops kurz vor Beginn des Folgesemesters. Diese Wiederholung soll insbesondere Studierenden, die die StEOP bis auf den Orientierungskurs geschafft haben, eine Möglichkeit bieten, ohne „Verlust“ eines Semesters weiterstudieren zu können. Die Inhalte des kompakten Workshops bilden die drei Themen des Orientierungskurses ab. Studierenden, die auch bei diesem Termin negativ beurteilt werden, wird empfohlen, das Studium nicht fortzusetzen.

 

 

Feedback der Studierenden:

Nach jedem Orientierungskurs haben die Studierenden die Möglichkeit diesen mittels eines eigens entwickelten Fragebogens zu evaluieren.

Der Orientierungskurs wurde hier zu 76 % mit den sehr gut oder gut bewertet. Besonders gut schneidet in der Bewertung die Übung 2 mit ihrem unmittelbaren Bezug zum Berufsfeld ab.

Auf die Frage, was besonders gut gefallen hätte, erhielten wir unter anderem auch folgende erfreuliche Aussage: „Dieser Aufwand für 900 Studenten ist bewundernswert! Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass jedes Studium auf so eine Art seine Studenten finden könnte“.

Mehrwert

- Bessere Informiertheit der Studierenden über Studium und berufliche Praxis,

- Möglichkeiten der Vernetzung der Erstsemestrigen untereinander durch Übungen, die in Kleingruppen (15 Personen) abgehalten werden.

 

Evaluierungen der Lehrveranstaltung von Seiten der Studierenden fallen durchwegs positiv aus. Die AnfängerInnen fühlen sich über die Studienrichtungen und die zu erwartenden Anforderungen informiert, sie lernen das Berufsfeld kennen und sie sind mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Arbeitsmethoden in der Fachrichtung konfrontiert. Zudem wird positiv bemerkt, dass durch die Betreuung in kleinen Gruppen das Kennenlernen an der Massenuniversität erleichtert wird.

Profitierende

  • Studierende
  • Lehrende

Aufwand

Die Konzipierung des Orientierungskurses ist in einer Arbeitsgruppe aus Fakultätsmitgliedern unterschiedlicher Fachbereiche und Studierenden entstanden und hat sechs Monate gedauert. Die Inhalte werden jedes Semester überarbeitet, des Weiteren wird versucht den Ablauf entsprechend der Anmerkungen aus den Evaluierungen zu optimieren.

 

Der Großteil des Aufwands kann durch die üblichen zur Verfügung stehenden Ressourcen geleistet werden.

Allerdings war die Umsetzung trotzdem nur deshalb möglich, weil sich insbesondere der Studiendekan in den Dienst der Sache gestellt hat und somit auch über die Grenzen des “normalen” Aufwands hinweg zu dem Erfolg des Projekts beigetragen hat.

Positionierung des Lehrangebots

Bachelor

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2016 nominiert.