Music and Media

Umgesetzte Maßnahme

Ziele

Die Lehrveranstaltung „Music and Media“ verbindet die Geschichte musikalischer Produktion, Reproduktion und Rezeption mit der Entwicklung der Medien. Sie ist transdisziplinär ausgerichtet, indem sie ästhetische Kategorien, die zum Kanon der „Liberal Arts“- bzw. „General Studies“-Bildung gehören, mit Fachwissen aus dem Bereich der Medienkommunikation in Bezug setzt.
Konsequenterweise kam die Veranstaltung auf Initiative zweier Universitätsangehöriger zustande, die aus den jeweiligen Fachgebieten kommen: Michael Freund ist Medienwissenschaftler und –praktiker, Jean-Pascal Vachon Musiker und Musikologe. In längeren Diskussionen kristallisierte sich ein Zugang zum Thema heraus, der unseres Wissens bisher auf Universitätsniveau kaum thematisiert oder gelehrt wird. Andererseits gibt es genügend akademische und populärwissenschaftliche Literatur (siehe 2., unten), die in dem Kurs Verwendung gefunden hat. Die beiden gleichzeitig Unterrichtenden wechselten sich in ihren jeweiligen Perspektiven ab, ergänzten einander in spontanen Dialogen und motivierten damit die Student/inn/en, ebenfalls Perspektiven und Denkschulen einander gegenüberzustellen.

Die Kursmaterie ist chronologisch gegliedert, sie beginnt bei dem ältesten hier relevanten Medium, den mittelalterlichen Bilderhandschriften, später den Notenblättern und den frühesten Bemühungen um Tonarchivierung (Paris, 1860er Jahre), und sie geht bis zum gegenwärtigen Filesharing und Streaming. Gleichzeitig bietet dieser klassische Zugang – die Entwicklung sowohl der Musik wie ihrer technischen Reproduzierbarkeit – den Vorteil, dass damit die Wechselbeziehungen zwischen Musik und dem technischen Medienfortschritt demonstriert werden können.

Natürlich werden audiophone Reproduktionstechniken, soweit möglich, „in vivo“ demonstriert bzw. als Archivmaterial vorgeführt. Die Studierenden haben Gelegenheit, erste Tonkonserven, ältere Tonträger wie Rillen-Zylinder, Schellacks (oder auch Musik-Kassetten, die den Meisten im Studiumsalter heute kaum mehr bekannt sind) physisch zu sehen, ältere Tonträger oder Dokumentarisches über ihre jeweiligen Verwendungen kennenzulernen und teilweise selber praktisch zu testen.

Beschreibung

Die Lehrveranstaltung „Music and Media“ verbindet die Geschichte musikalischer Produktion, Reproduktion und Rezeption mit der Entwicklung der Medien. Sie ist transdisziplinär ausgerichtet, indem sie ästhetische Kategorien, die zum Kanon der „Liberal Arts“- bzw. „General Studies“-Bildung gehören, mit Fachwissen aus dem Bereich der Medienkommunikation in Bezug setzt.
Konsequenterweise kam die Veranstaltung auf Initiative zweier Universitätsangehöriger zustande, die aus den jeweiligen Fachgebieten kommen: Michael Freund ist Medienwissenschaftler und –praktiker, Jean-Pascal Vachon Musiker und Musikologe. In längeren Diskussionen kristallisierte sich ein Zugang zum Thema heraus, der unseres Wissens bisher auf Universitätsniveau kaum thematisiert oder gelehrt wird. Andererseits gibt es genügend akademische und populärwissenschaftliche Literatur (siehe 2., unten), die in dem Kurs Verwendung gefunden hat. Die beiden gleichzeitig Unterrichtenden wechselten sich in ihren jeweiligen Perspektiven ab, ergänzten einander in spontanen Dialogen und motivierten damit die Student/inn/en, ebenfalls Perspektiven und Denkschulen einander gegenüberzustellen.

Die Lehrveranstaltung „Music and Media“ verbindet die Geschichte musikalischer Produktion, Reproduktion und Rezeption mit der Entwicklung der Medien. Sie ist transdisziplinär ausgerichtet, indem sie ästhetische Kategorien, die zum Kanon der „Liberal Arts“- bzw. „General Studies“-Bildung gehören, mit Fachwissen aus dem Bereich der Medienkommunikation in Bezug setzt.
Konsequenterweise kam die Veranstaltung auf Initiative zweier Universitätsangehöriger zustande, die aus den jeweiligen Fachgebieten kommen: Michael Freund ist Medienwissenschaftler und –praktiker, Jean-Pascal Vachon Musiker und Musikologe. In längeren Diskussionen kristallisierte sich ein Zugang zum Thema heraus, der unseres Wissens bisher auf Universitätsniveau kaum thematisiert oder gelehrt wird. Andererseits gibt es genügend akademische und populärwissenschaftliche Literatur (siehe 2., unten), die in dem Kurs Verwendung gefunden hat. Die beiden gleichzeitig Unterrichtenden wechselten sich in ihren jeweiligen Perspektiven ab, ergänzten einander in spontanen Dialogen und motivierten damit die StudentInnen, ebenfalls Perspektiven und Denkschulen einander gegenüberzustellen.

Die Kursmaterie ist chronologisch gegliedert, sie beginnt bei dem ältesten hier relevanten Medium, den mittelalterlichen Bilderhandschriften, später den Notenblättern und den frühesten Bemühungen um Tonarchivierung (Paris, 1860er Jahre), und sie geht bis zum gegenwärtigen Filesharing und Streaming. Gleichzeitig bietet dieser klassische Zugang – die Entwicklung sowohl der Musik wie ihrer technischen Reproduzierbarkeit – den Vorteil, dass damit die Wechselbeziehungen zwischen Musik und dem technischen Medienfortschritt demonstriert werden können.

Natürlich werden audiophone Reproduktionstechniken, soweit möglich, „in vivo“ demonstriert bzw. als Archivmaterial vorgeführt. Die Studierenden haben Gelegenheit, erste Tonkonserven, ältere Tonträger wie Rillen-Zylinder, Schellacks (oder auch Musik-Kassetten, die den Meisten im Studiumsalter heute kaum mehr bekannt sind) physisch zu sehen, ältere Tonträger oder Dokumentarisches über ihre jeweiligen Verwendungen kennenzulernen und teilweise selber praktisch zu testen.

Um einen „Einbahn-Unterricht“ zu vermeiden, werden die Studierenden ermuntert, von sich aus die Vor- und Nachteile etwa von analogen und digitalen Tonträgern, spezieller auch von verschiedenen Kompressionstechniken zu erkennen und zu vergleichen. Die Einsichten werden daraufhin mit Einspielungen von Experten verglichen, die kompetent und zugleich allgemeinverständlich das ergänzen, was die Unterrichtenden zu den Themen beitragen.

Vinyl spielt in der Veranstaltung GNST 2006/MEDC 3150 eine gewisse Sonderrolle. Einerseits gibt es an der Webster University keinen Plattenspieler mehr – oder vielleicht sollte man sagen: noch nicht. Denn andererseits erleben Schallplatten bekanntlich eine kleine, aber feine Renaissance, und beide Vortragende haben nicht nur etliche solche Tonträger, sondern auch audiophile Anlagen. Ein Abend im Laufe des Kurses wurde daher zur „Vinyl Night“, bei der analoge und digitale Reproduktionen vergleichen werden konntn und zu der manche Studenten eigene(!) LPs mitbrachten.

Teil der Faszination solcher „Ausflüge“ und auch der Interaktion in der Klasse ist die Einsicht, wie sehr Elemente der Alltagskultur ein Kapitel musikalischer und technicher Geschichte in sich tragen. Mehr noch: Die Studierenden begreifen in jedem Sinn des Wortes, dass bestimmte musikalische Stilrichtungen sich nicht nur parallel zu den Reproduktionstechniken entwickelten, sondern auch als ihre Folge. Sie sehen, dass Jazz, zunächst ein lokales Phänomen, sich dank Radio und Plattenaufnahmen global verbreiten konnte; oder dass die Benützung eines Mikrophons statt unverstärkten Singens neue Gesangstile hervorbrachte.

Zu den Lernergebnissen: Im Laufe der Lehrveranstaltung lernen die TeilnehmerInnen verstehen, wie die gegenwärtige Digitalisierung der Musik ihre Konsumgewohnheiten beeinflusst und damit auch ihre Wertschätzung von Musik. Der Kurs fördert sowohl ihre technischen wie ihre ästhetischen Kompetenzen. Und das passiert, während sie ein Panorama der Musikgeschichte von den Troubadouren bis zu Lady Gaga rezipieren. Die Veranstaltung transzendiert gewohnte Unterscheidungen zwischen E- und U-Musik und vermeidet Etikettierungen und Werteskalen, wodurch die StudentInnen ein globales, nicht segmentiertes Verständnis von Musik und ihrer medialen Verbreitung vermittelt bekommen.

Besonderes Engagement: Die beiden Unterrichtenden haben sich bereits vor dem Beginn des Kurses mit potentiellen TeilnehmerInnen getroffen. Sie haben sich mit ihren KollegInnen aus den Fachgebieten Audiotechnik, Medientheorie und Musikologie ausgetauscht, um den Syllabus für die Ansprüche und Lernziele von Undergraduates aus verschiedenen Studienrichtungen zu optimieren.

Die außergewöhnlich guten Evaluationen durch die TeilnehmerInnen am Ende der Veranstaltung haben die Kursleiter in ihrem Vorhaben bestärkt, interdisziplinär weiterzuarbeiten. Sie planen weiterbildende Lehrveranstaltungen, die auf spezielle Kompetenzen für eine spätere Praxis abzielen, vor allem in den beruflichen Bereichen Musikdidaktik und Audio.

Mehrwert

Viele praktische Beispiele im Netz aufrufbar und für alle Studierenden leicht nachvollziehbar; erhebliche Reduktion des Aufwands an Materialbeschaffung; viel interaktive Möglichkeiten für alle Beteiligten.

Profitierende

  • Studierende
  • Lehrende

Aufwand

Ein einmaliger größerer Vorbereitungsaufwand, der aber in sukzessiven Veranstlatungen nicht mehr zum Tragen kommt.


Das Beispiel wurde für den Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre 2015 nominiert.