TIME OUT - ein umfassendes Lehrveranstaltungs- und Ausstellungskonzept für angehende Medienkünstler/innen

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Das Projekt ermöglichst den Studierenden des Bachelorstudiums "Zeitbasierte und Interaktive Medien" als angehende Medienkünstler/innen und -designer/innen ihre Projekte im Ars Electronica Center Linz, dem weltweit renommierten Ort für Medienkunst, auszustellen und einem internationalen Publikum zu präsentieren.
Dem voran gehen gut aufeinander abgestimmte Lehrveranstaltungen, die die Studierenden befähigen, ihre Medienkunstprojekte zu realisieren.
Das erarbeitete Wissen der Studierenden wird auf einer Webseite den nachfolgenden Kolleg/inn/en zur Verfügung gestellt.

Beschreibung

TIME OUT umfasst mehrere Komponenten:
- das Lehrveranstaltungskonzept
- die Projekte
- die frei zugängliche Projektplattform intime > http://www.time.ufg.ac.at/intime/
- das Ausstellungskonzept für das Ars Electronica Center als Schritt in die Öffentlichkeit
- und das Eröffnungsevent mit der Bespielung des Deep Space.

Im ersten Studienjahr absolvieren die Studierenden im Bereich der interaktiven Medien die theoretische Lehrveranstaltung Einführung in Interaktive Kunst und grundlegende Lehrveranstaltungen, die sie befähigen, selbst einfache Programme zu schreiben, mit Sensoren, Aktuatoren und Mikrocontrollern zu arbeiten und in unserem Interface Labor kleine elektronische Schaltungen zu entwickeln.
Ab dem zweiten Studienjahr realisieren die Studierenden in den intensiv betreuten Semesterprojekten ihre interaktiven Medienkunstprojekte. Die Projekte bilden das Herzstück des Studiums. Damit das in den Projekten erarbeitete Wissen nicht verloren geht, sind die Studierenden verpflichtet, einen Projektblog auf der frei zugänglichen Projektplattform „intime“ anzulegen.
Durch eine Kooperation mit der Ars Electronica, getragen vom künstlerischen Leiter Gerfried Stocker, haben die Studierenden die Möglichkeit und Chance, ihre Projekte im Ars Electronica Center einer internationalen Öffentlichkeit zu präsentieren. Bei den Ausstellungseröffnungen wird der Deep Space des AEC einbezogen und mit Arbeiten der Studierenden bespielt.
Bis Juni 2015 gab es 4 Ausstellungen mit 22 Studierenden.

Lehrveranstaltungskonzept von TIME OUT:
Im ersten Studienjahr absolvieren die Studierenden im Bereich der interaktiven Medien die theoretische Lehrveranstaltung Einführung in Interaktive Kunst und grundlegende Lehrveranstaltungen, die sie befähigen, selbst einfache Programme zu schreiben (Einführung in die Programmierung), mit Sensoren, Aktuatoren und Mikrocontrollern zu arbeiten (Einführung in Interfacetechnologien) und in unserem Interface Labor kleine elektronische ‚Schaltungen zu entwickeln (Einführung in Interface Labor). Diese vier Lehrveranstaltungen bilden die Grundlage für vertiefende Lehrangebote (wie z.B. objektorientierte Programmierung, Deep Space und Sensortechnologien) und für die Realisierung eigener Semesterprojekte, die in den zentralen Projekt-Lehrveranstaltungen betreut werden.
Die Lehrveranstaltung Einführung in Interaktive Kunst (Andreas Zingerle) bietet einen Überblick über Interaktive Medienkunst und zeigt wichtige Künstlerpositionen und deren Interaktionskonzepte.
In den technisch orientierten Lehrveranstaltungen werden vorrangig Open Source Technologien eingesetzt (Programmiersprache Processing, Arduino Microcontroller, …).

Projekte:
Ab dem zweiten Studienjahr realisieren die Studierenden in den intensiv betreuten Semesterprojekten (Gerhard Funk, Joachim Smetschka) ihre interaktiven Medienkunstprojekte. Die Projekte bilden das Herzstück des Studiums. Jeweils am Ende des Semesters werden die funktionierenden Prototypen präsentiert. Die inhaltliche Ausrichtung ist dabei den Studierenden überlassen, da es für angehende KünstlerInnen wesentlich ist, eigene Themen und Fragenstellungen zu formulieren und diese in eine adäquate Form zu bringen.

Wissen teilen über die Projektplattform „intime“:
In den Lehrveranstaltungen im ersten Studienjahr wird u.a. praktisch-technisches Basiswissen vermittelt, aber für die Umsetzung eigener Medienprojekte ist oft ein spezielles technisches Know-how notwendig, das sich die Studierenden im Laufe des Projekts selbstständig erarbeiten müssen. Damit dieses Wissen nicht verloren geht, sind die Studierenden verpflichtet, einen Projektblog auf der frei zugänglichen Projektplattform „intime“ anzulegen.
Dieser Blog dient zur Beschreibung des Konzepts, zur laufenden Dokumentation der Recherche und des Projektfortschritts. Die technische Umsetzung soll dabei so ausführlich dargestellt werden, dass andere Studierende bei ähnlichen Problemen auf bereits gefunden Lösungen zugreifen können. Eine umfangreiche Beschlagwortung und Kategorisierung soll die Suche nach dem gespeicherten Know-how ermöglichen > http://www.time.ufg.ac.at/intime/

Ausstellungskonzept – der Schritt in die Öffentlichkeit:
Linz ist international bekannt für die Ars Electronica – das Festival, den Prix und für das Ars Electronica Center (AEC) und ist damit weltweit eines der ältesten und wichtigsten Zentren für Medienkunst, das Menschen aus aller Welt nach Linz bringt.
Durch eine Kooperation mit der Ars Electronica, getragen vom künstlerischen Leiter Gerfried Stocker, haben die Studierenden nun in Fortsetzung der Projektlehrveranstaltung die Möglichkeit und Chance ihre Arbeiten im Ars Electronica Center einer internationalen Öffentlichkeit zu präsentieren.
Jeweils am Ende eines Studienjahres werden Herrn Stocker sehr gute Projektarbeiten aus dem Bereich (interaktiver) Medienkunst präsentiert. Daraus wählt ein Team des AEC die Arbeiten, die in das Ausstellungskonzept des Hauses passen und im darauffolgenden Jahr in zwei Ausstellungen mit dazugehörigem Eröffnungsevent präsentiert werden.

Vom Prototyp zum ausstellungstauglichen Objekt:
Für die Studierenden, deren Arbeiten ausgewählt wurden, ist das eine große Auszeichnung und Herausforderung. Denn jetzt gilt es, einen funktionierenden Prototyp in ein Ausstellungs¬objekt zu transformieren, das mehrere Monate einer intensiven Benutzung durch die BesucherInnen des AEC standhält. Es muss auch in Zusammenarbeit mit dem Museumspersonal ein konkretes Konzept entwickelt werden, wie die Arbeiten präsentiert wird. Das sind wichtig Erfahrungen für zukünftige MedienkünstlerInnen, die man erst im „Echtbetrieb“ machen kann: Kommunikation mit und Rahmenbedingungen in einer Institution, laufende Wartung, Aufsicht, Robustheit, Publikumsreaktionen, Schreiben von Katalogtexten, Pressekonferenz, öffentliches Reden über die eigene Arbeit, etc.

Win-Win-Situation:
Für die Studierenden und für die Studienrichtung ist der öffentliche Auftritt in diesem renommierten Haus natürlich eine Win-Situation. Die Aussicht, im AEC ausstellen zu können, ist für die Studierenden ein Ansporn bei der Realisierung ihrer Projekte.
Aber auch das AEC und die Stadt Linz profitieren von dieser Kooperation. Man kann durch die Arbeiten zeigen, dass auch im lokalen Umfeld, quasi vor der Haustüre, spannende Projekte entstehen, die im internationalen Kontext mithalten können. Das zeigt sich auch darin, dass einige Arbeiten nach dem Ende der TIME OUT Ausstellungen in laufende thematische Ausstellungen bzw. in das Ars Electronica Festival aufgenommen wurden.

Öffentlichkeitsarbeit:
Die TIME OUT Ausstellungen werden vom AEC über viele PR-Kanäle promotet:
über die Website, Blog, Newsletter, gedrucktes Programmheft, Pressekonferenz, Eröffnung mit PolitikerInnen aus Stadt und Land. Damit wird eine breite Öffentlichkeit erreicht.
2014 wurden der Ausstellungsreihe in dem nur in englischer Sprache erschienenen Festival¬katalog sechs Seiten gewidmet. Das ist für die Studierenden eine wertvolle Referenz.

Eröffnungsevent und Deep Space:
Bei den Ausstellungseröffnungen wird der Deep Space des AEC einbezogen und mit Arbeiten der Studierenden bespielt.
Der Deep Space http://www.aec.at/c/deepspace/ ist der Projektionsraum des Ars Electronica Center. Hier gibt es Bilder, Filme, Animationen und 3-D-Applikationen in weltweit einmaliger Auflösung und Größe zu sehen. Die Ausstattung mit insgesamt acht Projektoren erlaubt es, 16 mal 9 Meter große gestochen scharfe Bilder auf Wand und Boden zu projizieren. Außerdem ist ein Trackingsystem installiert, das die Positionen und Bewegungen der BesucherInnen aufzeichnet und dadurch interaktive Anwendungen und Projektionen ermöglicht.
Es ist daher unser Ziel, dass bei jeder Eröffnung der Deep Space genutzt wird und die Studierenden Arbeiten für diesen einmaligen Projektionsraum entwickeln. Deshalbe wurde auch eine Lehrveranstaltung für den Deep Space eingerichtet, in die Studierenden die Gelegenheit haben, ihre Programme und Videos für diesen Raum zu entwickeln und zu testen.
Es hat sich gezeigt, dass von Seiten des AEC für den Deep Space ein großer Bedarf an interaktiven ästhetisch-künstlerischen Anwendungen besteht.

Mehrwert

Außenwirkung der Studienrichtung Zeitbasierte und Interaktive Medien.
Weitere Ausstellungsmöglichkeiten für Studierende auch im Ausland.

Profitierende

  • Studierende
  • Ars Electronica Center

Aufwand

Zeitaufwand für den Projektleiter zur Koordination zwischen Abteilung und AEC und der Begleitung der Studierenden für die Präsentation ihrer Projekte im AEC.
Materialkosten für die Ausstellungsobjekte, die sich AEC und Abteilung teilen.

Laufzeit des Projekts

Beginn: 01.11.2012

ÖH-Ansprechpartner/in

josef.fink@ufg.at

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.