Ars-Docendi-Einreichung Spezialisierungsbereich Masterstudiengang Psychologie

Umgesetztes Projekt

Ziele

Anbieten eines attraktiven Studienschwerpunktes (Spezialisierungsbereich) im Masterstudiengang Psychologie der Universität Salzburg.

Kurzzusammenfassung

Der Spezialisierungsbereich trägt mit seinen Modulen durch eine gegenseitige innovative Ergänzung von Theorie-, Forschungs- und Praxiselementen dazu bei, dass die Studierenden ein breit gefächertes Kompetenzspektrum in den Bereichen der Fach-, Methoden, Sozial- und Selbstkompetenz auf den drei Niveaus der „Dublin-Deskriptoren“ ausbilden Auf diese Weise sollen sie auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft als Psycholog/inn/en in Profit- und Nonprofit-Organisationen und Institutionen unterschiedlicher Branchen sowie als Selbständige vorbereitet werden. Aufbauend auf einer vertieften Ausbildung in den Bereichen der Sozial-, Kognitions-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie sollen optimale Voraussetzungen für die Verknüpfung von Theorie und Praxis geschaffen werden. Hierbei werden neben der Vermittlung vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich sozialer Interaktionen (Theorien und Forschungsbefunde) vor allem auch Handlungskompetenzen für die Praxis ausgebildet, um Prozesse sozialer Interaktionen aktiv gestalten zu können. Absolvent/inn/en sollten in der Lage sein, diese Handlungskompetenzen kritisch zu reflektieren, gezielt einsetzen und weiterentwickeln zu können (Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbstständigkeit). Hierzu wird der Erwerb der praxisorientierten Kompetenzen durch forschungs- und praxisorientierte Vertiefungen ergänzt bzw. vertieft, indem exemplarisch Forschung vertiefend reflektiert, durchgeführt, für die Praxis weiterentwickelt wird.

Nähere Beschreibung

Der Spezialisierungsbereich „Soziale Interaktion in Wirtschaft und Gesellschaft“ ist einer von vier möglichen, sich jeweils über alle vier Semester erstreckenden Pflichtwahlbereichen des Masterstudiums Psychologie an der Universität Salzburg. Mit diesem Angebot sollen die Studierenden auf eine erfolgreiche berufliche Entwicklung in Profit- und Nonprofit-Organisationen und Institutionen unterschiedlicher Branchen sowie als Selbständige vorbereitet werden. Die Tätigkeitsfelder für Psycholog/inn/en expandieren zunehmend. Neben der Tätigkeit im klinischen Kontext gewinnen die Bereiche Wirtschaft, Non-Profit-Organisationen sowie öffentliche und gesellschaftliche Institutionen zunehmend als Arbeitsfelder an Bedeutung. In Unternehmen stellen Psycholog/inn/en gefragte Arbeitskräfte für Personalauswahl und -entwicklung, Organisationale Veränderungsprozesse, Marketing sowie für Inhouse Consulting dar. Daneben bestehen auch große Chancen für Psycholog/inn/en in Unternehmensberatungen (Prozess-, Organisations-, Personalberatungen, etc.) oder in Bildungseinrichtungen im Bereich der Erwachsenenpädagogik Fuß zu fassen. Ein weiteres großes Feld tut sich in der beruflichen Selbstständigkeit auf. So werden sie unter anderem als Mediator/in bzw. Vermittler/in in Konfliktsituationen, als Trainer/in bei Workshops, als Coach für Führungskräfte und Mitarbeiter/innen, als Supervisor/in für Teams oder als Moderator/in bei Groß- oder Kleingruppenveranstaltungen eingesetzt.

Für alle genannten Tätigkeitsbereiche ist das Verständnis sozialer Interaktionen, d.h. der wechselseitigen Einflussnahme von Menschen aufeinander, sowie die Ausbildung von Handlungskompetenzen zur Gestaltung sozialer Interaktionen notwendig. Gelungene soziale Interaktionen erhöhen nicht nur die Zufriedenheit der beteiligten Personen und Gruppen, sondern auch deren Produktivität. Destruktive Interaktionen führen hingegen zu Frustration, Demotivation und zur Ressourcenverschwendung der beteiligten Personen.
Gerade das Wissen über psychologische Zusammenhänge auf Grundlage fundierter Theorien ermöglicht den Einsatz wirkungsvoller Interventionen zur verbesserten Gestaltung sozialer Interaktionen. Um dieses Wissen jedoch wirkungsvoll in die Praxis zu transferieren, ist die Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte notwendig, die die Analyse der spezifischen Situation und deren Anforderungen, sowie die Analyse der Zielgruppe und deren Bedürfnisse voraussetzen.

Unser Master-Spezialisierungsmodul setzt nun an folgender Problemlage an: PsychologInnen erhalten zwar eine sehr fundierte methodische, empirisch ausgerichtete, theoretisch fundierte und naturwissenschaftlich orientierte Ausbildung, sie sind sich des Wertes dieser Ausbildung für die Praxis aber häufig nicht bewusst. Zudem lernen sie in ihrem Studium bisher zu wenig, psycholo-gisches Wissen zielgruppenorientiert aufzubereiten. In den oben aufgeführten Tätigkeitsfeldern konkurrieren PsychologInnen mit AbsolventInnen der Nachbardisziplinen. Um einen wirkungsvollen Transfer psychologischen Wissens in die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu erreichen, müssen Psychologiestudierende besser lernen, ihr im Studium gelerntes Wissen zu vernetzen, zielgruppengerecht aufzubereiten und weiterzuentwickeln. Ziel des Masterstudiums sollte es außerdem sein, dass sich Psychologiestudierende ihrer Kernkompetenzen und ihrer Alleinstellungsmerkmale bewusst werden, um ihren Expertenstatus als PsychologInnen mit Selbstbewusstsein und Selbstverständnis vertreten zu können. Nur dann können sie am Arbeitsmarkt wirkungsvoll ihren Platz in interdisziplinären Teams einnehmen.

Im Spezialisierungsbereich sollen durch eine vertiefte Ausbildung in den Bereichen der Sozial-, Kognitions-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie optimale Voraussetzungen geschaffen werden, diese Ziele zu erreichen. Oberste Prämisse ist hierbei die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Neben der Vermittlung vertiefender Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich sozialer Interaktionen (Theorien und Forschungsbefunde), sollen vor allem auch Handlungskompetenzen für die Praxis ausgebildet werden, um Prozesse sozialer Interaktionen aktiv gestalten zu können. AbsolventInnen sollten zudem in der Lage sein, diese Handlungskompetenzen kritisch zu reflektieren, gezielt einsetzen und weiterentwickeln zu können (Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbstständigkeit):

Fachliche Kompetenz:
- Kenntnisse wichtiger sozial-, kognitions-, wirtschafts- und organisationspsychologischer Theorien (und deren empirischer Absicherung) und Souveränität bei deren Anwendung
- Fertigkeiten im Erkennen/Wahrnehmen psychologischer Phänomene und Zusammenhänge in verschiedenen Praxissituationen
- Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit bei der Beurteilung neuer Forschungsbefunde, Entwicklung eigener Fragestellungen und deren empirische Überprüfung, Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen für die Praxis und deren Evaluation

Methodenkompetenz:
- Kenntnisse psychologischer Instrumente, Messverfahren und statistischer Auswerteverfahren, Vorstellung über die Testung verschiedener empirischer Fragestellungen
- Fertigkeiten in der Erstellung bzw. dem Einsatz empirischer Messverfahren und deren Auswertung, z.B. Erstellung bzw. Einsatz von Fragebögen, Durchführung von Befragungen (Individual-, Team- und Organisationsdiagnostik), Planung, Durchführung und Evaluation von Interventionen
- Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit methodische Entwicklung eigener Fragestellungen und Vorstellung über deren empirische Testung, kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Verfahren empirischer Testung

Sozialkompetenz:
- Kenntnisse und Verständnis sozialer Prozesse in der sozialen Interaktion, Kenntnisse von Methoden der Gesprächsführung, der Moderation von Gruppen, des Umgangs mit Konflikten, der Prozessbegleitung und Motivation von Individuen und Gruppen vor dem Hintergrund psychologischer Theorien
- Fertigkeiten in der Gestaltung sozialer Interaktionen, z.B. in der einfühlenden und motivierenden Gesprächsführung, dem Einsatz von Methoden der Moderation, der Prozessbegleitung, des Umgangs mit Konflikten
- Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit durch den Umgang mit neuen unvorhersehbaren sozialen Situationen, Einschätzung des sinnvollen Einsatzes verschiedener Gestaltungsprinzipien sozialer Intervention, Erkennen sinnvoller oder notwendiger Veränderungsmaßnahmen und deren Präsentation gegenüber Dritten, Konfliktfähigkeit beim Umgang mit schwierigen Situationen

Selbstkompetenz:
- Kenntnisse und Verständnis für das eigene Verhalten, die eigenen Emotionen, Kognitionen und Motivationen in Situationen der sozialen Interaktion, z.B. in Bezug auf Prozesse der Informationsverarbeitung, der Selbst- oder Emotionsregulation
- Fertigkeiten zur Reflexion dieser Prozesse in Bezug auf das eigene Verhalten in Situationen sozialer Interaktionen, z.B. Selbstreflexion eigener Stärken und Entwicklungsfelder oder eigener Konfliktbewältigungsstrategien
- Kompetenz zur Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit durch den Einsatz persönlicher Stärken und Ressourcen in neuen unvorhersehbaren Situationen, Reflexion eigener Verhaltens- und Denkweisen, Offenheit gegenüber Kritik, Aufgreifen von Verbesserungshinweisen, Bewusstsein für die eigenen Kernkompetenzen als Psychologin

Mehrwert

Von den Betroffenen wird die Spezialisierung als sehr herausfordernd und arbeitsintensiv erlebt, gleichzeitig aber als eine gute Berufsvorbereitung.

Profitierende

  • Studierende
  • Lehrende

Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.